Das Format ohne Namen #26

Ich wollte mit der letzten Zeile nur so einen typischen Boomer-Spruch aufgreifen.

Ich habe teils Stunden vor Cocktail-Früchten aus Dose gesessen weil mir das nicht runter ging. Rotz und Wasser heulen konnte damals niemanden erweichen. Ich habe den Shit dann irgendwann runtergewürgt, ohne Freude. Alles in allem nicht die beste Kindheitserinnerung, je nachdem wen man fragt auch schon im Trauma-Spektrum.

Insofern, gut das diese Zeiten vorbei sind. Wir forcieren das bei uns btw gar nicht, besonders meine Frau (selber schwere Essstörung in den Teens, Krankenhaus und alles) ist da sehr hinterher. Mir tut es manchmal um das verschwendete Essen und das man als Familie nicht so richtig zusammen kommt leid - aber ich habe da auch keine Lösung und so wie es bei mir war, war es safe nicht besser.

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Ich habe den Boomer-Spruch direkt erkannt und habe auch direkt ähnliche Gedankengänge dazu gehabt wie du geschildert hast. Und ja, das hat auf jeden Fall Trauma-Potential. Ganz vorbei sind solch Dinge aktuell wohl noch nicht, aber deutlich am aussterben. Zum Glück reflektieren da jüngere Generationen mehr. Ich kann die Nachkriegsgeneration natürlich verstehen, da war man froh dass es überhaupt was zu essen gab. Aber was es mit der Psyche eines Kindes anstellt (anstellen kann) ist halt auch nicht zu verachten.

Habe leider keine eigenen Kinder, kann somit nur klugscheissen. Die Chance es selber “viiieeel besser” zu machen wird sich wohl nicht mehr ergeben.

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Ich kann mich noch gut an die Sprüche wie:” die Kinder in Afrika haben gar nichts zu essen” usw . erinnern.

Wenn meine Kinder satt sind, dann sind sie satt fertig, dieses schlechte Gewissen was man mir früher einreden wollte hat dazu geführt, dass ich als Erwachsener zu viel esse, nur weil ich nicht Essen verschwenden will.

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Thema gemeinsames Essen:

Wir (Mutter, Bruder, Ich) leben auch in einer Art WG und jeder kocht für sich. Bruder isst nur sehr ausgewählte Sachen und viel Fleisch, Mutter will Mittags warm haben und ich komme oft vor 20Uhr nicht zur warmen Mahlzeit und bin dazu Vegetarier. Es ist eh schon schwer bis unmöglich jeden Tag gemeinsame Gerichte zu finden. Und dann habe ich auch noch schwere Misophonie und ertrage gemeinsames Essen nur mit viel Hintergrundgeräuschen wie Radio, was meine Mutter nicht leiden kann.

Kurzum: wir kochen und essen fast immer getrennt.

Aufreger im Straßenverkehr:

Ooooh, wie ich mich manchmal ärgere! Vor allem über Touristen :see_no_evil_monkey:

Mit dem Motorrad ist es besonders übel, die eine Hälfte denkt, ich würde rücksichtslos rasen wollen und die andere Hälfte denkt ich wäre ein langsames Mofa, so oft wie mir die Vorfahrt genommen oder ich sonst wie ignoriert werde. Pluspunkt: ich kann einfacher Überholen und in seltenen Fällen fahre ich an Ampeln vor, wenn ich es wirklich nicht ertrage (selten, ich finde das durchaus gefährlich). Nur leider sehen die anderen Autofahrer jetzt meine wilden Gestiken und mein Kopfschütteln :sweat_smile:

Ich schüttel übrigens auch enttäuscht den Kopf, wenn sich jemand nicht bedankt. Oder mich andere Motorradfahrer nicht grüßen.

In einer milden Variation praktizieren wir das mit unserem Kind im KiTa-Alter, denn wir sind glücklicherweise ernährungstechnisch nicht eingeschränkt und führen kein à la carte Restaurant. „Mild“, denn der Teller muss nicht leergegessen werden, aber es wird zumindest alles bitte einmal probiert. Die einzige Ausnahme ist der seltene Fall, dass es Nachtisch gibt. Da bestehen wir schon darauf, dass das gesündere Hauptgericht erstmal aufgegessen wird.
Fleisch mag er häufig nicht, da kriegt er dann eben ein Würstchen oder so. Und bestimmen darf er natürlich mal, was es zum gemeinsamen Abendessen gibt.

Diese Henssler-Werbung von diesem AirFryer, mit dem man drei verschiedene Gerichte gleichzeitig zubereiten kann, und auch damit wirbt, dass die Eltern dann ja super einfach das kochen können, was jedes Kind will, regt mich in der Hinsicht auf.

