Stay Forever - Format ohne Namen #28

Zu eurer Kritik am Star-Trek-Film: Ich bin geneigt, euch zuzustimmen. Aber legen wir hier vielleicht unterschiedliche Maßstäbe an? Ich denke dabei zum Beispiel an „schlecht gealterte“ 3D-Spiele oder FMV-Titel.
Auch wenn solche Spiele heute technisch teilweise wenig ansehnlich sind, war das zu ihrer Zeit eine Leistung, die man durchaus anerkennen sollte. Viele von uns, mich eingeschlossen, fassen solche alten Titel trotzdem kaum noch an, sobald es eine „Remastered-Version“ gibt. Die orientiert sich dann häufig stärker an modernen Spielgewohnheiten und ist dadurch für heutige Spieler zugänglicher.
Ist es bei Filmen nicht eigentlich ähnlich? Auch hier werden bei Neuauflagen modernere Sehgewohnheiten bedient (oder zumindest das, was man dafür hält), nicht zuletzt vermutlich, um ein neues Publikum zu erreichen.
Aber warum stehen wir dem bei Filmen manchmal so viel kritischer gegenüber? Altern Filme vielleicht langsamer als Spiele? Oder liegt es eher daran, dass wir bei einem Film die ursprüngliche Inszenierung stärker als Teil des eigentlichen Werks wahrnehmen, während wir bei einem Spiel die technische Umsetzung im Vordergrund steht?

1 „Gefällt mir“

Kleine Ergänzung zu der Star Trek/ Starwars Thematik.

Copyrightbedenken lass ich mal bei Seite, ich betrachte das folgende Projekt als legitime Erhaltung eines kulturell bedeutenden Werkes.

Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt die originalen Kinofilme zu erhalten und verfügbar zu machen.

Dafür wurden originale Kinorollen gescanned und aufbereitet, den Fassungen liegen reichlich Audiospuren dabei.

Die Filme sehen richtig toll aus in 4k (man achte zb auf die Reflektionen auf c3po) , das colorgrading gefällt mir super und Han schießt immer noch zu erst.

Ich glaube, da kommen mehrere Dinge zusammen:

  • Filme guckt man einfach nur, Spiele spielt man tatsächlich. Bei einem Film kämpft man nicht mit einer Steuerung, die zu einer Zeit entstanden ist, bevor es Gamepads mit Sticks gab. Bei einem Film schaut man nicht auf eine Grafik, die für PAL-Auflösungen gemacht wurde, man nun aber auf einem 4K-Monitor mit der Bildschirmdiagonale meines ganzen Arms betrachtet. Ein Film ist nicht ruckelig oder mit grausigen Ladezeiten geschlagen. Man muss sich nicht mit Kompromissen auseinandersetzen, die eingegangen wurden, weil man das damals halt nicht besser konnte. Gut, vieles davon kann nur ein „echtes“ Remake lösen, aber viel lässt sich auch schon mit „nur“ einem HD-Remaster erschlagen.
  • Die ganze Art, einen Film zu konsumieren, hat sich in den letzten 100 Jahren nicht wesentlich geändert. Klar, es kam Farbe dazu, der Ton wurde besser, aber einen Film von 1935 kann ich auch heute noch schauen, ohne mich ganz neu reinzufuchsen. Wenn ich hingegen ein Spiel von 1995 spiele, kriege ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mehrfach einen Schreikrampf, weil es sich so hakelig und unzugänglich anfühlt.
  • Auch die Inszenierung ist glaube ich ein großer Teil. Es kommt natürlich stark auf das Spiel an, aber bei Crash Bandicoot oder Spyro sind ja viel mehr das Gameplay der Fokus, alles andere ist eher Beiwerk. Und das funktioniert in fluffigem 1080p genausogut wie mit Kastengrafik und sadistischem Save-System.
  • Und überhaupt ist bei Spielen die Story sehr oft (nicht immer) eher Beiwerk als Center Piece und streckt sich über viele, viele Stunden. Wenn in einer Tomb Raider-Cutscene im Remake Lara erst ausweicht und danach zurückschießt statt das Feuer selbst zu eröffnen, fällt das bei 10+ Stunden Runtime kaum ins Gewicht. Bei Filmen können Eingriffe den kompletten Ton anpassen oder den Charakter von Personen im Film umdeuten (das klassische Beispiel mit Han fällt ein). Das macht alles schon Unterschiede.

Bezüglich der Albendiskussion:

Meine Beziehung zu Alben habe ich ja im entsprechenden Thread, den Gunnar damals aufgemacht hat, schon geschildert.
TL;DR: Bin mit Alben aufgewachsen, habe selbst eher „tanzbare“ Musik (Eiffel 65/Backstreet Boys) stark als Alben kennengelernt, höre als Rock/Metal-Fan bis heute sehr viele Dinge als Album. Klar, dank Streaming mehr (eigene und generierte) Mischplaylists als früher, aber Alben sind immer noch mein Zugang #1 zu Bands.

