Die Diskette (SFT 18)

Erstmal: die Folge hat mir wieder hervorragend gefallen. Ich finde, dass die Diskette schön gewürdigt wurde.

Die Anmerkung zum Modulschacht des STs wollte ich ebenfalls machen. Mir ist auch kein Spiel dafür bekannt. Ich weiß aber, dass es ein Atari-Diagnosemodul gegeben hat. Das Modul wird im Service Manual erwähnt in Abschnitt 3.1: https://archive.org/details/atari520st1040stservicemanual/page/n25/mode/2up

Hier hat sich CTRL-ALT-REES mit dem Modul beschäftigt: https://ctrl-alt-rees.com/2022-10-16-how-atari-st-service-engineers-diagnosed-faults-in-1989-rare-hardware-hands-on.html

Heute kann man den Modulschacht noch sinnvoll mit dem SideCartridge nutzen. Es handelt sich im Kern um einen ROM-Emulator, der zusätzliche Funktionen wie z. B. ein GEM-Drive (Zugriff des STs auf das Dateisystem auf einem modernen Datenträger) bietet.

Das war mal wieder eine richtig tolle Folge! Und ich bin @Henner_Thomsen so dankbar, dass bei Euch die ganze spannende Vorgeschichte von Anfang an erzählt wird :+1:

Was ich durchaus noch erwähnenswert finde ist, dass noch bis heute auf älteren deutschen Fregatten 8"-Disketten produktiv im Einsatz sind :saluting_face: Die Deutsche Bahn hat immerhin noch 5,25"-Disketten produktiv im Einsatz. Man ist überrascht, in welchen Nischen einem die Dinger noch begegnen können :nerd_face: Ich wette, dass es bei so manchen langlebigen Großmaschinen -inbesondere außerhalb hochindustrialisierter Nationen- noch einige Diskettenlaufwerke zu finden gibt :wink:

3 „Gefällt mir“

Ich habe mit dem Greaseweazle 4.1 Interface die .ipf Dateien von Turrican 1 und 2 von Windows 11 aus mit der Greaseweazle GUI Software auf Disketten geschrieben. Die Disketten laufen perfekt, inklusive intaktem Kopierschutz! Man kann damit also 1:1 Versionen von Originalen anfertigen, solange man die .ipf Dateien oder die originalen Disketten hat.

Über das sogenannte Floppybridge Plugin kann man das per Greaseweazle angeschlossene physische Diskettenlaufwerk sogar direkt in WinUAE einbinden. Dann kann man die physischen Disketten im Laufwerk laden! Das rattert und klackert genau wie bei einem echten Amiga, und funktioniert. Ich habe eben bis in die zweite Welt bei Turrican 1 gespielt, um sicherzustellen, dass der Fahrstuhl am Ende von Welt 1 auch korrekt funktioniert.

Am echten Amiga sollten die Disketten natürlich genauso funktionieren.

Nicht alle .ipf Dateien lassen sich perfekt wieder auf Diskette schreiben: Uridium 2 ging nicht. Aber davon gibt es ja einen guten Crack.

Thomaniac hat genau zu diesem Greaseweazle Thema zwei schöne Videos gemacht:

Teil 1

Teil 2

Mit einem Gotek Laufwerksersatz am Amiga kann man wohl auch .ipf Dateien laden, ganz ohne Disketten, allerdings muss man die vorher in das .hfe Format konvertieren:

https://www.gotek-retro.eu/flashfloppy-support-ipf-images/​

Ich finde es super cool, was heutzutage alles geht. Dadurch hat man die Möglichkeit, die Spiele im Originalzustand zu zocken, ohne halbkaputte Cracks die irgendwann im letzten Level abstürzen, von Crackern verschandelte Highscoretabellen, fehlende Titelbilder, oder zusätzliche Disketten. Turrican 1 und 2 passten zum Beispiel im Original auf jeweils eine einzige Diskette, die Cracks aber brauchten zusätzliche Disketten.

Jetzt brauche ich nur noch einen echten Amiga 500 um von den Disketten genau wie früher zu spielen.

6 „Gefällt mir“

Das geht auch mit der Kryoflux Hardware. Ich nutze dass um meine Originale wieder spielen zu könnne, da doch einige Disketten nciht mehr funktionieren. Mir ist das auch lieber als irgendwelche gecrackten Versionen zu nutzen. Und ich nutze die Disketten dann am Amiga, nicht in der Emulation.

