Können wir die KIs noch abschalten?

Ich habe mir gerade eine Star Wars Parodie auf YouTube angeschaut (bisher 6 Teile). Unglaublich wie weit der Fortschritt von generativer KI ist (wenn richtig eingesetzt).

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Technisch sieht das “toll” aus, aber erweckt im mir aber das Gefühl von Uncanny Valley. Die Story und den Humor darin fand ich persönlich total unlustig.

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Ausserdem müsste man zum “Ki abschalten” mal ganz allgemein irgendwas oder irgendwen an die Stellen setze oO wollt ich nur mal anmerken :wink:

Weil das oft kommt so aus der KI Skeptiker Richtung Oo

KI ersetzt ja oft ganze Bereiche - sos chnell kriegst du da keine menschlichen Arbeiter plötzlich angelernt - das dauert schon n Weilchen und paar Jahre ;D

Das könnte man auch über das Original sagen :smiley:

Hmm, hättest du dafür mal ein oder mehrere Beispiele?

Also, so wie ich das bislang verstehe (und es auch zahlreiche Praxisbeispiele gibt, wo es tatsächlich so passiert), werden gerade in vielen Bereichen massiv Leute entlassen, die diese Aufgaben eigentlich schon können, einfach nur, weil die KIs das schneller machen und natürlich weniger Personalkosten verursachen. Und das ist nur eine von einigen moralisch mindestens diskussionswürdigen Implikationen, der KI-Nutzung.

„KI-Skeptiker“ klingt auch irgendwie als wäre die einzig andere Gruppe die „KI-Überzeugten“. Scheint mir jetzt auch kein weniger unvernünftig undifferenzierter Standpunkt zu sein.

Vielleicht kann man mal darüber reden, wo die KI-Nutzung sinnvoll (z.B. Wissenschaft), möglicherweise unvermeidlich (z. B. Kriegsführung) oder schädlich (z.B. Kunst, Politik, Marktwirtschaft, Kommunikation, Bildung…) ist?

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nee da hast du mich glaube ich falsch verstanden

dass Leute jetzt wegen KI entlassen werden ist richtig - ich hab gemeint in Zukunft:

Also wenn wir jetzt massiv KI einsetzten statt Leuten und wir machen das - ich sag mal jetzt - 5 Jahre lang oder so dann müsstest du in 5 Jahren ja in den Berufszweigen erst wieder anfangen Menschen aus zu bilden wenn du dann wieder KI durch Mensch ersetzten wollen würdest - und das würde dauern oO

Es wird halt oft so getan - bei was Neuem: Ok wir gehen den Weg als Gesellschaft und wenn es uns nicht passen sollte können wir das “ganz leicht” wieder zurückdrehen…das war auch beim Euro so wo manche dann meinten “D Mark zurück” - wenn du dir mal überlegst wie teuer es wäre jetzt wieder Druckerpressen extra her zu stellen die D Mark drucken dann ist das völlig absurd ! Kostet Milliarden !

Und bei KI:

die meisten “Moralisch fragwürdigen Implikationen” kommen auch aus irrationalen Ängsten - die ich aber total verstehen kann oO

zb hat meine Mutter letztens gemeint: DU, wenn ich mal ins Krankenhaus müsste oder so würde ich aber nicht wollen dass ne KI mich operiert und ich versteh total die Angst so aber objektiv gesehen gibt es keinen wirklich rationalen, objektiven Grund für diese Angst oO

Ich hättte sie selber glaub ich - aber es ist halt - wie Angst oft ist : Irrational oO

Weil programmiert würden würden die OP Ki´s ja dann von denselben Fachärzten die eben jetzt die Ops selber machen - also die programmiert ja dann nicht irgendwie der Hausmeister oder so :smiley:

Aber das halt ne Angst so und die iss halt nie logisch und rational =)

Ich würd die Andere Gruppe nicht “KI Überzeugte” nennen - eher “KI Beführworter” oO

Ich bin mir nicht sicher ob jetzt jeder der Ki eher beführwortet so komplett “unskeptisch” und “Hundert tausend prozentig überzeugt” ist oO

Das find ich bisschen schwarz weiss Denken so

Es geht ja eher um ne Tendenz - die einen sind tendenziell “eher skeptisch” - die anderen “tendenziell “eher beführworterich (ist das überhaupt das Wort dafür ? oO)”

Aber in Kriegsführung wäre Ki doch vollkommen “vermeidlich” :wink:

Weil Krieg an sich vermeidlich wäre wenn wir nicht in einem kapitalistsichen Ausbeutungssystem leben würden was Krieg führen muss um sich selbst am Leben zu erhalten =)

Also Krieg ist ja kein “Natürlicher Zustand” sondern eben die Folge des Kampfes um schwindende Rohstoffe - Trump führt nur Krieg für Öl was in paar Jahren eh wertlos sein wird

