Netzwerke (SFT 21)

Wunderbar, ne neue Technikfolge! Danke sehr!

Hab irgendwo noch einen kleinen Schatz an BNC–T-Stücken, Abschlusswiderstände usw rumliegen. (BNC: Beinahe Null Contakt :wink:). Meine erste Netzwerkkarte war token ring, kostenlos von ner Uni bekommen die umgerüstet hat. Lief sogar kurz in meinem kleinen Linuxnetz, bis dann doch 3com 10 Base T Karten kamen…

Eine Anmerkung @Gunnar_Lott , @Henner_Thomsen : ich habe noch nie IEEE so ausgesprochen gehört. In meiner Bubble sagt man “I triple E”, was auch viel leichter auszusprechen ist… Was “richtig” ist, weiß wohl nur die I triple E :grin::wink:

Freue mich schon sooooo auf den Rest…

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Sehr schön! Wieder mal ein Ausflug in eine für mich komplett fremde Welt. Meine einzige Berührung mit LAN-Geschichten war 1999 oder 2000, als ich meinen Rechner durch halb Köln mit der U-Bahn transportiert habe, damit wir zu dritt Unreal Tournament spielen konnten. Meiner Erinnerung nach hat der Aufbau samt Beseitigung aller Verbindungsprobleme fast so lange gedauert wie die eigentliche Spiel-Session.

Tja damit das Christian niemals an einer Lan teilgenommen hat, schlage ich ein Stayforever Special vor. Christian, Fabian, Gunnar und Henna nehmen 2027 auf der gamescom lan teil, mit ihren Rechner. Ich schlage Warcraft 2 vor.

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Sehr schöne Folge! Und ein fantastisches Thema!! Danke Henner und Gunnar. Bin bisher leider nur bis zur Hälfte gekommen.

Technikprobleme waren damals auf LAN Partys typisch: das Aufsetzen und Einstellen des Netzwerks dauerte immer seine Zeit.

Es gibt ja mehr als das, zu meiner Zeit. DivX Rips, Mp3s …

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Damals am Berufskolleg im Fach Netzwerktechnik eher mit einem halben Ohr zugehört, daher froh, mir von Prof. Thomsen noch mal alles von vorne erklären lassen zu können

Der Vater meines besten Kumpels war damals bei Texas Instruments und hat es immer als Bildungsauftrag gesehen, uns DOS, Sprachen, Netzwerk usw. beizubringen. Von daher war ich nie auf ner LAN (Dorf und nächste Stadt echt weit weg), aber wie AUI, Vampirklemmen, Novell funktionieren hatte ich drauf. Als Belohnung wurde dann immer zu dritt oder viert gezockt und ab und an hat der gute Mann auch ein paar Halbe springen lassen. Spieletechnisch kann ich mich nur noch an Heretic und Descent erinnern, die wir wirklich im IPX LAN gespielt haben. Das ging ja auch nur, wenn die andern Eltern Zeit zum Fahren hatten (kein ÖPNV und PC am Rad ist blöd).
Meist kam danach ne Runde HeroQuest.

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Deathmatch war super spannend damals! Ich kann mich noch an Quake im Netzwerk erinnern. Das war eine Offenbarung, wie man da mit den Granaten in echtem 3D um sich schmeißen konnte, inklusive Abprallmechanik. Seitdem nenne ich es immer Quake - Stuck in Walls, weil ich immer beim Rennen in irgendwelchen Wänden festhing.

Und dann viel später Painkiller im LAN, im Forschungslabor auf den Laborrechnern, natürlich nur nach Feierabend. In dem Spiel konnte man sich gegenseitig so herrlich mit den Speeren a die Wände pfählen. Solche Tode waren immer extra frustrierend, weil einem der eigene an die Wand genagelte Körper noch gezeigt wurde. Bei Painkiller haben wir irgendwann einmal so geschrien, dass jemand an die Tür geklopft hat, weil er dachte, es wäre im Labor ein Unfall passiert und wir würden sterben.

Als ein Freund mit MP3 um die Ecke kam, meinte ich damals: Ist ja gut und schön, aber ich hab eh keinen Speicherplatz.
Ich hab damals viel mit Grafik/3D Grafik gemacht und Speicherplatz war wirklich ein furchtbar knappes Gut. Ich hatte ein ZIP Laufwerk und bin dann immer wieder mal zu dem einzigen Menschen mit CD Brenner den ich kannte wo ich die ZIP Disks dann in stundenlanger Kopierarbeit wieder geleert habe. Das war vom Speicherplatz her wirklich eine schlimme Zeit für mich.

