Wenn ein Künstler sich schräg verhält, komische Ansichten vertritt oder ein Drogenproblem hat, kann ich das gut von seinen Werken trennen. Wenn es jedoch andere Personen direkt betrifft oder die Reichweite genutzt wird um widerliche Meinungen zu äußern, oder sonstige Dinge, die meine persönliche politische Meinung hart anpissen, dann kann und will ich das nicht trennen.
Ich habe u.a. einige Iced Earth, Rammstein und vereinzelte andere CD in die Tonne gebröselt, weil ich aus Gründen die Musik einfach nicht mehr hören kann dann.
Auch so Aktionen wie von Phil Anselmo, oder Bruce Dickinsons pro Brexit Gelaber sind dann einfach auch zu viel.
Will jedem eine zweite Chance geben, bzw. sind mir irgendwelche kleine fauxpas egal, andere Dinge aber kann ich absolut nicht trennen/ignorieren.
Ich finde sie durchaus politisch, da sie mitunter für progressive Werte wie unter anderem Meinungsfreiheit, Diversität einstehen. Ich erinnere mich da zum Beispiel an den frauenfeindlichen Dreck aus dem Simpsons-Thread. Ich würde es eher Parteineutralität nennen, diese begrüße ich auch.
Sie könnten meiner Meinung nach auch gerne noch stärker für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung unserer Gesellschaft eintreten, beispielsweise durch öffentlichwirksamen Unterstützung einer entsprechenden Organisation (parteiunabhängig).
Das schon, aber einerseits passiert das im Forum (nicht im Podcast!) und andererseits ist das zwar alles politisch (was ist das nicht?), aber Parteienpolitik wird schon sehr bewusst rausgehalten. Das ist schon auch ganz gut so, finde ich.
Wenn ich daran denke, wie im Discord früher regelmäßig die Fetzen flogen, bis Politik-Debatten in einen expliziten Thread verfrachtet wurden (den man hervorragend ignorieren kann) ist das auch vermutlich für den lieben Seelenfrieden erträglicher.
An den Vorwürfen war einfach nichts illegales dran. Ob man den Umgang mit Groupies moralisch cool findet, ist jedem selbst überlassen. Aus meiner Sicht sind das alles erwachsene Menschen. Ich empfinde es sehr unangenehm, wie schnell sich hierzulande die Menschen aufwiegeln lassen und aus einer vermeintlich höheren Position über andere urteilen. Das hat die Gesellschaft bisher echt nicht besser gemacht. Es sind Empörungsdebatten, die von strukturellen Problemen ablenken, die wesentlich relevanter für die Gesamtbevölkerung sind, wie etwa zunehmende Verarmung, drohender Arbeitsverlust, etc.
Können wir die Rammstein-Diskussion vielleicht außen vor lassen oder direkt in einen anderen Thread verfrachten? Die entgleist doch hier sowieso wieder, bis dann das Schloss an den Thread kommt.
Mal eine allgemeine Frage an die Verkehrsteilnehmer oder generell Personen, die sich über Fehlverhalten von anderen aufregen. Aus Neugier.
Habt ihr dann richtig starke Emotionen, also werdet richtig wütend? Oder denkt ihr euch nur im stillen sowas wie:” Mensch, du Trottel, das muss doch nicht sein…” ?
Kommt etwas daruf an. Ich bin tatsächlich fast schon auf Konflikt aus in der Hinsicht, und das ist nicht immer gut. Hab durchaus schon vom Fahrrad aus Autotüren zugeworfen, die über den Fahrradweg ragen oder Leute weggerempelt, die versuchen einzusteigen, ehe man eine Chance zum Aussteigen hatte. Das sind aber alles Dinge, die man sich als Mann mit einer gewissen Körpergröße eher erlauben kann (oder erlauben zu können glaubt) und die auch mal echt schiefgehen könnten.
