wir haben uns ein Reihenendhaus BJ 1978 gekauft und wollen es in den kommenden Monaten sanieren. Habt ihr Erfahrungen, Tipps oder vielleicht gerade ein ähnliches Projekt?
Wenn sich ein paar Menschen finden, könnten wir hier einen Erfahrungsaustausch starten.
Energetisch ist das Haus auf dem Stand des Baujahres. 2011 wurde eine Solarthermie mit 4 großen Kollektoren auf das Dach gesetzt, aber ansonsten müssen wir einiges machen.
Gerade geplant sind:
Einblasdämmung in den Hohlraum zwischen Außenwand und Klinker
Neue Fenster
Gasheizung durch Wärmepumpe ersetzen
Heizkörper raus und Fußbodenheizung einfräsen lassen
Dämmung des ausgebauten Dachgeschosses
Es gibt Netzwerkkabel die vom Keller in das Obergeschoss und Dachgeschoss laufen, das Erdgeschoss aber überspringen und jede Menge Kabelanschluss und Telefondosen
Wurde das Dach noch nie gemacht? Wenn nein würde ich das noch mit machen. Ansonsten ist eure Planung schon sehr allumfassend und naja sollte reichen. Haustür ist oft noch ein Kandidat wenn man eh energetisch saniert.
Wir sind gerade in unserem Haus (Baujahr 1868) zugange, allerdings machen wir keine Kernsanierung und Wohnen auch schon drin und machen die Sachen in den nächsten Jahren so nach und nach.
Sind gerade am Dach dran aber leider vom Nachbarn verklagt worden, weswegen sich unsere Sanierungen alle nach hinten schieben bis das mit dem Dach geklärt ist.
Elektrik haben wir komplett neugemacht. Bei uns gab es allerdings auch noch gar keine Netzwerkverkabelung. Wenn es Leerschächte gibt, dann sollte das nachrüstbar sein.
Achso und da ich lese, dass ihr ein Reihenendhaus habt: informiert immer die Nachbarn über größere Sanierungen, ist man nach Nachbarschaftsgesetz in den meisten Bundesländern auch verpflichtet zu. Das Haben wir vergessen (also wirklich ehrlicher Fehler, waren gerade mitten im Umzugsstress, meine Frau war Schwanger und naja) und dafür lässt uns der Nachbar gerade bluten.
Darüber hinaus: du schreibst “in den kommenden Monaten”. Für das was du da auflistest, bis die alle Handwerker mal da hattest etc, würde ich bei den Vorhaben eher so mit knapp 1,5 Jahren rechnen.
Und holt euch einen Energieberater an Board. Der hilft euch auch für die energetischen Sanierungen die BAFA Förderung zu beantragen. Bei Heizungen kann man durchaus bis zu 70% der Förderfähigen kosten (von max 30.000€ glaube ich) vom Staat als zuschuss bekommen. Klar ein teil der Förderung landet quasi direkt beim Energieberater, aber es senkt die kosten schon deutlich und die Beantragung ist auch relativ komplex, da würde ich mich nicht mit rumstressen wollen.
Achso und noch einen Tipp: sagt den Handwerken immer sie sollen die Arbeitskosten und die Materialkosten in der Rechnung trennen (also in der finalen) oder zumindest in einem Satz die reinen Arbeitskosten ausweisen. Denn Arbeitskosten von Handwerkern kann man steuerlich absetzen. Was dann nochmal die Kosten zusätzlich zu einer potentiellen BAFA Förderungen drückt. Allein daher würde ich auch nicht alle Sanierungen unbedingt in einem Jahr machen, dann könnt ihr das Absetzen der Kosten schön auf die Jahre verteilen, da es auch hier eine Höchstgrenze gibt.
Eigentlich eine Binsenweisheit, aber manchmal geht das unter:
Handwerker überhaupt zu bekommen ist bei einigen Gewerken zwar sehr schwierig, aber dennoch und gerade deshalb sollte man für jedes Gewerk mindestens drei Angebote einholen. Das senkt das Risiko, irgendwo einen Mondpreis zu zahlen.
Außerdem bekommt man da schon mal einen guten Input wie „würde ich da so und so machen“ / „dies das lohnt sich nicht“…
Netzwerkdosen sind gar nicht mehr so wichtig. Die Dosen braucht man an den Orten wo man einen PC aufstellen würde und wo der Fernseher sein könnte.
Alles andere macht man ja meist per WLAN. Und die WLAN-Accesspoints brauchen auch einen LAN-Anschluss. Und da muss man sich gut überlegen, wo die hin sollen. Ein LAN-Anschluss in jedem Stockwerk im Flur unter der Decke ist ganz sexy. Und da reicht dann auch ein POE-Fähiger Anschluss und spart sich die Stromsteckdose wenn man die passenden Geräte benutzt.
Wir haben so Doppel-Lan Dosen in jedem “Aufenthaltszimmer” Legen lassen. Also im Wohnzimmer, in den beiden Arbeitszimmern so wie in den beiden Kinderzimmern. Ich habe noch genug Geräte am Kabel, weil mich Wi-Fi meistens nervt und man kann dann immer einen Port abzwacken für einen Wi-Fi Access Point.