Später wurde das natürlich anders, als die Brenner bezahlbar wurden. Und dann war natürlich auch Napster am Start.

Ich bin noch nicht weit in der Folge, bin aber schon gespannt. Neben den hier schon öfter erwähnten fehlenden T-Steckern und Abschlusswiderständen, etc. ist meine lebhafteste Erinnerung an den Röhrenmonitor, der stets angeschnallt auf dem Rücksitz mitgefahren ist. Erstaunlicherweise ist vom Spielen selbst eher wenig hängen geblieben. Wir haben uns allerdings meisten eher in einer kleineren Gruppe getroffen und kooperativ gespielt, später z.B. Diablo 2.

Fürs Leben gelernt: Ein 21“ Monitor passt beim Fiesta auf die Rückbank :slight_smile:

Und: Immer die Verteilerdosen prüfen, wenn sie anfangen nach Kunstoff zu duften, hängen zu viele Monitore dran. Wir hatten mal eine die sich sogar verformt hat, danach waren wir vorsichtiger.

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Niemals werde ich nach meiner allerersten LAN Party vergessen, was eine IPX/SPX „node id“ ist:
Duke Nukem 3D hat damals (aus unserer Wahrnehmung. Hey, wir waren 16! :smiley: ) beliebig entschieden, welcher Teilnehmer einer Multiplayer-Partie der Server wird. Da bei Spielen vor Quake der Renderer, die Gamelogic und das Netzwerk-Update alle im selben Thread liefen, wurde das ein riesiger K(r)ampf, wenn der langsame 386 SX/16 und nicht mein schneller P90 der Server wurde.

Was war das für ein Heureka! Moment, als wir nach zwei Tagen dauerzocken diese Einstellung im Netzwerk-Treiber gefunden haben, und sich herausstellte, dass das Spiel einfach den Teilnehmer mit der niedrigsten id nimmt.

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Bei Duke 3D galt eh die Regel: Die Zeit die man braucht um ein Netzwerkspiel zu startem steigen exponentiell mit der Anzahl der Spieler. Was wir da Zeit investiert haben bis das endlich alles lief, und dann meinte der erste er müsse jetzt los und zieht das T-Stück ab :wink:

Ein unerwartetes Thema, aber ein super interessantes. Diese ganzen Ursprünge waren mir tatsächlich so 0 bewusst, ich bin erst mit IPX und TCP/IP in diese Welt eingestiege. Die Idee, eine glorifizierte Heftzwecke in ein Stück Kupfer zu rammen, um sich ins „Netzwerk“ einzuwählen ist ja nach gerade bizarr. Super spannend.

Ich habe allerdings ein wenig Kritik am Schluss der Folge. Als ihr am Anfang der 90er ankommt, gibt es auf einmal einen Schweinsgalopp durch die Technologie, wo die verschiedenen Begriffe nur so fliegen (BLC-Stecker, T-Stücke, Hubs, Switches…). Wo der Unterschied zwischen einem Hub und einem Switch liegt, das weiß ich durch meinen technischen Hintergrund noch, aber Altersgenossen ohne diesen sind da komplett aufgeschmissen (ob die überhaupt wissen, was ein Hub ist?) - und was ein T-Stück ist, das kann auch ich selbst nur raten. Das fand ich ein bisschen verwirrend und schade, weil ihr sonst immer sehr viel Wert darauf legt, auch Dinge (zumindest mit ein, zwei Sätzen) zu erklären, die den meisten (aber nicht allen) Menschen bekannt sein dürften. Und hier sind alle, die nach (sagen wir mal) 1985 geboren sind, etwas verwirrt und müssen Google bemühen. Da hätten es gerne noch ein, zwei Minuten mehr Redezeit sein dürfen, auch wenn es sich hier natürlich eher um den „Abschluss“ der Folge handelt, wo der eigentliche Hauptteil schon abgeschlossen wurde.

