Ja, sehr unterhaltsame Folge zu einem Spiel, das komplett an mir vorbeigegangen ist…
![]()
da habe ich zugeschlagen und werde auf jeden Fall mal 10 Min reinspielen - Das Spiel sieht ja tatsächlich so aus, wie auch der Produktionsprozess beschrieben wurde, glaube nicht das man das heute noch lange aushalten kann… ![]()
Vielen Dank für die tolle Folge, ich hatte viel Spaß beim hören.
Bei dieser Folge habe ich mir wie auch bei der Folge zur Das Schwarze Auge Reihe die Frage gestellt, welche aktuellen Spiele denn ähnlich in Hinblick auf die Reise-Mechaniken inkl. Survivalaspekte sind. Also Spiele die man auch als „Reise-RPG“ wie in der Folge genannt bezeichnen könnte. Ich habe mir mal bei GOG Darklands geholt, suche aber nach etwas moderneren.
Wartales und Battle Brothers wurden im Thread ja schon genannt. Gibt es noch mehr Tips?
Viele Grüße
Sebastian
Willkommen im Forum!
Danke für den Link, hab’s dann aber doch lieber bei GOG für einen Cent mehr gekauft. ![]()
Kingdom Come: Deliverance. Im ersten Teil gibt es buchstäblich eine Pilgerquest, bei der man auf einer staubigen Strasse durch die ganze Karte zu Fuss latschen und an jedem Altar beten musste, Hunger und Müdigkeit inklusive. ![]()
Danke, das habe ich sogar schon in der Bibliothek, bin nur nie so richtig dazu gekommen da mal richtig rein zu kommen.
Betrayal at Krondor ist nahe an der klassischen DSA Reihe inklusive Rundenkämpfe wenn man von der Grafik keinen Augenkrebs und von dem schauderhaften Adlibsound kein Ohrenklingeln bekommt auch mit Reisen über die Karte von Krondor.
@sebastian_fm musste generell beim Thema emergent storytelling und der Vermischung von Events und Simulation auch öfter an (das bereits genannte) King of Dragon Pass und dessen Nachfolger Six Ages und Six Ages 2 denken.
Ich selbst habe KoDP nur ein wenig angespielt, vor Ewigkeiten; ist schon ein interessanter Mix aus Strategie/Simulation und Visual Novel - laut Entwickler mit hunderten von einzigartigen Events. Eine SF-Folge dazu wäre eigentlich auch mal interessant.
Neueren Datums gibt es auch noch Roadwarden, was mWn in eine ähnliche Kerbe schlägt - womöglich mit mehr Gewichtung aufs Storytelling und linearer, habe es nicht selbst gespielt und kann es daher nicht genau einschätzen.
Einer der Titel bei denen ich es echt versucht, ach was sag ich!, gewollt hab ich das! So sehr. So hart abgeprallt…aber ich traue mich wetten: bei einem Podcast darüber denke ich wahrscheinlich, oh! das klingt aber interessant. ![]()
Vielen Dank @n_quadra und @ds1979 , ich hab den GOG sale genutzt mir die Spiele mal zu holen. Bei Betrayal at Krondor ist noch Betrayal in Antara im Pack dabei gewesen.
Bin gespannt und hoffe am Wochenende dazu zu kommen mir etwas Zeit dafür zu nehmen.
Ich habe mir sie gerade noch einmal angehört und was ich herausheben möchte, waren die tollen Fragen in den Interviews. Das war wirklich klug.
Die Beiträge des Historikers habe ich auch als stark erlebt, wobei es auch ohne seine politischen Einwürfe funktioniert hätte.
