Das Format ohne Namen #17

Lehrpläne haben übrigens laut Forschung keinen großen Einfluss auf den Lernerfolg der SuS…

Nicht, dass es da nicht auch Baustellen gebe - vor allem dAnk der großen unterschiede von Bundesland zu Bundesland….aber am Ende ist das genau die Lösung, die mit geringem finanziellen Aufwand umsetzbar ist und kaum Einfluss auf die Praxis hat.

Ein schönes Lehrstück, warum die Bildungspolitik nicht vorankommt, haben die beteiligten Politiker diese Woche beim sogenannten Bildungsgipfel aufgeführt.

Da haben wir die Bundesbildungsministerin, die zu einem großen Austausch einlädt, um später Reformprozesse anstoßen zu können. Löblich, löblich. Die bösen CDU-Kultusminister:innen kommen einfach nicht. Peinliche Parteipolitik, finde ich.
Zu der Geschichte gehört allerdings auch das Programm des Bildungsgipfels:
Bildungsgipfel 2023: Chance Bildung - BMBF
Es fällt auf, dass das „Spitzengespräch“ der Politiker satte 75 Minuten spendiert bekommt. Ansonsten liest sich das ganze eher wie eine größere Bildungstagung. Hätte das Programm anders ausgesehen, wenn weitere Kultusminister gekommen wären? Wären sie gekommen, falls es eine gemeinsame Vorbereitung gegeben hätte?
Und dann ist da ja noch der Fakt, dass sich die Kultusminister:innen Donnerstag und Freitag ebenfalls in Berlin treffen. Die Bundesbildungsministerin möchte kommen - laut Christian Piwarts von der CDU für eine ganze Stunde. Hätte man diese zwei Veranstaltungen nicht vielleicht miteinander verknüpfen können? Ich finde da beide Seiten ziemlich peinlich.
(Bildungsgipfel von Bettina Stark-Watzinger: Diskussion ohne Beschlüsse - DER SPIEGEL)

Ich fand diesen Kommentar recht treffend: Bildungsgipfel: Unvorbereitet und dilettantisch (faz.net)

Insgesamt gibt die Bundesbildungsministerin hier keine gute Figur ab, und ich bin an dieser Stelle glücklich über den Bildungsföderalismus. Habe arge Bedenken, ob’s besser aussähe, wenn Bildungspolitik in Deutschland zentralisiert wäre… (Hallo, Bundeswehr).

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Ich bin mir nicht sicher ob ich die Diskussion nochmal aufmachen möchte :sweat_smile:

Im aktuellen Brandeins gibt es einen Artikel zu Noten.

Hallo Christian,
ich kann hier auch eine Meinung zum Thema Korridor-Kind beitragen.
Ich habe 2 Töchter, die Große ist bald 10 und in der 4. Klasse. Bei der Einschulung gab es für uns keine Zweifel, dass sie jetzt in die Schule kommt (sie ist aber auch kein Korridor-Kind). Sie ist selbstbewusst und eine kleine Rampensau. Sie hat die 1-3 Klasse mit Corona und Homeschooling prima gemeistert. Lag aber auch an der Lehrerin, die jeden Tag (!) 4 Stunden Zoom Meeting angeboten hat und mit den Kinder bestmöglich Unterricht gemacht hat.

Die kleine ist jetzt noch 6 und war letztes Jahr ein Korridor-Kind und hat die Corona Zeit mit mit reichlich Unterbrechungen im Kindergarten verbracht. Im Vergleich zur Großen ist sie aber grundsätzlich schüchtern und eben nicht die Rampensau wie die große Schwester.
Wir haben lange nachgedacht, waren aber eben nicht bereit sie schon einzuschulen und haben dann entschieden, dass sie noch ein Jahr im Kindergarten bleiben soll.
Rückwirkend die richtige Entscheidung. Die größeren Kindergarten-Kinder sind in die Schule gegangen und unsere Tochter ist jetzt die „große“ im Kindergarten. Sie ist trotzdem schüchtern, ist aber viel selbstbewusster geworden und ist mich sich völlig im reinen.
Im September wird sie jetzt in die Schule gehen und sie freut sich drauf.