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Supermarktband:

Hatte ich erst vor wenigen Tagen wieder. Ich hatte dann die Nase voll und hab gesagt “Ich bin fei noch nicht fertig.”

Die andere Person hat darauf tatsächlich seine Sachen aufgehalten, bis ich mein Zeug drauf hatte.

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FON ist mein Lieblingsformat irgendwie. Chris und Gunnar sind wahnsinnig offen was Ihnen im Alltag durch den Kopf geht und es beruhigt mich, dass man mit derlei Gedanken nicht alleine ist :grinning_face:

Bzgl. Politik bin ich froh, dass ihr das so konsequent aus den Podcasts raushaltet. Bei anderen Podcasts heizt das die Community unnötig auf. Irgendwie ist in den letzten Jahrzehnten verloren gegangen, dass man auch verschiedene Meinungen haben darf. Oder wie es meine Großeltern hielten - über Politik spricht man nicht auf Arbeit und auch nicht im Freundeskreis.

Besonders zehre ich von Gunnars Erzählungen mit seiner Tochter - wir sind so 1-2 Jahre hinten dran und den ein oder anderen mentalen Denkanstoß konnte ich schon mitnehmen. Ich habe auch noch einen Sohn und wir haben teilweise 4 verschiedene Mahlzeiten aktuell - oft auch mit verschiedenen Zeiten. Anfangs hat mich das auch irre gemacht - vor allem der Zeitaufwand, aber manchmal akzeptiert man besser. Wenn ich etwas größer Koche - also mehr wie Schinkennudeln - finden wir dann doch öfter zusammen und in Summe ist es stressfreier. Der eine mag Brokkoli, der andere nicht, der nächste was gesundes aber keine Karotten - and so on. Manchmal gibts dann halt auch “konsequent” was und wer will ißt mit. Oder fummelt halt raus was nicht geht.
Die zumindest gefühlt zugenommen Regelverstöße gegen die guten Sitten im Alltag stören mich auch. Im Straßenverkehr biegen viele ohne Vorfahrt ab und ich muß runterbremsen - das triggert mich extrem. Reden hier auch nicht von Straßen, wo man es kaum schafft reinzukommen und ich fahr auch nicht zu schnell.

Anyhow. Was gab es noch? Ach ja das loslösen von den US Monopolisten. Das traue ich mich in meiner Apple Welt aktuell nicht. Läuft unterm Strich doch noch zu gut. Mal schauen wo Gunnar in einem Jahr steht - nicht hämisch, sondern aus Interessse. Im Grundsatz stört mich das schon auch - ich scheue aber Zeit und Aufwand.

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@padhamster Das „fei“ verleiht dem ganzen aber auch ordentlich Nachdruck.

@Stasya Dass mich andere Motorradfahrer nicht grüßen enttäuscht mich auch immer ein klein wenig. Und es sind tatsächlich nicht immer nur die GS Fahrer mit Warnweste. Auch GS Fahrer ohne.

Beim Essen halte ich es so, wie ich es bei Großeltern/Eltern erlebt habe: Es wird gekocht, es wird probiert. Schmeckt dir nicht? Dann iss was es dazu gibt oder ein Brot.

Extra gekocht wurde nie. Ausser bei meiner Oma väterlicherseits. Wenn ich bei ihr in Ferien war gab es meine Lieblingsessen. Aber die hatte zum Glück auch sonst einen sehr guten Geschmack :slight_smile:

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Bei den Rant über die Leute auf der Straße muss ich natürlich erstmal an Tocotronic denken:

Und diese Rücksichtlosigkeit im Straßenverkehr ist wirklich eine Crux, auch und immer noch in der Hauptstadt der Kampfradfahrer München. Ich bin selbst Vielfahrradfahrer aber auch eher von der Sorte: lieber passiv und zweimal gucken, im Zweifel ist man der Schwächere, nicht nur gegenüber Autos, auch bei anderen Radfahrern und Fußgängern kann unfassbar viel schief gehen, wenn man sich rausnehmen würde einfach drauf los zu brettern. Was hab ich hier schon für krasse Aktionen gesehen: Radfahrer, die mich bei voller Fahrt fast ins Gebüsch schubsen (auf Fahrrad) oder über den Haufen fahren weil sie von der Fahrradspur auf den Fußweg wechseln, um einen anderen Fahrradfahrer zu überholen. Dabei komplett keine Rücksicht auf andere nehmen. Oder Radfahrer, die bei voller Fahrt mir auf den Lenker hauen, weil sie meinen ich hätte ihnen den Weg blockiert. Aber auch Fußgänger sind nicht besser.. . manche springen förmlich auf die Straßen, ohne zu gucken zwischen zwei Autos, wo man sie nicht wahrnehmen kann. Hinzu kommt die etwas gewöhnungsbedürftige und unsaubere Markierung der Fahrradwege in der Stadt, so dass ständig Fußgänger und nun auch E-Roller den weg zuparken.

