Gunnars (unvollendete) Reise zu besseren Tools und weniger Plattform-Abhängigkeiten

Bin aktuell auf Fedora 44 unterwegs (vorher lange Linux Mint). Was mich auch heute noch begeistert: in meinem Setup habe ich 2x 2TB NVME-SSDs in meinem Desktop verbaut und kann die mit btrfs als Dateisystem als ein RAID0 Volume mit 4TB zusammenschalten, inkl. Snapshot Funktion

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Dumm gefragt: Heißt das nicht, dass Du einfach nur einmal 4TB statt 2x2TB hast und sollte eine SSD überraschend komplett hinüber sein darfst Du neu aufsetzen?

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Jep, genau das kann passieren. Aber für so einen Fall hat man ja funktionierende Backups.

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Du hast natürlich nebenbei den Vorteil, dir nicht immer überlegen zu müssen „auf welche Platte packe ich das jetzt?“ und es sollte auch alles schneller gehen. Aber ein bisschen Risiko ist da.

Das war der Gedanke für das ganze Konstrukt. Aber natürlich bleibt ein Risiko weshalb Backup wichtig ist.

BTW versuchen wir im Unternehmen auch mehr von Big Tech wegzukommen. Unser Repository für Code habe ich vor Kurzen auf ein Self-Hosting Forgejo umgestellt. Unsere selbstgeschriebenen Tools sind nach Rust portiert. Jetzt steht noch JIRA und MS Ablöse aus.

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schon einiges geschafft, cool. Nur wie man von MS wegkommen soll weiß ich nicht, die Open Source Alternativen sind im Business-Bereich leider noch nicht ausgreift genug. Vielleicht wird Euro-Office was, das wäre klasse.

Ich hab keine persönlichen Erfahrungen mit Niri, aber das scheint mir ein vergleichsweise einfacher Einstieg in die Welt der Tiling Window Manager:

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Der mMn einfachste/beste Weg zu TWM ist Omarchy. Da gibts ein Arch + Hyprland komplett (recht sinnvoll) vorkonfiguriert. Bin super happy damit.

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Von Omarchy würde ich abraten, nicht nur weil der Betreiber (DHH) ein Fascho ist und Hyprland mindestens das selbe Geschmäckle hat, sondern weil a) die Distro nicht wirklich eine ist (das ist Arch Linux mit DHHs persönlichen Dotfiles, Expertise was das Betreiben einer Distribution betrifft ist da keine vorhanden) und b) Arch Linux schon deutlich fortgeschrittener in der Nutzung ist. Wenn man das lange genug benutzt muss man da eigentlich immer unter der Haube schrauben.

Es gibt mit Fedora Sway Atomic eine offizielle Variante von Fedora Silverblue, die vorkonfiguriert mit Sway daherkommt. Fedora Silverblue ist eine immutable Distribution wie Bazzite (Bazzite baut auf Silverblue auf wenn ich mich recht entsinne), d.h. wenn irgendwas kaputt geht startet man die Kiste neu, sagt “vorherige Konfiguration bitte” und alles läuft wieder wie vor der Änderung die es vor die Wand gefahren hat. Im Gegensatz zu Nix und Guix kommt das Ganze hier aber nicht als DIY-Baukasten, sondern eben als vorkonfiguriertes System mit Support.

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Urgh. Und Framework sponsort die auch noch. Wie uncool.

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In einem anderen Thread wurde auf Browser-Fingerprinting hingewiesen:

Wenn man sich dagegen wehren will, kann man neben dem Tor-Browser auch Librewolf verwenden. Das ist (wie der Tor-Browser) ein Fork von Firefox, mit dem Fokus auf Privatsphäre. Man kann in den Einstellungen noch „Resist Fingerprinting“ aktivieren. Der Nachteil ist halt, das manche Seiten dann nicht oder nicht richtig funktionieren. Für die kann man dann noch Ausnahmen eintragen, wenn man möchte.

Ich hab zusätzlich noch uMatrix aktiv und benutze Dark Reader für generell dunkle Farben überall. Das verzerrt die meisten Erkenntnisse auf der Seite ins Ungenaue oder sie sind falsch. :-)

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Hab mir jetzt mal Pinepods aufgesetzt, da ich gemerkt habe dass Apple Podcasts custom Feeds nicht in dem Webplayer synced. Idee ist halt wirklich ne self hosted basis zu haben, wo ich immer meine Podcasts hören kann und ich sync Möglichkeiten habe. Damit Unabhängiger zu sein und nicht auf z.b. Apple Podcasts angewiesen zu sein.

Ersteindruck ist erstmal sehr gut. Was ich gut finde ist, dass man nicht gezwungen ist Folgen erstmal herunterzuladen bevor man sie abspielen kann. Da gibt es wenig Alternativen. Das war mir den Speicherverbrauch nicht wert. Hier kann man auch direkt einfach streamen. Man kann aber trotzdem auch direkt auf den Server laden lassen bzw. in de mobil Apps auch lokal.

WebUI scheint erstmal auch alles soweit zu unterstützen was man so möchte. Custom Feeds, Episodenbilder (Anders als bei Apple Podcasts wo die nicht gehen), Kapitelmarken und Bilder… Für Mobil gibt es eigene Apps aber man bietet auch eine gpodder API die man dazuschalten kann. Brauch ich jetzt so nicht, aber bestimmt Interessant für den einen oder anderen.

