Gleich vorab, alles nachkommende ist meine persönliche Meinung und mein persönlicher Eindruck zu dem Thema „Omarchy“ Ich erhebe keine Hoheit auf 100% Fakten außer meinen Aussagen nach bestem Wissen und Gewissen. Ebenso ein Sorry für ein politisiertes Thema, wer das nicht mag einfach den Beitrag ignoreren:
Ich mach mal wieder ein kontroverses Päckchen auf, weil die CT als einer der wenigen Outlets sich traut, mal einen Beitrag über Omarchy zu machen und zu erwähnen, wer eigentlich hinter dieser Distro steckt:
Ich finde die Aufarbeitung und Einordnung in diesem Beitrag wirklich super (ist mit Timestamp wenn ihr auf Play drückt). Die Distribution AN SICH ist okay, ein Tiling Window Manager, Cloud First, AI first, teilweise sinnvoller Bloat, schnelle Installationszeit, LEET/ASCII Deisgnsprache die wirklich schön ist.
Aber die Person die hinter Distro steckt hat es in sich - ebenso seine Spender die langsam 13 Millionen in das Projekt gebuttert haben.
Ganz wichtig: Es steht jedem frei das Betriebssystem auszuprobieren, es objektiv und subjektiv zu bewerten, es zu benutzen und es zu mögen. Niemand wird zu einem Rassisten oder Bigoten wenn man ein technisches Produkt mag. Aber ich habe so meine Probleme:
- Das Weltbild des Machers
DHH ( DHH Is Way Worse Than I Thought | jakelazaroff.com ) ist kein „edgy Tech-Typ, der halt mal aneckt“, sondern jemand, der das sehr bewusst und sehr regelmäßig macht. Sein Blogpost vom 21. Juli 2026 („Wolves, sheep, and gypsies“) vergleicht Einwanderer mit Wölfen und fordert die Abschiebung von Angehörigen ethnischer Minderheiten, das wurde von vielen als Aufruf zu ethnischer Säuberung gelesen. 2025 hat er sich positiv auf den britischen Rechtsextremisten Tommy Robinson und die Anti-Migrations-Proteste in UK bezogen. Dazu kommt die Vorgeschichte: der Basecamp-Eklat 2021 samt Abschaffung der DEI-Bemühungen und dem berühmten „You are the person you are complaining about“ an die eigenen Mitarbeiter, woraufhin rund ein Drittel der Belegschaft gegangen ist. 2023 hat die Duke University Basecamp unter anderem deswegen aus ihrem Angebot geworfen. Und dann kokettiert das Projekt auch noch offensiv mit dem „Non-Woke“-Label in einschlägigen Listen. Das mag für spezielle Menschen ein Verkaufsargument sein, aber es ist schon lächerlich wenn der gesamte Linux Kernel und die weiteren Arbeiten an den einzelnen Komponenten ganz gewiss AUCH von LGBTQ+/-, people of color und anderen Minderheiten zustande kommen und diese damit nicht nur diskreditiert werden, sondern ganz klassisch im Rassismus / Bigoterie ausgelotet werden. Mich nervt dass der Kulturkampf hier natürlich wieder Einzug hält, jedoch ist die Berichterestattung um Omarchy so viel „Fluff“ und Wohlwollen, da wird nicht eingeordnet und das nervt mich tierisch.
- Fremde Arbeit, eigenes Label.
Omarchy ist Arch + Hyprland + Quickshell. Vermarktet wird es als eigenständiges Ding. Siehe Bootloader: das ist Limine von mintsuki, alle reden trotzdem vom „Omarchy Bootloader“. Lizenzkonform, klar. Aber es ist der Move, den wir sonst Großkonzernen vorwerfen.
- Die Geldgeber.
Lütke, Collison, Dell, Dorsey, Prince, Houston, Armstrong, Fried, dazu 1Password und Token von Meta, OpenAI und Anthropic. Rund 13 Millionen Cash, laut Omarchy 18,5 Millionen an Zusagen. Kein Graswurzelprojekt, sondern die US-Tech-Elite die unter anderem gerade sehr brav vor Trump kuscht. Und die Stiftung ist nicht community-governed wie Apache oder Mozilla, sondern gehört ihrem Gründer.
- Das YouTube-Wohlwollen.
Kaum war das Geld da, hatte jeder zweite Tech-Kanal ein Omarchy-Video, durchweg schwärmerisch. Bezahlt? Keine Belege. Aber die Stiftung budgetiert selbst über 4 Millionen im Jahr für Promotion und Grants. Organische Begeisterung sieht anders aus. Mich nerven auch die Creator die maximal dort aufgehüpft sind ohne das zu hinterfragen. Habe diese deabonniert.
- Technisch.
Ansichtssache aber: Bloat ab Werk: LibreOffice, OBS, Kdenlive, Typora, Spotify, 1Password, ChatGPT- und Grok-Web-Apps und ausgerechnet die Basecamp-App des Machers. Viel davon proprietär, und mindestens ein Anbieter steht gleichzeitig in der Spenderliste. AI First heißt hier: Agents dürfen an der Systemkonfiguration schrauben, „vibe your way through every alteration“. Die UI ist schön, bleibt aber ein sehr gutes Hyprland-Rice, das als Desktop-Revolution verkauft wird.
Fazit:
Nicht die Distro ist das Problem, die Charaktere drumherum sind es. Arch + Hyprland selbst aufsetzen dauert einen Nachmittag länger und kommt ohne Beigeschmack. Oder nimmt gleich Cachyos mit NIRI wenn man Tiling Window Manager ausprobieren will:
Gerne lasse ichs auch drauf ankommen, dass jemand sagt: solange das Produkt toll ist, ist es mir egal wer es mit welcher Philosophie entwickelt hat. Ich persönlich habe da nur mehr als Bauchweh.