Paket mit China-Müll bekommen dass ich nie bestellt hatte

Servus, evtl hat hier jemand eine ähnlich Erfahrung gemacht:

Ich bekam die Tage die Meldung dass mein „Maersk E-Commerce“ Paket kommt. Wusste nicht was das sein könnte, heute kam es an: Es handelt sich um billigste chinesische Hemden (oder Schlafanzüge?), in einer Tüte mit chinesischen Aufdrücken und Schrift. Aber auf dem Päkchen selbst waren drei Aufkleber übereinander die zeigten, dass das Paket u.a. in Chicago und Illinois war.

Etwas googlei hat ergeben, dass es sich vermutlich um „Brushing“ handelt:

Mein Problem ist folgendes: Es wird geraten „Prüfen Sie zunächst Ihr Konto beim Online-Shop, von dem das Paket kam - wenn Sie dort eines haben - und ändern Sie Ihr Passwort“. Ich habe aber keine Ahnung welcher Online-Shop dahinter steht. Ich kann keinen Absender identifizieren.

Hat jemand Erfahrung damit? Ich wollte mal bei DHL anrufen ob die es zurückverfolgen können, und dann evtl. bei Amazon und Ebay.

servus, du liegst mit brushing richtig.

zum hintergrund, warum das überhaupt gemacht wird: händler auf amazon, ebay, temu usw leben von ranking und bewertungen. eine bewertung zählt aber nur dann richtig (stichwort „verifizierter kauf“), wenn es dazu eine echte bestellung mit echter zustellung gibt. also legt der händler eine fake-bestellung an, bezahlt sie selbst, und braucht jetzt nur noch eine echte adresse, an die er was schicken kann. dafür nimmt er irgendeine adresse aus nem datenleck, deine halt. sobald das tracking „zugestellt“ sagt, kann er unter dem account eine 5-sterne-bewertung raushauen und seine verkaufszahlen sehen auch besser aus.

deshalb ist der inhalt auch immer billigster kram. hauptsache leicht und günstig, das porto ist einkalkuliert. der ring o-artikel für 1,50 kostet den händler weniger als echte werbung und bringt ihn im ranking weiter nach oben. du bist in dem spiel nur die zustelladresse, es geht nicht um dich.

zum rest: „maersk e-commerce“ ist kein shop sondern nur der logistiker, der die ganzen china-sendungen sammelt und rüberkarrt. deshalb findest du auch keinen absender, den gibts in dem sinne nicht. die us-aufkleber sind normal, läuft über hubs und wird mehrfach neu beklebt.

der tipp mit dem passwort ändern geht bei sowas ins leere, die adressen kommen aus datenlecks oder adresshandel und nicht aus nem gehackten konto. schau trotzdem kurz in die bestellhistorie bei amazon/ebay, mach 2fa an und check deine mailadresse bei haveibeenpwned.com.

dhl kannst du dir sparen, die sehen nur den einlieferer und die absenderangaben sind eh erfunden.

zwei sachen noch:

  • qr-codes oder kärtchen im paket nicht scannen, das ist die masche danach (phishing)
  • rechtlich bist du fein raus, unbestellte ware nach § 241a bgb. nix zahlen, nix zurückschicken

die hemden kannst du behalten, vorher aber waschen. weiß ja keiner was da drin ist.

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Vielen Dank!

Dazu hatte ich interessante Auseinandersetzungen mit dem amazon Support, die immer wissen wollten um welche „Bestellung“ es sich denn handeln würde. Gab natürlich keine in meinem Konto. Und über andere Konten mit meinem Namen und Adresse dürften sie mir „wegen Datenschutz“ keine Auskünfte erteilen.

Generell sollte man bedenken dass mit jeder Marketplace Bestellung deine Adressdaten natürlich „in the wild“ sind. Der Marketplace Händler hat da sicher eine Checkbox angeklickt, kann in der Realität mit deinen Daten aber machen was er möchte.

Einfach alles in den Müll schmeißen oder Annahme verweigern, falls man generell nichts bestellt hat.

Sachen gibt’s auf dieser Welt…

Das Datenleck kann zum Beispiel das Telefonbuch sein oder ein anderes Verzeichnis.
Falls der Name nicht stimmt („die Bewohner des Hauses…“) reicht als „Datenleck“ Google Maps. Das gibt einem eine Straße mit existierender Nummer in einer existierenden Stadt.

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Man kann Brushing übrigens bei Amazon melden: Unerwünschte Pakete und Betrug durch „Brushing“ melden.

Ich hatte das zwischendurch auch mal, dass plötzliche solche „Müll-Pakete“ bei mir ankamen. Nachdem ich das mehrmals gemeldet habe, hörte das wieder auf - ich vermute mal, Amazon hat die entsprechenden Verkäufer dann gesperrt.

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