Aber genau um diese Zeitlosigkeit geht es mir: Eine Metrik, die mir anzeigt, ob ein Spiel dauerhaft über viele Altersgruppen hinweg beliebt ist. Für eine Ermittlung der von Dir genannten Merkmale kann ich vermutlich einfach Testberichte lesen oder hören.
Die Frage nach Zeitlosigkeit ist sicher irgendwie eine akademische Frage, aber ich finde sie wert, diskutiert zu werden, weil sie Aufschluss darüber gibt, ob es bei Videospielen überhaupt Zeitlosigkeit gibt und man darüber seriös sprechen kann. Hier wurde ja schon hinlänglich gesagt, dass das sehr subjektiv ist – was ja aber nicht Intersubjektivität ausschließt.
In zweiter Linie könnte das zu einer Antwort auf die spannende Frage hinleiten, was ein Videospiel zeitlos macht. Die vielen Vermutungen hierzu (simple Spielmechaniken, Mehrspielerspiele, Langzeit-Franchises usw.) wären dann bewertbar.
Nein und nein. Das gibt es imho auch bei keinem anderen Medium, keiner anderen Kunstform. Und die sind auch noch weit weniger technikgetrieben. Es wird kein Spiel geben was nicht Trends und Modeerscheinungen unterliegt, dazu sind es einfach viel zu sehr Produkte.
Jedes alte Spiel erfordert es vom Spieler zusätzlich sich darauf einzulassen und kann sogar richtige Einstiegshürden bieten weil bspw. ein Handbuch zur Bedienung gelesen werden muss, weil die Grafik unklar ist oder weil es den Konventionen / best practices seiner Zeit unterliegt. Und das klammert ja noch Dinge wie Thema des Spiels, Figuren, Handlung, Genre usw. aus - also total geschmacksabhängige Faktoren.
Man kann, meiner Meinung nach, nur im Selbstversuch herausfinden wie spielbar etwas für einen selbst ist - daraus lässt sich aber keine Allgemeingültigkeit ableiten.
Ich meine, wenn man Mitglied in der IMDB ist, kann man für Filme nach Altersgruppen aufgeschlüsselte Bewertungen abrufen. Das taugte doch dann als Maß für Zeitlosigkeit von Filmen, oder nicht?
Ich denke man müsste als erstes Mal den Begriff der Zeitlosigkeit definieren. Es gibt ja Spiele wie Pac Man, die meiner Meinung nach darunter fallen. Trotzdem ist die zeitlosigkeit ja eingeschränkt, weil das Spielprinzip an einer bestlimmten Technik, und dadurch Zeitspanne hängt. Deswegen würde ich Zeitlosigkeit zumindest mal im Rahmen „unserer“ Videospielkultur/Zeit sehen, aber schon über mehrere Generation. Also sowohl HW als auch Menschengenerationen.
Da Zeitlosigkeit ohnehin kaum wie von @Hermann_Nasenweiser angeregt genau zu defninieren sein dürfte, würde ich das mit Pac-Man pragmatisch sehen: das wäre ein Spiel, welches viele Altersgruppen heute noch spielen – weniger in der originalen Version (gäbe es ja nur in Arcade-Museen), aber in sehr ähnlichen Varianten etwa auf Smartphones.
Und damit hast Du natürlich einen Punkt gemacht, dass es eine Grauzone gibt bei Spielen, die erst durch Verbesserungen der Folgeversionen „zeitlos“ geworden sind. Das würde ich in diesem Moment aber noch nicht als zu große Herausforderung bei der Entwicklung des Scores betrachten.
Die Championship Edition ist eh ein zu anderes Spiel.
Das ist aber auch völlig vom Alter des Spiels unabhängig. Hab vorhin in nem Discord noch wen über ein aktuelles Spiel schreiben sehen: „You could try shadow empire, instead of text in the ui you get a 400 page manual to read before you understand wtf is going on.“
Hierauf möchte ich noch einmal reagieren. Ich habe mir die IMDB angeschaut, und da gibt es häufiger 50.000+ Bewertungen für einzelne Filme, für die allermeisten zumindest 100+, was statistisch auch schon ok ist. Wenn das nach Altersgruppen aufschlüsselbar ist, wäre ein hoher Score bei gleicher Verteilung ein nachvollziehbares Maß für Zeitlosigkeit.
Leider finde ich bei den Pendants für Videospiele IGDB, Moby Games oder MetaCritic keinen Weg, Bewertungen nach Altersgruppen aufzuschlüsseln. Weiß vielleicht jemand (mit Mitgliedschaft?), ob da so etwas auch geht?
Wäre das nicht einfach ein Popularitäts-Indikator?
Das Rating gibt ja keinen Aufschluss ob ein Titel bei einer neuen Sichtung noch die gleiche Bewertung erhalten würde. Gerne korrigieren falls ich da falsch liege.
Speziell für „Zeitlosigkeit“ müsste ja regelmäßig gegengeprüft werden, eine Momentaufnahme ist da imo nicht zielführend. Wahrscheinlich müsste man sich im ersten Schritt einen Katalog an Spielen überlegen die überhaupt eine Chance hätten zeitlos zu sein und diese dann von einer ausreichend großen und diversen Gruppe über längere Zeiträume neu bewerten zu lassen.
Nach kurzem Blick in die API-Dokumentationen habe ich zudem keine Info zu User-Altersdaten bekommen. Es geht in erster Linie immer um die Spieldaten.
Aber es beinhaltet schon alle Elemente des Originals und erweitert es für ein zeitgemäßes Spielerlebnis.
Wäre wirklich spannend zu sehen wie beide Titel beim Publikum heute abschneiden würden. In meinem Bekanntenkreis stand gerade die VS. Variante sehr hoch im Kurs. Ich würde dem Spiel gute Chancen einrechnen wenn man es heute gegen das Original antreten ließe unter der Frage - was spielst du lieber?
Hab die Championship Edition ne Weile nicht gespielt, ich glaube insgesamt spiele ich das Original lieber, die CE ist doch stark geführter häufig. Vielleicht auch je nach Modus, muss auch zugeben, dass ich erstmal in ein Video reingeschaut habe um zu schauen ob ich mich richtig an das Spiel erinnere. Aufjedenfall finde ich nicht, dass das eine das andere obsolet macht.
Da hast Du Recht. Es ging mir jetzt aber auch nur noch um die bestmögliche Annäherung. Und „bestmöglich“ heißt hier, dass es weit vom ursprünglichen Anspruch liegen kann. Trotzdem meine ich, dass eine Gleichverteilung über Altergruppen auf einer sich ständig erweiternden Datenbasis (es kommen ja immer neue Bewertungen hinzu) schon ein gewisser Indikator für Zeitlosigkeit ist.
Also wäre Schritt 1 einen brauchbaren (Online)-Fragebogen auszuarbeiten, oder? Da es keine Datensätze gibt die Alter und Lieblingsspiele in Korrelation setzen.
Mein Wunsch war es, ein Maß aus leicht zugänglichen Datenquellen zu errechnen. Nach der Diskussion hier halte ich das nicht mehr für erreichbar, zumindest solange es nichts der IMDB vergleichbares für Videospiele gibt. Eine veritable Primärerhebung, etwa durch Fragebögen oder Beobachtung, erscheint mir einfach zu aufwändig, obwohl es sicherlich die validesten Ergebnisse erzielte.