Ich finde das auch super was man da heute machen kann. Ich fürchte halt nur dass das einige Leute auch ausnutzen um Kopien auf Ebay zu verkaufen :confused:

1 „Gefällt mir“

Kann man ein beliebiges PC-Floppy ans Greaseweazle anschließen? Oder muss es spezieller sein?

Für Turrican2 ist vor ein paar Jahren eine ordentlich gecrackte Version auf einer Diskette erschienen.

Die Spiele am Amiga von Diskette zu spielen, ist schon extrem langwierig. Da muss man viele lange Ladezeiten aushalten. Ich konzentriere mich in meiner Sammlung daher auf Spiele mit nur einer oder zwei Disketten. Ich erstelle dazu dann eigene Etiketten. Eine Box voll mit richtig schönen Disketten macht schon was her.

2 „Gefällt mir“

Soweit ich weiss gehen beliebige Laufwerke, solange sie den Standard 34 poligen Floppyanschluss haben (USB Laufwerke und IDE Laufwerke gehen nicht).

1 „Gefällt mir“

So ein Greaseweazle gibts bei ebay unter 30€. Dazu dann ein Floppy aus meiner Bastelkiste und das reicht zur Weltherrschaft?

Genau, ein standard Floppy Kabel brauchst Du noch, um Greaseweazle mit Laufwerk zu verbinden, sowie zwei kleine Kabel um die 5 Volt und Erde vom Greaseweazle mit den entsprechenden Pins am Laufwerk zu verbinden, für die Stromversorgung.

Ich habe für die Stromversorgung sowas genommen, was ich von Arduinobasteleien noch rumliegen hatte:

1 „Gefällt mir“

Keine Woche später habe ich das schon am Laufen. Der absolute Knaller. :smiling_face_with_sunglasses:
Ich dachte, sowas kostet hunderte Euros und zusätzliche noch ein bei Mondschein mundeklöppeltes Diskettenlaufwerk. Ist aber alles total einfach.

1 „Gefällt mir“

Hatte heut endlich Zeit die Folge zu hören. Sehr interessant, bin immer wieder erstaunt wie spannend ihr die Entstehungsgeschichten erzählen könnt.

Die Diskette war für mich einfach immer schon da und Teil jedes Computers mit dem ich in meiner Kindheit in Berührung kam. Die Soundeinspieler hatten nen angenehmen ASMR Effekt und ich hatte sofort wieder das Zimmer vor Augen, in dem wir beim Nachbarn etliche 5,25“ in sein C64 Laufwerk gewechselt haben.

Später am PC hat bei uns aber jeder ARJ verwendet. ZIP gab es auf Tauschdisketten eigentlich nie.
Das war für mich damals ein großes Ding als mir jemand seine ARJ Archivierungsparameter aufgeschrieben hat mit denen man die Splits schon so auf der Festplatte erzeugen konnte damit sie dann nur mehr auf Disketten kopiert werden musste.
Vorher wurden die sozusagen on the fly direkt auf A:\ geschrieben und man wusste nie ob es 5, 6 oder mehr Disketten brauchen würde.

Kann sich auch noch jemand erinnern dass es vorformatierte Disketten zu kaufen gab und die ein bisschen teurer waren?
War es das wert? Ich hab die immer noch selbst nachformatiert und darauf nie vertraut. Und natürlich normal, ohne Quickformat.

Das Iomega Ziplaufwerk hatten wir im Büro bei meinem ersten Arbeitgeber. Fand es nicht so schlecht wie die Podcaster drüber reden, aber mein großer Kritikpunkt war dass man mp3s damit nicht übertragen konnte. Nach dem Transfer auf und von Zip Disks hatten die alle deutlich zu hörende Glitches beim Abspielen.

1 „Gefällt mir“

Ich hatte ein Zip Drive, mit zwei Disketten. Mit dem von Iomega mitgelieferten Tool hat man aber keine MP3 erzeugen können, sondern MPEG-1 Audio Layer II. Die waren etwas größer als MP3s, qualitativ nicht so gut, aber haben weniger Leistung zum Erstellen und abspielen gebraucht.
im großen und ganzen war ich zufrieden mit dem Laufwerk. Hat als Backup für Dateien vom Studium vollkommen ausgereicht. Und sah in meinen Augen cool aus.

