Ändert ihr die Geschwindigkeit eurer Podcasts beim Hören?

ich bin lange überhaupt nicht auf die Idee gekommen, Podcasts mit einer anderen Geschwindigkeit zu hören!

Neulich war es dann soweit…, ich wurde verschüttet unter Sachen, die ich hören wollte und dann war da ein Gespräch bei einem Comicpodcast, bei dem der Gesprächspartner einen am Denkprozess wirklich, zumindest sprachterminlich, hat teilhaben lassen, es war einfach seeehr seeehr langsam.

Ich bin in Bezug auf Routineprozesse ein wahnsinnig ungeduldiger Mensch, es NERVT mich, wenn Leute auf der Rolltreppe stehen bleiben und das nicht rechts, sondern mittig, es nervt mich wenn Leute zu Fuß mit Fahrrädern oder Autos unglaublich langsam vor mir herum karriolen, gerne noch mäandernd… egal, also hier war der Punkt erreicht…
ich schaltete auf 1,5fache Geschwindigkeit…!
UND es war so unglaublich erleichternd!

Seitdem habe ich das als echten Gamechanger entdeckt, ich höre jetzt alles auf 1,5, außer wo ich mich drauf konzentrieren muß, weil ich es sonst auch gar nicht hören müßte (hohe Faktendichte oder entsprechend herleitende Gedanken usw.), außerdem Podcasts, denen ich tatsächlich auch gerne zuhöre, der Gesprächsführung und der Personen wegen, aber auch da habe ich schon 1,2fach für mich entdeckt.
Außerdem, und das beunruhigt mich, es ist eine Droge, es ist schwer wieder zurückzugehen, mir erscheint inzwischen manchmal normale Geschwindigkeit schon als echte Geduldsprobe.

Nichtsdestotrotz: schon immer fand ich die Styforever-Podcasts hervorragend produziert, inhaltlich perfekt zwischen angenehmem Gespräch und konzentriert Aufdenpunktkommen, die gehen immer noch ganz gut in normaler Geschwindigkeit und sind angenehm ganz ohne angespannte Ungeduld und das Drehen an der Geschwindigkeit.

Lieblingspodcasts wie Too Many Tabs, die bleiben auch normal schnell, besonders gut als Aufputschmittel fand ich aber zum Beispiel den Fußballpodcasts Köster + Zeigler auf 1,5fach, wirklich schon zügige sprecher, das ein bißchen schneller gedreht… hat nen ganz eigenen Reiz.

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den Readers-Digest-Vergleich finde ich besonders hübsch :slight_smile:
aber er tut auch unrecht, denn die „Verbrecher“ (ironisch überzeichnet!) haben schließlich Inhalte verstümmelt.

Es gibt auch so Techniken, „schneller“ zu lesen, von denen ich aber auch wieder nicht viel halte, Leute, die seitenweise erfassen oder überblättern oder irgendson Zeug, ganz schlimm, vielleicht wäre DAS noch vergleichbar oder nee, denn es wird bei der höheren Geschwindigkeit jedes Wort gesprochen.
Ich bemühe mich um zügiges Lesen, lesen jeden Wortes, auch mal schlendern, nicht nur rennen, aber doch zügig aufnehmen und voranschreiten, als solches empfinde ich auch die höhere Geschwindigkeit beim Abspielen.
Klar, das Timing, eine Melodie der Sprache wird verfremdet, ich fände das bei Filmen oder ähnlichem schlimm, denn ebenso wie bei Graphik ist auch die Leerstelle ein Gestaltungsmittel… warum haben die nicht einfach gleich schneller gesprochen?!

Mir gefällt Dein Standpunkt, kann den gut nachvollziehen, nur das Leben die Zeit der Gilb der Tag, lassse ich was weg oder optimiere die Aufnahme, jetzt könnt man sagen, setz halt Prioritäten, was ist die Zeit wirklich wert… ich labere und raube Euch die Zeit, schneller stellen den Zwerg oder abbrech

Ich spiele auch auf 1.2x ab. Podcast Addict verändert dabei ja keine Tonhöhe, sondern es wird wirklich nur schneller. Daran habe ich mich bereits so gewöhnt, das ein Abspielen woanders (hab mal Spotify probiert) mit 1x dann für mein Gehirn klingt wie zäher Kaugummi. Das wäre für mich, so verdreht das klingt, ein unmaßgeblicher Grund nicht auf eine Live-Veranstaltung zu gehen - die Sprecher klängen für mich ungewohnt bis unnatürlich.

