Ich glaube kaum, dass die SuperStation One irgendetwas in der FPGA-Szene verändern wird. Wer Taki kennt, weiß, dass seine Produkte praktisch nie lieferbar sind – ein Blick in seinen Shop beweist das aktuell wieder eindrucksvoll für alle Produkte. Ganz zu schweigen davon, dass er gerne Dinge ankündigt, die dann nicht so erscheinen wie angekündigt oder komplett in der Versenkung verschwinden. Kundensupport ist bei ihm ein Fremdwort, und wenn man sich nicht durch Discord und Co. durchkämpft, erfährt man nie, dass Features geändert wurden, Dinge (noch) nicht funktionieren die im Shop aber beworben werden, usw.
Das wäre alles okay, wenn es sich um ein Hobbyprojekt handeln würde – das ist hier aber nicht der Fall.
Ich kann nur empfehlen, sich das MiSTer Multisystem von Heber anzuschauen. Lieber etwas mehr Geld ausgeben für eine solide Firma mit erstklassigem Support, deren Produkte in der Regel auch tatsächlich lieferbar sind.
Service für den Zusammenhang:
Danke. Ich habe den Post gelesen und dachte mir „Das ist ja schön, aber was zum Teufel IST das überhaupt?“ ![]()
GENAU DAS HAB ICH AUCH GEDACHT ![]()
Deswegen auch danke von mir @Avantenor
Das mag alles sein, aber mir gefällt das 3D-Druckgehäuse beim MiSTer Multisystem 2 nicht. Das sieht finde ich schäbig und irgendwie billig aus. Da hätte Heber mMn. einmal in die Tasche greifen sollen, sich nicht vor dem Risiko scheuen sollen, und eine professionelle Spritzgussform herstellen lassen, wie Taki Udon es bei der Superstation One gemacht hat. Dafür waren sie aber anscheinend zu geizig oder zu feige?
Multisystem 1 kann man denke ich vergessen, denn das ist nichts vollwertiges, nur eine Zusatzplatine für eine schon vorhandene DE10-Nano oder MiSTer PI FPGA Platine, die man zusätzlich kaufen und anstecken muss. Ausserdem ist das Gehäuse beim Multisystem 1 noch hässlicher als beim Multisystem 2.
Ich mag meine Superstation One plus Dock sehr gerne, aber ich benutze sie zur Zeit einfach als einen bezahlbaren vorgefertigten MiSTer FPGA in einem wirklich schönen Gehäuse, welches auch unter dem Monitor oder Fernseher gut aussieht.
Bei meiner Superstation One lag sogar eine Infrarotfernbedienung bei, mit der ich wahlweise das Menü steuern kann. Das ist zwar eine nette Idee, aber die Fernbedienung ist mir viel zu träge. Stattdessen benutze ich eine kabellose Logitech Tastatur mit dem Logitech 2.4 GHz Dongle. Das funktionierte auf Anhieb. Man merkt bei der Bedienung eines MiSTer relativ schnell, dass eine Tastatur benötigt wird. Sonst kann man beim C64 Core zum Beispiel gar nicht Load"*",8,1 und dann Run eintippen, um Spiele zu starten. Ein virtuelles Keyboard wie bei Retroarch oder Steamdeck gibt es beim MiSTer nicht.
Das MiSTer Multisystem 2 von Heber hat allerdings vorne alle drei standardmässigen MiSTer Knöpfe, die die Bedienung etwas erleichtern: RESET, OSD und USER. Das ist sehr löblich. Bei der Superstation One gibt es dagegen aussen nur OSD (und links den sehr praktischen Stromknopf). Auf der Hauptplatine selber sind alle drei Knöpfe vorhanden, nur nicht alle nach draussen gelegt. Derartige Details wünsche ich mir immer von Testberichten, passiert aber leider fast nie.
Macht der hauseigene Hardwareprofi Henner Thomsen vielleicht irgendwann noch einen ausführlicheren Bericht? Ich würde mich freuen.
Ich bin durchaus bei dir, was die Optik der SuperStation One angeht. Wenn man aber die „Historie" beider Firmen betrachtet, stecken dahinter zwei komplett unterschiedliche Philosophien.
Taki konnte das, was er gemacht hat, überhaupt nur realisieren, weil er direkt an der Quelle sitzt (China). Für Hersteller in Europa ist ein Injection-Molded-Gehäuse zu bezahlbaren Preisen schlicht utopisch.
Die SuperStation One sieht gut aus, keine Frage – ist aber in Sachen Erweiterbarkeit eine Einbahnstraße. Man sollte sich bewusst sein, dass es ohne SuperDock deutlich komplizierter bis unmöglich wird, Erweiterungen wie Floppy, MT32-Pi, SNAC, RTC etc. anzuschließen.
