Windows 95/98 (SFT 23-2)

Deine ganze Kindheit … eine LÜGE … :scream:

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Terminal Reality hat aber auch einfach dreimal das gleiche Spiel veröffentlicht, oder? Zumindest waren sich Terminal Velocity und Fury³ extrem ähnlich.

Die Folge hat einen wieder etwas in Nostalgie schwelgen lassen und daran erinnert wie man mit diesen verschiedenen Systemen aufgewachsen ist :slight_smile: Ich hatte mit Windows Me auch nicht die schlechte Erfahrung wie es immer der Ruf zu erwecken scheint. Es war aber auch kein wirklich merklicher Fortschritt.

Ich hab aber eine Nachfrage an @Henner_Thomsen bzgl. folgendem Zitat:

Es gibt so eine 3D-Grafik-Schnittstelle schon, die heißt OpenGL, aber OpenGL ist eigentlich nicht für Spiele geeignet, auch wenn id Software in Person von John Carmack ja später darauf schwört, aber eigentlich ist das überdimensioniert, das ist für den professionellen Einsatz gedacht und nicht so sehr für Spiele.

Also ich weiss, dass OpenGL damals viel im Profibereich in Firmen zum Einsatz kam. Aber warum soll es nicht für Spiele geeignet sein? Es ist ja doch sehr viele Jahre lang eine Option gewesen und manch eine Engine hat es mehr gepusht. Und es war halt auch portierbarer auf andere Systeme wie Linux. Hast du dazu bestimmte Quellen in denen man sich dazu mehr einlesen kann warum das so war? Dankeschön.

Ich bin nicht Henner, aber vielleicht kann ich ja trotzdem was dazu sagen. Das Problem mit OpenGL ist, dass es extrem mächtig war. Ursprünglich für komplexe CAD Anwendungen geschrieben mit der Idee dass dahinter richtig starke Hardware-Beschleunigung steht. Also Hardware die locker fünfstellig kostet. Das konnten damalige PCs nicht leisten. Brauchten die Spiele damals auch nicht.

Für die Berechnung der einfachen 3D der Zeit reicht ein Bruchteil dessen, was OpenGL im Stande zu leisten ist und dementsprechend auch Hardware, die genau das gut kann. Die Lösung war also, dass man eben nicht OpenGL voll unterstützt, sondern nur den Teil, der wirklich gebraucht wird. Diese speziellen Versionen von OpenGL (z.B. das erwähnte Glide) waren dann eben OpenGL ohne den Teil, den eh keiner brauchte. Das durfte man dann aber auch nicht OpenGL nennen weswegen es diverse andere Bezeichnungen mit GL im Namen gab.

Diese Lösungen gab es aber zu der Zeit noch nicht - oft waren es einzelne Entwickler und deren Spiele, die hier die Innovation brachten - namentlich John Carmack, der mit Direct3D nicht sehr zufrieden war, und Quake. Da die Hardware-Hersteller ihre Karten an Spieler verkaufen wollten haben sie dann auch Unterstützung für diese abgespeckten OpenGL-Varianten mit in ihre Treiber gebracht.

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Ich hab damals ein 486 er mit 100 mhz gehabt mit 3.11 drauf dann gewechselt auf 95.

Hab mich komplett gefeiert und irgendwie 6 Tage später hab ich wahrscheinlich irgendwas gelöscht oder so.

Jedenfalls musste ich den Rechner neu starten hatte glaube destruction Derby 1 installiert.

Das neu starten war der letzte Klick im Windows 95

Dann ist er nicht mehr hoch gefahren.:joy::joy:

Weis bis heute nicht warum :joy:

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Das fasst die Erfahrung gut zusammen, die viele von uns damals machen mussten :slight_smile:

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Dachte ich mir halt auch als ich die Folgen heute ganz gehört habe deswegen dachte ich schreib ich es mal.

Danach hatte ich glaub ein Pentium mit 166 mhz

Krass eh wenn man drüber nachdenkt :joy:

Schön mit Benchmark guggn was geht :joy:

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Es war schon ein ziemliches Gefrickel. Ich musste manchmal mehrfach hochfahren, weil er einfach bei der Initialisierung der UI hängen geblieben ist. Vielleicht ein IRQ doppelt vergeben oder sonstwas, es war manchmal echt nervig. Oft ging es dann aber auch wieder. Man war ja schon froh wenn der Cursor zu sehen war, da war die Taskleiste noch nicht da. :slightly_smiling_face:

Ich weiß noch das ich echt frustriert war von Win98 irgendwann. Win2000 lief dagegen sehr gut, nur halt unbenutzbar wegen Spielekompatibilität.