Aber das ist auch Geschmackssache. Unter der Decke ist natürlich auch Sexy.
Das Dach ist zum Glück noch in Ordnung und wäre auch Recht teuer. Das wollen wir erst machen, wenn wir wirklich müssen. Laut Energieberater hält das aber noch Mal gut 15 Jahre, deswegen erstmal nur von innen dämmen.
Der Tipp mit den Nachbarn ist gut, danke dir und euch viel Erfolg!
Ich denke auch, das ich noch Mal aus dem Keller ein Kabel ins Wohnzimmer für Fernseher, Fritz repeater und Sonos ziehen werde. Im Dachgeschoss muss die Rigips Decke für die Dämmung wahrscheinlich leider eh ab. Dann ziehe ich da ein Kabel her und setze die Kabel hinter die neue Decke in der Abseite/Schräge
Hi, wohnt ihr schon drin? wenn ja (und auch wenn nicht) dann ist kommende Monate sportlich, würde dann auch eher 1,5 Jahre schätzen. Was auch noch zu bedenken ist bei dem Alter, Elektrik und Wasserleitungen, bei uns (mit Wasserhärte 3 und zu dem Zeitpunkt etwa gleiches Alter) war vom Originaldurchmesser der Rohre nicht mehr viel übrig.
Elektrik von 1978 ist sicher nicht mehr auf Stand. Gerade die Energieversorger sind ja mittlerweile relativ streng, was ich aber nicht weiß, wann genau man etwas umbauen muss. Zumindest bei unserer Kernsanierung mit Baujahr 1985 waren die Elektrokabel schon sehr porös..
Haben uns auch kürzlich ein Haus gekauft. Wir müssen zum Glück nicht viel machen. Wir wollten aber das Parkett im Wohnzimmer schleifen… das ist ja die letzte Hölle, ey. Haben uns schon einen Schleifer vom Baumarkt geliehen, war nicht so geil, da werden wir nochmal einen anderen mieten. Ich bin nicht zum Handwerker geboren…
Ich hab meine Bude 2019 kernsaniert. Allerdings ist die Baujahr 1933 und hatte noch so Späße wie stoffummantelte Kabel, Fehlböden etc. drin..
Und das ganze teils schön mit Vollziegeln gebaut, so das du pro 7 Meter einen neuen Satz Scheiben für die Schlitzfräße gebraucht hast.
Du wirst du mit deinem „neuen“ Haus eh wenig Probleme haben, wenn die Substanz nicht schlecht ist.
Meine Learnings:
Such dir die Heizung in einem Betrieb aus, der gleichzeitig auch einen Energieberater „nebenher“ stellt und den Papierkram komplett übernimmt. Spart Geld und Nerven.
Fußbodenheizung einfräßen: Maschine leihen und selber machen. Das ist grob-mechanische Arbeit. Bekommt man easy selber hin. Gibt es Niveauunterschiede zwischen den Zimmern (dürfte BJ 78 nicht sein, aber wer weiß…) alles mit Trockenestrichplatten auf ein Niveau bringen. Vorm Fräsen muss aber ein Statiker her. Türschwellen definitiv raus. Saugroboter und du dir selbst im Alter, wiirst es dir danken.
Bei den Fenstern nicht geizen. Falls es dunkel ist, die Öffnungen auch gleich größer hauen und dreifachverglaste nehmen, weil…
Wärmepumpe wird, egal was alle sagen, nicht so warm wie eine Öl/Gas-Heizung, mit der du auf auch mal auf fast 40 Grad hochbollern kannst. Heißt auch, wenn es kalt ist sollten die Fenster geschlossen bleiben. Dazu brauchst du dann aber eine Lüftungsinfrastruktur, damit es nicht schimmelt. Wenn man schon kernsaniert, sollte man das gleich mitmachen. Danach machst du das nie wieder.
Falls du Heim-Automatisierung planst: Der Kippunkt zwischen Batterie (Licht, Heizung Steckdosen) und festverdrahteten sind automatische Rollläden und und kippende Fenster. Fest-verdrahtet kenne ich nur Bosch und Siemens und die sind beide ein Graus zum Programmieren und sehr teuer. Homematic/HUE ist auch als Noob schaffbar, günstiger und die CCU3 „SPS“ läuft auch ohne Internet.
Bei Schaltern schwöre ich auf Busch-Jäger. Die verfärben nicht mal in Raucherhaushalten. Und die HUE Serie ist frei platzierbar und dank Piezo-Technik ohne Batterien.
Falls du HUE nimmst, plan die Lampen großzügig. HUE wird nicht so hell. Also haben bei mir alle Lampen zwei bis drei Birnen. Dafür halten die Dinger aber ewig. Laufzeiten von 10 Jahren sind da kein Problem.
Wenn du die Wände offen hast, zieh Netzwerk. MESH geht auch, aber ich hab mich schon oft über Dosen gefreut.
