Der Comic-Thread

Ein Thread für alles rund um Comics. Was lest ihr gerade? Empfehlungen? Fragen? Austausch? Diskussionen? Alles hier rein. Vielleicht gibt es ja in der SF-Community den einen oder anderen Comicleser. Oder welche, die es werden wollen.

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Ich selbst lese vorwiegend amerikanische Comics, gerne als Heft. Derzeit habe ich sehr viel Spaß an den Sachen von Ghost Machine, einem Imprint von Image Comics. Allen voran:

GEIGER von Geoff Johns, Gary Frank und Brad Anderson
Superhelden-esque pulpige Story um den “Glowing Man “ Tariq Geiger, der verfolgt von Feinden und begleitet von seltsamen Freunden versucht in einer postapokalyptischen Welt seinen Frieden zu finden.

REDCOAT von Geoff Johns, Bryan Hitch, Andrew Currie udn Brad Anderson
Simon Pure ist unsterblich. Ausgerechnet ein Nichtsnutz wie er. Udn so wieselt er sich durch die amerikanische Geschichte und begegnet dabei Figuren wie George Washington oder Albert Einstein.

Kein Ghost Machine, aber auch super:

KAYA von Wes Craig
Nach der Zerstörung ihres Dorfes kämpft sich die junge Kaya durch eine Welt voller Abenteurer und Gefahren. Im Schlepptau ihren kleinen Bruder, den es zu beschützen gilt. Großartig gezeichnete Fantasy/Abenteuerserie voller kreativer Idee,.

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dann will ich mal, wo ich schon dafür war, mit einer kleinen ad hoc empfehlung, einfach weil ich den gerade lese und der echt fantastisch ist:

streng genommen ein superheldencomic des nicht gaaanz so berühmten martian manhunter, ist in dem comic aber pupsegal, das ist der erste teil einer unabhängigen neuinterpretation, also völlig ohne jedes vorwissen lesbar und man merkt das alles gar nicht, der steht ganz allein für sich und erzählt eine harte erwachsene geschichte in bildern, für die comic erfunden wurde, was du nicht anders erzählen kannst, bunt und psychedelisch in der optik und ernst und düster in der handlung, ich bin echt ein bißchen begeistert, wenn man auch nix mit superhelden hat, dem hier sollte man ne chance geben.

superhelden sind ja innerhalb der unterstellten kulturhierarchie der comics nochmal für viele der bodensatz (und vieles ist ja auch wirklich nur „für fans“) der hier ist aber einer von den vielen, die wirklich drüber hinausweisen und ein ganz großartiges buch für sich sind, ICH würd auch „graphic novel“ draufstempeln! :wink:

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Reisende im Wind (Sammelausgabe, alle Bände)


Hatte ich mir letzen Herbst mal gekauft (hatte die Einzelbände damals in den 80er gekauft, verliehen und nicht mehr zurückbekommen).
Als ich den Sammelband gekauft hatte, habe ich entdeckt, dass die Serie in zwei weiteren Zyklen weitergeführt wurde. Auch gekauft und finde sie sogar fast noch besser als das Original

Das Mädchen vom Bois-Caïman

Die Zeit der Blutkirschen

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Sehr schöner Austausch! Ich eröffne auch einmal mit ein paar neueren oder ungewöhnlicheren Empfehlungen, weil viele wahrscheinlich schon die Klassiker kennen. Falls trotzdem jemand von „Watchmen“ oder „Reading Comics“ zu schwärmen anfängt, haltet mich zurück, bevor ich die Lobeshymnen rausplärre.

„Blacksad“. Eine fantastische „Hardboiled detective“-Geschichte in einem frühen 20. Jahrhundert, aber alle Figuren sind anthropomorphe Tiere; wie das lovechild eines Film noir und König der Löwen. Die großartige Besetzung welche Figuren von welchen Tiere dargestellt werden (der cholerische Walross-Manager ist wohl mein bisheriges Highlight), der barocke Detailgrad vieler Panels, der punktgenaue Tonfall. Ein Genuss für alle, die etwas mit diesen tropes anfangen können und jetzt auch schon sechs Teile auf Deutsch (ursprünglich von zwei Spaniern auf Französisch publiziert, weil das der bessere Comics-Markt ist)
Bonus für hier: Es gibt mit „Blacksad: Under the Skin“ auch schon ein Computerspiel dazu. Ich hab’ es bisher nur begonnen.

