Die Welt von Tomb Raider

Ich habe das Original kaum gespielt, gab damals glaube ich eine kurze Demo…? Das Remaster wollte ich erst mit moderner Steuerung spielen, aber irgendeine Bewegung ging dann gar nicht. Vielleicht das „von der Kante fallen und festhalten?“

Jedenfalls verwende ich seitdem die Tanksteuerung und bin damit zufrieden.

Und vielen Dank für die schöne Folge!

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Ja, müsste eine im OPM gegeben haben.

Ich habe da so meine Hypothesen:

  1. Ich hatte meinen ersten Kontakt mit Tank Controls als Kind. Croc, Hype und ja, auch Tomb Raider. Es war für mich damals unbegreiflich, dass der Charakter nicht nach links geht, wenn ich „links“ drücke. Das hat einen richtigen Knoten im Kopf gemacht – insbesondere, wenn das ganze mit einer fixen Kamera kombiniert war und ich nicht „hinter“ dem Charakter war. Ich kann mir gut vorstellen, dass das vielen anderen Kindern auch so ging und sie den Hass ins Erwachsenenalter mitgenommen haben. Heutzutage habe ich da weniger Probleme mit, aber ganz weg sind sie nicht…
  2. Tank Controls sind mit dem D-Pad/Pfeiltasten schon Übungssache, mit dem Analogstick fühlen sie sich noch komischer an…und heute spielen viele nunmal mit Stick.
  3. Tank Controls sind aus der Mode gekommen. Wer heute zum ersten Mal mit ihnen konfrontiert wird, muss erst einmal 20+ Jahre an direkter Steuerung verlernen und bei 0 anfangen. Das ist eine Lernkurve, die unerwartet ist und gleichzeitig selten genug vorkommt, dass man nie wirklich viel Übung darin bekommt.
  4. Tank Controls fühlen sich immer etwas träge an. Ein Crash Bandicoot kann problemlos von Platform zu Plattform hüpfen, vor und zurück. Ein Croc oder eine Lara Croft müssen sich immer erst komplett neu ausrichten. Selbst mit einem Quickturn fehlt da also diese gewisse Leichtigkeit und Schwerelosigkeit. Was natürlich oft beabsichtigt ist, aber nicht immer das, was man als Spieler: in gerne hätte.

TL;DR: Ich glaube, es ist eine Kombination aus Gewöhnungssache und Trägheit.

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Hier wird vieles gesagt, was ich in der früheren SF Tomb Raider Folge vermisst habe. Gut, dass hier die Spielfigur und ihrer Hintergründe ausführlich besprochen werden und dabei diese drei Varianten von Laras Charakter untersucht werden. Die frühen Teile von Eidos gefallen mir bis heute am besten, auch wenn da schon einige Entgleisungen passiert sind. Lara ist hier einfach eine extrem coole Figur, die sich in interessanten Umgebungen herumtreibt. Das hat wohl im wesentlichen den Erfolg der Serie ausgemacht und das war auch der entscheidende Grund dafür, dass ich schon den ersten Teil begeistert gespielt habe. In Ruhe die Gegend erkunden und sich gegen wilde Tiere verteidigen, das machte für mich den Reiz aus. Natürlich war mir damals nicht klar, dass daraus mal wirklich so eine „Welt“ werden würde, aber Tomb Raider war für mich von Beginn an was besonderes, weil das einzigartige Setting mit diesem zentralen Charakter unheimlich viel hergibt.

Antike Orte und Bauten und Mythen waren schon immer begehrte Szenarien für Videospielwelten. Diesbezüglich ist Tomb Raider kein Novum. „Der Jäger des verlorenen Schatzes“ habe ich damals noch im Kino gesehen, da kam dann auch bald das Spiel zum Film für das Atari 2600 raus, was aber wenig zugänglich war. Dann kam Pitfall von Activision, was mehr actionmäßig und leichter zu verstehen war. Das waren so die ersten Videospiel-Vorläufer. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Lara ursprünglich Laura Cruz heißen sollte und eine südamerikanische Herkunft haben sollte. Tatsächlich war in den ersten Reviews des Spiels auch noch von einer Laura die Rede. Das hat man dann angeblich in eine britische Herkunft geändert, um europäische Käuferschichten stärker anzusprechen.