Sonst muss ich bei Disketten immer daran denken, dass mein Vater mir mal für die Schule eine 10er Box mit Disketten gekauft hat, die laut Packung 2 MB speichern konnten! Nur um dann nach dem formatieren festzustellen, dass die trotzdem nur 1.44 MB hatte.

Ich kann mich noch gut an PKUNZIP. EXE erinnern. War glaube immer auf den Demodisketten der Zeitschriften dabei.

2 „Gefällt mir“

Kann mich an kein Tool erinnern. Hat man die Dateien unter Windows nicht einfach im Explorer kopiert?

Ja klar, Dateien konnte man einfach mit dem Explorer (oder war das unter Win95 noch der Dateimanager?) kopieren.
Es wurde aber auch damit geworben, dass man eine ganze CD auf nur einer 100 MB Zip Disc speichern könnte. Dazu gab es das Tool RecordIt von Iomega
Und das hat halt nur MP2 erstellt.
Ich hab das einmal ausprobiert und mein Rechner hat für eine CD drei bis vier Stunden gebraucht. P133 MHz, 32 MB RAM.

1 „Gefällt mir“

Hier hat übrigens jemand Homebrew-like versucht, eine 3,5’'-Diskette from scratch selbst zu machen:

2 „Gefällt mir“

Kann ich nicht bestätigen. Wir haben früher regelmäßig mp3 darüber ausgetauscht.

Winfile.exe war in Windows 95 in einer aktualisierten Version enthalten, aber primär war Explorer, die meisten werden niemals gesehen haben, das man den Dateimanager noch nutzen konnte.

1 „Gefällt mir“

Hattet ihr vielleicht stärkere Rechner? Meiner war ein Pentium MMX mit 200MHz und das Laufwerk lief über den Parallelport.

Kommt drauf an, das war eingebaut als ich einen Pentium 150 hatte bis zum Athlon. Vielleicht lag es daran das die bei uns intern waren und über ATAPI liefen?

Klingt für mich aber eigentlich überhaupt nicht logisch dass irgendwas davon ein Grund sein sollte, warum die MP3 plötzlich defekt werden. Das klingt für mich irgendwie eher nach Problemen mit dem Datenträger.

Also was ich mir noch vorstellen kann, vielleicht habt ihr die zu schnell gerippt. Da kamen dann auch immer Probleme rein früher. Hatte früher immer EAC, cdEX und Audiograbber genutzt und den lame mp3 encoder.

2 „Gefällt mir“

Da könnte was dran sein. Also entweder die Software, oder die Methode.
Ich habe früher auch Audiograbber verwendet, höchste Qualität aber Standardeinstellungen.
Davor sogar dosamp (das war witzig). Damit habe ich über die CD gerippte .wavs in MP3 konvertiert.
Dauerte 30 Minuten pro Track, da lohnte sich dann eine Batchdatei, die ein ganzes Album erledigte, während ich in der Schule saß. Acer die Dateien waren einwandfrei.

1 „Gefällt mir“

Ich hatte Ende der 90er mir von allen Bekannten die CDs ausgeliehen, ich wusste ja noch aus den vorhergehenden Jahren wer welche CDs hatte und welche Tracks da drauf waren. Ich hatte da so eine richtige Sammlung, aber irgendwann konnte ich diese CDs nicht mehr lesen :frowning: Da steckte soviel Arbeit drin. Also die gebrannten CDs konnte ich nicht mehr lesen. Dabei dachte ich immer die TDK-Rohlinge wären gut. Wobei die länger hielten als die von Intenso. Und wievel Musik da halt flöten ging… aber von den ersten Discs hatte ich noch Inhaltsverzeichnisse erstellt, welche MP3 da drauf waren, die hatte ich noch rumfliegen als Backup. Aber trotzdem. Sich das alles neu runterladen ist ja nicht das gleiche wie selbst gerippt haben in der passenden Bitrate. Und jetzt aktuelle kaufe ich viele CDs nach die ich früher als MP3 rauf und runter gehört hab :sweat_smile:

3 „Gefällt mir“

Könnte auch die Diskette gewesen sein, ja. Ich hatte immer den parallelen Anschluss im Verdacht.
Gerippt haben wir damals aber noch nicht selbst. Die mp3s haben wir da einfach von Webseiten runtergeladen als wäre es ganz normal dass das geht. :grinning_face:

1 „Gefällt mir“