Das SuperDock selbst finde ich weder schön noch praktisch. Obwohl es speziell für die PlayStation-One-Optik entwickelt wurde, wirkt es wie ein Fremdkörper – billig verarbeitet, billig in der Haptik, und die Usability ist eine Katastrophe (wer verbaut USB-Ports über der CD-Schublade?). Das einzig Praktische daran ist die Möglichkeit, eine M.2-SSD zu verbauen – wobei ich meine Sammlung ohnehin auf einem NAS habe und von allen MiSTer-Systemen darauf zugreifen kann.
Ich bevorzuge daher den modularen Ansatz des originalen MiSTer-Systems (oder, sofern es irgendwann mal wieder lieferbar wäre, Takis MiSTer Pi) – beziehungsweise, wenn man eher einen Konsolen-Look möchte, das Heber Multisystem 2. Zumal, wenn die Multisystem-Entwicklung so weitergeht wie bisher, wir demnächst über neue Erweiterungen sogar Spielmodule nutzen können. Das erscheint mir wesentlich sinnvoller als ein CD-Laufwerk, das aktuell gar nicht funktioniert – vielleicht irgendwann mit dem PlayStation-Core und, mit sehr viel Glück, noch mit zwei, drei weiteren Cores.
Was man auch noch beachten sollte: Takis PlayStation-One-Hardware-„Erweiterungen" fließen ausschließlich in sein eigenes Ökosystem ein. Hebers Erweiterungen lassen sich dagegen mit jedem „normalen" MiSTer-Setup nutzen.
Heber arbeitet aktuell übrigens an einem MiSTer-Handheld – dann bekommt der Analogue Pocket endlich Konkurrenz.
Im Endeffekt hast du schon Recht: was nützt einem selbst das schönste Gehäuse, wenn das Gerät immer ausverkauft ist? Ich hatte auch das Problem, dass ich niemanden von meinem am MiSTer interessierten Freunden den MiSTer Pi oder die SuperStation empfehlen konnte, so sehr ich die Geräte mag, weil sie frustrierenderweise immer ausverkauft waren.
Ja da freue ich mich auch drauf! Bei dem Handheld wird soweit ich weiß dann ein Spritzgussgehäuse verwendet. Es geht also doch!
Analogue sitzt doch auch nicht in China direkt an der Quelle, oder? Und die verkaufen auch Spritzgussgehäuse. Ganz so utopisch scheint mir das nicht zu sein, wenn man Vertrauen darin hat, große Stückzahlen zu verkaufen, und erstmal auch ein bisschen Kapital in die Hand nimmt.
Natürlich ist ein Spritzgussgehäuse auch für europäische Hersteller machbar – es ist eine Frage des Preises, den man für die Herstellung der Form zu zahlen bereit ist. Und da tun sich Hersteller in Europa deutlich schwerer als jemand, der direkt in China an der Quelle sitzt. Dazu kommen die generell höheren Fertigungskosten in Europa, Transport, Importgebühren etc. – und dann kann man mit chinesischen Preisen einfach nicht mehr mithalten. Ein Multisystem wird so schnell um ein Vielfaches teurer als eine SuperStation One. Ich bin mal gespannt, was der Handheld dann kosten wird – ein Schnäppchen wird das sicherlich nicht.
Das finde ich nicht. Besitzt du eine?
Meine ist hier im Bild und die vier USB Ports sind unter der Schublade. Ok, den einen oberen USB Port hat man zwar, aber den muss man ja dann nicht mehr benutzen. Die PS1 SNAC Ports sind allerdings in Kombination mit dem Dock unschön positioniert, also in der Hinsicht hast du Recht.
Ich habe übrigens den Eindruck, dass die Farbe des Docks nicht 100% identisch zur Farbe der SuperStation ist, kann aber auch eine Täuschung sein. Ein Freund hat mal beruflich mit einer chinesischen Fabrik zu tun gehabt und mir gesagt, dass man oft leicht falsche Farben bekommt, wenn man nicht höllisch aufpasst.
Wo ich schon am meckern bin: Das Ding wird leider ziemlich warm. Das soll angeblich kein Problem
sein, und beim Multisystem 2 ist das wohl auch so, aber evtl. baue ich noch einen 40 mm Noctua Lüfter ein, wie bei meinen anderen MiSTern.
Sorry, mit den Ports habe ich mich etwas missverständlich ausgedrückt. Du hast recht, es sind natürlich nicht die USB-Ports.
Und ja, ich habe eine SuperStation One mit Dock, und auch einen MiSTer Pi und ein „normales" MiSTer-System.
Die Farbe des Docks passt nicht zu 100 % zur SuperStation – das ist auch mein Eindruck. So nett die PlayStation One allein aussieht, mir gefällt die Kombi einfach nicht, aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. ![]()
Das Dock ist zu „fett". Ich denke, sowohl für die Bedienung als auch für die Optik wäre ein Slot-in-Laufwerk, wie es ursprünglich geplant war, wesentlich besser gewesen.