Apropos E-Roller: da gibt’s ja auch die Spezialisten, die den Roller einfach überall abstellen. Am harmlosesten ist dabei noch der Radweg. Häufig parken sie direkt am Treppenausgang von U- und S-Bahn oder mein Highlight: einmal hat jemand nen E-Roller genau vor die Eingangstür vom Büro meiner Arbeit gestellt, und das so, dass man nicht mehr die Tür, die nach außen aufgeht, öffnen konnte. Zum Glück hatte das Bürogebäude nen zweiten Ausgang. Bei solchen Vorkommnissen frag ich mich auch: sind diese Menschen einfach nur ein bisschen dum (sic) oder einfach komplett unsozial? Womöglich sind die Menschen aber inzwischen aber auch einfach nur zu abgelenkt von allen und vergessen dabei einfachste Verhaltensweisen.

Zu dem digitalen Detoxing gab es unlängst auf dem 39C3 einen Vortrag vom Marc-Uwe Kling:

Und der damit verbunden Aktion “Digital Independence Day”: https://di.day/ Die es sich zur Aufgabe gemacht hat die Menschen darüber aufzuklären was die Alternativen für die ganzen digitalen Dienste sind und wie man dahin wechselt. Ist noch recht frisch und im Aufbau. Durchaus eine unterstützenswerte Aktion.

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Es gibt ja sogar Möglichkeiten, das anzuzeigen. Nur wird die zugehörige Seite von den E-Roller-Firmen selbst betrieben und die sind vermutlich nicht sehr an einer Verfolgung interessiert.
Eigentlich könnte das Ordnungsamt bei uns gut Geld eintreiben, wenn sie einfach mal den permanent komplett zugestellten Blindenleitstreifen hier am Bahnhof ahnden würden…

Den Radweg finde ich übrigens gar nicht so harmlos. Wenn man nachts heimfährt ist so ein quer über den Radweg liegender (!) E-Roller nicht so leicht zu sehen, auch mit gutem Licht an Fahrrad. Die hab ich dann auch öfter schon aus dem Weg gestellt, damit sich der nächste dann nicht auf die Schnauze legt…wird natürlich direkt mit der Alarmanlage quittiert.

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Hinzu kommt: selbst wenn es vernünftige Möglichkeiten gäbe, wird man doch direkt als verrückter Falschparkanzeiger abgestempelt, siehe den Anzeigenhauptmeister. Der war sicher drüber, aber was hab ich in meinen Umfeld für superkritische Kommentare ihn gegenüber gehört. Kein einziger hat reflektiert, dass falsch abgestellte Fahrzeuge, ob nun Auto, E-Roller oder Fahrrad tatsächlich ein Problem darstellen können. Bei mir im Viertel passiert es ständig, dass Autos direkt auf Kreuzungen parken (also schon am Bordstein aber so, dass man sich als Fußgänger dran vorbeischlängen muss, Rollstuhlfahrer und Kinderwagen können aber leider nicht mehr vorbei), teilweise sogar auf dem Zebrastreifen. Zumindest in meinen Umfeld werde ich dann häufig als Weirdo abgestempelt, wenn ich das bemängele… “ja, ist halt so, ist doch auch eine fürchterliche Parksituation in der Stadt!”.

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Ja, das ist wahr. :joy:

Zum Thema Mahlzeiten: mit 3 (inzwischen fast alle erwachsene) Kindern hat man schon so einiges durch. Vor allem auch jede Menge Ärger. Die Fraktion „es wird aufgegessen“ sind wir nicht. Dafür haben das sowohl meine Frau als auch ich als Kinder zu hart abbekommen. Es gibt davon heute noch die Nachwehen, dass ich Pilze nicht leiden kann, Rosenkohl 30 Jahre nicht angerührt habe usw. Meine Frau kriegt schon bei banalen Dingen wie Banane, gekochtem Ei oder Erbsen Brechreiz.
Regeln sind dennoch wichtig, klar musste alles mal probiert werden. Man nimmt sich nur so viel, wie man auch schafft. Und inzwischen kochen wir oft durchaus 2 verschiedene Gerichte, oder Varianten (die mit einfacher Abwandlung zu erreichen sind).
Auch hilft inzwischen die Familiengruppe Whatsapp, wer ist überhaupt alles da? Bringt die Tochter ihren Freund mit?
Sich auf Gerichte einigen wird aber nie einfach. Die Kinder äußern eh immer nur das gleiche, Pizza, Pasta, das gibt’s dann eben einmal die Woche, den Rest geben wir vor, gehen aber wie gesagt etwas auf die Vorlieben aller ein oder bauen dann halt 2 verschiedene Pfannen draus.

