Ich hatte heute mal wieder einen Jour Fixe mit den Azubis und da kam das Thema auf das leidige Geld. Klar, als Azubi (der vielleicht noch allein wohnt) ist das eine sehr drückende Last. Ich kenn das von mir auch noch. Hab auch mit einer Lehre (FiSi Systemintegration) losgelegt, weil ich erst mal Geld brauchte, bevor ich mich an die Uni gewagt habe. Und von meinen 680€ gingen dabei auch 450€ für die Miete drauf. Da hat man also schon mal vom Firmen-Obstkorb und einem sehr dick gemischten Kakao (Milch und Kakao-Pulver sollten eigentlich in den Kaffee-Automaten, aber man kann das mit heißem Wasser auch zu einer dicken, sättigenden Zuckerbrühe rühren) gelebt, wenn es auf das Monatsende zuging.
Irgendwie tu ich mich sehr schwer damit auszudrücken, wo der Sweetspot beim Gehalt liegt. Ich selbst hab ehrlich wenige Bedürfnisse. Ich hab über 10 Jahre internationalen Service gemacht. Seit dem sind mir Urlaube, bzw. Reisen echt ein Graus. Wenn ich da mache, dann eher um meiner Lebensabschnittsgefährtin was Gutes zu tun.
Auf ein dickes Auto leg ich auch keinen Wert. Das ist vielleicht vier Wochen geil und dann wird es „normal“. Wichtig ist eher, dass es mich von A (zu Hause) nach B(99% das Büro) in meinem Alltag bringt und dabei möglichst wenig kostet. Aktuell fahre ich einen gebrauchten NIO ET7. Den hab ich mit Vollausstattung für knapp über 30k abgegriffen. Das ist auch mein Luxus, weil die Schleuder fast von selber fährt und ich so zwei Stunden täglich habe, um in Comfy-Atmo Podcasts zu hören.
Bis etwa 2019 hab ich immer voll reingebuckelt und mein Gehaltspeak lag bei 84k + grob 40% wegen Überstunden. Davon hab ich dann meine Bude kernsaniert und noch vier Mietwohnungen angeflanscht.
2021 kam dann ein Downer, weil sich meine Frau von mir getrennt hat (kein Ehevertrag. Ich war zu optimistisch) und ich nochmal 240k abseits der Planung ausgeben musste.
Ende 2025 hatte ich mich dann seelisch und finanziell wieder gefangen. Kredit weg, Schulden bei der Ex weg und endlich mal wieder durchatmen.
Ich hab dann auch 01.2026 den Job, zu einem kleinen Systemhaus, gewechselt und lauf jetzt auf etwa 45 bis 50 Wochenstunden. Natürlich für ein wesentlich geringeres Gehalt um die 67k, obwohl ich inzwischen 47 MA (zu vorher 24 plus 6 Externe)verantworte.
Und ja, mir ist klar, dass das echt viel ist. Aber ich bin auch direkt unter der GF und hab die Ansage bekommen, dass das Team seit Januar aufgeblüht ist und die besten KPIs in der Firma hat. Und ich muss dafür nur da sein, aus dem Nähkästchen plaudern und die Aufgaben so verteilen, dass keiner unter Stress kommt und sich alle gegenseitig helfen und respektieren.
Leider setzen hier zwei Probleme an.
Nummer 1 kann ich angehen: Die Gehaltsstruktur. Mir ist das absolut Rille ob jemand eine Promotion, Uni-Abschluss, Ausbildung oder gar nichts hat. Was zählt ist der Wille, das Wissen und die Leistung. Wenn der Laden läuft, gibt es entsprechend Geld. Ende. Das muss ich durchdrücken.
Nummer 2 finde ich echt schwierig. Corporate Benefits. Bei einem Firmenauto geh ich auf jeden Fall noch mit. Aber Forderungen wie Firmenurlaube finde ich echt schwierig. Erstens soll jeder in seiner Freizeit machen was er will, zweitens würde mich das langweilen und drittens hab ich keine Lust Leute nach St. Moritz zum Skifahren zu drängen, die eigentlich nur Dark Souls spielen wollen, weil drei Hansel das möchten.