Vielleicht lags auch an der Hardware-Qualität, man hatte ja nicht so viel Geld. :grinning_face_with_smiling_eyes:
Das ist mir aber erst im Nachhinein aufgefallen.

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Ich habe damals aber auch viel Software ausprobiert und installiert. Da war immer mal was dabei, was der Stabilität nicht zuträglich war.

Und nach der Neuinstallation von Windows war man ja noch lange nicht fertig:
WinRAR, WinZip, WinAMP, Powerstrip, Hypersnap, neue Grafiktreiber, neue Soundblaster-Treiber, neues DirectX, neue Videocodecs, neuer MediaPlayer, Acrobat Reader, neue Themes, Furzgeräusche für die Tastatur…

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Und davor erst mal alle Treiber, die man auf Datenträgern da haben musste. Auf einer Partition oder gebrannter CD. Das fast jede Hardware automatisch gefunden wird war noch Science Fiction.

Wir alle kennen diese Horror-Datei-Auswahl-Fenster

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Oh ja, dieser Dialog ist wirklich eine Design-Sünde. Warum ist das Fenster so winzig? Warum wählt man das übergeordnete Laufwerk unten rechts aus, quasi als Letztes und nicht als Erstes? Warum wurde immer erst einmal auf der Diskette gesucht, die aber gar nicht im Laufwerk lag? Und das Ganze fünfzehnmal, bis man die richtige INF gefunden hatte. Ufff.

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Das stimmt, das war der Horror damals, aber zumindest ging es, auch das Wechseln auf frühere Versionen von Treibern usw.

Versuche so etwas mal bei modernem Linux. Wenn bei Linux der Treiber für deine Hardware nicht schon im Kernel drin ist, dann ist das ein noch viel grösserer Krampf, den nachträglich zu installieren, als damals bei Windows 95. Oft geht es gar nicht und man muss dann eben andere Hardware kaufen.

Bei modernem MacOS ist das Installieren von Treibern auch nicht gerade leicht. Es gibt zwar diesen relativ komfortablen clickie-buntie .pkg Installer, um Treiber zu installieren, aber man kann sie nicht wieder sauber deinstallieren. Zumindest nicht, dass ich wüsste. Ausserdem meckert das System ständig, dass man irgendeine Kernel Erweiterung laufen hat, die nicht von Apple abgesegnet ist.

Und warum musste man überhaupt selbst die passende .INF finden?

Im vorliegenden Fall zumindest kam man ja über „unbekannte“ Geräte im Gerätemanager zu der Auswahl. Dass Windows aber überhaupt ein unbekanntes Gerät anmeckert, sagt ja, dass es weiß, dass da ein Gerät ist, es also an irgendeinem Bus enumeriert wurde. Im Screenshot ist es PCI, es kann aber auch z.B. USB oder damals EISA sein (wäre es ISA, wüsste Windows einfach nix, und der Flow wäre ein ganz anderer). Ein derartiger Bus sagt dann auch irgendeine Art von Geräte-ID, man kennt ja so Kram wie „121a:0001“, das ist als Beispiel 3Dfx Voodoo.

Ja herrgott nochmal, dann lass mich halt sagen „das ist irgendwo auf E:“ und such dir die passende Datei in der „121a:0001“ drin steht selbst, und lass mich nicht in sowas wie „E:\RELEASE\DRIVERS\VOODOO\WINDOWS\INF“ zwischen sowas wie „DEVABC1.INF“ und „DEVABC9.INF“ auswählen, nur um mir dann zu sagen, dass ich die falsche Datei erwischt habe!

Später wurde das dann zum Glück automatischer.

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In meiner Erinnerung hat man da auch kein vernünftiges Feedback bekommen, ob da jetzt ein Treiber installiert wurde oder nicht.

Auch dieses „Legen Sie eine Diskette mit Treiber ein“ im ersten Schritt war damals schon aus der Zeit gefallen. Die Treiber kamen schon zu Win95-Zeiten oft auf CD und auf der CD waren die Treiber dann auch nicht immer in diesem Dialog verwertbar weil sie z.B. in einer exe lagen.