Im Straßenverkehr könnte man inzwischen nur noch verzweifeln. Vor dir schleicht einer, der Hintermann will dich noch zusätzlich anschieben … blinken ist mal völlig aus der Mode gekommen, das mit den Roten Ampeln beobachte ich auch immer mehr, gepaart mit Kreuzungen ums Verrecken nicht freihalten!
Ich komme aber immer mehr davon ab, mich darüber aufzuregen. Es ist fast schon eine diebische Freude, wie sich andere über meine defensive und vorausschauende Fahrweise aufregen :laughing: zudem schärfe ich täglich meine Superkraft: erahnen, was andere vorhaben, bevor sie es selbst wissen!
Was das Parken angeht, haben wir hier mehr Glück, da wir eher ländlich leben. Die Fahrt in die Großstadt bringt einen aber schnell zurück in die Realität. Manche sind einfach nur Rücksichtslos, andere unfähig, gerade in eine Parklücke zu setzen. Und scheinbar keiner kommt bei engen Lücken auf das Naheliegende: die Beifahrerseiten aneinander stellen, damit jeder (also immerhin noch der Fahrer) bequem ein- und aussteigen kann.
Wenn mir mal einer auf 2 Parkplätze begegnen sollte, na dann hol ich mir n Kaffee und warte auf ihn … das muss wirklich nicht sein!

Ich finde es im übrigen auch richtig, dass ihr euch eher unpolitisch zeigt. Für mich gehört das nicht in das Projekt rein, obwohl es euch natürlich trotzdem zustehen würde (und es sicher auch so einige interessiert). Aber wie Vorredner schon sagten: auf den Diskurs hinterher hat sicher keiner Bock.
Auf Arbeit halte ich z.B. auch die Politik raus. Gut, ich sage klar, was ich von der AfD halte, aber bei größeren Diskussionen muss ich teilweise schon Einhalt gebieten, weil viele nicht wissen, wann Schluss ist.

Uff, hör mir auf. Bei einer der schlimmsten Kreuzungen in meiner Stadt schaffen es wiederholt Leute, die querende U-Bahn-Schiene komplett zu blockieren, obwohl noch mindestens eine halbe Wagenlänge Abstand zum Vordermann ist. Sicherheitsabstand in allen Ehren, aber wenn man an einer roten Ampel steht, darf man ruhig mal nach vorne rollen und die Schienen für die Bahn freimachen, die da verzweifelt klingelt und keinen Millimeter nach vorne kann, weil sonst den Kofferraum abfahren würde…aaaaargh!

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MUK sehen wir im März in Wien mit der Lesung zur Rebellion. Danke für den Link zum Video!

Die ersten Booker scharren in Sachen Schaffer schon mit den Hufen. Und er wird zurückkommen und nicht wenige werden das feiern. Hauptsache, die Mucke knallt.
Die Zeiten, wo Metal und die Szene politisch eine klare Kante auf breiter Front gezeigt haben, sind leider schon lange vorbei.

Rammstein ist halt auch Mega, wie könnte man da anders?

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Hahahaha, diese Amis. Gott sei Dank haben wir viel mehr Kultur und sind schlauer und wählen besser. Ein Glück.

Du hast den Sarkasmus-Tag vergessen :relieved_face:

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Wir sind '23 zufällig an Karten gekommen, kurz darauf ging dann der Shitstorm durch die Presse …
Die wollte ich eigentlich seit 30 Jahren mal live erleben und bin dann trotz allem hin. Ich finde es eh schwierig, den Wahrheitsgehalt all dessen abzuwägen, denke aber schon, dass das alles nicht gerade aus der Luft gegriffen ist …

Heute würde ich mir halt bewusst keine Karte mehr kaufen :man_shrugging:

Hier und da muß (oder kann) man nur die Kunst vom Künstler trennen. Rockbands haben einen miesen Ruf, Tom Cruises Organisation ist nicht das Gelbe vom Ei und John Rhys-Davies (war auch schon mal Thema hier) quasselt sich regelmäßig um Kopf und Kragen …

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