Einziger kleiner Nachteil der erhöhten Geschwindigkeit aus meiner Sicht: SID-Arpeggios werden entstellt, die Musik klingt gräßlich, vermutlich weil für die Wunschgeschwindigkeit halt Stücke aus dem Audio rausgeschnippelt werden und dann halt fehlen.

Arrogant finde ich Deine Meinung nicht. Dir fehlt einfach nur die Erfahrung, wie es sich anfühlt, ein (ich nenne es mal) übereifriges Hirn zu haben. Meines hat Phasen, da verlangt es ständig Input und benimmt sich wie ein reizfilterschwaches Haustier im Flegel-Alter mit einer Überdosis Guarana-Enerergiedrinks im Blut. Wenn ich es da nicht permanent beschäftige, macht es sich über Dinge Gedanken, für die ich nicht genug Alkohol vertrage, um sie wieder aus dem Gedächtnis zu tilgen. Nee, nee Du. Im Vergleich dazu ist es definitiv weniger „verrückt“, sprechpausenbefreite Podcasts auf 1.5er-Speed zu konsumieren.

Als Respektlosigkeit empfinde ich die Geschwindigkeitsanpassungen übrigens auch nicht, da das in keiner Weise meinen Absichten entspricht. Mir ist allerdings nicht bekannt, ob sich die Podcast-Leute als Kunstschaffende und ihre Podcasts als Kunstwerk empfinden, wodurch implizite Vorschriften für den "art"gerechten Konsum selbstverständlich inbegriffen wären und ein Verstoß dagegen einen persönlichen Affront darstellen könnte. Andererseits verstehen sie sich vielleicht vielmehr als Dienstleistende und den Podcast als Dienstleistung, wodurch eine Regelung der Geschwindigkeit der Anpassung der Sitzhöhe eines Bürostuhls aus Ergonomiegründen entsprechen würde.
Sollte mir im Ernstfall dennoch Respektlosigkeit unterstellt werden, im Sinne von: „Du konsumierst meinen Podcast wie ein respektloser Bauer!“, dann würde ich entgegnen: „Wie passend. Du sprichst so langsam wie eine wiederkäuende Kuh!“ Denn ich könnte nicht herausgeschnittene Denkpausen und die Sprechgeschwindigkeit einer Weinbergschnecke mit Lähmungserscheinungen ebenso als Respektlosigkeit gegenüber meiner fruchtfliegenartigen Aufmerksamkeitsspanne empfinden (was ich aber nicht tue).

Insofern also vielen Dank für Deine Ausführungen, die für mich sehr inspirierend waren.

P.S.: Was die schnöde Quantität anbelangt, stimme ich Dir unumwunden zu, weil ich meine geistige Druckbetankung alles andere als schnöde empfinde. :wink:

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Ich bin völlig geplättet von diesem Thread.

Ich habe irgendwann zufällig die Funktion in meinem Podcatcher gesehen und gedacht, dass doch wohl niemand das Bedürfnis haben kann einen Podcast schneller zu hören.

Podcasts sind für mich Freizeit, Vergnügen. Wenn ich die Sprechgeschwindigkeit der Leute in dem Podcast nicht mag, suche ich mir einen anderen.

Ich würde auch nie auf die Idee kommen, einen Podcast zur reinen Wissensvermittlung zu hören. Dafür ist es ein denkbar ungeeignetes Medium. Effiziente Wissensvermittlung ist etwas was mich schon im Arbeitsumfeld nervt. Die Idee Effizienz auch noch auf Freizeitaktivitäten anzuwenden halte ich für grundfalsch. Damit produzieren wir die „Volksseuche“ Burnout. Weil sich niemand mehr erholt. Alle wollen alles gleichzeitig und das möglichst schnell und effizient.

