Erfahrungen mit dem Fernstudium

Hallo Leute,

ich spiele mich mit dem Gedanken, ein Fernstudium IT-Security (B.Sc.) zu beginnen. Einerseits hab ich wohl noch 25 bis 30 Jahre Job vor mir und da schadet etwas mehr Bildung nicht.
Andererseits sind die Kids aus dem Gröbsten raus und ich werde in meinem neuen Job wohl mehr Zeit dafür haben, da ich mit einer Arbeitszeit von maximal 50 Wochenstunden rechne.
Jetzt bin ich eh nicht der Mensch, der sich abends gerne vor die Glotze haut und meist lese ich Fachbücher zu Kryptographie, Informatik etc. Daher der Gedanke: Warum die Stunden nicht mit einem Abschluss verknüpfen?
Ich habe eine Ausbildung als FiSi Systemintegration und einen Dipl-Inf (FH), also werden mir evtl. ein paar ECTS angerechnet. Mein neuer AG wäre bereit meinen Arbeitsvertrag zu ändern und so sollte ich die Aufwände auch über die 6000€ Grenze steuerlich geltend machen können. Der Plan wäre in 60 Monaten zum B.Sc. und falls ich dann noch Lust habe in 36 bis 48 Monaten zum M.Sc.
Habt ihr da Erfahrung? Welche Fern-Unis sollte ich mir eingehender ansehen? Sprachlich ist es mir egal, ob jetzt auf DE oder EN.

Fern-Uni kann ich nichts zu beitragen. Ich habe allerdings 2019 ein Berufsbegleitendes Studium an einer staatlichen Hochschule begonnen. Das war kostentechnisch überschaubar (ca. 300-400 Euro pro Semester) und auch zeitlich gut machbar neben dem Beruf, 2x Abends und am Samstag.

Ansonsten sind auch das keine vollen Pflichtveranstaltungen, Erwachsenenbildung heißt halt, mach wie du denkst. Und da dann auch noch Corona Einzug hielt, gab es plötzlich noch digitale Wege. Das wird heute ja nicht schlechter sein.
Aber generell ist das mit dem „Klassen“-Verband schon nicht verkehrt, was gegenseitige Unterstützung oder Lerngruppen betrifft.

Klar, in der Fern-Uni kannst du es dir richtig einteilen (wobei auch da gewisse Regeln und Fristen gelten). Aufgrund der Kosten war das für mich damals allerdings komplett raus.

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Danke. Die Präsenzgeschichten wollte ich mir halt, wenn möglich, komplett sparen. Beruflich arbeite ich total gern mit anderen Menschen zusammen. Bildungstechnisch mach ich lieber für mich allein.
Ich möchte weder Druck vom AG, weil der vielleicht mitfinanziert, noch komm ich gut mit Lerngruppen etc. klar. Das hat mich damals an der FH schon mehr gebremst als beflügelt. Keine Ahnung warum. Ist halt nicht meins.
Kostentechnisch ist es halt nicht sehr attraktiv. Ich rechne mal, an der Obergrenze, mit 5000€ bis 7000€ jährlich.
Aber ich häng in einem ganz blöden Steuerbereich rum. Zu weit über der 42% und ganz weit unter der 45% Grenze. Also brauch ich irgendwas zum Absetzen und warum nicht was machen, was mich persönlich voranbringt?

Warum?

Die FernUniversität in Hagen ist eine (die einzige deutsche) staatliche FernUni, was sich bspw. in der bundesweiten Akkreditierung der Abschluesse und den Semestergebuehren wiederspiegelt.

Bspw. die IU Internationale Hochschule oder Wilhelm Büchner Hochschule sind „nur“ private, staatlich anerkannte Fachhochschulen. Bei einer privaten Fachhochschule kann es bei fehlender bundes- oder europaweiten Akkreditierung passieren, dass der Abschluss nur in den jeweiligen Bundesland anerkannt ist bzw. anerkannt werden muss.

Bzgl. der Gebuehren, bezahlt man an der FernUniversität in Hagen nur pro Semester, nicht wie bei fast allen privaten Fachhochschulen pro Monat.

Man zahlt eine Grundbebuehr plus die Module welche belegt werden, wobei die Module 3 Semestern aktiv bleiben bevor sie erneut bezahlt werden muessen.

Werden jetzt Modul 1 (20 ECTS) und Modul 2 (10 ECTS) belegt, sind im ersten Semestern 366€ faellig (180€ + 110€ + 60€ + 16€). Wobei die Kosten fuer das einzelne Modul von der ECTS-Punkteanzahl abhaengt. Im Zweiten nur 76€, sofern Modul 1 + 2 wiederbelegt werden.