Ich habe für mich den Eindruck, dass mindestens seit der Quakefolge ein krasser Sprung in der Qualität da war. Zumindest für mich. Die Folgen davor fand ich etwas fad und dachte mir, das Team hätte vielleicht grad eine Krankheitswelle. Aber meine Herrn, mir war nicht klar, dass ihr einfach mal das Niveau so lässig nach oben drücken könnt. Ich nörgel auch mal gern und bin durchaus streitlustig, aber boah bin ich gerade beeindruckt. Thank you Team ![]()
Ich möchte in diesem Zusammenhang noch ein Spiel empfehlen, das ich gerade absolut genieße. Hat ein anderes Setting und ein komplett anderes Gameplay als Darklands, ist nicht mal ansatzweise dasselbe Genre. Aber es spielt immerhin im (heutigen) Deutschland in der Zeit des (Spät-)Mittelalters. Und was noch wichtiger ist: Der Hauptheld kommt aus NÜRNBERG!!!
Die Rede ist von Pentiment.
Es ist eine Art Adventure/Visual Novel von 15 Stunden Spieldauer, mit einem unfassbar gut recherchiertem Setting und Mord-Mystery a-la Der Name der Rose. Das Spiel hat keine klassischen Gameplay-Herausforderungen, ist aber intellektuell super interessant, weil man wie in Telltale-Spielen Entscheidungen treffen muss, die schwerwiegende Konsequenzen haben sollen.
Zu Hellfeld noch kurz: lange Zeit hat der mit Holger Klein von wrint unter dem Label „Geschichtsunterricht“ immer noch eine B-Seite zum aktuellen Thema bei „Eine Stunde History“ gemacht. Da redet der über ein Thema mal gerne 15-30 Minuten lang frei von der Leber.
Hellfeld gibts übrigens nicht in unpolitisch, insbesondere, weil für ihn Geschichte und Geschichtsbezug offenbar immer auch im Zusammenhang mit gerade der politischen Gegenwart steht.
(nicht alle Folgen sind auf der Webseite, aber im RSS-Feed)
Und ist, um den Kreis zu schließen, das Herzensprojekt von Joshua E. Sawyer, der Darklands zu einem seiner wichtigsten Einflüsse zählt (und der nebenbei deutsche Vorfahren hat und Deutsch beherrscht).
Was ich daran ja so beeindruckend fand, war der stilistische Einsatz der Schriftarten. Das Ding sieht dazu auch durchgängig stilsicher aus wie die Bildseiten aus mittelalterlichen Werken, wie bspw. von Walther von der Vogelweide.
Oh, das wusste ich gar nicht, das ist ja cool!
Laut Michael Graf, der mit ihm zu Pentiment gesprochen hat (auf Englisch) haben die sich aber auf ein paar Brocken beschränkt. Ich schätze der kann so gut Deutsch wie David Hasselhoff ![]()
Ich hatte meinen Beitrag tatsächlich auch nochmal editiert, von „spricht“ auf „beherrscht“. ![]()
Meines Wissens kann er es passiv verstehen/lesen, aber nicht gut sprechen.
Ich möchte den Historikerteil leider etwas kritischer einordnen. Beim Hören sind mir schon mehrere Aussagen merkwürdig vorgekommen, und beim Nachprüfen war die Fehlerdichte in den knapp 30 Minuten doch erstaunlich hoch.
Ein paar Beispiele:
- Europa soll im 15. Jahrhundert von 360 auf 500 Millionen Einwohner gewachsen sein. Das sind grob Weltbevölkerungszahlen, nicht Europa.
- Auf das 15. Jahrhundert folge „im Jahrhundert danach“ der Dreißigjährige Krieg. Der war 1618–1648, also im 17. Jahrhundert.
- Das Frankenreich sei nach den karolingischen Erbstreitigkeiten in Ost- und Westfranken geteilt worden. Der Vertrag von Verdun 843 teilte es zunächst in drei Reiche.