Ich muss hier leider die fortlaufende Entwicklung der Tomb Raider Serie hart kritisieren. Erstens verstehe überhaupt nicht, was die Leute immer für ein Problem mit der „Tank Steuerung“ haben. Die war doch einwandfrei. Alles was danach kam, war schlechter, umständlicher und total unnötig verkompliziert. Lara konnte weiter Springen und sich besser und gezielter bewegen. Die automatische Kameraführung der Eidos-Teile war nahezu perfekt und man konnte sich damit auf seine Aktionen konzentrieren. Tatsächlich hat gerade diese „Modernisierung“ der Steuerung in den Teilen von Crystal Dynamics mir die neueren Tomb Raider Spiele vermiest. Die lagen dadurch für mich schon fast an der Grenze der Unspielbarkeit, noch dazu diese geskripteten grauenhaften Quicktime Event Einlagen. Katastrophal! Zwar war Lara auch durch diese nachträglich vermurkste Steuerung nicht tot zu kriegen, was ihre starke Bedeutung als Spielfigur beweist, aber mich hat die hektische Steuerung der neuen Teile gehindert, die Spiele weiterzuspielen und damit auch die Story weiter zu verfolgen. Offensichtlich habe ich da auch nicht viel versäumt.

Der Modernisierungswahn hat leider bei der Steuerung nicht geendet. Gestört hat mich auch die weniger immersive Perspektive und der rücksichtslose Zuschnitt auf die Konsolentechnik. Auch Laras Biografie wurde bedenkenlos umgeschrieben, so dass ihre zu Recht angesprochenen Widersprüche schlimmer ausfallen, als in jeder mir bekannten Seifenoper. Ich habe grundsätzlich überhaupt nichts dagegen, dass man einer Actionfigur eine gewisse charakterliche Tiefe verpassen will. Aber da ist überhaupt keine Konsistenz, die Laras Charakter stärken würde. Das ist so ähnlich wie in Star Wars gelaufen. Es wurde nachträglich einfach immer mehr Sachen hinzugedichtet. Und um das irgendwie zu legitimieren, erscheinen dann Prequels, die mich aber null interessieren. Das ist so ein typisches Vermarktungsphänomen. Mich interessieren diese Prequels von Tomb Raider ebenso wenig wie die von Star Wars. Ich will einfach nicht wissen, was vor den Ereignissen passiert ist, die ich bereits erlebt habe und ich sehe solche Anachronismen sogar als eine Art Respektlosigkeit gegenüber den Konsumenten. Der einzige Hintergrund, den ich zu Laras Charakter wirklich wertvoll finde, ist das Croft Manor als Spielumgebung. Ihr Heim sagt eigentlich alles was nötig ist, über ihren Charakter, viel mehr als diese krampfhaft entwickelten Beschreibungen ihrer Biografie.

Ich sehe Lara als ungebrochene Persönlichkeit, die eben gerade deshalb so stark geworden ist, weil sie in ihrer Jugend keinen Scheiß erleben musste und in soliden Verhältnissen aufgewachsen ist. Bei den neuen hyperrealistischen Survivor Teilen kann ich nicht mehr mitreden. Die habe ich nie gespielt, wohl auch weil die mir neben den zwanghaften Neuerfindungen von Lara sinnlos erschienen. Aber was hier darüber gesagt wurde, bestätigt meine Vermutungen. Das ist einfach nicht mehr die starke und elegante Lara, die ich kenne. Je genauer ihre Darstellung wurde, um so abweichender erscheint die Spielfigur von meiner eigenen Vorstellung von ihr.

