Dafür haben wir hier die beste Story.
Sein rundestes Spiel ist für mich DOTT.
Dafür haben wir hier die beste Story.
Sein rundestes Spiel ist für mich DOTT.
War das nicht ne Produktion mit jemandem zusammen?
Edith: Co-Produktion mit Dave Grossman. Kann man deshalb imo nicht mit den folgenden Spielen vergleichen wo Tim alleine entscheidet.
Ich habe während und nach der Folge lange über die Zielgruppendiskussion nachgedacht. Die Kernthese ist ja, das es aussieht wie ein Kinderspiel, aber eigentlich für Erwachsene gedacht ist, oder zumindest für Jugendliche.
Wie meint ihr hier „Jugendliche“?
Ich habe da vor meinem Auge so 16jährige, aber die Definition ist ja sehr schwammig. Ich habe als Zielgruppe eigentlich eher so alles ab 12 Jahren vor Augen, wo ich jetzt nicht weiß, ob das klassisch eher unter „Kind“ oder schon unter „Jugendlich“ fällt. Klar, einige Dinge werden schon sehr drastisch besprochen, ist das nicht genau die Art von pointierter Übertreibung („Der erstickt an seinem eigenen Blut? Wie krass!“), die man als Zwölfjähriger auch ganz toll findet, weil sie sich so „tabu“ anfühlt, auch wenn „echte“ Erwachsene darüber nur müde lächeln können?
Die USK hat das Teil ja auch „ab 12“ eingestuft. Das passt schon irgendwie, denke ich. Ich weiß auch nicht, ob die Grafik mich als Sechsjähriger angesprochen hätte. Wie oben schon besprochen ist es ja schon bewusst bizarr, etwas düster gehalten. Kein Vergleich zu einem Jak&Daxter oder Kao The Kangaroo, die sehr viel einladender und farbenfroher daherkommen.
Ich glaube das Gameplay und die kreativen Level kann auch ein/e 12jährige/r gut finden. Die Hintergründe - insbesondere die Bezüge zu real existierenden psychischen Erkrankungen werden in der Altersgruppe vermutlich nicht so in den Vordergrund rücken. Aber da reiht es sich glaube ich ganz gut in die in der Folge erwähnten Cartoon-Vorbilder ein. Die funktionieren in der Regel auf einer vordergründigen Ebene auch für Kinder oder Teenager - aber Erwachsene erkennen / entdecken oft noch eine zweite Ebene.
Stimmt, die Erkrankungen kennt man in dem Alter meistens bestenfalls oberflächlich, weil man mal das Grundregelwerk von Vampire: The Masquerade quergelesen hat (…kann ich mir vorstellen, ohne jeden Bezug zu mir selbst, ahem).
Ich meinte es aber vor allem hinsichtlich auf den teils düsteren Humor. Chris nennt den „ganz klar erwachsener Humor, oder sagen wir mal jugendlicher Humor“ und da würde ich so nicht mitgehen, glaub ich – beziehungsweise eben nur, wenn man „jugendlich“ relativ weit nach unten streckt. Da hab ich damals schon Bücher gelesen, die wilder waren als das, was hier besprochen wird, denn GEZEIGT wird ja wirklich nur harmloses Zeug. Selbst das Extrahieren der Gehirne passiert ja nur mit sehr starkem Schnupftabak, wenn ich das richtig im Kopf habe?
Mich hat das ziemlich überrascht, da meine Freunde und ich alle große Fans von Psychonauts sind ![]()
Ich kann auch schon verstehen, dass einem der Stil nicht gefällt oder der Humor, deswegen eine Folge nicht zu hören finde ich aber einigermaßen absurd, es geht ja immer noch um einen der bekanntesten Entwickler und eines der ältesten Indiestudios, bei etwas Interesse an der Spielegeschichte sollte da doch genug zu holen sein.
Ich habe Vollgas erst vor ein paar Jahren nachgeholt und kann die Begeisterung dafür nicht nachvollziehen, ich fand es bestenfalls nett.
Schafers bestes Spiel ist „objektiv“ wohl DoTT und ich mag es defintiv sehr gerne, mein persönlicher Liebling ist trotz der Steuerung und einiger obskurer Rätsel aber Grim Fandango.
Also mies ist schon stark übertrieben, mittelmäßig ist da bezogen aufs Gameplay treffend finde ich, wobei das nicht für Psychonauts 2 gilt, das ist auch spielerisch gut.
DF sind halt ein Indiestudio und legen offensichtlich allergrößten Wert auf Kreativität in der Präsentation und teilweise experimentelles Gameplay (zum Beispiel Kiln). Da kann man bei begrenztem Budget nicht auch noch die besten Gameplaydesigner einstellen. Ich bin sehr froh, dass es so ein Studio gibt, wo die Vision im Vordergrund steht und nicht nur auf Massentauglichkeit und widerstandsloses Gameplay Wert gelegt wird. Ich habe die Tage die Übertragung der Trailerparade von der Gamescom gesehen und war davon sowas von gelangweilt, da sah wirklich jedes Spiel gleich aus und man konnte die Gremien von Anzugträgern, die das abgenickt haben, vor dem inneren Auge sehen.
Ich kann nur für mich sprechen: aber das Spiel bietet endlos geile Figuren, geniale Optik, Sprüche und Oneliner ("Weißt du was dir stehen würde? DIE BAR!! BÄMM) bleibt dabei aber trotzdem größtenteils ernst und ist nicht reiner Klamauk. Die Musik ist sowieso absolut geil. Das Spiel hat eine fantastische Länge, und ist thematisch imo auch verdammt einzigartig (also Biker-Millieu). Und das Spiel ist halt so kurz das man es gut an einem Nachmittag, fast wie einen Film, genießen kann (habe das damals für meine ganzen Kumpels vorgespielt). Vollgas flowt schön und ist größtenteils logisch - das geht mir mit fast allen anderen LA Adventures nicht so (also gerade was den flow angeht) und war schon ein Shift in der Art und Weise wie Adventures damals funktioniert haben (imo greift es damit auch die reduzierten Telltale-Spiele vor, die ähnlich funktionieren).
Wie oben schon erwähnt, DOTT als Schafer-Spiel im Sinne von Vollgas oder Grim Fandango zu zählen fällt mir persönlich schwer weil eine Koproduktion - das es „objektiv“ das Beste ist, kann ich mir nur durch die Zusammenarbeit mit anderen erklären, weil Schafers Fokus da gar nicht liegt.
Was das „mies“ angeht, GF war schon eine Katastrophe zu Release - mich hatte die Demo so verstört damals, das war ein einziger Krampf und ich meine, dass man schon sagen kann das es Adventures als Genre beerdigt hat. Selbst im Remastered GF nervt das noch und ein Vollgas oder DOTT spielt sich deutlich besser weg.
Anderen Spiele wie Brütal Legend, Costume Quest, The Cave oder Broken Age hatten entweder heftige Längen oder waren spielerisch unterdurchschnittlich (Costume Quest war viel zu lang für effektiv das gleiche Gameplay, von Anfang bis Ende The Cave war viel zu primitiv und eine einzige Enttäuschung, die zweite Hälfte von Broken Age war einfach nur Scheiße und komische Genremixe wie bei Brütal Legends Stage Battles haben auch nur leidlich funktioniert und waren schon bei der ersten Wiederholung richtiger Rotz). Witzigerweise ist ja Iron Brigade ein sehr gameplay-fokussiertes Spiel ohne nennenswerte Handlung oder Figuren und da funktioniert das Spiel wohl recht ordentlich - sie können und konnten also durchaus.
Man braucht btw nicht die besten Gamedesigner einstellen, einer würde reichen und auch das Indie-Argument zieht nur so mäßig, wenn man bedenkt das Hollow Knight von 3 Leuten gemacht wurde.
Dagegen hat auch niemand was gesagt. Ich würde halt gerne Sachen wie GF oder BL vorbehaltlos empfehlen wollen, statt zu sagen „durchs gameplay musste durch“ - was ja als Spielempfehlung ne durch und durch alberne Aussage ist. Letztlich ist es ja auch schwachsinnig als Spieleentwickler das Spiel hinten anzustellen, die Kritik müssen sich DF schon gefallen lassen. Sie kommen halt damit (einigermaßen) durch, weil der Rest so gut ist.
Niemand fordert Massentauglichkeit, für ihre Vision habe ich mich sehr oft an die (virtuelle) Kasse angestellt - aber das Problem bei DF ist ja, das ihr ernstgemeintes Gameplay oft die größte Hürde darstellt und man sich auch fragen könnte: warum nicht einfach eine Trickserie oder einen Film?
Ich kenne Keeper bislang nur aus einem Trailer und dem ThePod-Review dazu und ich frage mich ernsthaft warum sie halt immer noch so ein Alibi-Spiel einbauen und was halt sofort deutlich macht das es genau die Probleme hat, die man bei so einem Spiel vermutet - dann sollen se doch ehrlich mit sich sein und den Shit rauskürzen und dafür ne gute Experience veröffentlichen. Ihr gameplay ist ja nie irgendwie subversiv oder revolutionär, sondern oft einfach nur shit - weil da nicht die notwendige Sorgfalt reingeflossen ist bzw. man das als zusätzliches padding, um auf eine gute Spielzeit zu kommen, gerne mitgenommen hat (zumindest hatte ich gerade bei den oben gennannten Titeln ein starkes Gefühl viel passiert zur Spielzeitstreckung, ymmv - und das hat dann auch die gesamte Erfahrung beschädigt). Ich persönlich feiere auch so Titel wie Journey oder Abzu die halt effektiv null gameplay haben, sich trotzdem sehr gut steuern, in den Zwischenräumen der großen Storybeats nicht langweiligen und die auch gewusst haben, 3-4 Stunden maximal, dann reicht es auch.
Psychonauts 2 habe ich hier auch noch ungespielt rumliegen, vielleicht muss ich die Aussage dann noch revidieren - aber für so ein Studio mit einigen Veteranen an Bord waren ihre Spiele als Spiele enttäuschend und wurden IMHO sogar deutlich mieser über die Zeit. (Und dabei schätze ich sehr was die an Welten und Figuren erschaffen haben).
Das ist ja meist auch sehr subjektiv, wie Personen das wahrnehmen. Es gibt auch Erwachsene die die düstere Sachen weniger a können als andere.
Insgesamt würde ich aber auch sagen, dass es wohl auch mit 12 schon spielbar ist. Vieles wie du vorher erwähnt hast, wird eine 12 jährige Person halt noch nicht ganz verstehen (also im Bezug auf die mentalen Krankheiten die dargestellt werden sollen), was aber dem Spielspass ja keinen Abbruch tun muß.
Und gerade bei Brütal Legend mangelte es ja nicht so sehr an einem guten Gamer Designer. Das war so gesehen sogar eines ihrer besten Spiele. Ich will nur nicht so recht glauben, dass die da ausgeprägte Fokusgruppen-Tests gemacht haben, in denen ihnen alle Tester bescheinigt haben, dass die Stage Battles geil sind. Ich kann mir schon denken, warum das Element drin ist, weil es nämlich gut in das Bild von Heavy Metal und einem Roadie passt. Aber das wirkt produktionstechnisch imho schwach, dass es das Feature bis in den finalen Release geschafft hat.
Klar passt das zum Roadie-Dasein, aber das ist ja ein tragendes Spielelement (bzw. soll es sein, inkl. MP lol) und war ja in der Entwicklung wohl auch früh konzipiert - dafür isses aber echt undercooked und schlimmer noch, es bockt halt so gar nicht, jedenfalls nicht auf der 360 damals (alleine dieser Mix macht mich irre, als würde jemand bei God of War mehrere RTS-Maps einbauen - wie kommt man darauf!?). Dabei ist die PS360 OW sonst okay und hätte nur ein paar Schnetzelpassagen mehr gebraucht.
Wie geil das Spiel ist, wenn es linear Story erzählt und bisschen Zelda-light reinsprengselt. Die haben da was ganz Großes gehabt und das dann so doof gegen die Wand gefahren…
Nachtrag: Eventuell sind DF im Herzen aber immer Computermenschen gewesen und geblieben - das sie einigermaßen Konsolenspieler-taugliche Titel hinbekommen haben, war eher Zufall.
Ich will die Stage Battles nicht verteidigen, aber Fokusgruppentests bedeuten ja nicht zwangsläufig, dass man alles was man da als Rückmeldung bekommt auch umsetzt. Wenn die Stage Battles ein zentraler Teil des Konzepts sind, dann will man diese vielleicht einfach nicht aufgeben oder anpassen. Das kann dann auch nachteilig für den Spielspaß sein.