Der einzige Grund, den ich von den bisher Genannten irgendwie verstehen kann ist der Wunsch einen Podcast „am Stück“ zu hören. Ich persönlich habe keine Probleme die einzelnen Folgen zu stückeln. Das muss aber nicht jedem so gehen.

Darüber hinaus übersetze ich jede Form der Geschwindigkeitserhöhung mit: „Ich muss das hören und will, dass es schnell vorbei ist.“ Kein Wunder, dass ein großer Teil der Menschen in Gesprächen nicht mehr zuhören kann. Viele werden schon hibbelig, wenn sie mehr als drei Sätze am Stück zuhören müssen.

So, jetzt dürft ihr mich aufhängen.

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Ich sehe das ähnlich, brauche kein komprimiertes Wissen. Aber mich stoßen reine Laber-Podcasts ab, genauso wie komplett polierte Ard-Podcasts.

Ich bin wohl vor allem bei Stayforever gelandet, weil der Laber-/ Erkenntnisquotient gepasst hat. Und dann habe ich mich so an die sehr angenehmen Stimmen gewöhnt ( Gunnar und Chris alleine habe ich sicher insgesamt einige Wochen zugehört, über die Jahre gerechnet), dass ich da geblieben bin, als Stück für Stück das alles professioneller wurde. Als die Anekdoten ausblieben und dafür dann geforscht wurde, bei den Entwicklern.

Das öffnete neue Welten, als der Kaiser-Programmierer erzählte, wie er von den großen in der Branche übern Tisch gezogen wurde als Schüler. Oder Guido Henkel mit der Farm voller Programmierer-Jungs, die alle nur nach Hause wollten.

Ah, ich schweife ab. Ich belasse die Geschwindigkeit auf normal, aber wenn jemand schneller hören mag- be my guest, wie Gunnar früher häufiger sagte.

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Ja genau. Mir fällt immer der Fachbegriff nicht ein. Aber das fasst die wichtigsten Vorzüge dieses Podcasts gut zusammen :slight_smile: .

Ich schätze die professioniell recherchierten neuen Folgen sehr. Man hat nach dem Hören der neuen Folgen das Gefühl, dass jetzt alles Wichtige zu den Spielen gesagt ist. Vor allem, wenn es noch eine „Wusstet ihr eigentlich …“ gibt. Darum befürworte ich auch die Remakes von bspw. Civilization (!!!). Ich hätte aber auch nichts dagegen, wenn sich der vorgenannte Quotient wieder etwas mehr in Richtung 1 bewegt.

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Wenn ich wieder durch $umstände eine sehr lange Queue aufgebaut habe, stelle ich auf 1.5 bis sie leer ist. Das zurückstellen hört sich dann oft allerdings so an, als wären alle Beteiligten betrunken. Ausser bei Kack&Sach. Da hört man dann wirklich, wie betrunken sie sind. :smiley:

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Ich kenne auch jemanden, der anscheinend Podcasts mit 1,8 Speed als seine „Normalgeschwindigkeit“ anhört, offenbar auch, weil er so viele abonniert hat, und so viele hören will, dass er sonst nicht durchkäme.

Ich höre meistens auf Normalgeschwindigkeit. Es gibt aber Ausnahmen. Ich habe mal einen gehört, der war ein Monolog-Podcast (was ich normalerweise zu vermeiden versuche, aber da hat mich das Thema sehr interessiert), und der Sprecher spraaaach wiiirkliiiiich reeeecht laaangsaaaam. Da habe ich auf 1,3 geschaltet, und hatte plötzlich die für mich angenehme Geschwindigkeit. Hat witzigerweise dazu geführt, dass sich da Musik-Intro in eine richtig rockige Nummer verwandelt hat und ich ganz entsetzt war, als ich sie mal wieder auf 1,0 gehört habe. :smiley:

Da ich selbst auch Teil eines Podcasts bin, höre ich auch gelegentlich „meinen“ auf erhöhter Geschwindigkeit, wenn ich nicht dabei war, und nur schnell den Überblick haben will, was in meiner Abwesenheit besprochen wurde.

Heheh, das ist bis jetzt den einzigen Fall den ich „akzeptiere“, weil’s da ja wirklich nur quasi um eine Stichprobe geht.