Die Tomb Raider Serie ist so ein Fall, an dem ich die Degenerierung eines wegweisenden Klassikers über Jahre hinweg deutlich erkennen kann. Man sieht, wo die Reise hingeht: Spielspaß wird durch narrative und filmische Psycho-Elemente ersetzt, mit verzweifelten Bemühungen zur Anpassung an den Zeitgeist. So was brauche ich nicht. Da bleibe ich lieber bei den alten Eidos-Teilen mit Laras vertrauter Oberweite.

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Die Widersprüche habe ich gar nicht als so stark wahrgenommen. Im Gegensatz zu Seifenopern hat TR ja gar nicht den Anspruch, über alle Teile hinweg EINE Geschichte zu erzählen. Es sind einfach drei Geschichten mit wiederkehrenden Charakteren und Elementen, ähnlich etwa wie verschiedene Batman-Serien und -Filmreihen.
Solange innerhalb einer Continuity die Geschichte kohärent ist, passt das aus meiner Sicht schon. Star Wars hat das ja so nicht, da versuchen sie, alles in einen Canon zu quetschen.

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Es handelt sich hier ja um eine Figur, nicht nur um eine Geschichte. Ich weiß jetzt nicht genau, wie das bei Batman ist, aber da sind die Ursprünge des Charakters über die Comics hinweg ziemlich klar. Das hätte man auch in Tomb Raider beibehalten können. Man hat bei Tomb Raider versäumt, die Spiele über die Serie hinweg auf einer klaren Biografie aufzubauen und gerade das Hinzuerfinden (genau so wie in Star Wars) hat diese Brüche verursacht, die dann neben den technischen Änderungen zum Zerfall der Serie geführt haben. Man muss das natürlich nicht als Problem ansehen, aber es führt dazu, dass sich Laras Charakter grundlegend verändert hat und dass sie immer mehr zu einer reinen Marke wird, die man beliebig für alles mögliche missbrauchen kann. Bei Star Wars hat das funktioniert, bei Tomb Raider nicht.

Ich hab’s auch mit der alten Steuerung gespielt. Ich hab kurz die neue mit Controller probiert, aber das hat für mich nicht so richtig funktioniert…das Spiel ist ja darauf ausgelegt, die Sprünge genau „auszumessen“.

In der alten Tastatursteuerung war ich hingegen auch nach Jahrzehnten sofort wieder drin - Muscle Memory war noch vorhanden :grin:

Das spricht dann wohl dafür, dass die Entwickler alles richtig gemacht haben, wenn beide Varianten ihre Fans haben.

PS: Schöne Folge, hab ich gern gehört! :slightly_smiling_face:

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Schöne Folge,

Auch stark erläutert mit den verschiedenen zeitlininen.

War mir so gar nicht bewusst.

Hab aber auch nur die letzten 3 neueren Spiele gespielt.

Bin damals auf ps 1 und ps 2 irgendwie immer abgeprallt.

Aber vll hole ich die mal in der remaster Fassung nach.

Du findest, dass die vielen Reboots der Figur nicht gut getan haben, lese ich da heraus. Das ist Meinungssache, sei erstmal so. Ob man bei 14 Millionen verkauften Exemplaren bei Tomb Raider (2013) oder immer noch gar 9 Millionen bei Shadow of the Tomb Raider von einem Zerfall reden kann weiß ich nicht, aber dass es sich weit vom ursprünglichen Kern entfernt hat, ja, da stimme ich zu.

Mein Punkt war aber ein anderer. Lara Croft ist in meinem Empfinden eine Figur, die stark genug definiert ist, dass man mit ihr immer neue Geschichten erzählen kann. Deine Kritik war, dass ihre Biographie voller Widersprüche ist; meine Gegenrede bezieht sich darauf, dass sie nicht umgeschrieben wurde – sie wurde neu geschrieben. Und das ist ein wesentlicher Unterschied.

