Ein unerwartetes Thema, aber ein super interessantes. Diese ganzen Ursprünge waren mir tatsächlich so 0 bewusst, ich bin erst mit IPX und TCP/IP in diese Welt eingestiege. Die Idee, eine glorifizierte Heftzwecke in ein Stück Kupfer zu rammen, um sich ins „Netzwerk“ einzuwählen ist ja nach gerade bizarr. Super spannend.
Ich habe allerdings ein wenig Kritik am Schluss der Folge. Als ihr am Anfang der 90er ankommt, gibt es auf einmal einen Schweinsgalopp durch die Technologie, wo die verschiedenen Begriffe nur so fliegen (BLC-Stecker, T-Stücke, Hubs, Switches…). Wo der Unterschied zwischen einem Hub und einem Switch liegt, das weiß ich durch meinen technischen Hintergrund noch, aber Altersgenossen ohne diesen sind da komplett aufgeschmissen (ob die überhaupt wissen, was ein Hub ist?) - und was ein T-Stück ist, das kann auch ich selbst nur raten. Das fand ich ein bisschen verwirrend und schade, weil ihr sonst immer sehr viel Wert darauf legt, auch Dinge (zumindest mit ein, zwei Sätzen) zu erklären, die den meisten (aber nicht allen) Menschen bekannt sein dürften. Und hier sind alle, die nach (sagen wir mal) 1985 geboren sind, etwas verwirrt und müssen Google bemühen. Da hätten es gerne noch ein, zwei Minuten mehr Redezeit sein dürfen, auch wenn es sich hier natürlich eher um den „Abschluss“ der Folge handelt, wo der eigentliche Hauptteil schon abgeschlossen wurde.
Die Hub/Switch-Diskussion kommt ja vielleicht auch in der Folge zu LAN-Partys noch auf. Aber für alle, die nicht wissen, wovon die Rede ist:
- BNC-Stecker sind quasi einfach Kupferkabel, die sich dann am Ende so eine „Schraube“ haben, damit man sie sicher an ein Endgerät oder einen Adapter „einrasten“ lassen kann.
- T-Stecker haben zwei Endpunkte für eben diese Schrauben (damit das Signal weitergeleitet wird) und noch einen dritten Endpunkt, wo man sein „eigenes“ Kabel anschließt
- Hubs haben N Anschlüsse und wenn an einem Anschluss ein Paket für Paul ankommt, wird das an alle anderen Anschlüsse weitergeleitet (sollen alle, die nicht Paul sind, halt weghören)
- Switches haben auch N Anschlüsse, fragen aber vor dem Weiterleiten des Pakets einmal auf jedem der Anschlüsse „Wer ist eigentlich Paul?“ und merken sich, an welchem Anschluss jemand „Hier, ich!“ schreit. Nachrichten für Paul gehen also zukünftig nur noch dorthin.
Was (absolut zurecht, sowohl vom Zeitumfang als auch von der Ära her) nicht erwähnt wurde, in mir aber grausige Erinnerungen weckt, war natürlich DHCP. Statt dass man jedem Rechner von Hand eine IP-Adresse gibt, kann jeder Rechner einmal fragen „Ey, welche Adresse bekomme ich?“ und der DHCP-Server sagt „Rechner A, du bist jetzt die 192.168.1.4, merk dir das!“
Das ist etwas, was Switches normalerweise nicht tun, aber Router schon. Wir haben auf vielen, vielen privaten LAN-Partys irgendwelche alten Router als Switches missbraucht und uns immer geärgert, dass wir die IP-Adressen manuell einstellen mussten. Erst im Studium hab ich dann verstanden, warum das so ist: Die Router wussten nichts voneinander und so war es bei jedem Rechner Glückssache, welcher Router ihm zuerst geantwortet hat…und wenn dann beide Router dieselben IP-Adressen vergeben (oder noch schlimmer, so dermaßen unterschiedliche, dass die Rechner sich nicht mehr finden) war essig.