Womit Herr Schmidt mich aber erschüttert hat, ist das Geständnis, kaum Musik zu hören. Das ist für mich dermaßen fremdartig, dass ich mir das nichtmal so richtig vorstellen kann. Ein Arbeitskollege sagt auch, er höre nie Musik (außer Schlager auf Partys) und ich frage mich, wie ich so überhaupt durchs Leben kommen soll. Schon ZSK wusste: Es müsste immer Musik da sein!
Klar, ich höre auch Podcasts, aber Musik ist in so vielen Situationen bei mir:

  • Beim Arbeiten, wenn ich Kolleg:innen ausblenden muss oder einfach Lust drauf hab (ok, deutschsprachige Texte eher nicht)
  • Beim Lesen auf der Couch
  • Beim Surfen im Internet und Verfassen von Forenbeiträgen
  • Morgens auf dem Arbeitsweg, wenn ich feststelle, dass der Zugang zu Podcasts gerade nicht da ist
  • Beim Reisen im Zug

Eigentlich einfach immer, wenn gerade kein Podcast läuft! Meine Mutter hat immer Radio oder CD gehört, mein Vater hat sein Arbeitszimmer später sogar so ausgerichtet dass er besser Musik beim Arbeiten hören kann (Schreibtisch frontal auf die Anlage und zwei gute Boxen ausgerichtet). Musik ist in meinem ganzen Umfeld so identitätsstiftend, dass „Und was für Musik hörst du so?“ eigentlich immer eine Frage ist, die gestellt wird. Klar, über das elitäre Abgrenzen aus Jugendtagen ist man raus, ob die andere Person jetzt Metalcore, Punk, Jazz, Klassik, Schlager oder Trance hört, ist nicht mehr so wichtig wie früher mal.
Aber dieses „Gar nicht“, das ist für mich einfach nicht nachvollziehbar, weil Musik immer so eine große Stellung in meinem Leben eingenommen hat. Die erste Amtshandlung in jeder neuen Wohnung ist das Anschließen der Stereoanlage, damit der Rest des Aufbaus bei vernünftiger Musik geschehen kann.

Wenn ein Haustier gehen muss ist das immer extrem bitter, letztendlich ist es ein vollwertiges Familienmitglied.

Bei meinen beiden denke ich: Das ist was für die ein wenig fernere Zukunft. Nun hatte die Katze einer Freundin plötzlich das Problem, dass sie Anfälle bekommen hat und sich zuckend am Boden gewunden hat. Tierarzt wollte offenbar auch schon einschläfern.
Sie hat dann Medikemente bekommen und momentan sieht es auch ganz gut aus. Aber hat mich natürlich auch mitgenommen (ich hab sie immer im Urlaub bei mir) wieder daran erinnert wie schnell das gehen kann.

Ein neues Haustier ist dann natürlich keine Entscheidung die man leichtfertig trifft, zumal das im Idealfall auch eine Entscheidung für Jahrzehnte ist.

Aber da draussen gibt es soviele arme Katzen die im Heim hocken und ein Zuhause suchen.

Bei Katzen glaube ich, dass man sie auch einfach so nehmen muss wie sie sind (und eigentlich ist jeder Katze die perfekte Katze). Das macht ja auch ihre Persönlichkeit aus.

Mochi ist z.B. gar keine Schosskatze. Die kam noch nie. Aber sie hockt dafür oft neben mir auf dem Sofa oder liegt am Rechner, wenn ich arbeite. Und Abends hockt sie auf dem Nachttisch, schreit und will ins Bett. Das sind oft 3-8 Antäuschungsversuche bis sie wirklich kommt und vorher muss auch noch gekackt werden. Und dann knete ich sie 10 Minuten durch und dann hat sie genug und verschwindet.
Aber eigentlich ist das ganz ok, weil sowohl im Sitzen als auch liegen kann ich nicht ewig in einer Position bleiben.

Anni kommt durchaus mal auf den Schoß, primär um mir zu zeigen: Hast Du heute gut gemacht, ich Du bekommst etwas Schoßzeit. Man könnte meinen sie ist eine sehr verschmuste Katze, aber überschwengliche Hingabe bedeutet bei ihr: Ich möchte Essen/ich möchte spielen. Sie macht das sehr charmant, aber so dass man unmöglich weiterschlafen oder arbeiten kann. Sie krabbelt dann auch auf meiner Schulter und Kopf rum. Einmal hat sie sich in einem Meeting versehentlich mit der Kralle in meinem Hals verhakt und wir haben dann live vor Kamera versucht die Situation zu lösen ohne dass ich dabei verblute …
Dafür kriecht sie Nachts aber auch gerne mal unter die Bettdecke - und mal ehrlich, was gibt es besseres als ne schnurrende Katze unter der Decke?

6 „Gefällt mir“

Also ich kann bestätigen, dass gerade im Metal Genre das Album als solches immernoch recht präsent ist. Und selbst Spiele-Soundtracks wie das Album zu Dwarf Fortress (das ja noch gar nicht so alt ist) folgt einem gewissen roten Faden und hat über die Songs hinweg wiederkehrende Momente. Das ist auch bis heute meine bevorzugte Form, Musik zu hören. Bei Spotify schaue ich bei neuen Bands als erstes, was die so an Alben am Start haben.

Ich hatte damals einen Schulfreund, der hat ständig neue Musik gehört, quer Beet durch alles Genres. Der hat nicht nur sehr bereitwillig seine Alben mit mir „geteilt“, sondern mir auch noch zwei Tipps gegeben, die ich bis heute beherzige:

  1. Bei neuer Musik nur ein Album pro Tag hören. Dadurch kommt man weniger auf die Idee, einen Song nach dem ersten Hören zu skippen, oder dem Album vielleicht nie die zweite Chance zu geben, die es vielleicht gebraucht hätte.

  2. Lass den Song bis zum Ende laufen. Du willst ja als Band auch nicht, dass die Gäste mitten in der zweiten Strophe aufstehen und sagen: „Jo danke, reicht. Spielt jetzt mal was anderes!“

Ich würde mal von mir behaupten, durch diese Herangehensweise bin ich über die Jahre sehr offen gegenüber Musik geworden und kann mich sehr gut mit neuen Alben oder Bands anfreunden.