Abenteuer-Spielebücher -- Was sind Eure Lieblinge?

Abenteuer-Spielebücher werden ja immer wieder in anderen Threads diskutiert, insbesondere natürlich unter den SFS-Folgen. Bisher fehlt aber ein Thread, in dem wir unsere Lieblings-Solospielebücher sammeln – dafür soll dieser Thread da sein. Hier könnt Ihr Eure Empfehlungen für alle anderen Leser hinterlassen, egal ob aus den 80ern oder nigelnagelneu. Und ich fange gleich mal an:

Metal Heroes – and the Fate of Rock
Das vielleicht beste Abenteuer-Spielebuch, das ich je gelesen habe (und ich bin kein großer Fan von Rock). Ihr werdet vom Gott des Rock kurzerhand zu seinem Nachfolger ernannt und sollt die größte Rockband der Geschichte aufbauen – während Ihr nebenbei die Welt rettet. Die Erzählung ist klasse, das Buch ist riesig und die Konzert-Mechanik ist eine meiner all time favorites. Kann ich gar nicht genug loben.

Asterix Abenteuerspiele (Das Gipfeltreffen, Der helle Barde, Die Hinkelsteinfälscher, Das große Spiel)
Die Ende der 80er entstandenen Spielebücher im Asterix-Universum haben einen besonderen Platz in meinem Herzen. Ihr übernehmt die Rolle von Grautvornix, dem Neffen von Majestix, und erlebt Asterix-typische Abenteuer voller Römer und Zaubertrank – und richtig toller Zeichnungen. Die Abenteuer sind (in meiner Erinnerung) exterm schwer oder sogar unfair, da die Kampfmechanik sehr stark auf Glück setzt. Heute gibt’s die vier Bände nur noch gebraucht, wenn ihr einen unter 30 Euro findet, habt ihr viel Glück.

Die Welt hinter den Kissen 1 - Auf der Suche nach Schnuffel
Da ich lange nach Abenteuer-Spielebüchern für Kinder gesucht hab, will ich die 2023 erst erschienene Welt hinter den Kissen auf jeden Fall erwähnen. Ihr spielt Oskar, der in seinem Kinderzimmer eine Kissenhöhle gebaut hat, die in ein buntes Zauberland führt. Eines Tages verirrt sich Euer Hund Schnuffel darin und Ihr müsst ihn retten. Entscheidungen gibt es nicht viele, das Spiel erzählt mehr seine Geschichte, das ist aber für Kinder wahrscheinlich genau das Richtige. Hervorheben möchte ich die fantastischen Illustrationen des Buchs, allein dafür lohnt sich der Kauf.

So, und nun ihr! :slight_smile:

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Ich kannte hauptsächlich eine Reihe, aber die hab ich dann irgendwann während des Studiums in einem Anfall von Nostalgie nachgekauft. Das sind die deutschen Übersetzungen der Reihe Endless Quest von TSR, im Deutschen von Bertelsmann als Abenteuer ohne Ende vermarktet. Da spielte für mich in meinem Kopf Dungeons & Dragons mit rein, aber eigentlich könnten die Geschichte in jeder beliebigen Fantasywelt spielen.

Es gab übersetzt zehn Bücher, die haben mir eigentlich alle ganz gut gefallen. Am eindrücklichsten sind mir Die Rache der Regenbogendrachen und Der Berg der Spiegel in Erinnerung geblieben, weil die zu den drei Büchern zählten, die ich bereits als Kind hatte. Rückblickend fällt mir auf, dass da für Kinderbücher aus heutiger Sicht durchaus drastische Enden dabei sind. :sweat_smile: Meiner Erinnerung nach waren die Regenbogendrachen in den Abspannvarianten zufriedenstellender, beim Berg der Spiegel fand ich es durch das „Labyrinth“ interessanter, die unterschiedlichen Varianten zu erkunden, wobei es da mehr Bad Ends gab.

Als Quelle für Spielbücher kann ich bspw. die Seite von Demian Katz empfehlen: https://www.gamebooks.org/
Der hat zwar primär den englischsprachigen Markt im Blick, dokumentiert aber auch internationale Übersetzungen.

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Oha, mal wieder ein wichtiger Thread, der monatelang an mir vorbeigegangen ist :wink: Danke, dass Du dieses schöne Thema hier aufgebracht hast :+1:

D&D Abenteuer ohne Ende von Rose Estes, Linda Lovery und Catherine McGuire, 1983
Angefangen hat es bei mir auch mit den schon von @Avantenor beschriebenen zehn Solo-Spielbüchern aus der D&D-Welt. Dort wird mit längeren Abschnitten gearbeitet, was nach meinem Empfinden die Story-Entwicklung geschmeidiger macht, als bei den später üblichen kurzen Zahlen-Abschnitten. Die Bücher sind dadurch auch einfacher vorlesbar, weswegen ich sie meinen Kindern am Bett vorlesen konnte. Zudem muss man fast nie würfeln.