Läuft im Docker auch recht lightweight (~100 MB RAM insgesamt vom kompletten compose)

Ist noch leicht buggy, z.b. nach Ältesten Datum zu sortieren geht nicht komplett zurück, aber bei einer custom playlist oder den Mobil Apps geht es… aber ist ja noch 0.9. Denke das fixen die noch.

Mal schauen wie die nächsten Tage so laufen, aber erstmal… guter Ersteindruck.

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Kennt ihr noch den Piraten mit dem „Frag mich über LOOM“ Sticker?

Ich bin das Pendant dazu, nur für Linux und CachyOS.

Ich kann allen nur empfehlen, dieses Betriebssystem auszuprobieren. Es ist zwar auf Arch basierend (damit auf den ersten Blick nicht ganz so „einsteigerfreundlich“), aber wenn man erst einmal ein paar Runden mit der Distro gedreht hat, wird man sie nicht mehr missen wollen. CachyOS bringt die Arch-Basis mit, nimmt einem aber die klassischen Stolpersteine ab: sinnvoll vorkonfiguriertes KDE Plasma auf Wayland, performance-optimierte Kernel und Repos, und ein Installer, der einen nicht erst mit dem Arch Wiki alleine lässt.

Wo Linux früher beim Gaming der Kompromiss war, ist es bei mir inzwischen die bessere Erfahrung. Auf meiner RX 9070 XT (RDNA4) läuft proton-cachyos mit FSR4 und Frame Generation richtig rund, dazu ein sauberes Undervolting-Profil über LACT und MangoHUD zum Mitschauen, was die Hardware gerade macht. Titel wie Kingdom Come: Deliverance 2 oder das Gothic Remake laufen nach etwas Feintuning genauso gut oder besser als unter Windows, und das ganz ohne Telemetrie im Hintergrund. Ironischerweise laufen die älteren Nostalgie-Windows Titel ebenfalls besser durch den Proton Layer als auf Windows 11.

Ich habe alle meine Applikationen, die ich privat im Einsatz hatte, entweder durch sehr gute Ports ersetzt oder nutze inzwischen das Open-Source-Pendant davon. Von der kreativen Arbeit bis hin zu ganz viel IT-Support und Projekten (mein Hauptjob) mache ich inzwischen alles mit Cachy. Systemadministration, Kundensupport etc. läuft alles genauso zuverlässig wie meine Homelab- und Content-Creation-Workflows. Man verzichtet auf fast nichts, man gewinnt eigentlich nur dazu, wenn man bereit ist „über den Tellerand“ herauszuschauen.

Ein Auszug einiger Applikationen die ich nutze:

Also: traut euch. Der Umstieg wirkt größer, als er ist.

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Da ich in diesem Thread noch keinen Verweis darauf gefunden habe hier ein Link eines Projekts bei der Software auf „foss“-Tauglichkeit evaluiert wird. „Work-in-progress“. Das Projekt ist nicht abschließend und vieles was hier genannt wurde ist dort noch nicht enthalten, aber man ist, wie in der Community üblich, eingeladen mitzumachen.

https://isitreallyfoss.com/

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Als Ergänzung dazu: Ich habe auf dem Handy LibreFind, das schaut sich die Apps an, die drauf sind und stuft sie ein. Kann für propietäre Apps auch Alternativen vorschlagen.

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Mist, gibt es auf iOS natürlich nicht :wink:

Ich bin echt am Überlegen wieder auf ein Android (z. B. Graphene) zu wechseln. Die Hürde sieht aber so hoch aus. Gerade wenn die gesamte Familie (Frau + 3 Kinder) alle im gleichen Universum sind, mit Apple Music und so weiter. Wobei ich ohnehin schon etwas ausschere. Ich nutze aus Prinzip kein WhatsApp, was meine Frau manchmal sehr nervt, weil ich dann im Sportverein sagen muss: „Sorry Signal oder dann per E-Mail [ … ], aber meine Frau hat WhatsApp“. Mittlerweile haben wir es immerhin geschafft in der weiterführenden Schule für die Klassenpflegschaft Signal zu nutzen und in der Ersten Klasse ebenfalls.

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Größte schwierigkeit ist das ältere Semester auf Signal zu bringen. Ironischerweise haben viele Telegram auf den Handys :smiley:

Ich habe gerade mal nachgesehen ob mich meine Erinnerung trügt, tut sie nicht :wink:
Telegram ist älter als Signal. Meine Vermutung ist, dass die Leute damals noch einfacher umsteigen konnten, weil Whatsapp noch nicht so verfestigt war. Signal kam einige Jahre später und da ist der Umstieg noch schwieriger geworden.

Ich habe alle drei drauf. Telegram vorallem, weil es da starke Lego-Communities gibt. Da war Telegram mit den Gruppenfunktionen damals fortschrittlicher als WhatsApp.

Signal kann ich privat leider nicht stark nutzen. Aber meine Installation trägt dazu bei, sichtbarer zu sein. So zumindest meine Einbildung. :grin: