Dies ist Teil 6 unserer Staffel, in der wir das Rätsel des Master Lu zu lösen versuchen. In dieser Folge beenden wir das Spiel und schließen die Staffel ab.
Diesmal sind wir in China, im Grab des Kaisers, dem Schauplatz des Finales und stellen uns den allerletzten Fallen, mit den Master Lu das Siegel beschützt hat. Nach dem Ende fällen wir noch unser Abschlussurteil.
Zum U-Boot-Ende
Ich habe das Spiel nicht und daher auch nicht mitgespielt (aber mitgefiebert). Aber im erstbesten Video der Schlussszene welches ich gefunden habe (https://youtu.be/Cg60ebMTWEQ?is=LvCZvu28E7ezRjlX) ist es aus dem Dialog schon ersichtlich, dass wohl einige Zeit vergangen ist:
Immerhin wird erwähnt dass Ripley Meis Großmutter geholfen hat aus China nach London zu übersiedeln. Das wird wohl auch nicht von heute auf morgen gegangen sein.
„Jetzt sei die Großmutter sicher“ heißt es da (zumindest im Spanischen Video), was vermutlich auf die Japanisch-Chinesischen Spannungen anspielt die ja dort historisch schon länger für heißes Klima sorgten.
Und ich interpretiere den Zeppelinflug dann als Route von eben London nach New York kurz vor Ausbruch des 2. Weltkriegs.
Etwas historisch Freiheit, aber nicht ganz so weit weg. Und wie ihr vermutet der Cliffhanger für die nächste Episode, Robert Ripley in den Wirren des Weltkriegs oder so …
Hm, Ripley arrangiert die Auswanderung von Meis Großmutter nach England ganz am Anfang des Spiels. Danach reist er dann ja erstmal wild um die Welt. Auch wenn im Spiel keine Zeit vergeht, kann man schon davon ausgehen, dass da viele Wochen dazwischen liegen. Ich hatte angenommen, das die Sache mit Mais Großmutter währenddessen parallel passiert.
Guter Punkt mit den „mehrere Wochen“. Vermutlich wäre korrekt „mehrere Monate“, oder gibt es im Spiel das eine Zeitangabe?
Osterinsel— Peiping ist in der Woche in der „zwei Monate“ Größenordnung, von Danzig nach Sikkim 6 Wochen etc.
Insbesondere bei eurem ausgedehnten hin- und her sind bestimmt drei Jahre vergangen … ![]()
Es könnte sich beim Ende auch um den Ausbruch des 2. Japanisch-Chinesischen Krieges handeln, der startete im Juli 1937.
Das wäre dann auch erst kurz nach dem Hindenburg-Unglück gewesen, wodurch ja die Zeit der Reisezeppeline dann zu Ende ging.
Der Quecksilbersee – oder: Archimedes möchte kurz etwas sagen
Bei der aktuellen Folge zu The Riddle of Master Lu hat sich mein innerer Physiknerd an einer Kleinigkeit festgebissen: dem See aus Quecksilber.
Christian schafft es an einer der zahlreichen Stellen, an denen das Spiel seinen Tod herbeiführen kann, offenbar im Quecksilbersee zu ertrinken.
Das klang für mich aus Gründen der Dichte erst einmal etwas verdächtig.
Quecksilber hat bei Raumtemperatur eine Dichte von ungefähr 13,53 g/cm³. Der menschliche Körper liegt – ausreichend grob für diesen völlig unnötigen Einwand – irgendwo in der Gegend von 1 g/cm³.
Das bedeutet: Für einen frei schwimmenden Menschen müssten theoretisch gerade einmal rund 7,4 % seines Körpervolumens unter der Quecksilberoberfläche liegen, damit sich Gewicht und Auftrieb die Waage halten.
Man würde also nicht so sehr im Quecksilber schwimmen, sondern eher ausgesprochen würdelos darauf herumliegen.
Natürlich ist „ertrinken“ deshalb nicht grundsätzlich unmöglich. Man müsste es nur etwas engagierter angehen als in einem gewöhnlichen See – etwa indem man irgendwie Mund und Nase unter die Oberfläche bekommt und dort hält.
Einfach untergehen dürfte dagegen ziemlich schwierig sein. Der Auftrieb hat dazu eine recht klare Meinung.
Damit war mein innerer Archimedes aber noch nicht fertig.
Denn dann wäre da noch das Medaillon, das offenbar ebenfalls im Quecksilber versinkt.
Laut meiner Recherche soll das Medaillon wohl aus Smaragd bestehen. Ob das in der Folge ebenfalls erwähnt wurde, habe ich nicht mehr sicher im Kopf – daher ausdrücklich nur als Ergebnis nachträglicher Recherche.
Für unseren Quecksilbersee ist Smaragd jedenfalls eine ausgesprochen ungünstige Materialwahl.
Smaragd hat eine Dichte von ungefähr 2,76 g/cm³.
Ein massiver Smaragd würde in Quecksilber also nicht nur nicht untergehen – es müssten gerade einmal etwa 20 % seines Volumens eintauchen, damit der Auftrieb sein Gewicht trägt.
Das Medaillon müsste demnach ziemlich demonstrativ auf dem Quecksilber herumdümpeln.
Falls es tatsächlich versinken soll, brauchen wir also entweder eine ausgesprochen ambitionierte Fassung oder Master Lu hatte Zugang zu einem erstaunlichen Sortiment an Schwermetallen.
Denn ein massives Objekt sinkt in Quecksilber erst, wenn seine mittlere Dichte größer als etwa 13,53 g/cm³ ist.
Bei den reinen Metallen hätten wir beispielsweise:
- Tantal – 16,4 g/cm³
- Wolfram – 19,3 g/cm³
- Rhenium – 20,8 g/cm³
- Osmium – 22,59 g/cm³
- Iridium – 22,56 g/cm³
- Platin – 21,5 g/cm³
- Gold – 19,3 g/cm³
- Protactinium – 15,4 g/cm³
- Uran – 19,1 g/cm³
- Neptunium – 20,2 g/cm³
- Plutonium – 19,7 g/cm³
- Berkelium – 14,78 g/cm³
- Californium – 15,1 g/cm³
Damit hätten wir die noch halbwegs schmuckkompatible Abteilung allerdings spätestens bei Gold und Platin verlassen.
Besonders hübsch: Blei reicht nicht. Mit etwa 11,34 g/cm³ würde selbst ein massives Bleimedaillon auf Quecksilber schwimmen. Silber und Kupfer sowieso.
Und für die wirklich unnötige Detailstufe gibt es noch Curium: 13,51 g/cm³.
Das liegt so herrlich knapp unter den 13,53 g/cm³ von Quecksilber, dass selbst ein massives Curium-Medaillon noch gerade eben schwimmen würde.
Wobei das alles eigentlich akademisch ist: Falls das Medaillon tatsächlich überwiegend aus Smaragd besteht, ist es nicht einmal ansatzweise dicht genug.
Falls es also wirklich im Quecksilber versinkt, bleiben im Wesentlichen drei Möglichkeiten:
- Es besitzt eine sehr, sehr schwere Metallfassung.
- Master Lu hat beim Bau des Medaillons heimlich mit Osmium nachgeholfen.
- Adventure-Physik.
Ich persönlich hoffe auf Californium. Wenn man schon einen See mit Quecksilber füllt, muss man bei der Materialwahl des Schmucks schließlich nicht plötzlich vernünftig werden.
- Herrlicher Post, danke. Als wär ich bei XKCD.