Niemand würde beispielsweise kritisieren, dass die Lore von DMC nicht zu Devil May Cry 1-5 passt, oder dass Sherlock, Elementary und Sherlock Holmes (2009) eine unvereinbare Geschichte von Sherlock Holmes und Watson erzählen und zu viel umschreiben. Das wollen sie gar nicht. Sie nehmen etablierte Charaktere und lassen sie in neuen Szenarien völlig frische Geschichten erleben und nehmen alte Elemente mit, wo sie halt passen – oder lassen sie fallen.
Das muss man bei Lara nicht mögen. Vielleicht hätte eine durchgehende Geschichte über 30 Jahre auch funktioniert, wer weiß. Mein Punkt ist der: Man kann TR nicht vorwerfen, dass die Timelines einander widersprechen, wenn sie von Anfang an klargemacht haben, dass sie gar nicht vereinbar sein wollen. Sondern Neuinterpretationen des Zentrum von TR: Lara Croft und dem Erkunden von Ruinen.

EDIT: Weil mir das keine Ruhe lässt: „Ich weiß jetzt nicht genau, wie das bei Batman ist, aber da sind die Ursprünge des Charakters über die Comics hinweg ziemlich klar.“ ist auch komplett falsch. Selbst bei dem „normalen“ Batman (also die Elseworlds-Dinge wie „Batman als Vampir“ oder „Batman im viktorianischen England“ mal ausgeklammert) gibt es zwar Dinge, die konstant bleiben (Eltern tot, aufgezogen von Alfred, kämpft gegen Kriminelle), aber alles andere wird ständig neu definiert. Die Zeitschiene verschiebt sich (sterben sie in den 30ern? 40ern? 50ern? Keine Ahnung, halt immer so, dass Bruce irgendwo 20-40 ist), die Details der Ermordung verschieben sich (hat Jack Napier seine Eltern getötet oder Joe Chill? War es bei der Rückkehr eines Grey Ghost-Films oder eines Zorro-Films? War es geplant oder ein zufälliger Überfall?), die Charaktere verschieben sich (The Batman, The Animated Series, The Dark Knight und Caped Crusader haben so unterschiedliche Joker, dass sie kaum mehr zu vergleichen sind), ihr Verhältnis verschiebt sich (Sind Batman und Commissioner Gordon gute Freunde oder misstrauen sie sich? Wie ist sein Verhältnis zu Alfred?) und auch Gotham selbst unterscheidet sich drastisch von Inkarnation zu Inkarnation.

Tolle Folge, da kam einiges an Nostalgie hoch!! :heart_eyes: :+1:

Kann mich noch erinnern die TR1 Demo damals mit einem Freund am PC von irgendeiner HeftCD angeworfen zu haben und dann über das starke Intro und die Grafiken zu staunen. Mit zwei Pistolen hantieren, Saltos schlagen, Gräber erkunden und wilde Tiere bekämpfen, das war schon nen Augenöffner damals! Irgendwann habe ich das Spiel dann mal von der Videothek ausgeliehen und doch einige Zeit gespielt! Hat auch alles zur damaligen Girl-Power Bewegung gepasst und als Indy-Fan bekam man mal endlich was in 3D, um Abenteuer zu erleben und Gräber zu plündern!

Und dann noch der super peinliche PCGames Kalender mit Lara Motiven, der sogar eine zeitlang neben dem PC hing - Naja, man war halt noch sehr jung… :rofl:

Der zweite Teil lag dann irgendwann auch mal unter dem Weihnachtsbaum :grinning_face:

Durchgespielt habe ich von den alten Teilen allerdings keinen einzigen. Meistens wurde es mir nach 6-7-8 Leveln doch zu repetetiv, die ersten Teile waren ja auch spielmechanisch nahezu identisch…

Die Filme mit Angelina Jolie sind absolute Guilty Pleasures (Beide! Mit unserem Mann in Hollywood Till :laughing:), waren ja auch extreme Kinder ihrer Zeit, 2000er Techno- und HipHop-Beats, extrem „coole“ Leute, schnelle Schnitte… Alles in der Welle nach Matrix mit ähnlichen Methoden gedreht - War ne tolle Kinozeit!