„Tsar Bomba.“ Die Comics-Biografie von Andrei Sacharow, der erst maßgeblich an der sowjetischen Atom- und Wasserstoffbombe mitentwickelt hat, dann vom Glauben an Krieg und Sowjetunion abgefallen ist und für seine Rolle als Dissident später mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Ein Leben genug für viele, hier dargestellt in stilisierten Bildern, wo viel Platz bleibt für Interpretation, mit recht offener, bedeutungsschwerer Sprache (jedenfalls für mittleres Verständnis von Französisch) und in den Panels und Abfolgen durchkomponiert. Hat mich beeindruckt, werde ich nochmal lesen, wenn meine Sprachkenntnisse noch besser sind oder es übersetzt wird. Derzeit leider nur auf Französisch.

„King City“. Das kam mir vor Jahren durch eine Cory-Doctorow-Empfehlung unter und ist wunderbar dämlich-abgefahrener Spaß über eine Verschwörung in King City und einen cat master, der alles von seiner multifunktionalen, super-intelligenten Katze lösen lässt. Eine wirklich sehr komische Reihe an Erzählungen, die mich prustend zum Lachen brachte, manchmal ganz schlimme Wortspiele auffährt und auch den Zeichnungen, gerade manchen der Wimmelbilder-Panels wirkt, als wäre es dem Mad Magazine entsprungen.

„Locke and Key“. Der bisher einzige Horror-Comic, der für mich wirklich gut funktioniert hat - natürlich vom Sohn von Stephen King. Eine recht umfangreiche Geschichte rund um Magie, dämonische Besessenheit und kosmischen Horror, ganz subtil im schönen Örtchen Lovecraft und rund um ein Herrenhaus dort angesiedelt (schönen Gruß an @Rahel). Ich mochte das vor einigen Jahren sehr und fand es wirklich grauenerregend, auch wenn mich der Zeichenstil eher kalt lässt. Zur Verfilmung kann ich nichts sagen.

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Zuletzt gelesen habe ich “Das Humboldt-Tier”

Eine moderne Neuinterpretation von Marsupilami (Naa, wer erinnert sich an DEN denn noch? :sweat_smile:) Stammt aus der Feder von Flix, einem meiner persönlichen Lieblingszeichner.
Allein schon wegen solcher wunderbarer Seiten wie dieser hier. Könnte man sich direkt rahmen und ins Wohnzimmer hängen:

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Ich bin eher der sporadische Leser, wenn ich irgendwo in Netz etwas sehe, das mich anspricht, kaufe ich es. Aber ich suche jetzt nicht explizit nach neuem Stoff oder verfolge bestimmte Netzwerke.

Ich habe immer mal Phasen, dass ich bei einem Thema (DDR, Jugend), Autor (Mawil) oder Serie (Batman) bleibe. Bis auf Batman lese ich allerdings nur realistische Geschichten und dabei ist es mir auch egal ob Manga (da früher auch mal ein paar phantastischere Themen) Graphic Novel oder sonstiges. Ganz kurz nur ein paar Favoriten aus der Vergangenheit:

Monster:

Ein japanischer Arzt im Deutschland der 1980er rettet nicht den Politiker, sondern ein laut Krankenhausführung unwichtigen Jungen, der jedoch eher eingeliefert wurde. Der Politiker stirbt natürlich und der Arzt ist unten durch. Ganz nebenbei entspinnt sich noch eine Geschichte um Mord und Kinderheime in der DDR. Die Geschichte führt dabei über Düsseldorf, Dresden, Prag hin zu einem kleinen Städtchen. Wundervoll ist halt, dass der Manga in Deutschland spielt und auch durch Dresden (meine Heimat) führt. Aber auch die Story ist spannend erzählt und schon gezeichnet.

Barfuß durch Hiroshima:

Autobiographisch zu Zeiten des zweiten Weltkrieges in Hiroshima. Spannend, traurig, beängstigend.

Kinderland (Mawil):

Geht um die Jugend und das allgemeine Leben in der DDR (Berlin 89). Witzig und interessant, vor allem für Leute, die wie ich selbst in der DDR Kinder waren.

Fahrradmod:

Coming of Age von Mitte der 1980 bis heute. Es geht um die Jugendbewegung der Mods und auch um Skinheads und das Erwachsenwerden. Vor allem auch eine musikalisch hervorragend Reise durch die Szene.

Ansonsten mag ich die Geschichten von Jiro Taniguchi, wobei man davon nicht zu viele hintereinander lesen sollte. Dafür ist es dann doch zu normal und alltäglich. Einige Klassiker wie „Maus“, „Watchmen“, „Michel Vaillant“ (wobei das Frauenbild schon arg veraltet ist und hier besonders negativ auffällt) gelesen.