Einsamer Wolf von Joe Dever, 1984
Für mich ist aber die gefühlte Mutter aller Solo-Spielbuch-Serien der Einsame Wolf. Damals musste sich mein Freundeskreis regelmäßig um die zur Verfügung stehenden Exemplare aus der Stadtbibliothek kloppen :upside_down_face: Es war eine spannende Fortsetzungs-Geschichte im Stil von D&D um den letzten Mönch eines Krieger-Ordens. Die Bücher konnte man auch gut als One-on-One spielen. Ich habe sie geliebt. Mittlerweile gibt’s einige Teile sogar für iOS.

Wächter der Lüfte von Rhianna Pratchett, 2022
Und da mein Jüngster derweil angefixt ist, hat er nun seine eigenen Bücher :blush: und von denen gefiel uns Wächter der Lüfte außerordentlich gut. Das ist eine interessante Geschichte, in der man besonnen agieren muss, um das Ziel zu erreichen. Im Vergleich zu alten Büchern scheint mir die Spielführung bei den neuen Büchern vergleichsweise anspruchsvoller und raffinierter. Trotzdem setzt das Buch noch immer auf dem von Ian Livingstone 1982 eingeführten Fighting Fantasy System auf.

Weitere Solo-Spiele, die mich als Kind beeindruckt haben, waren noch Die Ruine des Unheils von Ulrich Kaiser, 1985, und die nicht ernst zu nehmende Persiflage Die Torte schlägt zurück 1986 vom selben Autor.

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Oh, sehr cool. Wächter der Lüfte, Die Ruine des Unheils und Die Torte schlägt zurück kannte ich noch nicht. Schaue ich mir definitiv an. Danke!

Das Höllenhaus

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Ich habe die Adventure Comicbücher Meanwhile, The Beyond und Leviathan für mich entdeckt. Das sind „choose your own adventure“ Comics aber mit einer Komplexität, die mich echt fordert, da es nicht damit getan ist, einfach nur den Zahlen zu folgen. Es gibt nämlich auch versteckte Wege, die errätselt werden müssen. Und was ich besonders stark finde: Die Comics gibt es bei itch.io in einem interaktiven Format.

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Mein absoluter Favorit ist: “Der Hexenmeister vom flammenden Berg”.
Hat mich damals total in den Bann gezogen. Qualitativ vllt. nicht das beste aber hat halt den Nostalgie-Faktor

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Einsamer Wolf - Die neuen Kai Krieger

  • Die Mechanik ist einfach sauber, kein Würfeln, alles was man benötigt ist im Buch. Top. Da ich die Vorgänger noch nicht kenne wird natürlich auf einige Sachen Bezug genommen, die mir gar nichts sagen aber man findet sich dennoch zurecht.

Verax - von Jörg Benne

  • Liest sich nicht ganz so flüssig wie die Einsamer Wolf Bücher, der Kampf kann aber auch hier im Buch und damit ohne Würfel abgehandelt werden. Hat mich schon abgeholt, war aber gefühlt etwas sperriger.

Paulson’s Peak - auch Jörg Benne

  • Besser als Verax in meinen Augen. Englisches Herrenhaus ist schwer zu toppen. Hat Spaß gemacht.
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Die Insel des Echsenkönigs und der Forst der Finsternis.

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Mein erstes Spielbuch. Mit altem Thienemann-Cover.

In meiner Wahrnehmung war ich da immer ein Zehnjähriger mit nem Rucksack und nem Schwert im Hexenmeisterberg. O.o

Spielbücher vor Pen and Paper. Grosse Freude. Wie auch klein und verträumt sein.

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Kennt hier eigentlich jemand die KrimiAbenteuerSpielBücher von/über Sherlock Holmes???

Hab ja wie gewisse Podcaster eine Schwäche für Sherlock, aber die Bücher fand ich als Jugendlicher verdammt anstrengend. Ein Verhör nach dem anderen. Aber vielleicht war ich damals auch nur noch nicht so weit?
Kann da jemand seine Erfahrungen teilen?

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Ich hab Mord im Diogenes Club, hat mir aber nicht gut gefallen. Ich fands nervig, dass man in Gesprächen falsch abbiegen kann – wenn ich mich recht erinnere, hatte ich einmal nicht die “richtige” Frage gestellt, weshalb mir ein Hinweis gefehlt hat, was wiederum den Fall unlösbar gemacht hat.

Hab aber auch nicht intensiv genug gespielt, um da ne fundierte Aussage treffen zu können.