Also ja, bei so etwas werde ich oft laut und wütend. Das hab ich mir bei vielem anderen mittlerweile abgewöhnt, aber im Straßenverkehr kommt das dann raus, oft mit dem selbstgerechten Zorn von „ICH bin der Schwache hier, wieso versuchst du, mich zu töten?“.
Also richtig wütend würde ich nur werden, wenn daraus eine Gefahrensituation entsteht oder noch schlimmer ein Schaden. Mir hat letztes Jahr eine ältere Dame (ja, genau die, die eh kaum noch übers Lenkrad schauen können) entspannt die Vorfahrt genommen als sie links abbiegen wollte und ich entgegenkam. Also was heißt wollte, sie hats ja gemacht und ich musste mal so richtig in die Eisen. Hatte meinen Sohn noch im Auto dabei, der ist zwar jetzt auch größer als ich aber trotzdem war ich dann etwas empfindlich und hab der Dame den Scheibenwischer gezeigt.
Ansonsten ists eher ein „Mensch du…“, ich bin ja auch nicht fehlerfrei…
Manchmal bin ich aber auch ganz lustig und denk mir „Nur weil es hier noch keine Straßen gab als du den Führerschein gemacht hast, darfst dich trotzdem an die StVO halten“ oder „Nur weil du in Stalingrad Panzer gefahren bist hast du hier trotzdem keine Vorfahrt“
okay, wenn doch mal die Vernunft siegt, begnüge ich mich ansonsten mit einem mentalen „Was für ein Depp.“ und einer kleinen Meditation am Steuer. Eigentlich meistens der Fall, wenn ich ehrlich bin.
Das kommt darauf an. Mitunter das Häufigste, was mir da passiert, ist dass ich rechts in eine Parklücke ausweiche obwohl mit „Gewalt“ noch Platz wäre, damit der Gegenverkehr einfacher durchkommt, und der sich dafür nicht bedankt. Da sage ich dann, wohlwissend, dass es niemand hört, „Gerngeschehen, du [Adjektiv für unterdurchschnittliche Intelligenz] [anderes Wort für Masturbant]“. Wobei ich mich selber in solchen Fällen auf der anderen Seite auch nicht immer bedanke, aber ich würde schätzen meistens.
Wenn eine Gefahrensituation entsteht werde ich vermutlich auch laut, aber ich fahre seit einiger Zeit vergleichsweise wenig und daher passiert das quasi nie.
Bei meinem letzten Verkehrsunfällchen vor zig Jahren wartete ich darauf abbiegen zu können (mit Blinker an; das war noch bevor ich den BMW hatte), und sah dann halt im Rückspiegel wie der Van nicht langsamer wurde, und erst im letzten Moment zur Seite auswich - und meine Karre deutlich spürbar streifte. Da war ich dann kurz laut. Das Gespräch dann war aber nett, ohne Polizei, und so.
Was mich wirklich hart abfuckt ist wenn ich’s eilig habe, und dann vor mir jemanden hab, der betont in aller Ruhe die breite Straße im Gewerbegebiet mal mit 35 statt der erlaubten 50 kmh genießt. Wenigstens 45 sollten ja drin sein. Die Leute sind dann auch an der Ampel immer wieder vom Wechsel auf Grün überrascht, und haben zwischenzeitlich das Gaspedal irgendwie verlegt.
Idealerweise sind das dieselben, die einem vorher die Vorfahrt nehmen, statt noch 4-5 Sekunden zu warten. Die Zeit hat man ja dann nicht mehr. BAAAAH. :-D Da rege ich mich dann schon semi-lautstark drüber auf, wenn ich keine Gelegenheit zum Überholen habe. (Ich bin recht defensiv insachen Überholen).
Noch eine kleine Anmerkung zum Thema “Investiert in Grundstücke neben der Autobahn”. Elektroautos sind nur bis zu einem gewissen (geringen) Tempo leiser. Danach kommt der Hauptkrach eher von Reifen und Windgeräuschen. Wobei Grundstücke vermutlich generell immer teurer werden.