Aktuell bin ich an „Akira“ dran und habe Band 2 vor kurzem beendet. Zudem noch „Batman: Der dunkle Prinz“ und danach „Hush“. Bei Batman bin ich gerade aber etwas gesättigt, nachdem ich vier Geschichten gelesen habe. „Magnum Generations“ liegt ebenfalls noch ungelesen hier :frowning:

Und hier noch ein paar die mir ebenfalls gefallen haben:

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Wie hat dir “Fräulein Rühr-Mich-Nicht-An” gefallen (v.a. das Ende)…

”Fahrrad Mod” werde ich mir auf jeden Fall ansehen. Guter Tipp.
Vom gleichen Autor „(Tobi Dahmen“) ist übrigens auch sehr lesenswert: Columbusstraße

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Schönes Thema und tolle Beiträge. Ich bin nicht so der Graphic Novel Typ und mag es eher trashiger.

Hier mal ein paar Hefte. Meine Hauptsammlung besteht allerdings hauptsächlich aus genau den hier gezeigten Serien.

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In meiner eigenen Vergangenheit kann ich „nur“ das Mickey Maus Magazin vorweisen, und phasenweise das Lustige Taschenbuch. Das mochte ich sehr.. so sehr, dass ich zuletzt nochmal 3 Jahre lang das Magazin abonniert hatte und mir auch gerade noch die LTB Buchrückenreihe von 2022 bis 2025 zusammenkaufe - das ist ja mittlerweile kein Problem, auch ältere Ausgaben vom Verlag noch neu zu bekommen.
Sicherlich alles keine Hochkunst, aber es weckt wohlige Erinnerungen, passt.

Unser Ältester hat zu Weihnachten die ersten beiden Ausgaben Deadpool / Wolverine (2025) bekommen. Davon gibt es 10 Bände, die gerade nacheinander in deutscher Sprache erscheinen. Ich nehme an das ist ziemlich Mainstream, wir tasten uns da gerade ran. Und für einen fast-14-Jährigen dürfen die Themen auch noch etwas seichter sein. Die Bilddarstellung ist teilweise schon heftig, aber das war bei den beiden namensgebenden Titelfiguren zu erwarten. Dieser Tage ist Band 3 erschienen, der wird dann auch zeitnah den Weg zu uns finden.

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Puh, jetzt hast du mich kalt erwischt. Ist schon ein paar Jahre her, als ich die Gesamtausgabe gelesen habe :melting_face: Ich hole kurz aus:

An einem Gratis Comic Tag nahmen wir eine Leseprobe mit, die wir echt gut fanden. Daraufhin kauften wir dann die Gesamtausgabe und waren sehr, sehr überrascht, in welche Richtung sich das alles entwickelt. Es war spannend, überraschend doch an das Ende konnte ich mich nicht mehr recht erinnern. Sprich ich habe gerade noch mal etwas quergelesen, doch auch hier nicht mehr ganz durchgesehen.

Aber jetzt habe ich wieder Lust alles zu lesen. Liegt jetzt auf dem Lesen Stapel ^^

Deinen Tip “Columbusstraße” setze ich mal auf meine Wunschliste. Schaut sehr interessant aus. Vielleicht gibt’s den ja im März zum Geburtstag *Update der Wunschliste meiner Frau zuschieb*

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Gerade lese ich W0rldtr33:

Von James Tynion IV und Zeichnungen von Fernando Blanco.

Bin noch mitten im ersten Sammelband, kann also noch nicht alzuviel von der Story erzählen. Aber irgendwie so:

Das Undernet macht User zu hypnotischen Killern. Eine Gruppe von Freunden hatte in der Vergangenheit schon damit zu tun und finden sich wieder zusammen als Jahre später ein neuer User/Killer auftaucht.