Legends ist dann der einzige Teil den ich durchgespielt habe - Hat mir damals sehr gut gefallen, war auf jeden Fall wesentlich zugänglicher als die alten Spiele.

Die neueren Teile liegen hier auf dem Pile of Shame, aber ehrlich gesagt fand ich die Neuausrichtung damals auch kaum überzeugend… Verletzlich, Coming of Age, Survival… Das war mir alles zu aufgesetzt - Lara Croft geht auch genauso katzschnäutzig, wie sie am Start gedacht war und so ist sie auch zur Ikone geworden. Ich kann verstehen, dass man mal was neues machen wollte - Ich habs halt verpasst, genauso wie ich den Film Reboot lahmer als die alten Filme fand…

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Gott sei Dank gibts nen Videobeweis, bei 1:21! :winking_face_with_tongue:

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Also ich habe ja schon gesagt, dass ich kein großer Batman Kenner bin, der die unterschiedlichen Erzählstränge genau kennt. Das würde hier auch zu weit führen. Fest steht, offensichtlich: seine Eltern wurden ermordet und Alfred hat ihn aufgezogen. Batman ist eine Figur, die 1939 erfunden wurde und dass da seitdem alle möglichen Varianten seines Lebenslaufs und seiner Erlebnisse entwickelt wurden, ist bei so einer Figur bei unzähligen Comic-Ausgaben nicht anders zu erwarten. Ähnlich ist es bei Sherlock Holmes. Der wurde bereits im 19. Jahrhundert erfunden und entstammt der Literatur. Das sind beides keine ursprünglichen Spielfiguren. Aber Trotzdem haben sogar diese beiden Figuren eine eindeutige Persönlichkeit mit klaren charakterlichen Merkmalen, auch wenn mit ihnen immer neue Geschichten erzählt werden.

Mein Punkt ist, dass wenn man einem Spielcharakter eine Hintergrundstory mit biografischer Herkunft geben will, so wie man das Bei Lara von Beginn an gemacht oder zumindest versucht hat, dass dieser Hintergrund dann auch konsequent eingehalten werden sollte. Natürlich kann man mit ihr immer neue Geschichten erzählen, aber das sollte meiner Meinung nach eben nicht so weit gehen, dass dadurch ihre Persönlichkeit umgeschrieben wird. Die Unterschiede in ihrer Persönlichkeit wurden in diesen drei Entwicklungsphasen deutlich besprochen. Und klar ist das eine Meinungssache, wie man damit umgeht und wie man das findet. Aber man muss hier unterscheiden zwischen Figur und Story. Man braucht keineswegs keine durchgehende Lebensgeschichte. Ihre Erlebnisse können ja umgeschrieben werden, aber wenn du die völlig unterschiedlichen Tomb Raider Teile spielst, erkennst du hier völlig unterschiedliche Charaktere, die um Grunde nur noch ganz wenige Gemeinsamkeiten haben. Und das sieht ma eben an der Entwicklung von einer selbstbewussten Actionfigur (das ist eben der Kern ihres Charakters) zu einer geschundenen Frau, die ums Überleben kämpft und mit ihrer Vergangenheit hadert. Und diese unterschiedlichen Charaktermerkmale führen dann auch zu einem völlig veränderten Gameplay, oder sie wurden an ein neues Gameplay angepasst.

Man kann so eine Figur eben nicht einfach neu schreiben, ohne dass sie dabei kaputt geht und ohne dass man sie auf eine Marke reduziert. Und genau das habe ich mit dem Zerfall der Serie gemeint. Man hat inzwischen drei Figuren. Es gibt aber keine drei Batmans oder drei Sherlock Holmes, auch wenn ihre erzählten Erlebnisse sich widersprechen können. Ich habe das bei Tomb Raider auch nicht auf die Verkaufszahlen bezogen und die stehen dazu ja nicht im Widerspruch, weil sie damit überhaupt nichts zu tun haben.