Beim Thema Falschparken kann ich mich auch sehr aufregen. Bei uns, auf dem Land, am Supermarkt ist der Parkplatz meistens nur mit 3-4 Autos gefüllt. Trotzdem gibt es immer wieder Leute die direkt vor dem Eingang parken, oder mit laufendem Motor warten damit jemand kurz zum Bäcker geht. Und da geht es nicht um alte Leute, die halt schlecht zu Fuss sind.
Ich hatte auch mal Nachbarn, die immer meinen bezahlten Parkplatz am Haus zugeparkt hatten. Die hatten drei Autos und bei uns konnte man eben nicht auf der Strasse parken. Ich hatte die auch mehrfach freundlich gebeten dass nicht mehr zu machen. Irgendwann hat mich das so angekotzt, dass ich mich einfach direkt ans Haus gestellt haben. Also so, dass trotzdem jeder rausfahren kann. Am nächsten Morgen klingelt es bei mir und die Nachbarn stehen da und bitten dass ich da nicht mehr parke, weil sie sonst so schlecht rauskommen. Ich hab mich dann freundlich entschuldigt mit der Begründung dass irgend ein doofes W/%%&%-Schwein immer auf meinem Parkplatz steht und mir dann leider nix übrig bleibt. Da haben sie dann gesagt dass sie das verstehen würdne und sind gegangen.
Nur, wir beide wussten wer da immer parkt und sie haben sich danach immer noch auf meinen Parkplatz gestellt. Mal ehrlich, muss man das verstehen? Mir wars egal, weil ich zu dem Zeitpunkt eh schon wusste dass ich nach 3 Monaten ausziehen werde.
Sorry, dass Elektroautos “nur bis zu einem gewissen (geringen) Tempo” leiser als Verbrenner seien, ist einfach Unsinn.
Was stimmt ist, dass Autos bei höherer Geschwindigkeit vor allem durch erhöhte Abrollgeräusche der Reifen und Wind lauter werden. Das gilt aber unabhängig von der Antriebsart. Der Unterschied ist: Bei Verbrennern kommt das Motorengeräusch noch zusätzlich dazu, sie sind also immer lauter als Elektroautos. Das merkt man auch, wenn man im Auto drin sitzt, der fehlende röhrende Verbrenner-Motor macht für den Lärm im Innenraum einen riesigen Unterschied. Elektroautos sind aber bei höheren Geschwindigkeiten nicht so leise, dass es nicht mehr stören würde an einer Schnellstraße zu wohnen.
In verkehrsberuhigten Zonen oder an Straßen mit reduzierter Geschwindigkeit machen Elektroautos aber einen großen Unterschied in der Lärmbelastung. Bei langsamen Geschwindigkeiten (~ <30km/h) sind Elektroautos so leise, dass ein künstliches Fahrgeräusch gesetzlich vorgeschrieben ist, da sie von Umstehenden sonst leicht überhört werden können.
Also ich hab 16 Jahre an einer Autobahn gewohnt (ca. 500m Luftlinie), und man hört die meiste Zeit hauptsächlich ein lautes Dauerrauschen. Ich finde z.B. auch das man LKW ab einer gewissen Entfernung nicht mehr klar erkennen kann. Klar gibt es Idioten die mit röhrenden Motoren fahren, aber der Dauerlärm kommt eben nicht davon. Vor allem nicht bei modernen Fahrzeugen. Was man selbst im Innenraum hört ist zudem völlig irrelevant für die Anwohner.
Warum Du mir jetzt erklärst das Elektroautos unter ca. 30km/h leiser sind, verstehe ich nicht ganz. Ich hab das doch selbst geschrieben. Ich meinte mit geringer Geschwindigkeit jetzt nicht Schrittempo. Immerhin reden wir ja ursprünglich vom Autobahnfahren und der dortigen Geschwindigkeit.
Das finde ich interessant.
