Ja, eigentlich ist es Wahnsinn sich jeden Tag in den Verkehr zu begeben mit dem Wissen aus einem Vormittag in der Grundschule. Ich hab halt nie einen Führerschein gemacht.
Als ich im Jahr 2000 den Führerschein gemacht hab (ich war spät dran), gabs ja schon die Computerprüfung und offizielle Prüfungs-CD-ROMs zum Lernen und Üben. Da hat mein Vater (Führerschein 1960) auch selbstsicher die simulierte Prüfung begonnen und hatte am Ende dann 36% richtig (80% sind zum Bestehen erforderlich). Das hat ihn auch ziemlich schockiert. Ihn hat aber dann der Ehrgeiz gepackt und er hat zwei Wochen lang intensiv trainiert (sind ja über 2000 Fragen, das dauert ein Weilchen), bis er die Prüfung am Ende geschafft hat.
Das klingt mir nach Schweizer Staatsbürger. ![]()
in der Regel halten die Leute am Übergang ohne Ampel an aber der Fußgänger besteht nie auf sein Recht und bedankt sich in aller Ehrerbietung.
Ein Postdoc wurde unweit der Uni damals vor dem Kinderspital in Basel angefahren, samt Fraktur. Der Fahrer hat einen Anwalt bemüht und geklagt auf geteilte Verursachung, da der Übertrittswinkel zu steil war … kann man sich nicht ausdenken …
Ich halte generell einiges von Martin Rütter, aber nichts von diesem einen Artikel, der viel zu allgemein formuliert ist.
Aber Ausnahmen und Regel und so.
Fände ich eigentlich auch nicht schlecht, allerdings sind 5 Jahre spätestens ab 75 imo schon eine Menge; da kann man ja leider innerhalb eines Jahres massiv abbauen, ohne es selbst notwendigerweise zu merken oder zu akzeptieren. Und ‘ne jährliche Prüfung ist wahrscheinlich kaum zu stemmen bzw. zu vermitteln.
Vielleicht könnte man das aber auch Ärzte prüfen lassen, die meisten in dem Alter werden eh mindestens einmal im Jahr den Arzt besuchen. Reaktionsvermögen und so ein Trump’scher “IQ-Test” (sprich: Demenztest/Kognitionstest) geht zügig und bietet vermutlich ‘ne brauchbare Orientierung.
Gegen Ignoranz und Rücksichtslosigkeit nützt das aber natürlich auch nichts!1
So, jetzt komme ich auch endlich zu meiner Antwort auf die Folge - auch wenn sie bei 145 Stück vermutlich untergeht ![]()
Zur „Dinnele“
Die Erwähnung der “Dinnele” hat mich an eine Entdeckung meinerseits erinnert, als ich in den 90er Jahren in die Nähe von Leinfelden-Echterdingen gezogen bin. Dort gibt es “Deie”, das scheint der schwäbische Verwandte der Dinnele zu sein. In meiner Heimat, dem Remstal, war das völlig unbekannt, obwohl nur ein paar Kilometer entfernt.
Man konnte die Deie bei bestimmten älteren Damen tiefgefroren kaufen. Legendär habe ich einmal für eine Feier 10 Deien gekauft und die Transaktion fand komplett über ein Fenster statt ![]()
Danke für die Erinnerung und ich werde mich mal wieder auf die Suche machen oder selber an einer Deie in der Küche ausprobieren.
Zu Töchtern:
Ich bin jedes mal über die Erzählungen zu Gunnars Tochter fasziniert, da meine Tochter ähnlich alt ist (ein Jahr älter) und ich durchaus Parallelen feststellen kann. Sie hat letztes Jahr Abitur gemacht und war auch lange unschlüssig, was sie danach machen soll. Es war klar, dass sie nicht sofort los studiert - dazu hat sie in der Schulzeit viel zu viel Zeit ins Lernen investiert und eine Auszeit würde ihr sicher gut tun. Es gab dann verschiedene Optionen, aber schließlich hat sie sich für eine Au-Pair Stelle in Finnland entschieden. Wir haben nach Finnland seit vielen Jahren freundschaftliche Verbindungen und sind regelmäßig dort um die unvergleichliche Natur und Ruhe in einer Mökki zu genießen. Obwohl es nicht einfach war eine Au-Pair Agentur zu finden, die nach Finnland vermittelt, hat es dann geklappt und sie ist jetzt seit September 2025 in der Nähe von Helsinki an der Ostsee bei einer tollen deutsch-schwedisch-finnischen Familie mit drei Kindern, Hund, Fischen und Reptilien. Sie ist ständig in Helsinki unterwegs (in Stuttgart war sie in 18 Jahren vielleicht fünf mal alleine) und generell tut ihr die Selbstständigkeit sehr gut. Sie neigte dazu, sich manche Sachen nicht zuzutrauen und wenn die Eltern es irgendwie abfangen können, werden sie es schon tun. Das geht dort alles nicht und man kann ihr wirklich dabei zuschauen, wie sie Selbstbewusstsein aufbaut. Vielleicht ist das ja auch eine Option für Gunnars Tochter.
Edit - ich will damit nicht implizieren, dass Gunnars Tochter nicht selbständig oder selbstbewusst ist. Es soll nur aufzeigen, wie es meine Tochter weiter gebracht hat.
Was mir heute auffällt als jemand, der zwar keine eigenen Kinder hat, aber als Trainer wöchentlich mit Kids zu tun hat, ist, dass besonders die Corona Zeit einiges durcheinandergebracht hat. Viele ältere Semester haben manches davon so gar nicht erlebt. Soziale Kontakte sind weggebrochen, die Schulen waren unvorbereitet auf digitalen Unterricht, Sport- und Freizeitmöglichkeiten fielen weg usw. Die Auswirkungen spürt man noch immer und dennoch wird oft kaum Rücksicht darauf genommen.
Es ist leicht, auf die jüngere Generation zu schimpfen, ohne Lösungen parat zu haben. Mich stört, wie Erwachsene sehr schnell ins Stammtischgerede verfallen. Dabei müsste man die Sorgen der Kids viel ernster nehmen, denn sie sind die Erwachsenen von morgen. Auf einer Fortbildung zum Thema mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ging es unter anderem auch darum, dass immer häufiger psychologische Hilfe benötigt wird. Wer sich da auch etwas mehr einlesen will kann sich die Copsy Studien anschauen. Die Themen die dort aufgeführt werden machen nicht nur mir Sorgen.
Als Lastenradfahrer (aber auch sonst) finde ja die Leute am nervigsten die meinen Rechtsverkehr gibt es nur für Autos. Schon mit einem normalen Fahrrad ist es kein Spaß wenn einem jemand entgegenkommt, der dann aber auch noch der Meinung ist ich müsse ausweichen. Ach ja, und Autos die theoretisch auf ihren Parkplatz vor ihren Haus stehen, aber noch gute 30-50cm auf den Gehweg ragen …
Das wirklich ärgerliche ist halt, dass denen rein gar nichts passiert. Vielleicht alle 8 Monate mal ein Strafzettel, wenn überhaupt.