Was das „zu viele Podcasts abonniert“ betrifft… vielleicht sollte man da entweder das Problem an der Wurzel packen, oder, meine bevorzugte Variante, herausfinden, dass man zu den meisten nicht-seriellen Podcasts nicht jede Folge hören muss. Anstatt sich das Podcast-Hören ganz zu vermiesen, ey.

Sorry, aber da herrscht weiterhin großes Unverständnis von mir zu dem Thema.

Was das „zu viele Podcasts abonniert“ betrifft… vielleicht sollte man da entweder das Problem an der Wurzel packen, oder, meine bevorzugte Variante, herausfinden, dass man zu den meisten nicht-seriellen Podcasts nicht jede Folge hören muss. Anstatt sich das Podcast-Hören ganz zu vermiesen, ey.

Ich glaube allerdings auch, dass die Person das gar nicht als „vermiesen“ ansehen würde. Es gibt ja auch Menschen, die scannen halt schnell Zeitungsartikel durch, andere lesen lieber ruhig und ausführlich.

Für mich wäre es auch nix, aber solange die Leute sich nicht selbst beschweren, können die gerne so schnell hören, wie sie wollen. :smiley:

Boah, ich halte mich ja in vielerlei Situationen für Mr. Ungeduld himself (nicht im Straßenverkehr!), aber ich wäre VOR dem Lesen dieses Threads nie auf die Idee gekommen, die Geschwindigkeit eines Podcasts anzupassen. Jetzt hab ich‘s versuchsweise mal auf 1,5 gestellt, mich zu Tode erschrocken ob der beschleunigten Stimmen :stuck_out_tongue_winking_eye: und danach ganz schnell und ungeduldig wieder auf 1,0 zurückgedreht. Das klang sowas von… weird.

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Bis auf wenige Ausnahmen alles auf 1,5. Ist für mich einfach ein angenehmerer Flow, und viele Podcasts neigen ja nunmal zu Füllwörterei und kreativen Pausen etc. Brauche ich nicht. Her mit dem süßen, süßen Content!

Hörbücher laufen je nach Sprecher meist zwischen 1,2 und 1,4. Variable Geschwindigkeit ist hier ein besonderer Segen für mich - auf CD konnte ich Hörbücher nie wirklich hören, weil mich das für mich meistens viel zu gemächliche Sprechtempo einfach wahnsinnig machte.

In Original laufen dürfen bei mir eigentlich nur Hörspiele, da dort Performance, Komposition, Timing etc. eine viel wichtigere Rolle spielen als gemeinhin in Podcasts.

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Habe ich nur probeweise gemacht, ist überhaupt nichts für mich. War sogar etwas verwundert, dass es gar nicht so unüblich ist an der Geschwindigkeit zu drehen.

Nein.

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Ich nutze Smart Speed in Overcast. Ich glaube das verringert nur die Pausenzeiten.

Hörbucher laufen meist mit 1.2, Podcasts eigentlich immer im Original.

Dem schließe ich mich an. Podcasts zu 95% immer auf 1.0. Hörbücher oft auf 1.25 und ab und an auf 1.5. Irgendwie muss man die schiere Masse an Hörstunden ja managen und neben den zahlreichen Podcastfolgen kommen bei mir pro Monat sicher nochmal im Schnitt 25 "Normal"stunden Audible hinzu. Je nach Sprecher geht das ganz gut und man gewöhnt sich doch schneller an die höhere Geschwindigkeit als man denkt, bis es einem kaum mehr auffällt. So zumindest meine Erfahrung.

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Es gibt keinen Weg mehr zurück. Einmal mit 1.5 angefangen, erscheinen Podcasts auf 1.0 anschließend unerträglich zäh und langsam. Einziges Manko dabei, eingespielte Musik. Einen Podcast-Player mit „Brems-Button“ damit man kurzzeitig auf 1.0 hören kann, habe ich leider noch nicht entdeckt.

Podcasts 1.5
Hörbuch 1.2
Hörspiel 1.0

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Manchmal wünschte ich mir, dass es diese Funktion auch für alle TV-Streaming-Anbieter gäbe. Würde das Bingen beschleunigen. :grin:

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