Hab früher auch sehr viel Alben gehört - dann kamen die 00er Jahre, mp3 player und seitdem hör ich fast nur noch playlisten. Oder einen Song im Streaming aussuchen und den Algorithmus weiter vorschlagen lassen.
Wenn es ein neues Album einer Band die ich mag gibt, hör ich das aber auch immer erst 1-10x einzeln durch, bevor sich Favoriten rauskristallisieren.
Bei mir läuft nur noch Spotify, das aber mit sorgfältig selbst zusammengestellten Playlists.
Und da liebe ich es neue Musik zu entdecken und einzutauchen.
Es hat schon Vorteile in der Regel nahezu das komplette Werk zur Verfügung zu haben.
Es sind aber meist eher nischige Bands und nicht die Millionenseller. Und die meisten hätte ich zur früheren analogen Zeit vermutlich nie kennenlernen können.
Ich war gestern bei einem Maximo Park Konzert und zwischen zwei Liedern hat der Sänger etwas über die Struktur des Albums gesprochen um Kontext für den nächsten Song zu liefern. Meine Frau nur so:„hach, als man noch Alben gehört hat“
Und das ist wirklich ein anderes Hören als bei einer Playlist. Zumindest bei Alben, die noch auf diese Weise produziert sind. Leute wie Ed Sheeran haben ja, genau wegen Spotify, quasi 12 Singles auf einer Platte und kein konventionelles Album.
Also auch Ed Sheeran scheint durchaus noch Alben zu konzipieren. Gleichzeitig dürfte das Streaming natürlich Auswirkungen haben (bewusst oder unbewusst) wie das Ergebnis aussieht.
Aber das war bei Vinyl nicht anders. Da hat man natürlich die Limitierung wieviel überhaupt drauf passt, aber man hat auch Beschränkungen wo ein Song platziert ist.
Außen auf der Platte bewegt sich pro Umdrehung mehr Vinyl unter der Nadel vorbei als innen. Die lineare Geschwindigkeit sinkt also Richtung Label. Dadurch wird die Abtastung innen schwieriger: hohe Frequenzen und komplexe, laute Passagen können eher verzerren oder weniger sauber klingen.
Also hatte man da einige Limitierungen die bereits das Medium vorgeschrieben hat.
Im Ergebnis bekommt man dann bei neuen Alben auch mal 2 Vinyls die dann „halb voll“ sind.
Und auch damals war ja nicht alles Gold was glänzt, da wurde auch mal ganz gern der ein oder andere Füller-Song dazu gepackt.