Kunst würde ich nicht allgemein sagen das es schädlich ist KI zu nutzen - kommt drauf an womit die Ki gefüttert wird und wie viel sie übernimmt oO

Also wenn Ki den ganzen Künstler ersetzt - dann schon - schon klar - nur:

Ich bin zb grosser Ärztefan und die arbeiten in letzter Zeit in Musikvideos viel mit Ki - nur füttern die die Ki halt mit ihrer Bandhystorie - also mit Kunst die sie selbst 40 jahre lang geschaffen haben oO

Also: Da ist die Erwartungshaltung jetzt nicht: “KI schreib mir ein Album” oder so

sondern nur: “Ki mach aus der von mir bestehenden und erschaffenen Kunst bitte mal was Neues”

Aber die Grundlage für das “Neue” ist ja da dann “Band selbst gemacht”

Nein, KI wird man grundsätzlich nicht mehr „abschalten“ oder von ihrer zentralen Position verdrängen können. Dafür ist sie inzwischen in zu vielen Bereichen unverzichtbar geworden und das betrifft auch ihren Stellenwert in der Forschung. In diesem Sinn ist KI mehr als nur ein vergänglicher Technologie-Trend. Das haben einige leider noch nicht so ganz begriffen. KI ist eine ebenso bedeutsame Errungenschaft wie das Internet und sie ist schon jetzt in vielen Bereichen unentbehrlich geworden, auch wenn sie auf einigen Gebieten noch mehr oder weniger überschätzt wird und vor allem falsch eingeschätzt wird. Sie löst heutzutage Aufgaben, die man ihr noch vor wenigen Jahren niemals zugetraut hätte und sie wird laufend optimiert und den Bedürfnissen angepasst und ist in der Lage, sich bis zu einem gewissen Grad selbst zu optimieren. Datenanalyse, Mustererkennung, Kundenservice-Chatbots, Dokumentenverarbeitung, Produktionsüberwachung, Texte schreiben, Bilder generieren, Musik komponieren, Programmcode vorschlagen, Echtzeitübersetzung, Assistenzsysteme, Barrierefreiheit, Simulationen, Optimierung komplexer Systeme, neue Materialforschung. Das sind die Bereiche in denen KI schon jetzt eine Revolution ausgelöst hat, wenn auch nicht überall mit gleich starkem Einfluss und nicht in jedem Fall mit brauchbaren Ergebnissen. Man kann natürlich lange darüber diskutieren, was das für Vor- und Nachteile KI mit sich bringt und welche verschiedenen Arten von KI entwickelt und angewendet werden und darüber spekulieren, in welche Richtung die zukünftige KI-Forschung gehen wird. Aber als Phänomen des 21. Jahrhunderts formt KI den Verlauf einer technologischen Evolution und sie wird KI bleiben und sie wird zunehmend wichtiger, weil sie im Endeffekt trotz aller ihrer spezifischen Defizite, als subsidiäres System einen klaren Mehrwert bietet. Dort wo sie versagt, wird sie überwiegend falsch eingesetzt und dort werden ihre Schwächen dann auch deutlich erkennbar. Wer sie aber nicht nutzt und boykottiert, wird zunehmend benachteiligt. Die Frage, ob man KI noch aus dem Verkehr ziehen kann, stellt sich daher ebenso wenig, wie bei allen anderen nachhaltigen digitalen Errungenschaften. Sie ist die zweite große Technologie-Stufe nach der globalen Vernetzung und sie baut direkt darauf auf.

Der klassische falsch verstandene Luddismus. Bestimmte Interessensgruppe ziehen immer dieses Beispiel der “Maschinenstürmer”, die die Webstühle kaputt hauten, als Fortschrittsfeindlichkeit heran.

Dabei waren die Luddisten in Wirklichkeit gar nicht fortschrittsfeindlich, sondern es ging ihnen um die Frage, warum sie nicht an diesem Fortschritt beteiligt werden - das heißt also: Die Frage nach dem Eigentum von Produktionsmitteln (kein reines Endorsement von Marx hier, genug andere Probleme mit dem).

Wer will denn eigentlich arbeiten? Arbeiten um zu leben oder leben um zu arbeiten?

Manche hoffen wegen “K.I.” muss also nun zwangsläufig bald ein Grundeinkommen eingeführt werden.

Andere geben nicht so viel Hoffnung auf die Politik.

Umwälzungen und Unruhen werden wohl unvermeidlich sein, wie bei der industriellen Revolution. Dennoch würde heute denk ich kaum jemand zurück und vor 200-300 Jahren leben wollen.

Die Zukunft ist immer schwierig zu prognostizieren, aber auch im reinen Kapitalismus ist Leute entlassen wohl die falsche Strategie. Diese Betriebe werden langfristig verlieren gegenüber denen, die ihr Personal richtig einsetzen können (produktiv weiterbilden).

