Fremdschämen in Spielen

Für mich alle Games aus der Gears of War Reihe. Mich killt dieser Macho-overload völlig. Es gibt da so Settings, da wird sowas sarkastisch überspitzt und dann kann ich wieder drüber schmunzeln, aber der Pathos der dann da bei Gears mit diesem Heldengetue gemixt wird, führt dazu, dass ich bei vielen Dialogen merke, wie meine Augen versuchen sich aus dem Kopf zu drehen.

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Als weibliche Person, die Hugh Jackman auch ansprechend findet: das hat ehrlich eher weniger mit der Optik zu tun. Das mag sich vielleicht mittlerweile geändert haben (ich bin da nicht am Zahn der Zeit), aber Hugh Jackman hatte vor allen Dingen immer den Ruf eines höflichen Gentlemans, der seinen Job mit Hingabe verrichtet. Und guckt euch eher mal an welche Art von Charakter Wolverine in den Filmen ist. Muskulös ist da echt das am wenigsten herausstechende bzw prägendste Merkmal. Zumindest für mich. Das find ich an sich eher noch am unattraktivsten. Das wird eher dann attraktiv, weil es in die Gesamtfigur mit rein spielt und dazu gehört. Rein körperlich betrachtet ist das zB bei mir eher weiter unten anzusiedeln als positiv verstärkend.

Also Frauen für einen Charakter oder Schauspieler schwärmen zu haben ist nicht unbedingt ein Indikator fürs Aussehen. Dafür spielt da zu viel rein.

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Gears fiel mir im Nachhinein auch noch ein.

Und was ich ganz, ganz schlimm und tatsächlich fremdschämig finde, obwohl es nicht direkt in Spielen ist: Trailer und Werbespots, in denen Menschen gezeigt werden, die miteinander spielen. Egal, ob das irgendwelche Division-artigen Shooter mit betont lässigem Banter sind oder diese aufgesetzte Freude in der Nintendo-Reklame. Fußnägel: rauf!

(Wo wir gerade schon beim Aussehen von Videospielfiguren sind: Gibt es keine Studien oder Statistiken darüber, wie verschiedene Geschlechter ihre Charaktere gestalten, wenn es umfangreiche Editoren wie in vielen modernen Rollenspielen gibt? Das lässt sich ja doch einigermaßen einfach erheben, wäre wirklich interessant und potentiell aufschlussreich.

Meine Frau verbringt gefühlt die ersten ein, zwei Stunden allein mit der Charaktererstellung und sagt gerade, sie spiele meistens lieber Frauen und möchte, dass die cool und sympathisch aussehen - so wie sie halt gerne durch diese Welt laufen würden. Ich selbst lote bei sowas tendentiell eher die Grenzen des Editors aus, meistens geht’s dann mehr so in diese Richtung.)

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stimmt, bei Gears of War geht es mir ähnlich, da reicht für mich die generelle Ästhethik und Attitüde um ein gewisses Level an Fremdscham zu erzeugen. Ähnlich auch, als ich mal in Days Gone reingespielt habe - dieses Spiel, in dem man sich als Mitglied einer Bikergang & wandelndes Klischee durch die Zombieapokalypse kämpft :grinning_face:

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So etwas habe ich noch nie erlebt. :man_shrugging:

Die Romance Geschichten in diversen RPGs geben mir nichts. Vielleicht aber auch, weil ich schon ein gewisses Alter erreicht und auch schon mal Sex hatte.
Allerdings fand ich die entsprechenden Szenen auch als Kind in James Bond Filmen schon immer eher cringe. Bereichert hat es die Filme, für mich, jedenfalls nicht.
Insgesamt lässt mich das Thema aber eher kalt. Jeder zweite Comic, Cartoon, Film in den 80ern und 90ern hat genau von diesen Stereotypen (Arnie, Sly, He-Man, She-Ra, …) gelebt und trotzdem will ich das nicht alles verdammen, auch wenn ich es wirklich nicht mehr unbedingt konsumieren will.
Gerade in Spielen tangiert mich das überhaupt nicht. Liegt vielleicht auch an den Genres die ich bespiele. Gut in Creatures oder Rimworld gibt es Sex, aber sehr abstrahiert. Einzig bei Mewgenics hat die Wortwahl, dass die Katzen es „treiben“ und was die Chars sonst so von sich geben, mich echt etwas irritiert. Wozu das gut sein soll, ist mir schleierhaft.

Das beschreibt auch meine Einstellung sehr gut. Für mich sind diese Inhalte wie Zeitkapseln oder wie Dokus, die einen mahnenden Charakter haben. Sie zu verdammen, würde es mir zu einfach machen, weil ich mich dann nicht mehr damit auseinander setzen brauche.

Das soll wahrscheinlich „edgy“ sein und eine Art Gossen-Charm vermitteln. Mir kam es so ähnlich vor, wie wenn Charaktere eine hohe Frequenz an Flüchen und Schimpfworten pro Minute haben, die sie ohne jeden Anlass ausstoßen, um zu zeigen, wie grenzüberschreitend krass sie sind.