ich habe mir eine PS Portal zugelegt, um PS5-Spiele ohne den Fernseher zocken zu können. In meiner Vorstellung erhoffte ich ein ähnliches Erlebnis wie damals mit Assassin’s Creed: Black Flag auf der Wii U.
Nun hatte die Wii U aber, wie sich herausstellte, eine direkte Verbindung zwischen dem Tablett und der Konsole, während die PS Portal den WLAN-Router nutzt, um Signale mit der PS5 auszutauschen. Dieser Umweg geht schon, aber ich sehe immer wieder Kompressionsartefakte bei Spielen. Das Ding ist, dass bei mir die PS Portal, die PS5 und der Router sich alle in unterschiedlichen Räumen befinden.
Klar, ich könnte die PS5 mit dem Router über einen Kabel verbinden, aber dann müsste ich sie in den Flur schleppen, und die Netzwerkeinrichtung müsste ich blind machen, weil der Fernseher fehlen würde.
Habt ihr Tipps, was man bei den WLAN-Einstellungen schrauben könnte, um die Qualität möglichst zu verbessern?
Ich weiß nicht, ob das bei den aktuellen Wi-Fi-Standards immernoch so ist, aber zumindest „früher“ war das so, dass alle Geräte auf nur einem Kanal gefunkt haben, und dementsprechend immer nur ein Gerät gleichzeitig sprechen kann. Je nach benötigter Bandbreite ist das nicht so schlimm, aber gerade wenn zwei Wi-Fi-Geräte untereinander kommunizieren gehen dieselben Daten zweimal über das Netz, einmal vom Sender zum Access Point, und einmal vom AP zum Empfänger.
Ein Kabel bleibt daher auch hier die beste Lösung. Falls du kein entsprechend langes Ethernetkabel bis zur Konsole ziehen willst, kannst du dir Powerline mal anschauen. Idealerweise vom selben Hersteller wie der Router. Das wäre dann eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung über die Stromsteckdose. Ist natürlich nicht so gut wie einfach Ethernet, aber eliminiert schonmal eine von zwei nötigen Wi-Fi-Verbindungen.
Alternativ kannst du es auch mit einem Wi-Fi-Mesh probieren; hierbei werden weitere APs per Wi-Fi mit einem vorhandenen Netz gekoppelt, allerdings über unterschiedliche Kanäle. Das funktioniert in der Praxis ganz gut, ist aber auch kein Wundermittel.
Was ich aber testweise als erstes probieren würde, ist die Wi-Fi-Kanäle auf den einzelnen Frequenzbändern mal manuell einzustellen. Bei manchen Routern kann man sich leicht einen Überblick über die Auslastung der einzelnen Kanäle anzeigen lassen. Dort dann einen aussuchen, auf dem am wenigsten los ist. Achtung aber: die Kanäle überschneiden sich teils deutlich, was etwas kontraproduktiv ist. Bei 2,4 GHz etwa nimmt man daher am besten die Kanäle 1, 6, 11 (oder 13 je nach AP).
Das aber auch nicht vergessen; wenn es irgendwann dann doch mal wieder unrund läuft, hilft es potenziell schon, den Kanal erneut manuell zu wechseln.
Ich vergaß zu erwähnen: auch und gerade bei Mesh sollten die „Repeater“ und Router vom selben Hersteller sein, da es hier keinen offiziellen Standard gibt, wenn ich mich recht erinnere, und bei unterschiedlichen Herstellern mit Problemen zu rechnen ist.
Bei Powerline möglichst darauf achten, dass die einzelnen Endpunkte möglichst an der selben Phase hängen. Geht zwar teilweise auch phasenübergreifend, aber man will ja nicht unnötig Leistung verschenken.
Falls du da mehrere Konsolen/Geräte stehen hast, lohnt sich natürlich auch ein kleiner Switch für 10-30 Euro. Der kann auch von jedem beliebigen Hersteller sein, Ethernet ist ja gut durchstandardisiert.