Oh ja, das Dock ist schon etwas dick. Aber ohne Dock hat man den universalen SNAC Port nicht und nur drei USB Ports. Also bleibt es bei mir dran. Slot-in hätte ich auch lieber, wie in einem alten Autoradio.
Ja, inzwischen stimmt das schon.
Als ich 2022 auf den Zug aufgesprungen bin, sah das noch anders aus. Zuerst habe ich lange warten müssen, bis das DE10-Nano Board bei Terasic lieferbar war. Und danach war es das Multisystem-Paket bei RMC (inzw. Retro Collective), welches gefühlt nie, dann zuerst nur für Patreon-Unterstützer und nochmal viele Wochen später (irgendwann im September) für „normale“ Menschen bestellbar war.
Das Basteln war spaßig bis fummelig und das fertige Multisystem eine durchaus klapperige Angelegenheit. Aber durchaus charmant, ein Nerdtraum aus dem 3D-Drucker, der mir seitdem viel Freude bereitet hat.
Das sieht heute natürlich ganz anders aus, bei Heber / Retro Collective gibts inzw. das Multisystem² fertig zusammengebaut, im Science-Fiction Gehäuse als „rundum sorglos“ Paket. Den Preis finde ich krass, ich habe damals locker das Dreifache bezahlt, verschiedene Pakete, jeweils mit Zoll usw., ein teurer Spaß.
Dennoch habe ich im Februar 2025 die graue SuperStationᵒⁿᵉ bestellt und diese Mitte Mai 2026 erhalten. In Sachen Verarbeitung ist das schon eine ganz andere Hausnummer als mein bisheriger MiSTer. Ich mochte Takis Ansatz, das Projekt zum damals konkurrenzlosen Preis zu realisieren und ich gebe ihm gern die Zeit, die er dafür benötigt.
Gemessen an den ursprünglichen Ankündigungen ist sicher noch nicht alles umgesetzt, was versprochen wurde. „Echtes“ Konsolenfeeling oder ein funktionierendes Disc-Laufwerk für PSX-Games zum Beispiel. Aber grundsätzlich funktioniert das Gerät als MiSTer out of the box und das war für mich der Kaufgrund. Bin zufrieden.
Herzlich Willkommen im Stay Forever Hörerforum.
![]()
Für mich sieht „out of the box“ anders aus, und wir sind weit von Takis Werbeversprechen „mainstream FPGA gaming console“ entfernt. Man muss sich auch mit der SuperStation mit MiSTer auseinandersetzen, um die SuperStation überhaupt zum Laufen zu bringen. Noch dazu sind kleine „Gemeinheiten“ wie der SNAC-Umschalter im Dock sind alles andere als intuitiv, und der Umstand, dass es keine Anleitung gibt – nur ein langes YouTube-Video, das mehr Werbung als echte Anleitung ist – hilft da auch nicht weiter. Wenigstens eine PDF-Anlitung wäre für ein Mainstream-Gerät angebracht.
Das mag sich alles noch ändern, aber Fakt ist: Stand heute ist das Produkt halbfertig und erfüllt Versprechen, die man bis vor kurzem auch noch auf der auf der Shop-Seite lesen konnte, aktuell nicht. Ob und wann sich das ändert, wird sich zeigen – und es wäre nicht das erste Mal, dass Taki ein Produkt ankündigt und dann fallen lässt. Siehe SUPER7 OLED Touch: Mein Preorder-Deposit (waren zwar nur 5$, aber um die Summe geht es nicht) dafür habe ich vor fast eineinhalb Jahren bezahlt, und jede Nachfrage – per E-Mail oder wenn sie gelegentlich in irgendwelchen Social-Media-Kanälen auftauchen – wird komplett ignoriert. Aussagen wie z.B. „I never said it would work“ zum Thema CD, die angeblich von Taki stammen, stimmen micht nicht so optimistisch, aber warten wir es ab.
Die SuperStation One wäre ein nettes Produkt, wenn sie denn wirklich lieferbar wäre und man sich nicht auf eine Vorbestell-Lotterie einlassen müsste – sofern man überhaupt vorbestellen kann.
Man sollte aber vorher wissen, auf was für einen Hersteller und was für ein Produkt man sich da einlässt, mit allen Vor- und Nachteilen. Und das ist mir im Review irgendwie zu sehr untergegangen.
Bei Analogue verhält es sich allerdings auch so. Das ist eine wesentlich grössere Firma als Retro Remake. Trotzdem ist alles immer ausverkauft und es gibt auch dort die Vorbestell-Lotterie. Ich finde es in beiden Fällen extrem nervig.