Ich will arbeiten. Weil mir meine Arbeit wichtig ist. Ich bin Lehrer.

Außerdem ist Arbeit allgemein psychisch wichtig für Menschen, weil sie Tages-und Zeitstruktur vermittelt, für soziale Kontakte sorgt, für Status („Ich bin Tischler und baue Dinge für euch“) und Teilhabe an kollektiven Zielen der Gesellschaft (ich bin Teil der Wertschöpfung).

Wer mit „KI“ Menschen ersetzt, füttert nicht nur die technologische Arbeitslosigkeit, sondern auch die Anzahl der Patienten mit Depressionen. Aber wo kämen wir hin, wenn wir soziale Verantwortung neben Profitstreben als Maßstab ernst nehmen würden. Gott bewahre!

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Die Abläufe im Kapitalismus sind Selbstzweck. Bisher konnte man argumentieren, dass der Mensch als Ressource der Unternehmen davon individuell mitprofitiert. Durch KI verliert der Mensch selbst diese Funktion. Das Kapital wächst mit der künstlichen Produktivität weiter, die Oligarchen dieses Systems werden astronomisch reicher. Das Fußvolk, die Masse, wird nutzlos. Selbst durch ein bedingungsloses Grundeinkommen, der Mensch wird eine wichtige Erfahrung, die ihn als Spezies ausmacht, verlieren. Tiere müssen in diesem Sinne nicht arbeiten. Aber ein Wildtier z.B., das in Pflege ist, wird traurig, wenn man das Futter nicht mit etwas Aufwand versteckt, sonderm es einfach so darbietet. Und Arbeit ist mit das Eigentümliche, was uns Menschen ausmacht, natürlich sinnstiftende Arbeit.

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Erst wollte ich dir zustimmen. Dann wollte ich gegenargumentieren. Doch nach dreimaligem Lesen muss ich zugeben, dass ich einfach nicht so ganz verstehe, warum du mein Zitat als Aufhänger für deinen Post genommen hast? Nicht mal dein erster Absatz scheint sich folgerichtig darauf zu beziehen.

Wie dem auch sei. Im Großen und Ganzen stimme ich dir zu.

Allerdings…

Bin auch für’s bedingungslose Grundeinkommen. Aber das finde ich hardcore naiv.

Es geht nicht ohne Politik und vor allem nicht ohne Bildung. Aber die KI-beschleunigte Fehlinformation der Menschen macht das nicht leichter und ist im Übrigen eines dieser ganz praktischen, gegenwärtlichen Probleme, für die man keine Glaskugel braucht, um ihre Folgen abzusehen.

Erstens, ist das eine Betrachtungsweise aus einer bequemen „Wir werden schon mit einem blauen Auge davonkommen.“-Position eines Einwohners wohlhabender Industrienationen, die ignoriert, dass das nicht zu „werden“ braucht, sondern dass es genau JETZT schon gewaltige negative Folgen für viele Menschen (Lebewesen)an anderen Orten der Welt hat.

Zweitens, wäre es doch total schön, wenn wir wirklich auch unserer Geschichte lernen könnten und es nicht wieder erst viel schlimmer werden muss, bevor es besser werden kann, was noch nicht mal der Fall sein muss, denn…

Ja, vielmehr nein. Klar, kann man nicht alles vorhersagen. Aber es gibt nunmal Bereiche, die sich sehr wohl ziemlich praktisch prognostizieren lassen, zumindest soweit, dass echter Handlungsbedarf entsteht. Wenn sämtliche Warnungen aber nicht nur konsequent ignoriert werden, sondern auch noch das komplette Gegenteil gemacht wird, dann zerfickt man halt zum Beispiel den Planeten. Und dann hat sich’s auch mit dem lieben Fortschritt.
Das ist ein Aspekt der Debatte, der mir viel zu oft unter den Tisch fällt, als wäre das ein realitätsfernes Konstrukt wie interstellare Raumfahrt. Es kann keine sich stetig wiederholende Abfolge der immer gleichen Fehler und anschließender Korrektur sein. Irgendwann sind die Fehler so groß, dass sie unkorrigierbar werden. Da ist es essentiell VORHER das Für und Wieder abzuwägen.

Ach so, und um das nochmal ganz allgemein klarzustellen: Ich bin überhaupt nicht gegen Fortschritt und gegen KI-Nutzung für sinnvolle Zwecke. Ganz im Gegenteil. Ich denke nur, dass das stark reguliert werden muss, weil so wie sie jetzt funktioniert, ihre Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft ganz unmittelbar zu zerstörerisch sind, dass man ihre unbeschränkte, gar noch propagierte Nutzung mit irgendeinem Nutzen (hier warte ich weiterhin auf überzeugende Beispiel, außerhalb von Wissenschaft) rechtfertigen könnte.

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