Psychonauts bleibt in meiner Rückbetrachtung ein ganz großartiges Spiel trotz der genannten Defizite im Spieldesign. Andere ‚rundere‘ Spiele sind im momentanen Erleben viel angenehmer, aber sie zerfallen in meiner Erinnerung zu Einheitssenf ähnlich wie ‚popcorn movies‘. Die wahnwitzige Originalität aller Figuren, der sprudelnde Erfindungsreichtum im Leveldesign und die gelungene Annäherung an das eigentlich tragische Tabuthema psychischer Erkrankungen in Form einer überdrehten Komödie sind ganz klare Stärken des Spiels, die man selten anderswo findet.
Hinsichtlich Christians Kommentar zum Reich-Ranicki-Kritiker möchte ich anmerken, dass in keiner Stelle im Spiel der Glaube oder die Herkunft des Persiflierten thematisiert wird. Die Verwendung seiner Redeweise im Spiel sehe ich als eher schmeichelhaft an, da damit der öffentlichen Wahrnehmung seiner Person als tonangebender Kulturkritiker Tribut gezollt wird.
Schöne Folge.
Schafers Spiele sind mir immer so ein bisschen Hit & Miss, sowohl in der Tonalität als auch im Gameplay, was Fischonkel oben sehr schön aufgedröselt hat - nur bei Grim Fandango würde ich für mich ein wenig widersprechen, das habe ich trotz seiner leichten Sperrigkeit schnell zu lieben gelernt.
Die Geschichte mit der PC-Entwicklung war mir ebenfalls neu, weshalb ich einfach mal nachgefragt hab. Er streitet das ab und sagt, er wisse nicht, woher die Idee komme. ![]()
Ist letzten Endes aber auch nicht weiter relevant.
Hast du ihn das irgendwo öffentlich gefragt (BlueSky, Mastodon…) oder hast du irgendwelche persönlichen Kontakte zu Schafer?
Ich mag die Stage Battles. Ist so einer meiner Hügel auf denen ich ganz gerne mal sterbe. Ist nicht das tiefste seiner Art, aber spielt sich ganz flott und spaßig weg imho. Das lehnt sich halt sehr an diese Mittendrin-RTS für den PC an, von denen es in den 2000ern mal einige gab. Sacrifice und sowas. Wie kommerziell sinnig das war ist 'ne andere Frage, weil die hat ja auch schon niemand gekauft. ![]()
Den Wunsch das Spiel sei ein reines Actionspiel konnte ich aber nie so richtig nachvollziehen in einer Welt in der gefühlt 80% der größeren Spiele irgendeine Form von Third Person Actionspiel sind. Gibt da ja nun wirklich mehr als genug von.
Soweit ich weiß war aber auch ein Problem, dass dieser Aspekt im Marketing komplett verschwiegen wurde. Hat die Spieler*innen dann etwas vor den Kopf gestoßen.
Das Gefühl hatte ich zumindest damals ehrlich gesagt nicht. Es war schon etwas besonderes, sich einen geilen Track auszusuchen und durch die Gegend zu brettern, während Ozzy, Lemmy und viele andere ihre Synchronstimmen leihen. Damals war Open World in meiner Erinnerung noch nicht annähernd so ausgelutscht, insbesondere nicht mit so einem coolen Setting.
Beim Rest gehe ich mit.
Wenn man sowas drin haben will, muss man es dann eben aber auch gut machen und nicht einfach nur irgendwie. Die sind ja auch nicht sonderlich abwechslungsreich.
Nicht wirklich - ich kenne einen ehemaligen Mitarbeiter von DF und der wusste davon nichts, also hab ich Schafer einfach auf gut Glück ganz Fangirl gemailt.
(Ich durfte ihn 2005 oder 2006 einmal interviewen, als ich paar Jahre 'nen Spielejournalisten gelarpt hab. Leider kaum Erinnerung daran und weiß auch nicht mehr, wie ich zu der Ehre kam - kann mir nur vorstellen, dass irgendjemand sehr Engagiertes damals PR für Majesco/THQ gemacht hat.)
Mag aber natürlich sein, dass er 'nem Rando wie mir schlicht nichts dazu verraten würde. Hatte mich nur auch beim Hören der Folge gewundert, dass das so beiläufig erwähnt wurde.
Hast du es auf PC oder Konsole gespielt?