Lustigerweise habe ich die Folge erst darauf gehört. Ist ein schönes Erlebnis, wenn „die Großen“ etwas ähnlich sehen, wie der kleine Mann von der Straße.
Ich würde den Beiden in dem genannten Punkt aber nicht zustimmen, denke ich. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass Kunst auch über eine gewisse Endlichkeit verfügt. Ein ehemaliger Kollege, ein Musiklehrer, meinte einmal, dass es sehr schwer sei, neue Melodien zu erschaffen, weil das meiste irgendwie, irgendwann schon mal gespielt wurde und alles neue lediglich ein Remix, oder eine Interpretation sei. So wie Whitehead meinte, alle Philosophie nach Platon sei eigentlich nur eine Fußnote zu ihm.
Selbst wenn man neue Technologien hat, dann werden sie nur uraltes in neue Gewänder bringen. Pornografie gab es schon im Altertum, die VHS Kassetten haben es aber besser distribuiert. Kutschen brachten die Menschen von einem zum anderen Punkt, Autos machen es nur schneller. Wenn wir einen möglichen Blick in die Zukunft werfen und uns Menschen vorstellen, welche sich Spiele ins Hirn projizieren können (shadowrun, btl trips), dann werden es nur Variationen des bekannten sein. Kunst ist, so wie ich das bei Dewey verstanden habe, eine Interpretation der Realität, in ein Werk gebracht. Es ist nichts, das ex nihilo geschieht, sondern ein neues Zusammensetzen aus dem Bekannten.
Das muss nicht bedeuten, dass es deswegen nicht unterhaltsam sein kann. Ich kann dir auch nicht sagen, was Originalität ausmacht. Ich denke mir nur- ich bin gar nicht so scharf auf neue Technologien. Erstens erfüllen diese nicht immer eine Userfreundlichkeit, wie die hochauflösenden Bilder bei den Hobbitfilmen (die Bärte der Zwerge sahen aus wie angeklebt). Zweitens wäre es ja nur ein Remake oder Remaster einer Idee. Und meine Erfahrung damit lässt mich sagen: vielleicht darf man Kunst auch insofern sterben lassen, als dass man einen Punkt dahinter setzt und es ein Original sein lässt. Würde das bedeuten, dass Videospiele irgendwann deswegen „sterben“ könnten? Vielleicht. Aber vielleicht darf man das Ende einer Kunstform auch würdig machen, ohne es auszupressen, bis es seine schöne Form verloren hat. So sehr ich Spiele liebe, aber ich kann mir auch vorstellen, andere Hobbies zu entdecken.
Edit: Ich merke ich klinge etwas zynisch. Das möchte ich gar nicht. Vielleicht werde ich auch überrascht. Wer Holsts „die Planeten“ gehört hat, kann sich denken, wie John Williams den Star Wars Soundtrack komponiert hat. Aber wie kam Holst auf seine Melodien? Oder Mozart? Vielleicht hören Menschen in Träumen Musik, oder es fällt ihnen bei Spazierengehen ein. Vielleicht können manche Genies wirklich aus dem Nichts schöpfen, als würde ein Gott in ihnen wirken. Ich würde mich total gern überraschen lassen diesbezüglich. 