V wie Vendetta

Ich habe letztes Wochenende (endlich!) mal einen Klassiker nachgeholt, von denen der Autor Alan Moore immerhin einige im Lebenswerk (mit)verantwortet hat.
V wie Vendetta ist eine ziemlich düstere Geschichte auf irgendwas bei ca. 250 Seiten mit der Hauptfigur „V“, einem maskierten Anarchisten (wenn ich jetzt so drüber nachdenke, oder Anarchist*in), der ein faschistisches Regime im fiktiven Großbritannien nach einem 3.Weltkrieg bekämpft. Dabei geht es um Freiheit, das Individuum usw. im Prinzip nicht soo originell, aus der Zeit Anfang der 80er heraus sicher noch innovativer und sicherlich auch beeindruckt von der Thatcher-Regierung die so ihren ganz eigenen Vibe hatte und die britische Gesellschaft nicht ganz unbeeindruckt gelassen hat.
Ich bin mir gar nicht so unsicher, ob die Guy-Fawks-Maske der Hauptfigur nicht auch maßgeblich zur emblematisch verwendeten Maske der Occupy-Bewegung beigetragen hat, hier könnte man den Ursprung erkunden. Nicht zuletzt hat der Gunpowder-Plot in der Geschichte auch ihren Platz und Bezug.

Die Zeichnungen sind fantastisch, vielleicht für die häufige Art der Veröffentlichung beinahe ZU detailreich, dabei aber gar nicht so „präzise“ oder akribisch im Detail an sich, so daß man sich das wirklich lange ansehen kann und nicht unbedingt flüssig hindurchpflügt.
Vielleicht würde die Optik mehr albumgroße Ausgaben rechtfertigen, auf der anderen Seite empfinde ich diese etwas wuselig wild wuchernde Überfrachtung auch als etwas typisch britisches, evtl. sogar im Underground verwurzelt… was weiß ich, irgendwie mag ich das halt!
Spannend ist sicher auch, daß es keinen Erzähler gibt oder Gedanken, keine Soundwords, der einzige Text ist Dialog, dazu muß man sich vieles über die Bilder erschliessen, KANN das aber auch weil es eben alles da ist, ich meine, man nennt das kongenial, wenn sich Autorin und Zeichnerin, Text/Geschichte und Bild so sehr ergänzen und einander bedingen, das ist hier schon ein Fest.

Das macht auch wirklich eine düstere Freude, das zu lesen, es beeindruckt und nimmt mit, nicht nur Klassiker zu Recht, sondern auch einfach toller Comic.

Und wie alles mit Faschisten die an die Macht streben oder dort sind und sich besonders durch Unterdrückung und Verunfreiung der Menschen, hier auch speziell Unterdrückung von Homosexuellen, ausdrücken, hat das etwas Visionäres und leider Aktuelles. Die 80er… kulturell viel düsteres No-Future und heute bewahrheiten sich die ganzen Befürchtungen, man möchte immer wieder rufen „WIR HATTEN EUCH DAHINGEHEND INFORMIERT!“

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Locke & Key hat mich als Comic aus beeindruckt (übrigens auch als Hörspiel, ulkigerweise, weiß gar nicht mehr, ob das von Audible war…?) exakt wie Du sagst „grauenerregend“ kann ich unterschreiben!
Ich fand den Zeichenstil im ersten Moment abschreckend, fand den beim Lesen aber immer passender, für mich eine verstörende Mischung aus cartooniger Comichaftigkeit und Realismus, im Nachhinein hätte ich den kaum anders gezeichnet sehen wollen.
Ja, „Horror“-Comic!

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Cooler Thread! Ich hoffe, ich kann hier auch was zu Mangas schreiben.

Außerdem - wer Mitglied bei seiner lokalen Bibliothek ist, hat große Chancen darauf, bei comics plus kostenlos Comics und Mangas lesen zu können. Viele Statdt und Schulbibliotheken machen bei dem Angebot mit. Es ist natürlich nur in Englisch, aber trotzdem echt eine tolle Idee! Hier ist der Link dazu.

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Ist ja nicht mein Thread. Aber wenn dem nicht so wäre, würde ich den auch gleich als invalide deklarieren. :sweat_smile: Außerdem wurde weiter oben doch schon Monster vorgestellt. Also, hau’ raus!

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Selbstverständlich. Mangas sind auch Comics.

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Zeichner:innen sind in Comics ja auch IMMER Autor:innen. Geht gar nicht anders. Das erwähnt, keine Ahnung ob du schon mal ein Alan Moore Script gesehen hast. Die sind ja sehr detailliert. Hier ein Auszug:

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Anläßlich der „Welt von… Alien“ Folge habe ich mal ins Regal gesehen, was ich so an Aliencomics habe… sehr wenig, vielleicht leider.