Also man kann jeder Figur „erfolgreich“ ändern. Guy Richtie hat mit seinem zwei mega erfolgreichen Sherlock Holmes Kinofilmen, aus einem Mann des „Geistes“ einen Actionhelden al la John Wick gemacht. Natürlich wird diese Änderung nicht jedem gefallen.Lara Croft wurde übrigens nicht „kaput“ geschrieben, sondern nachdem die Verkaufszahlen einbrachen war das Reboot von 2013 ein Erfolg. Du magst es halt nicht. Erfolgreiche langjährige „Charaktere“ müssen ständig ihrer Persönlichkeit ändern oder willst du mir allen erstes erzählen das der Adam West (auch er erzählt mal das seine Eltern ermordet wurden) Batman von 1960 noch 2026 funktioniert? Schau dir einen Robin Hood aus den 60er,aus de 90er an und Vergleich ihn dann mit the Death of Robin Hood von 2026. Da liegen Welten dazwischen und es immer noch die Geschichte von „Robin Hood“. Welche Version von Robin einem besser gefällt, bleibt natürlich jeden überlassen (mir gefällt die aus dem Disneyfilm von 1973 auch heute noch am besten). Das ist ja die große Kunst des Erzählers, egal in welchem Medium, ich kann jede historische, fiktive Gestalt mit genügend Skill zu einer neunen interessanten Variante verhelfen. Im Gegenteil so eine Forderung nach einer Ewigkeitsgarantie mach Figuren uninteressant. Also im Gegensatz was du glaubst gibt es x Batmans, Sherlock Holmes, Robin Hoods, Elvis Presley, je nachdem welcher Autor, egal ob Spiel\Serie\Buch ihnen Leben einhaucht.

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Weiß nicht, ob ich da so streng mitgehen würde. Bin natürlich nicht sonderlich emotional involviert (s.o.), aber ich könnte jetzt nicht sagen, dass ich die Brüche krasser fände wie die zwischen den verschiedenen James-Bond-Interpretationen. Vor allem weiß ich nicht, ob ich die von Männern geschriebene Figur der Rihanna-Pratchett-Interpretation vorziehen würde. Es wirkt schon auch ein bisschen, als habe man sich bei der ersten Inkarnation nicht sonderlich viel und tiefgründig gedacht, das wirkt doch alles wie das Resultat einer 90er-Loveparade-Schmusewelt. Der ursprüngliche Name des Vaters wirkt da auch ein wenig im Alkoholrausch beschlossen. Die Survivor-Trilogie entspricht eben einem neuen Frauenbild. Eigentlich das gleiche wie bei den jüngeren Bond-Girls oder in Atomic Blonde.

Das ist ja jetzt ein völlig anderer Kritikpunkt. Deine ursprüngliche Kritik auf die ich mich bezogen habe war, dass ihre Biografie starke Widersprüche aufweist. Du stimmst hier also schonmal zu, dass das eigentlich nicht dein Problem ist. Find ich gut!

Ja, hier werden wir nicht übereinkommen, das ist eindeutig Geschmackssache. Batman und Sherlock Holmes haben nämlich auch beide je nach Inkarnation sehr unterschiedliche Persönlichkeiten, halt immer nach Zeitgeist oder Geschichte. BBCs „Sherlock“ ist völlig anders als „Elementary“ oder die originalen Bücher, nicht zuletzt weil der Hauptcharakter auch eine unterschiedliche Persönlichkeit hat.

Ich finde es eine Stärke von TR, dass sie nicht über 30 Jahre an einer Charakterisierung festhalten. Ich verstehe aber, dass man der alten Persönlichkeit mehr abgewinnen konnte und „seiner“ Lara hinterhertrauert.

