Ich würde nicht sagen, dass Half Life per se alles schlechter gemacht hat. Oder überhaupt würde ich erst mal auseinanderhalten, ob ein schlechter Level mit Cutscenes gleichbedeutend mit schlechtes Spiel wäre.
Ich spreche natürlich nur für mich und nur für die Spiele, die ich selbst gespielt habe. Aber gutes Leveldesign hin oder her - wenn ich an die Erfahrung aus Doom denke, erinnere ich mich an Wand. Wieder Wand. Noch ne Wand. Ah, ne Keycard - zürck zur ersten Wand. Keycard reingesteckt - es fallen ein paar Gegner von der Decke runter.
Mir als Spieler ist in diesem Augenblick egal, ob der Level, von oben betrachtet, ein Meisterwerk der jungen Renaissance ergibt. Mir, als Spieler, ist es wichtig, dass der Level Spaß macht.
An den ersten Level aus Aliens vs Predator 2 in der Marine Campaign erinnere ich mich so - ich stehe mit meinem Squad vor einer verschlossenen Tür, die muss ich mit meinem Gerät hacken. Die Tür geht auf, es ist Scheiße düster, ich mache meine Taschenlampe an. ich laufe rein, die Tür verschließt sich, meine Kameraden schreien hinter mir, aber wir können nichts tun, ich bin eingesperrt! Ich höre das Klacken eines Predators über mir und sehe wie drei rote Punkte sich über dem Boden auf mein Bein nähern…
Im nachhinein betrachtet, war der ganze erste Level eine reine spielbare Cutscene mit der Möglichkeit, von dem Hacken der Tür mal abgesehen, als Interaktion auf Wände und Türen zu schießen. Ich habe dort keine realen Gegner, ich habe keine Möglichkeit mit meiner Umgebung zu kommunizieren, ich laufe nur durch, wie in einem Gruselkabinett und schaue mir das Spektakel an.
Es ist jetzt über 20 Jahre her und ich erinnere mich immer noch wie ich schweißgebadet damals vor meinem PC saß.