Und wie steht ihr zu der Balance zwischen Job, Geld und Investment? Und wie könnt ihr gut leben? Ich brauch da echt Ansatzpunkte.
Für mich ist mein Sweetspot, wenn ich gern mache was ich gern mache und es für, vor allem alle funktioniert. Vielleicht auch mal ein WE in nem sehr guten Hotel abhängen, damit ich Zweisamkeit und Sex genießen kann. Aber für das kann ich erst nach 40 Jahren, nachdem ich mich von allem gelöst habe. Also ist Glück eher eine mentale Einstellung oder echt Bares? Oder eine Kombi aus beiden?
Ehrliche Antwort von mir - bei anderen kann das ganz anders sein und ich könnte den Thread sicher auch ignorieren, hab aber deinen Post jetzt nunmal durchgelesen weil er aufploppte - Job habe ich gerade keinen, hatte Pech und bin in einer befristeten Anstellung krank geworden, dann ist Vieles nicht mehr selbstverständlich. Investment hat meine Kohle nie für gereicht und es war mir immer eine Spur (zu) egal. Geld habe ich gerade genug für´s Leben und hoffe, dass ich bald wieder Geld verdienen und arbeiten kann.
Aus genannten Gründen bin ich froh, mich hier bei Stay Forever nicht mit Geld und Jobsorgen rumplagen zu müssen.
Ich ducke mich damit weg und hatte nur das Bedürfnis mal mitzuteilen, dass sich einige diesen Luxus vielleicht nicht leisten können.
Und mit deinem Edit mit gutem Hotel und Sex bin ich jetzt sowieso raus. Genieß es, aber ob du die Community hier damit reinziehen solltest wage ich - nur meine persönliche Meinung - mal zu bezweifeln.
Meine Definition von Glück: Atmen, Natur, Freunde, ehrliche Gespräche, gute Musik, Verbundenheit. Sooowas von nix mit Geld.
Und eine ehrliche Antwort von mir:
Deine Offenheit ehrt dich, aber ich bin mir nicht sicher, ob das nicht den einen oder anderen (negativ) triggern kann. Immerhin kannst du ein stattliches Gehalt, einen verantwortungsvollen Job + schätze ich mal, finanzielle Sorgenfreiheit durch Eigentum vorweisen.
Ich will das auch gar nicht werten, da ich davon ausgehe, du hast ein emotionales Mitteilungsbedürfnis und stellst ja auch persönlich die Frage, wie du das für dich selbst werten sollst, da dir womöglich der Regler dazu fehlt.
Ich würde das so knapp halten: Geld allein macht natürlich nicht glücklich, aber die Sorge ums Geld kann einen tief ins Unglück stürzen. Werde dich deiner Freiheit bewusst, so sie denn vorhanden ist, und nutze deine Möglichkeiten für kleine Auszeiten und kleine bis mittlere Wünsche.
Das kann ein Wochenende mit jemandem sein. Es kann aber auch ein besonderes Kleidungsstück oder (passend zum Forum) das eine Spiel sein, das du immer schon haben wolltest.
Das halte ich jedenfalls für den falschen Ansatz. Du willst bis zur Rente warten, um mal einen Moment abzuschalten? Bei uns knicken gerade reihenweise Jungs um die 60 ein, die erleben ihre Rente nicht mal mehr …
Meine Frau und ich schnappen uns am Freitag nach Feierabend einfach die Wanderrucksäcke und sind dann 2-3 Stunden draußen, selbst wenns regnet. DAS ist Freiheit!
Vielleicht tut es dir auch gut, wenn du jemand anderem etwas gutes tun kannst, jemandem, der sich nicht so einfach einen Wunsch selbst erfüllen kann.