- So viel also zum Schatz im Silbersee…

- Der Protagonist stirbt nicht, sondern der heimliche Antagonist. Der wird erst von einer Flutwelle aus Quecksilber mitgerissen und schwimmt dann einen Raum später mit dem Gesicht nach unten im Quecksilbersee. Ob der vielleicht doch oben drauf liegt, würd ich in der Grafik nicht 100%ig beschwören wollen.
- Ich glaube, der Protagonist geht davon aus, dass der Smaragd weggeschwemmt und zumindest verloren ist. Es wird nie konkret gesagt, dass er auf dem Grunde des Sees liegt.
- Bini ganz bei dir - bis eben kannte ich nicht mal Californium, aber angesichts des Namens würd ich mir ebenfalls eine Fassung aus Californium wünschen. Fassungen aus New Yorkium zB halte ich für überschätzt.

Zu 3:
Aber hat Christian nicht auch erzählt, dass er selbst in dem See mehrfach ertrunken wäre? Oder hab ich das nur falsch mitbekommen.
Und Californium ist ein künstlich erzeugtes Element, dass zum ersten Mal an der Universität von Kalifornien in Berkeley erzeugt wurde. Meines Wissens gibt es in New York leider kein passendes Equipment, so dass dein New Yorkium leider noch etwas auf seine Entdeckung warten muss. ![]()