Grundgebühr 60 Euro
Beleggebühr 11 Euro je ECTS-Punkt
Sozialbeitrag Studierendenwerk Dortmund: 16 Euro

Daher empfinde ich ALLE privaten Fachhochschulen, welche eine Monatsgebuehr verlangen, reine abzocke und eine einzige Frechheit!

Meines Wissens nach hat keiner der Bachelorstudiengaenge eine NC-Schranke, diese greift nur bei einzelnen Masterstudiengaengen, bspw. Psychologie.

Eine Sonderheit einiger Bachelorstudiengaenge ist die Modulstrukturierung des Studiengangs. Im Gegensatz zu einer Kursstrukturierung, sind bei einer Modulstrukturierung mehrere Kurse zu einem Modul zusammengefasst.

Bspw. waehrend man an einer Praesensuni im ersten Semester meistens 6 Kurse im Fach Psychologie laut Regelstudienplan ableisten muesste, hat man an der FernUniversität in Hagen nur 2 Module, welche im Endeffekt aber aus 6 Kursen bestehen.

Durch die Modulstrukturierung respektive durch die Zusammenfassung der Kurse in Module, ist die selbststaendige Planung bzw. Einteilung des Studiums extrem eingeschraenkt, da manche Module aus bis zu 4 Einzelkursen bestehen, sprich man das Pensum von Kursen 4 abarbeiten muss, obwohl man evtl. nur Zeit fuer 2 Kurse hat (Teilzeitstudium). Zudem sind die Modulpruefungen bzw. das Vorbereiten auf selbige ungemein schwerer und aufwendiger, da das Fachwissen von mehreren Kursen in einer einzigen Modulpruefung vorgehalten werden muss.

Beispiel,
Modul 1 des B.Sc. Psychologie besteht aus 4 Kursen:

Einführung in die Psychologie
Einführung in die Forschungsmethoden der Psychologie
Psychologie und kulturelle Vielfalt
Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten

Demtsprechend ist der Umfang der Modulpruefung gestaltet, also statt eines Schwerpunktes, sind es 4, zudem hat man in 2 der 4 Kursen eine verpflichtende Pruefungsvorleistung, welche erbracht werden muss, damit man zur Pruefung zugelassen wird. Die Semesterwochenstunden fuer das Modul 1 belaufen sich auf ~28std, wohingegen man an einer Praesensuni bspw. nur 2 Kurse belegen koennte und somit nur ~2x6 Semesterwochenstunden aufbringen muesste.

Man sollte sich der Modulstrukturierung respektive Modulbindung bewusst sein, da Module nicht aufgebrochen bzw. nicht in Teilen abgeleistet werden koennen!

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Danke für die Info. Hatte ich so nicht auf dem Schirm. Magst du den Satz noch zu Ende schreiben?

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Ich hab grade nochmal ein wenig im Angebot der Uni Hagen gestöbert und leider bieten die nur „klassische“ Informatik (außer den Essigtrinkerstudiengängen wie Wirtschaftsinformatik und Mathematik) an. Bringt mir jetzt nicht so viel, da ich dann meinen Dipl.-Inf. quasi nicht mal zu 85% nochmal machen würde.
Beruflich interessant wäre für mich, an der Uni, nur ein MBA Studium, aber das spricht mich persönlich nur bedingt an, da ich lieber Hands-on arbeite.
Ich werde also weiter suchen und wahrscheinlich wird es auf ein monatliches Bezahlmodell hinauslaufen, auch wenn das natürlich Abzocke ist.
Aber auf jeden Fall war die Akkreditierung ein guter Hinweis. Ich dachte durch den Bolognaprozess wäre das der quasi Standard.

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wut? :sweat_smile:

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Das ist leider ein Bild, dass sich bei mir an der FH eingebrannt hat. Wirtschaftsinformatiker waren immer der BWL-Justus oder die BWL-Justine mit Computer, aber auf Kommerz und persönlichen Income getrimmt und haben damit auch gern geflext. Mathematiker waren irgendwie immer in ihrer eigenen Welt (was ich eigentlich ziemlich cool finde, ich war einfach zu dumm, um zu verstehen, was sie erfreut).
Für mich haben beide Richtungen ihr Ziel zu ernst genommen und der Spaß an der Arbeit ist auf der Strecke geblieben.

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