Wenn mein Kind schon schüchtern ist (und auch bleiben wird), dann muss sie nicht auch noch eine der Jüngeren in der Klasse sein. Das war dann für mich ausschlaggebend.

Wie habt ihr euch denn entschieden?

Grüße aus der Nähe von Herzogenaurach, Jan

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Schule ist allein deswegen ein leidiges Thema, wie Kindererziehung im Allgemeinen, weil jeder eine Meinung hat und jeder alles besser weiß als alle Anderen. Dabei kann niemand gewinnen, aber viele verlieren. :confused:
Alle weiteren Aufschreie, die während des Hörens durch meinen Kopf gingen, verkneife ich mir angesichts der ausschweifenden Diskussion. :grin:

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Ach ist die Folge auch schon wieder einen Monat alt. Aber ich will auch mal meinen Senf dazugeben. Nicht zu der Lehrerdebatte, aber zu Buchläden und vor allem zu Buchläden in England. Hier, lieber Gunnar, kann ich leider nicht zustimmen.

  1. Als langjähriger Norddeutscher, der vor kurzem nach München gezogen ist (ziehen musste?), kann ich nur sagen, Hugendubel ist natürlich ein billiger Abklatsch von Thalia und nicht umgekehrt. (Warum gibt es keine drei ???-Socken?! Ich versuche zu Triggern, hat es geklappt?!)

  2. Als langjähriger Norddeutscher, der vor dem Umzug nach München mehrere Jahre in London gelebt hat, kann ich Gunnars Lob nicht zustimmen, eher im Gegenteil. Ja, man findet tolle Buchläden. Neben manchem Kleinodladen, stehen in London auch die Flagship-Stores der beiden großen britischen Ketten, mit mehreren Kilometern an Bücher-Regalen. Einer der beiden ist gar der größte Buchladen Europas.

Aber die Standartbuchläden sind eine Katastrophe. Sie sind klein, ein Viertel der Fläche ist Kinderbüchern vorbehalten (was absolut auch nicht viel ist) und ein anderes Viertel ist für Reiseführer reserviert. Auf der Restfläche bleibt nur noch Platz für eine kleine Auswahl an der von Gunnar verschmähten Bestseller-Literatur. Gemütliche Sitzgelegenheiten zum Schmökern gibt es natürlich gar nicht.

Die englische Kultur ist keine des Lesens, ein Umstand der auch viel mit dem Bildungssystem zu tun hat. „Bildung“ ist schon das falsche Wort, eigentlich müsste „Education“ mit „Ausbildung" übersetzt werden. Englische Schüler werden durch das System darauf gedrillt alleine an die Karriere und das Geldversdienen zu denken. Zum Beispiel durch die Fächerauswahl in den höheren Klassen: Wer an einer besseren Universität ein bestimmtes Fach studieren will, sagen wir mal Mathematik, sollte dies bereits in der englischen Abiturstufe (A-Levels) belegt haben. Im Fall von Mathematik wären dies „Mathematics“ und „Further Mathematics“, welche zusammen ungefähr den Umfang eines deutschen Leistungskurses ausmachen, sowie ein verwandtes Fach, wie Physik oder Chemie. Der Knackpunkt: Typischerweise haben englische Schüler im letzten Jahr nur drei Fächer belegt, im vorletzten vier und auch davor wird schon viel ausgesiebt. Dazu sollen Lehrer auf einer gewöhnlichen Schule ihren Schülern auch nichts weiter vermitteln, als: denk daran dass du Geld verdienen musst, wähle die entsprechenden Fächer.

In gewisser Weise macht der Drill Sinn, den britische Gehälter sind knapp 25% niedriger als deutsche, bei wesentlich höheren Lebenshaltungskosten. Aber auf diese Weise werden natürlich nur Arbeiterdrohnen bzw. Geschäftsleute herangezogen. Die einzigen Ausnahmen, die mir in Großbritannien begegnet sind, waren die Absolventen von Privatschulen. Dort werden Schüler nicht nur auf Überleben gedrillt, sondern dürfen sich entfalten. Kein Wunder ist dort durch die Familie Geld vorhanden, bzw. später durch die bessere Karriere. (Sie bekommen bessere Noten, besuchen daher bessere Unis, kommen auch dort in die richtigen Netzwerke.)