Im Auto bin ich ziemlich ruhig in so Situationen. Ich kommentiere es entsprechend, aber die verbalen Liebkosungen sind auch in der Regel in einem normalen Tonfall.
Auf dem Fahrrad hatte ich vor einigen Jahren eine Phase wo ich in Momenten, in denen ich dem versuchten Attentat nur knapp entkommen bin, gerne mal geblökt und auf’s Auto gehauen habe. Hatte mir es irgendwann wieder abtrainiert, weil ich dachte: ”Irgendwann gerate ich an den Falschen. Der steigt aus und ich sterbe mitten auf der Straße an Faustschlag!”.
Hatte mir auch ab und zu überlegt, einfach ungebremst in das Auto oder die Touris aufm Radweg reinzufahren, damit sie sehen was sie davon haben. Leider ist man mit dem Rad so oder so dann der, der sich dabei am meisten weh tut.
Amüsanterweise habe ich nicht gerade starke Emotionen, aber durchaus mal ne heftige Reaktion, wenns mir grad echt auf den Zeiger geht, gerade wenn ich am Steuer sitze und was passiert ist, was durchaus gefährlich war.
Das hat mir witzigerweise mein Fahrlehrer beigebracht. Der meinte „lieber kurz fluchen, dann isses raus und man kann entspannt weiterfahren“. Funktioniert bei mir, ich hab dann keinen Groll und fahr entspannt weiter.
Playlists sind bei Musik Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite hat man nur Kram den man gut findet, auf der anderen Seite entdeckt man weniger Neues (ja ich weiß man kann sich andere Sachen druntermixen lassen).
Das war früher aber nicht zwingend anders. Ich bin damals mit Schallplatte gestartet und musste nehmen was da war (Schlager). Der nächste Schritt war die Kassette und das war dann im Prinzip schon wieder eine Playlist mit selbst aufgenommenem Kram den man gut fand
Zu den Alben bin ich dann erst mit der CD gekommen und damit auch schätzen gelernt, dass man sich manche Sachen eben “schönhören” muss. Es ist schon geil, wenn man ein Album zum xten Mal hört und dann plötzlich bei einem Lied denkt: Moment, das ist plötzlich GEIL?!
Da Sache mit dem Bedanken im Straßenverkehr - ganz toll, und auch ganz wichtig, da bin ich genau bei Chris.
Wir haben hier eine 30er Zone, an einer Grundschule, mit 2 Fahrbahnverengungen im Abstand von ~ 100 Metern. Dazwischen eine Bushaltestelle, direkt angrenzend an eine der Verengungen auch noch eine Kreuzung mit rechts-vor-links-Regelung. Ach, und Autos parken da auch noch, weil auf der anderen Seite der Grundschule und der Bushaltestelle und rund um die Kreuzung überall Wohnhäuser sind.
Prinzipiell läuft die Regelung über Beschilderung mit „Vorrangvor dem Gegenverkehr“ bzw. „Vorrang des Gegenverkehrs“. Wegen der oben beschriebenen Zusatzfeatures dieser Verkehrsstelle ist die Situation aber nie klar, sondern wir sind dann immer direkt bei § 1 StVO, den ich frei mit „Seid lieb zueinander!!!“ zitieren möchte. Es muss also in der Regel eine Seite zurückstecken und die andere vorbeilassen.
Bedanken finde ich in dieser Situation, aber auch in allen anderen ähnlichen Situationen - auch wenn es nur ein banales parkendes Auto ist, das ein einseitiges Hindernis darstellt - wichtig. Das macht man so. Leider kann ich die von Chris genannte Quote von 20% Nicht-Danken nicht bestätigten. Hier sind es mindestens 2 von 5 Fällen, in denen die Menschlichkeit endet. Eine Korrelation mit bestimmten Fahrzeugtypen o.ä. konnte ich nicht feststellen, das scheint ein allgemeines Problem zu sein.
Bei aller Satire - sowas ärgert mich dann wirklich, und je nach Tagesform fluche ich dann schon hart in meinem Auto rum.