Den ziemlich neue Comic „Alien vs. Avengers“ würde ich eigentlich aus Prinzip NIE kaufen, das ist so ein Vetreter der „Godzille vs. Pink Panther“ oder „Justice League in Schlumpfhausen“ Lizenzfranchiseirrsinnstitel halt, aber hier habe ich doch wegen der Macher gezuckt, Jonathan Hickman und Esad Ribic! Und ich wurde nicht enttäuscht… die Geschichte ist so richtig vollkommen bescheuert! Sie sieht aber toll aus und unterhält wie ein knalliger Blockbuster!
Comics von Ribic gucken sich einfach wahnsinnig gut an, irgendwo zwischen… ja und dem anderen, also die sind unverwechselbar und Breitwand! Hier sieht alles echt wunderschön und atmosphärisch aus.
Die Geschichte ist voller Logikkrater, ich weiß nicht warum was, wenn man gar nicht mit den Figuren aus ihrer jahrzehntelangen Genese vertraut ist, weiß man auch nicht, wer die Leute sind, was die wollen, warum die sich kennen und warum die dauernd völlig bekloppte Dinge tun, das ist aber auch egal, das Universum wurde von zig klassischen Giger-Aliens erobert, alle werden getötet, irgendwie steckt noch wer dahinter, alles dockt wohl bei Covenant an, die Superhelden sind alt, alles geht kaputt, alle sterben, toll!
Nee wirklich, was mit Alien und Superhelden und ein unglaublich schöner unterhaltsamer Comic, der SO sehr Trash ist, wie er Trash sein kann, weil er das will, Lesempfehlung.

Der zweite ist älter, offenbar auch verlagsvergriffen, vielleicht weil der auch einfach gut ist und auch toll aussieht, es aber auch absolut keinen Grund gibt, den gelesen haben zu müssen: „Aliens - Dead Orbit“ von dem mir sonst leider völlig unbekannten James Stokoe. „Leider“ weil der Comic schon wieder total toll aussieht, der liest/saugt sich fantastisch weg, € pro Stunde Lesezeit ist ein grauenhaftes Geschäft, aber den kann man gerne öfter ansehen, wie ein schaurig schönes Bilderbuch. Das ist alles etwas derb, blutig, sehr sehr detailiert, etwas rough.
Die Geschichte ist eigentlich fast wie genau die Originalgeschichte „Alien“, halt nur eine Variante, da ist nix neu, da bekommt man, was man erwartet, ohne Bezug zu irgendwas, richtig schöner knalliger Comic.

Fazit: Beides tolle Comics, zum mehrmals Ansehen, bewußt nicht unbedingt lesen, wobei die Geschichte von Dead Orbit absolut solide und spannend ist, nur auch hier liegen die Stärken in der Optik.

Also, ich habe Lust auf mehr Alien-Comics, vielleicht zur Abwechslung sogar mal mit interessanter Geschichte, wenn jemand sowas kennt, es gibt wohl unendlich viel, da ist es doch schön, man pickt das wirklich Gute heraus.

edit: Bilder ergänzt

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Stokoe ist wirklich fantastisch. Ich fand Dead Orbit inhaltlich…joa. Aber sieht wie du schon sagst fantastisch aus, wie alles von Stokoe. Bin damals mit ORC STAIN auf ihn aufmerksam geworden. Kann ich auch sehr empfehlen.

Ausserdem schau dir SOBEK von ihm an, wenn du da drankommst. Wurde via SHORTBOX veröffentlicht, das ist so ein klleines UK Indie-Label das hauptsäschlich ne kuratierte Box von kleinen Indie Comics und Zines rausbringt. Also keine Ahnugn wie gut man an SOBEK noch dran kommt.

Sein Output ist leider überschaubar. Viele Anthologie-Beiträge, hier mal ein Cover, da mal ne Ausgabe PROPHET. Das einzig andere größere Werk was mir ncoh einfällt ist - wieder ein Franchise - GODZILLA: HALF-CENTURY WAR, erschienen bei IDW. Da dürfet noch dranzukommen sein, hab ich allerdings selbst (noch) nicht gelesen.

Was ALIEN-Comics angeht bin ich beileibe kein Exprerte, würde aber einfach mal mit den damals bei DARK HORSE als Fortsetzung des Aliens-Films erschienenen anfangen…wenn man denn drankommt. Gesammelt gab es die zuletzt bei Marvel in 4 Omnibusen, die zwar sehr umfangreich (teils ca. 1000 Seiten) aber auch sehr teuer (150€) sind. Und auch schon teilweise vergriffen, wenn ich das richtig sehe. Die Finger lassen würd eich von den in den letzten Jahren direkt bei MARVEL erschienenen. Die kamen allgemein nicht so gut an und sehen auch gruselig aus, und das not in a good way.

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