Aber um zurück auf mein Thema zu kommen. Der Mangel an Bildung und die Lebensumstände können auch die allgemein kleineren Buchläden und die Auswahl der Bücher erklären: Es gibt weniger Menschen, die bildungsnah aufgewachsen sind und das nötige Kleingeld übrig haben. Die versorgen dann ihre Kinder mit Büchern, kaufen eventuell noch eines für sich selbst und benötigen natürlich Reiseführer, da sie auch für Urlaube über entsprechende Mittel verfügen.

Als Abschluss schamlose Eigenwerbung: Wer mehr über das Leben in Großbritannien erfahren möchte, sollte mal auf meinem Blog vorbeischauen: www.lostbritannia.com

PS: Ich habe Stay Forever kurz nach meiner Ankunft in London entdeckt. Danke für das Heimatgefühl in der Ferne :slight_smile:

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Die Einstellung, dass Schüler nicht ausreichend qualifiziert für gewisse Schulformen wären, finde ich ehrlich gesagt etwas arrogant und einseitig. Das ist die typische Aussage von Lehrern, die keine Lust haben, sich mit den Problemen des Schulsystems zu beschäftigen.

Was würde man in der freien Wirtschaft machen, wenn ein Produkt nicht auf dem Markt ankommt? Die Kunden für unfähig halten? Nein, man würde das Produkt so ändern, dass die Kunden es gut finden. Gleiches gilt meiner Meinung nach für die Schule.

Am Ende ist die Schule dafür da, den Schülern eine bestmögliche Ausbildung zu ermöglichen und nicht den Lehrern ein einfaches Berufsleben zu ermöglichen. Ich hatte in meiner Schulzeit (Gymnasium) oft das Gefühl, dass letzteres im Fokus steht.

Ich möchte hier nicht den Lehrern die Schuld geben. Es gibt wie überall im Berufsleben Menschen die ihren Beruf gern oder weniger gern machen. Meiner Meinung nach werden hier „von oben“ die falschen Signale, bzw. gibt es keinen Wunsch aus der Verwaltung irgendwas am Schulsystem zu ändern.

Habe selber einen Freund, der als Lehrer arbeitet und der arbeitet aus lauter Verzweiflung an einem Arbeitsbuch für die Schüler. Die Schüler müssen hier nur noch die Lücken im Buch füllen. Der Notendurchschnitt lässt sich nach ersten Erfahrungen damit erkennbar verbessern.

Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Stets war in ein 3-4er Schüler und fand die Schule im Grunde uninteressant. Vor dem Abitur habe ich mit den Vorbereitungsbüchern meinen Notendurchschnitt zum Beispiel in Mathe von 3 auf 1 (Kursbester) verbessert. Dies hat mir gezeigt, dass in der Schule durchaus noch Verbesserungen möglich sind.

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Für mich als Vater von zwei Kindern sehr interessantes Thema. Mein Sohn ärgert sich schon seit drei Jahren mit dem Schulsystem rum und meine Tochter wird dieses Jahr mit knapp sechs Jahren eingeschult, ganz ähnlich wie Christians Sohn.
Bin mit der Folge noch nicht ganz durch, höre sie auf Arbeit beim Tabletten stellen aber bisher unglaublich aufschlussreich. Das es danach private Telefonat mut Lehrern gab, glaub ich gern. :sweat_smile:
Ich muss hier aber auch feststellen, daß mein Sohn und ich eher in die negativ konnotierte Sparte gehören. Er benötigt viel Aufmerksamkeit und ich bin ein Querulant der gerne stänkert.:grimacing::sweat_smile:

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Beim A-Team haben sie den Vorspann für die fünfte Staffel geändert. Ich mag beide, bevorzuge aber die erste Introversion.