Mein erster Computer war ein Intel Celeron 1GHz mit 128MB RAM und Windows XP an Bord. Ich habe die ganze DOS Zeit übersprungen und habe das ganze Gefrickel mit Treibern, Speicherverwaltung und (oh mein Gott!) Soundkarteneinstellung (Gott sei Dank!)verpasst.
Jetzt habe ich mir vor ein paar Monaten einen alten Toshiba Laptop mit Win 95 zum Spielen eingerichtet. Und es läuft einfach! Klar, muss man da und hier noch ein wenig rumwerkeln und die Treiber einstellen oder DirectX installieren. Aber vom Großen und Ganzen fühlt sich das schon an, wie ein komplettes Betriebsystem - Soundkarten muss ich nicht einstellen, RAM verwaltet jedes Spiel selbst, Installation ist durch den Installationswizard ein Kinderspiel.
Dagegen sieht Win 3.1 wie ein schlechter Witz aus.
Windows 95 war wirklich ein Meilenstein, was Usability etc. anging. Mag sein, dass OS/2 das alles schon früher hatte, allerdings hatte keiner OS/2. Gegenüber DOS-Kommandozeile, DOS Shell und Windows 3.11 war es definitiv eine Offenbarung. Die ausgefeilte Maussteuerung machte für mich hier besonders viel aus. Keine kryptischen DOS-Befehl-Kürzel auswendig lernen, sondern visuell durchklicken. Weil wenn auch nur ein Buchstabe falsch war, kamst Du ja überhaupt nicht weiter, wenn dir die richtige Kombination partout nicht einfallen wollte. Eine optische Oberfläche gibt Dir ja zumindest noch Anhaltspunkte für mögliche Probieroptionen. Ganz generell war das ganze Erscheinungsbild tausendmal frischer, wenn man davor hauptsächlich das blaue Fenster mit weißer Schrift des Norton Commander gewohnt war. Das war schon wirklich ein riesiger Evolutionsschritt, raus aus dem Bürokratenlook zu mehr Lebendigkeit.
Das einzige, was neben Bluescreen meiner Erinnerung nach genervt hat, dass Doppelklick auf einen Ordner immer ein neues Fenster geöffnet hat und man ständig mit Fenster schließen beschäftigt war. Ich weiß noch, dass ich mit Aufkommen Win98 nie wieder zu 95 zurück wollte, weil Win 98 hatte dann endlich den eigentlich naheliegenden Zurück-Button endlich eingeführt.
@Henner_Thomsen Du sagtest, es habe keine Boot-Diskette für CD-ROM-Treiber gegeben. Ich kann mich aber dunkel erinnnern, eine solche Bootdiskette gehabt und genutzt zu haben und es war nicht so, dass ich die auf einem ursprünglichen OEM-Gerät eingesetzt hätte. Gab es da spätere Auflagen, wo dann bereits ein Standardtreiber für alle Laufwerke gefunden wurde? Oder verwechsle ich da was?
Oh ja, das ist (wie ich es, glaube ich, in der Folge ausdrücke) ein echter Power-Move. Kopieren, verschieben, Verknüpfung erstellen, alles ohne Tastatur, nur mit einer Maustaste. Und erstaunlich viele kennen’s nicht
Das kommt in der Folge etwas irritierend rüber. Es gab für Windows eine Boot Startdiskette. Die Aussagen beziehen sich vermutlich stark auf den ersten US Release
Die Folgeversionen von Windows wurden auch im Einzelhandel auf einer CD ausgeliefert. Ich habe Windows 95 auf CD ganz normal im Laden gekauft. Es könnte aber schon Windows 95b OSR2 gewesen sein.
Man braucht aber für das reine Dos neben Windows eine Diskette mit einem CD Treiber.
In der Praxis war es bei mir so, dass ich zwecks Spiele zuerst Ms Dos 6.22, dann den CD Treiber und zum Schluss Windows 95 installiert habe. Bei den alten Spielen sowie Hybridspielen war Ms Dos imner noch die bessere Wahl.
Windows 95 war aber auf jeden Fall damals eine ganz neue Welt.
Mein erster PC kam mit Windows95. Den PC hatte ich mir bei Atelco zusammen gestellt. Das war ein P166MMX mit 16MB RAM, 2,5GB Seagate Festplatte, Matrox Mystique und 16x Teac CD-LW. Alles in einem massiven Big-Tower. Software musste ich selbst installieren.
Ich hatte keine Ahnung vom PC und von Windows. Ich hatte mir in den Tagen bevor ich den PC abholen konnte, zusammen gesponnen (wo hätte man dazu Informationen holen sollen?), wie die Installation ablaufen müsste. Und das hat dann auch geklappt. Da war ich schon sehr erleichtert. Nur die Billo-Soundkarte lief nicht (unter DOS). Die habe ich dann am nächsten Tag gegen eine Soundblaster16 umgetauscht.
Als Teenager konnte man sich alles Wesentliche in Win95 selbst erschließen. Das System war grundsätzlich schon selbsterklärend. Was mir aber am Anfang Bauchschmerzen und einen Knoten ins Hirn gemacht hat, waren die (Desktop-)Verknüpfungen. Wie konnte das Programm in C:Spiele liegen und gleichzeitig auf dem Desktop auftauchen?
Das kann ich nicht mal heute… beim normalen Drag&Drop muss ich doch „Modifier“-Keys drücken um z.B. ein Verschieben zu erzielen. Oder meintest Du doch mit „rechter Maustaste“ das Kontextmenü wie ich bim Hören erst einmal vermutet hatte um das mit meiner Erfahrung deckungsgleich zu bekommen.