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Kleiner Nitpick am Rande zu Windows 3. Hier geht’s zwar eigentlich um Windows 95 aber ihr habt es im zugehörigen Podcast erwähnt, daher schreibe ich es auch in diesen Thread. Windows 3 hatte durchaus preemtives Multitasking, allerdings nur für zwei Prozesse: Das Windows System, das dann wiederum mittels kooperativem Multitasking paralleles Ausführen von Programmen simulierte und … der Maustreiber.

Falls ihr euch mal gewundert haben solltet, warum der Mauszeiger das stabilste bei einem Windowssystem war und selbst dann noch funktionierte, als alles andere schon den Bach runtergegangen war.

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Windows 3.0 ab dem 386er hat tatsächlich preemptives Multitasking betrieben… aber nicht nur zwischen zwei Tasks, sondern zwischen allen DOS-Boxen, plus Windows selbst!

Mehrere DOS-Programme liefen also gleichzeitig. Ja, preemptiv geswitcht, das ging damals schon! Aber ironischerweise liefen alle Windows-Anwendungen nur als „eine“, und mussten sich kooperativ den Ball zuspielen.

Hast du dazu Quellen? Ich hätte jetzt gedacht, dass der Maustreiber bei früheren Windows-Versionen einfach im IRQ-Handler seinen Dienst verrichtet, also im Kernel statt als extra „Task“. Oder gab es da was spezielles?

Aber allgemein, die ganze Situation war vor Windows NT historisch bedingt extrem kompliziert, selbst für Leute die tief in der Materie stecken. Da gab es ab Windows/286 und Windows/386 dann Windows im „Real Mode“ (quasi 8086-Modus), „Standard Mode“ (quasi 286-Modus), und „Enhanced Mode“ (definitiv 386-Modus), und was genau in tatsächlichen Tasks lief, was der Monitor leistete, und was man „Kernel“ nennen sollte ist verwirrend und teilweise uneindeutig. Ein paar ziemlich tiefe Details kann man z.B. mal hier nachlesen (von Raymond Chen, einer meiner Helden, der sogar im Podcast erwähnt wurde):

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Oh ja, Raymond Chens Blog war auch eine wichtige Quelle für meine Recherche.

Alex St. John hatte auch nur lobende Worte für Chen, er habe „extrem hart“ gearbeitet. Kurios dabei: Laut St. John kam Chen täglich im Anzug mit Fliege zur Arbeit und war dabei für die Microsoft-Büros total overdressed.

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Wieder tolle Folgen.

Nachdem der erste Familien-PC im Haus von Escom mit Win 3.11 kam, war mein erster eigener PC 1996 ein Cyrix-166+ (mit 133MHz) von Vobis, natürlich mit Windows 95. Und das erste native Windows 95-Vollpreisspiel, dass dort installiert wurde war natürlich Alarmstufe Rot :smiley:

Win95 war damals schon eine Revolution. Ich erinnere mich auch noch, wie das damals in den Medien omnipresent war, auch in den fachfremden.

Hellbender hatte ich auch, das lag dem Sidewinder 3D Pro-Joystick bei:

Ich hab letztes Jahr mal versuch, mir die Windows 95-Experience wiederzubeleben, ohne ein Vermögen auf Ebay zu lassen. Es wurde dann ein ausgedienter PC mit Linux, diversen Emulatoren und dem „Chicago 95“-Theme für den Cinnamon-Desktop:

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Den hatte ich auch! In der IBM-Variante, selbes Ding. Was war ich stolz und glücklich.

Außer, dass er mir bei schwierigeren Sachen ständig abschmierte. Ich hab alles probiert. Wärmeleitpaste bestimmt 5x neu aufgetragen, alle BIOS-Settings durch…

… und erst viel, viel später bemerkt, dass mein Netzteil noch von meinem ersten ganz eigenen PC war (das neue Mainboard konnte AT und ATX, fatal wie sich gleich rausstellt), ein alter 486er, und sowas lächerliches wie 75W oder so hatte. Klar, dass da schnell die Spannung einbrach, wenn es ernst wurde.

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Ha, 75W. Da würden heute nicht mal die Gehäuselüfter anspringen :smile:

Ich hatte tatsächlich nie Probleme mit dem Cyrix, obwohl es immer hieß, dass der wohl nicht 100% kompatibel ist. Aber ich hatte ja auch nie Probleme mit dem Amiga 600, den ich davor besaß :smiley:

In diesem formschönen Gehäuse steckte der:

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