In deinem gesamten Post bist du dann noch in die Jobecke abgebogen, und da konnte ich dir nicht mehr ganz folgen. Geht es dir darum, was du anderen im Rahmen deiner Möglichkeiten bieten solltest? Ich bin da jedenfalls der Verfechter von Gerechtigkeit. Und mit Benefits wie Firmenwagen und -reisen stehe ich echt auf Kriegsfuß …
Und das versteh ich. Von 2021 bis 2023 hab ich ohne Einkommen gelebt. Also komplett ohne Einkommen. Nicht mal ALG1 oder ALG2 weil ich es körperlich nicht geschafft habe, das zu beantragen. Also auf dem Niveau wo ich 2x30 Tage in Erzwingungshaft gegangen bin, weil ich nicht zahlen konnte. JVA Landshut. Und mich gefreut hab, das ich endlich mal schlafen konnte. Ich hab es einfach nicht geschafft, den Weg zur Arge zu leisten, weil ich nicht mal zum koten und urinieren aufstehen konnte. Ich musste mir nach der Phase neues Bettzeug und Matratzen kaufen.
Aber ich konnte auch nicht zur Arge gehen, weil ich echt körperlich und mental zu fertig war. Es ging einfach nicht und so haben sich die Schulden gehäuft.
So hab ich dann 60 Tage in Haft und dann 8 Wochen in der ambulanten BKH Pflege verbracht. Beides war nur Pflicht und hat absolut nichts gebracht. Töpfer deine Gefühle und so.
Ich mag jetzt hier nicht den Hartz-Rot-Gold Thread aufmachen.
Ich will halt nur wissen was euch beruflich befriedigt. Karre, Geld, Reisen oder was auch immer. Und wo kann man sich mit seinem Gehalt gut fühlen.
Letzten Donnerstag hat eine liebe Freundin mir erzählt, dass ihr Job als Schulbegleiterin eines behinderten Jungen an der Schule wegrationalisiert wurde und sich sich Geld von der Nachbarin leihen musste, um was zu Essen für sich, ihre Tochter + kleinen Hund kaufen zu können. So etwas kann ich ja gar nicht leiden. Freundinnen oder Freunde, die hungern müssen? Sich nicht mal ein Abendessen leisten können und andere Leute deswegen anhauen müssen?
Samstag bin ich dann zu ihr gefahren und habe einen großen Einkaufskorb mit Lebensmitteln für rund 14 Tage bei ihr gelassen. Kartoffeln, Nudeln, Reis, etwas Milch und Eier als Grundlage. Obst und Gemüse für die Vitamine. Ein wenig Ketchup, Öl und Konserven als Abrundung. Eine Packung KiBa, eine große Flasche Apfel-Kirsch und ein Sixpack Bier + Chips als kleiner Luxus und drei Packungen Hundefutter.
Ich habe selber nicht wirklich viel, aber ich habe dieses Jahr mit dem Rauchen aufgehört und dadurch schon rund 1000€ gespart. Ich habe keinen teuren Hobbies, wohne alleine und mache keine teuren Reisen, fahre höchstens 1x im Monat Auto, da ich über meiner Arbeit wohne und habe selber immer genug zu essen, und musste noch nie wegen einem Zwannie betteln. Deswegen kann ich ruhig einen Teil abgeben, wo es wirklich nötig ist. Das Geld für den prallvollen Korb habe ich früher in einer Woche mit Zigaretten weggequarzt.
Die vorherige Nachricht vom Donnerstag letzte Woche:
Vorhin habe ich noch mal mit ihr kurz geschrieben. (Name der Tochter und Profilbild geschwärzt.) Sie wollen sich revanchieren. Ich habe nur gemeint, dass es aber nichts kosten darf.
Die größte Bedrohung für meinen bürgerlichen Familien-Wohlstand ist die Zunahme großer Vermögen. Multimilliardär haben teils mehr Macht als Staaten und immer weniger besitzen immer mehr. Und damit einhergehend das Verkommen der Infrastruktur. ÖPNV, Schulen, Ärzte etc..
Was leider die Rechten (mindestens Teile Union zähle ich auch dazu) besser nutzen als die Linken. Und die machen dann noch mehr kaputt.
Ja, es gibt auch viel Verschwendung und Geld allein löst nicht alle Probleme. Aber die sozial-ökonomische Abzüge Schieflage kippt immer mehr. Und anstatt kompetenter Leute kommen immer mehr Best-Buddies an wichtige Posten. Was die Probleme verstärkt.
Ich kann mit meinen Chef so viele Gehaltserhöhung verhandeln wie ich will (gab es die letzten Jahren kaum/nicht, also mit Inflation Reallohn-Verlust), die größeren gesellschaftlichen Probleme, die mich Hautnah betreffen, kann ich auf eigener Kraft nicht ändern.
