Zapping statt Scrolling: Ist unsere Generation die letzte mit Zufalls-Interessen?

Mal eine andere Gegenposition: Ich bin Jahrgang 1983 und bin ohne Fernsehen aufgewachsen. Mir hat das nicht gefehlt, statistisch wurde meine Familie allerdings als “Medienverweigerer” aufgenommen. Das hat nichts damit zu tun, das meine Familie Medienfeindlich gewesen wäre: ich habe bei Freunden fern gesehen, war viel im Kino, hatte früh Zugang zu einem Computer und habe Bücher gesuchtet. Meine Eltern haben meinen Medienkonsum wirklich nie beschränkt (ausser, dass es halt nie einen Fernseher im Haus gab). Ich find lineares Fernsehen schon immer scheisse, weil es mir keine Wahl gegeben hat und dann häufig auch noch Werbung. Das Konsumverhalten vieler Fernseherbesitzer (“Fernsehen nebenher”) geht für mich garnicht. Insofern weiss ich nicht, ob man da was nicht medienhistorisch im Sinne von “damals war alles besser” verklärt.

Zu Filterblasen: es gibt - trotz inzwischen guter Studienlage - keinen Nachweis für Filterblasen, die über “normale” soziale Gruppierungen herausgehen.

Ich glaube nicht, dass sich da irgendwas fundamental geändert hat. Manchmal funktioniert der Kontakt einfach nicht. Ich hab Menschen, mit denen ich zu tun haben muss, zu denen ich 20 Jahre keinen Zugang gefunden habe. Bis ich plötzlich völlig random was gefunden habe, was beiden passt.

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