Hallo, ich komme seit vielen Jahrzehnten in das Schweizer Bergdorf Beatenberg (aus Gründen). Das Dorf ist vor allem für seine atemberaubende Aussicht auf das Berner Alpen Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau bekannt. Zusätzlich lebt hier seit Jahren Erich von Däniken, den man früher auch in den Bars der Hotels antreffen konnte. Seit eurer SF Folge 106 über Zak McKracken wollte ich darauf hinweisen, dass es in Beatenberg den „Erich von Däniken Weg“ gibt mit verschiedenen Schautafeln zu seinem Leben. Man sollte aber nicht (nur) wegen des Spazierwegs hierher kommen, das Alpenpanorama ist eher einen Besuch wert und wird sicher auch noch berühmt sein, wenn Erich längst vergessen sein wird (was ja schon fast passiert ist).
Anbei ein paar Bilder von Beatenberg, dem EvD Weg und der diesjährigen Harder-Potschete vom 2. Januar 2025 in Interlaken. Vielleicht kommen die Theorien von Erich auch von dieser Veranstaltung!?
Ich habe vielleicht ein paar sarkastische Smileys vergessen . Er ist im Dorf sicher nicht unumstritten und ich halte ihn auch für einen Dampfplauderer. Außer dem Weg gibt es in Beatenberg keine weiteren Hinweise, auch das Wohnhaus ist nicht markiert oder so. Sein Mystery Park in Interlaken war ziemlich schnell pleite. So richtig zieht der Name und sein Geschwurbel heute nicht mehr.
Wobei selbst ein James Bond Film von 1969 wird ganz in der Nähe auch heute noch vermarktet. Da kennen die Schweizer nichts.
Zumindest würde ich von Däniken nicht als demagogischen Schwurbler bezeichnen, der die gesellschaftliche Ordnung umstürzen will. Da sind heutzutage schon ganze andere Kaliber unterwegs - einer von denen wird in zwei Wochen mal wieder Präsident der USA. Aber klar, sympathisch ist er nicht, dafür sondert er heute zu viel rechten Müll ab und seine Fantasie, dass nicht-europäische Hochkulturen sich nicht selber entwickelt haben, ein bisschen zu rassistisch.
Aber ist von Däniken nicht auch ein kleines Bindeglied zwischen Lovecrafts Berge des Wahnsinns, eine Geschichte über ausgestorbene Aliens, die einst die Erde bevölkerten und die hiesige Evolution in Gang setzten, und zeitgenössische Geschichten wie Stargate oder Ridley Scotts Space Jockey in Alien? Erinnerungen an die Zukunft erschien 1968 - wenige Jahre vor dem großen Boom der Popkultur mit unzähligen Aliens. Und auch heute erfreut sich das Motiv von Aliens, die eine niedere Spezies auf ein höheres Entwicklungslevel heben, großer Beliebtheit. Freilich keine Erfindung allein vom Erich.
Schöner Relativierungsfehler. Nur weil Däniken keine politischen Umsturzfantasien hat, bleibt er trotzdem ein Schwurbler, der mit Lügen und Fantasiegeschichten Geld verdient.
Bei dem Anriss geht mir ja schon wieder die Hutschnur hoch. „provokante Thesen“ ist echt freundlich für das, was er verzapft hat. Mich stört das, weil ich Provokation durchaus sehr mag. Aber Däniken war halt kein Meter provokant, sondern vor allem ignorant.
Ja, versteh ich. Ich will da jetzt auch nicht drauf treten, aber die Tendenz, Leute beim versterben dann weichzuspülen wir der Person und deren Wirken halt auch nicht gerecht.
Weiß nicht. Auch wenn sie ihn nicht direkt als Schwurbler titulieren: Sie gehen auf seine Kategorisierung als Spinner, seine Verurteilung wegen Betrugs und Urkundenfälschung sowie seine eigentliche berufliche Laufbahn als Koch, Kellner, Barkeeper und Hotelier ein. UFO-Forscher empfand ich auch noch nie als seriöse Berufsbezeichnung. Weichspülung sieht imho anders aus.
Ich habe ihn einmal live erlebt bei der Eröffnung des gescheiterten Mystery Parks. Er konnte schon reden und auch für ein Thema faszinieren. Aber ohne ihn bleibt nichts von den wilden Theorien, deswegen hat IMHO auch der Park nicht funktioniert.
Das arme Beatenberg muss sich jetzt eine neue Celebrity suchen, nachdem EvD nach Hause geflogen ist oder einfach wieder auf die einzigartige Natur vertrauen.
Wenn man die aktuellen Geschehnisse um den Disclosure Act um die UAPs in den USA ansieht, wäre ich mir nicht so sicher, dass diese Forschung so unseriös ist.
Däniken hat geforscht. Wie wissenschaftlich sein Vorgehen war, ist natürlich diskutabel. Meines Erachtens war er in bestimmte Ideen einfach verliebt, aber hat damit niemanden geschadet oder Hass geschürt. Die Gesellschaft darf durchaus Platz für Weirdos haben.
Danke für die schöne Anekdote, hab die Erinnerungen an die Zukunft vor vielen Jahren ja auch mal gelesen, schade dass es am Ende nicht nur coole Sci-Fi inspiriert hat, sondern auch viel furchtbaren Verschwörungsmist.
Würde ich so pauschal nicht sagen, dieses Ancient-Aliens-Narrativ überschneidet sich häufig damit, Leistungen nicht-europäischer Kulturen abzuwerten (“die konnten das nicht selbst”), was koloniale/rassistische Denkmuster stützen kann, auch ohne böse Absicht. Sollte man mitbedenken.
Es gibt eine Geschichte von einem Wunderheiler, der nach seinem Tod noch mal ein paar Tage weiter lebte. Sowas wird Kleinkindern (!!!) erzählt in der Hoffnung, dass sie daran glauben.
Und da kamen auch einige Weirdos, die darauf aufbauend Kriegsgründe und Genozide abgleitet haben.
Das möchte ich jetzt nicht ausschließen, aber hörte ich in den Kreisen tatsächlich gar nicht. Eher wurde davon gesprochen, wie glücklich sich ältere Kulturen schätzen durften (Mesopotamien, Ägypten, Anaszasi) Kontakt aufzunehmen.
Das ist unerheblich. Die Unterstellung, das z.B. die Ägypter und die Maya (einige der ersten Hochkulturen, die unter anderem auch als erste grosse Siedlungen mit hundertausenden Einwohnern hatten) das nicht aus eigener Hilfe geschafft haben, die ja in seiner Sicht rein aus dem Glauben stammt, dass er sie nicht für fähig gehalten hat, ist schon eine Nummer, zu der man auch erstmal einen Beweis braucht. Aber Däniken sagt da halt einfach „glaub ich nicht“.