- Gesellschaftliche Mobilität habe „überhaupt nicht“ existiert und sei sogar gesetzlich verboten gewesen. Das ist als pauschale Aussage über das spätmittelalterliche Reich nicht haltbar. Die Gesellschaft war stark hierarchisch und Mobilität begrenzt, aber Städte, Handel, Kirche, Verwaltung, Eigentum und Heirat boten durchaus Möglichkeiten sozialen Aufstiegs. Begrenzte Mobilität ist nicht dasselbe wie keine Mobilität.
- In der Kirche sei auf Latein gepredigt worden, sodass „kein Mensch“ etwas verstand. Hier werden lateinische Liturgie und die durchaus häufig volkssprachliche Predigt verwechselt.
- Die Menschen hätten nicht schreiben können und uns „keinerlei Texte hinterlassen“. Für das Spätmittelalter ist das eine geradezu absurde Pauschalaussage. Natürlich sind die Quellen sozial verzerrt, aber wir besitzen enorme Mengen an Briefen, Chroniken, Gerichtsakten, Rechnungen, Testamenten, Predigten, Stadtbüchern usw.
- Die Geldwirtschaft soll im 15. Jahrhundert begonnen haben, obwohl ihre intensive Entwicklung in Europa Jahrhunderte früher einsetzt.
Auch die Passage über „Deutschland“ fand ich problematisch. Natürlich gab es im 15. Jahrhundert keinen deutschen Nationalstaat im modernen Sinn, und das Heilige Römische Reich war politisch, sprachlich und kulturell vielgestaltig. Aber deshalb die Bezeichnung „mittelalterliches Deutschland“ gleich als „Unsinn“ abzutun und daraus unmittelbar eine Gegenwartspointe zur AfD zu machen, ist selbst historisch unnötig grob. „Mittelalterliches Deutschland“ oder „mittelalterliches deutsches Reich“ sind völlig übliche geografische bzw. historiografische Kurzbezeichnungen. Anachronistisch wäre es, dem 15. Jahrhundert einen modernen deutschen Nationalstaat zuzuschreiben – nicht, ein Spiel, das überwiegend in den Gebieten des heutigen Deutschland spielt, so zu beschreiben.
Dazu kommen weitere sehr grobe Vereinfachungen, etwa zur Renaissance, zu Reisen und zur Hexenverfolgung. Mein Problem sind dabei gar nicht einzelne Versprecher. In einem freien Gespräch passieren Fehler. Auffällig ist vielmehr das Muster: Gerade besonders absolute Formulierungen wie „Unsinn“ „überhaupt nicht“, „kein Mensch“ oder „es gab null“ sind mehrfach sachlich falsch oder mindestens stark irreführend.
Ich fand die Folge insgesamt sehr gut, aber der historische Expertenblock hat für mich dadurch leider erheblich an Glaubwürdigkeit verloren. Eigentlich schade, denn Darklands selbst scheint sein spätmittelalterliches Setting differenzierter abzubilden als manche der pauschalen Erklärungen im Interview.
Ganz großartiger Podcast.
Hab damals nur die Werbung zum Spiel in den Zeitschriften mitbekommen und erst reingespielt als es das bei GoG gab, in der Zwischenzeit hat man ja hier und da immer mal ein paar Lobhudelungen gelesen.
Das Handbuch hätte ich gern als Original, ich habs mir so halt nur als pdf durchlesen können aber physische Handbücher mit vielen Infos vermisse ich schon hart (Diablo 1 <3)
Ein aktuelles Spiel, welches diese Art von Charaktergenerierung benutzt ist übrigens „Ostranauts“, das neue Ding von den „Neo Scavanger“ Machern, da hab ich mich gefreut wie ein kleines Kind, dass das mal wieder jemand aufgreift.
Mir fällt da gerade ein: hat nicht „Tyranny“ eine leichte Abwandlung davon? Da wird nicht der Charakter generiert, aber der Hintergrund befüllt und bestimmte Dinge für die Handlung vorbestimmt. Vor allem wird begründet, warum der Held in der Welt schon bekannt ist.