Ich habe hier überhaupt keine Ewigkeitsgarantie gefordert. Und „erfolgreich“ ändern kannst du solche Figuren nur bis zu einem gewissen Grad. Sobald die Änderung zu stark in ihren Charakter eingreift, wird es eine erfolglose Änderung. Und den Fall haben wir hier, sonst gäbe es nicht diese unnötigen Diskrepanzen innerhalb der Serie. Wenn du hier die Sherlock Holmes Filme als Beispiel nimmst, frage ich dich: wer will einen Sherlock Holmes Action Helden überhaupt sehen? Da mag es einige geben, die das schön finden, aber die Mehrheit, die die Romane gelesen hat, kann mit sowas wohl eher nichts anfangen. Und mit Tomb Raider ist das genau das gleiche, jedenfalls geht es mir so. Und nicht nur mir. Ich behaupte hier, dass die Mehrheit der Leute, die die frühen Tomb Raider Teile gespielt hat, mit den neuen Teilen nichts anfangen kann und die Änderungen, die an Laras Charakter vorgenommen wurden, sind einer der entscheidenden Gründe dafür. Inwiefern meine Meinung da repräsentativ ist, kann ich natürlich nur vermuten, aber ich kenne jedenfalls die Ansichten einiger Leute, die die alten Teile bevorzugen. In den neuen Teilen steht der Realismus im Mittelpunkt und nicht der Spielspaß. Und darum geht es. Ich weiß übrigens auch nicht, wo in den Robin Hood Filmen eine charakterliche Veränderung der Hauptfigur stattgefunden haben soll. Klar sehen die Darsteller anders aus und reden halt auch so wie in der Zeit, als ihre Filme gedreht wurden. Das ändert aber nichts am Charakter der Hauptfigur. Was die Änderungen in Tomb Raider betrifft, ist das so, als würde man Batman zum Parkwächter oder zum Streifenpolizisten degradieren. Tatsächlich war der Charakter der frühen Lara wenig ausgeprägt, schon deshalb weil das in einem Actionspiel nicht besonders wichtig ist. Und im Verlauf der Serie hat man dann immer mehr Sachen hinzugedichtet, die sich erstens selbst widersprechen und zweitens kaum noch zu ihren ursprünglichen Charakterzügen passen und genau das habe ich kritisiert.

Den kenne ich gar nicht (mehr). Ich hatte dafür ein Lara-Star-Schnitt-Poster über meinem PC hängen. Die Teile musste man mindestens über ein halbes Jahr mit PC Games-Ausgaben sammeln :grin:

Ich war auch sehr jung :grin:

Oh jetzt wo ich das sehe… An das Poster erinner ich mich auch noch - Vielleicht verwechsel ich da auch gerade was… Das war mir zu groß zum aufhängen!

Ich habe genau 1. Bild zu dem Kalender gefunden: https://img.tradera.net/images/182/587707182_dd9a5b7c-57b4-40ab-bd33-654bbb353bc5.jpg

Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ich den bei Eidos bestellt habe… Der muss irgendwo mal als Dreingabe oder so etwas dabei gewesen sein - Es waren aber auf jeden Fall richtig peinliche Motive drin :grin:

Oh, da ich das auch in meinem Zimmer hängen hatte: Das waren einfach 2 A1-Poster in zwei aufeinanderfolgenden Ausgaben. Ich erinnere mich so gut, da jede der Hälften perfekt auf je eine Tür meines Kleiderschranks gepasst hat.

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Ich glaube, grade deswegen hat mir die Folge so gefallen.

Ich hab nur die ersten zwei Tomb Raider gespielt und die Reihe bzw. das Franchise dann komplett aus den Augen verloren. Deshalb war mein initialer Gedanke auch: „Was kann man 2,5 Stunden lang über die Welt von Tomb Raider erzählen?“ Also mir war schon klar, dass man über die Person Lara Croft viel erzählen kann. Aber über eine ganze Welt?

Ich war dann aber SEHR positiv überrascht. Super Folge! Kurzweilig und interessant. Sehr gut aufbereitet, Stay Forever Qualitätssiegel halt. Spreu und Weizen und so…

Und ich hab jetzt Bock auf Tomb Raider 1 - 3 Remastered. :smiling_face_with_sunglasses:

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