Die Hub/Switch-Diskussion kommt ja vielleicht auch in der Folge zu LAN-Partys noch auf. Aber für alle, die nicht wissen, wovon die Rede ist:

  • BNC-Stecker sind quasi einfach Kupferkabel, die sich dann am Ende so eine „Schraube“ haben, damit man sie sicher an ein Endgerät oder einen Adapter „einrasten“ lassen kann.
  • T-Stecker haben zwei Endpunkte für eben diese Schrauben (damit das Signal weitergeleitet wird) und noch einen dritten Endpunkt, wo man sein „eigenes“ Kabel anschließt
  • Hubs haben N Anschlüsse und wenn an einem Anschluss ein Paket für Paul ankommt, wird das an alle anderen Anschlüsse weitergeleitet (sollen alle, die nicht Paul sind, halt weghören)
  • Switches haben auch N Anschlüsse, fragen aber vor dem Weiterleiten des Pakets einmal auf jedem der Anschlüsse „Wer ist eigentlich Paul?“ und merken sich, an welchem Anschluss jemand „Hier, ich!“ schreit. Nachrichten für Paul gehen also zukünftig nur noch dorthin.

Was (absolut zurecht, sowohl vom Zeitumfang als auch von der Ära her) nicht erwähnt wurde, in mir aber grausige Erinnerungen weckt, war natürlich DHCP. Statt dass man jedem Rechner von Hand eine IP-Adresse gibt, kann jeder Rechner einmal fragen „Ey, welche Adresse bekomme ich?“ und der DHCP-Server sagt „Rechner A, du bist jetzt die 192.168.1.4, merk dir das!“
Das ist etwas, was Switches normalerweise nicht tun, aber Router schon. Wir haben auf vielen, vielen privaten LAN-Partys irgendwelche alten Router als Switches missbraucht und uns immer geärgert, dass wir die IP-Adressen manuell einstellen mussten. Erst im Studium hab ich dann verstanden, warum das so ist: Die Router wussten nichts voneinander und so war es bei jedem Rechner Glückssache, welcher Router ihm zuerst geantwortet hat…und wenn dann beide Router dieselben IP-Adressen vergeben (oder noch schlimmer, so dermaßen unterschiedliche, dass die Rechner sich nicht mehr finden) war essig.

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Danke für die Erklärung. Für mich war das so absolut klar, da hätte ich nie drüber nachgedacht. Ich komm halt echt noch aus der Zeit, wo man einen besseren Nagel durch ein Kabel getrieben hat, um 10Base5 zu haben.
Das jemand den Unterschied zwischen Hub (dauer-Broadcast an alle) und Switch (weiß wo die Empfänger MAC angesteckt ist) nicht kennt, liegt so weit außerhalb meines Seins, das hätte ich nie erklärt.
Danke für deinen Post.

Es gab in den frühen Jahren der Netzwerktechnik wohl nur ganz wenige Leute, die sich vorstellen konnten, dass die Vernetzung von Computern mal ebenso umfassend und selbstverständlich sein würde wie das Telefonnetz.

Die Vernetzung von PCs ist heutzutage leider nicht mehr ganz so unkompliziert wie noch zu Zeiten von NETBIOS. Das nachfolgende TCP/IP System bietet zwar weitaus mehr Möglichkeiten, aber eben zugleich auch mehr Möglichkeiten, was falsch zu machen. Das Prinzip der Layer und der Adresszuweisungen war aber schon ziemlich gut durchdacht und erstaunlich zukunftssicher, auch wenn es heutzutage immer mal wieder kritisiert wird.

Auf jeden Fall finde ich interessant, wie viel der Ethernet-Standard in Kombination mit den Netzwerkprotokollen zur universellen Vernetzung beitragen konnte indem er bereits früher vorhandene Netzwerk-Konzepte sinnvoll vereinte und sich danach laufend weiterentwickelte. Das ist durchaus vergleichbar mit den enormen Fortschritten bei der CPU-Entwicklung.

Den imaginären Begriff „Äther“ als Raum für elektronische Übertragung zu verwenden, finde ich auch ziemlich einfallsreich. Ich habe mir über den Namen Ethernet nie groß Gedanken gemacht und dachte immer, das sei einfach irgendein erfundenes Kunstwort. Das ist typisch für Technik, die man im Alltag verwendet und als selbstverständlich betrachtet, ohne sich mit ihrem grundlegenden Aufbau zu befassen.