Ich bin gerne politisch aktiv und versuche andere von Änderungen zu überzeugen. Meine individuellen Hebel sind sehr kurz um für meine Familie irgendwas direkt zu ändern.
Laut einem Tool der Zeit waren wir mit unserem Einkommen früher normale Mittelschicht, sind aber schon in die untere Mittelschicht gerutscht und wenn es so weiter geht, geht es noch tiefer. Ich muss meinen Kindern immer öfter sagen, dass wir uns dieses und jenes nicht leisten können, weil es zu teuer ist, was vor ein paar Jahren noch ging.
Ich habe individuell Probleme mit Geld und sehe die Ursachen und Lösungen auf gesellschaftlicher Ebene.
Ich müsste mal nachsehen … aber eigentlich will ich das auch nicht, welcher Schicht ich angehöre. Denn so ist mein Denken nicht, in Schichten.
Aber uns geht es, ich sage mal „gut“, mit 2 Gehältern. Und trotzdem muss ich meiner Teenie-Tochter noch erklären, dass wir nicht einfach so in den Urlaub fliegen können (wie das andere „einfach so“ mehrmals im Jahr machen). Da müssen wir eben genau hinschauen, ob was in der Wohnung oder an einem Auto gemacht werden muss, bevor das Geld so rausgehauen wird.
Das wäre so eine Form von Luxus für mich, mal nicht hinschauen zu müssen. Ich habe immer mal Artikel von 20-30 Euro in einem Warenkorb liegen und muss mich richtig zwingen, das jetzt mal zu bestellen, weil ich schnell irgendwas als Geldverschwendung erachte, wenn es nicht unbedingt gebraucht wird.
Dito. Einfach wieder Kleinigkeiten die über den dringenden Bedarf hinaus gehen ohne Bedenken einkaufen können wäre schön.
Vom Unwohlsein beim Urlaub, ob man sich das nicht besser gespart hätte, abgesehen.
Ich konnte früher locker 500€ im Monat auf die Seite legen und hatte immer noch Geld über. Jetzt habe ich das reduziert und knausere mit dem verbleiben Geld. Urlaube zahlen wir aus dem 13. Gehalt.
Und anderen geht es noch schlechter. Für jeden der nicht von Zinsen leben kann, verschlechtert es sich.
Ich moechte dem TE nicht zu nahetreten, aber die beiden Posts gehen fuer mich extrem in eine “Oversharing” Ecke und enthalten zig Infos, die eigentlich (mMn) ziemlich am initial angesprochenene Thema vorbeigehen.
Dafür ist es ja im Off-Topic. Würde das erstmal so stehen lassen, wer sich etwas von der Seele reden will, darf das. Sehe da jetzt nichts gefährliches für die Gesundheit der Community bisher
Und da wird keiner dran gehen. Siehe die jetzige Diskussion an welchen Stellen überall gekürzt werden muss.
Viele Superreiche haben Ihr Vermögen auf dem Rücken von anderen aufgebaut und hätten die Möglichkeit entgegenzusteuern. In manchen Ländern wurde sowas ziemlich blutig gelöst und meine Befürchtung ist, dass es auch in westlichen Ländern wieder ausarten könnte, da ein Teil der Bevölkerung vollends droht abzurutschen.
Aber ja gewisse Medien und die Portion Propaganda schaffen es immer wieder, dass die normale Bevölkerung gegeneinander ausgespielt wird. Gleichzeitig zetteln Superreiche Kriege an, manipulieren die Märkte und bereichern sich daran während die abschmierende Weltwirtschaft woanders aufgefangen wird.
Und genau darum geht es mir. Wieso wird ein Job gestrichen der echt wichtig ist? Wieso musst du mit wenig Kohle Lebensmittel für andere kaufen? Wieso muss man fürs Überleben um nen Zehner oder Zwanni betteln? Und die Chat-Nachrichten sind einfach nur was fürs Herz. Aber es sollte nicht sein.
Ich hab grad mehr Kohle und wenn du magst kann ich auch was an die Dame überweisen. Kontoverbindung gern via PN