Falls gewünscht und nötig plan teure oder ätzende Sachen gleich mit ein und erweiter den Kredit. Quooker Wasserhähne und ein Wasserfilter am Hausanschluss sind ein Traum. Oder einen dachmontierten Starlink, dessen Kabel nicht durchs Fenster reingehen, wenn du im 20MBit Outback wohnst.
Ich bin ein sehr schlechter Heimwerker. Daher hab ich alles gemacht, was man nicht sieht. Putz runterdreschen, Bitumendämmung aus den Böden holen, Schlitze fräßen. So Kram. Das kostet Zeit, spart aber viel Geld. Alles optische wie Fließen, neu verputzen, Böden hab ich dann machen lassen. Aber das kostet halt Zeit mit dem selber machen. Hab ein Jahr jeden Tag nach der Arbeit noch 4 bis 6 Stunden im Rohbau verbracht, plus die Wochenenden. Mit mehr Geld in der Tasche hätte ich mir das gespart.
Und denk über eine Klima nach. Neben der Pellet-Heizung ist die im Juni bis August das meist genutzte Gerät. Die muss auch gar nicht so lang laufen. Ich hab ein Mitsubishi 11kW Split Gerät mit 6 Innenteilen und die Kühlen die Bude im Sommer, mit 60% Strom aus der PV, innerhalb von 2 Stunden runter. Mehr muss unter der Woche auch nicht sein, weil alle im Job oder Schule sind. und sich die Temperatur ab 19Uhr dann hält, bis das Haus um 8 wieder leer ist. Anschaffungskosten damals 10k und 250€ Wartung im Jahr.
Nimm gute Böden. Ich hab mir einen Vinyl-Kork-Boden in Industriequalität geholt. 100% wasserdicht, weil wenn Feuchtigkeit steht, der Kork quillt und den Boden nur noch mehr versiegelt. Ist eine wärmere und weichere Alternative zu Fließen und kann echt alles ab. Auch wenn unser Hund morgens mal eine Pfütze produziert, die erst abends bemerkt wird, tut das dem Boden nichts. Genial ist auch, dass er auf 100m² ununterbrochen, mit den üblichen Fugen an den Wänden verlegt werden kann.
Mit entsprechender, zusätzlicher Versiegelung (Fließ und ein wirklich absolut räudiger Kleber-Estrich - trägt aber nur 4mm auf) hab ich den sogar in den Bädern auf Fehlböden verlegt. Da geht kein Tropfen Wasser durch. Und das Ganze ich schöner Eiche Optik. Absolut genial.
Und ich dachte mein Haus von 1933 kann keiner mehr toppen.
Das mit den Nachbarn ist ein guter Tipp. Hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Die Häuser links gehören bei mir meinem Bauunternehmer und rechts kommen erst mal meine Mietwohnungen und dann ein Bauernhof. Gegenüber das Pfarrhaus, das aber leer steht. Also war das bei mir komplett egal. Land halt.
Wie ist das bei dir mit Denkmalschutz? 1868 schreit ja gerade danach?
Das kommt drauf an, ob man (gute) Kontakte hat.
Ich hab glücklicherweise echt im Dorf saniert und
Sanitär war eine „echte“ Firma. Die haben auch den Löwenanteil eingenommen. Allerdings auch zu „verbesserten“ Konditionen, weil die schon immer für alles in meinen Mietwohnungen zuständig waren.
Die nächste Firma war die Klimatechnik. Da kannten wir niemand und haben echt Angebote geprüft. Ich denk mit 10k. sind wir da ganz gut Gefahren.
Die Baufirma war auch eine Firma. Die haben aber wenig gemacht. Der Chef, der auch Statiker ist, ist drei bis vier Mal vorbeigekommen und hat mir gesagt, was ich machen kann und was nicht. Berechnet hat er drei Maß und einen Schweinsbraten am Volksfest.
Trockenbau hat ein Spezi von meinem Vater gemacht.
Vorsatzmauern usw. hat ein Spezi von meinem Vater gemacht, aber auch in etwa vier Tagen.
Elektrik mein Bruder, da der glücklicherweise Elektriker gelernt hat.
Fließen hat ein pensionierter Fließenleger gemacht. Kosten ein Kasten Bier pro Tag und ein wenig unter der Hand.
Verputzt hat ein Rumäne. Aussage: „Rauchen draußen, viele lange dauert. Rauchen drinnen Zimmer und Aschebescher, auch lang. Rauche drin und schmeiß Zigarett an Boden, Arbeit schnell“. In drei Tagen war er fertig.
Insgesamt haben wir die Kernsanierung so mit 200.000€ all in durchgezogen. Aber auch ein Jahr Eigenleistung von vier Leuten. Und danach war ich durch.
Ne ist kein Denkmalschutz, haben das auch extra bei der Kommune nochmal erfragt und auch die Maklerin hat uns das auch 18x versichert unter anderem auch schriftlich.
Wir leben hier im Ruhrgebiet und das ist so eine alte Zechenhaussiedlung wo die Bergarbeiter früher gewohnt haben.
Haus war aber noch ganz gut in Ordnung. Leider steckt die Dachsanierung gerade Fest und wird sicher auch noch Jahre dauern, da die Gerichte entscheiden müssen.