Die Bedeutung von IBM wurde aber schon damals überschätzt. Hier finde ich besonders witzig, wenn Leute wie wildesten Theorien entwickeln, nur weil sie sich nicht vorstellen können, dass die Firma technisch überfordert war. Die IBM-Leute haben nicht den Markt falsch eingeschätzt, sondern es fehlte ihnen einfach das nötige Netzwerk-Wissen, um rechtzeitig die passende Hardware für ihr überteuertes PC-System auf den Markt zu bringen. Das zeigte sich ja dann auch mit dem verspäteten und unterlegenen „Token Ring“, das auf reine IBM-Systeme beschränkt blieb.

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TCP/IP und und das ISO/OSI Modell sind halt inzwischen so etablierte Standards, da kann ich jeden davor setzen und er weiß was er tun muss.
Schwierig finde ich eher die Hardware, speziell Switche. Viele setzen auf ein Klicki-Bunti Interface, das echt zu Fehlkonfigurationen verleitet. Speziell das Können Configs, via CLI, einzuhämmern fehlt mir heute oft bei neuen Kollegen. Gerade bei Layer 3 Switchen deckt die GUI meist nur ca. 60% des Funktionsumfangs ab. Wer mit einem Force10 oder Cisco Catalyst der 9er Serie per CLI klar kommt, der kommt auch mit allem anderen klar.
Und dann stolpert man z.B. über Unifi Geräte, die Änderungen in der GUI „irgendwann“ wirklich auf den Switch durchschreiben, essentielle Funktionen im hundertsten Untermenü verstecken und teilweise extrem schräges STP Verhalten an den Tag legen.
Von Alcatel-Lucent und der Meraki-Serie fange ich jetzt gar nicht erst an.
Also das Konzept ist ewig alt, die Geräte schaffen es teilweise aber heute noch nicht, richtig zu funktionieren.

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Wie immer eine mega Folge!
Aber nach einem kürzlichen Besuch am CERN (übrigens sehr zu empfehlen, wenn man mal in der Gegend ist), muss ich leider kurz anmerken, dass die Aussage

„… Es würde ja auch niemand auf die Idee kommen, zwei Teilchenbeschleuniger nebeneinander zu bauen und miteinander zu vernetzen. Das ergibt einfach keinen Sinn …“

so nicht ganz stimmt.

Bei Teilchenbeschleunigern ist es sogar ziemlich sinnvoll, mehrere miteinander zu vernetzen. So können die Teilchen schrittweise vorbeschleunigt werden, bevor sie in den finalen Beschleuniger kommen.

Am CERN sind dafür mehrere Anlagen zu einer Kette verbunden (für den LHC z. B. 4–5).

In dem Kontext ergibt die Vernetzung also durchaus Sinn

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Vielen Dank für die Folge. SFT ist mittlerweile eines meiner Lieblingsformate. Weiter so!!

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TCP/IP ist zwar inzwischen alt, aber nicht einfach. Es hängt natürlich auch von der Größe und der Art des Netzwerks ab. Die Vergabe von IP-Adressen geht nicht immer vollautomatisch, sondern muss manchmal sehr sorgfältig geplant werden, je nachdem, ob man einen DHCP-Server einsetzt. IP-Adressen und Netzmasken unter Windows und vor allem unter Linux richtig zu konfigurieren, ist alles andere als einfach, außer natürlich, wenn man es regelmäßig macht. Man bekommt auch keine expliziten Fehlermeldungen, die darauf hinweisen wo ein Verbindungsfehler vorliegt. Das muss man dann alles irgendwie selbst herausfinden.

In lokalen Netzwerken wo ein Switch ausreicht, mag das schon stimmen, dass man sich einiges davon sparen kann, aber wenn wie du sagst, man sich dann mit der Konfiguration von unterschiedlichen Switches herumschlagen muss, dann ist das natürlich auch eine Folge von TCP/IP, wie z.B. den damit notwendig gewordenen Sicherheitsstandards mittels STP und dem ganzen anderen Kram, der mit dem Einsatz von Routern einhergeht. Ich habe damit aber wenig Praxiserfahrung, weil ich das nicht beruflich mache. Also einfacher ist die Konfigurierung von Netzwerken jedenfalls nicht geworden. Das wollte ich damit sagen.

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