Die Gretchenfrage

Kennt Ihr das,
man kommt mit neuen Leuten in Kontakt, wie bspw. neue Arbeitskollegen oder auch Eltern von anderen Kids, man unterhält so über dies und jenes und irgendwann packt man die Gretchenfrage aus…"Sag mal, hast Du früher mal gezockt oder zockst Du noch?":floppy_disk::computer_mouse:

Meine Erfahrung mit den Antworten darauf ist da leider ernüchternd :sweat_smile::

Meistens kommt ein „ne, eigentlich nicht.“

Manchmal „oh ja, habe früher mal xy gespielt, aber hatte dann keine Zeit mehr für so was“

Und eher selten, aber natürlich zu meiner Freude :partying_face:"ja klar! Kennst Du auch noch Spiel A oder B…und heute spiele ich gerne auch noch…"

Ich komme selbst auch nicht mehr so häufig zum zocken, aber die Liebe ist ungebrochen da :joy:

Wie ist Eure Erfahrung so?

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Ich bin da eigentlich frei raus.

Und ich spiel schon noch viel für mein Alter und meine Lebenssituation. Aber meist nur noch Nachts ab 22 uhr wenn alle im bett sind bzw alle aufgaben des Tages erledigt sind.

Dementsprechend kann ich nicht mehr wie früher von mannigfaltigen Spiele Sessions bzw unterschiedlichen Spielen berichten. Ich habe so 2-3 Dauerbrenner von denen ich weiss was ich an denen hab.

Diese erfinden nicht das Rad neu und sind alle etwas retro aber das ist mir ja egal… :grinning:

Selten das es neue Spiele gibt die meinen Old School Vorstellungen entsprechen…

Und das erstickt dann meist eine vielfältige Spielediskussion wenn nicht grad zufällig jemand meinen obscuren Geschmack teilt… lol

PS: Aktiv gezockt habe ich bis ca ins Jahr 2000. Dh Spiele davor kenn ich mitunter ganz gut. Danach kaum was.

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Arbeite als IT’ler - die meisten haben zumindest eine Zockerhistorie. Wenn man in einer Entwicklerklitsche arbeitet, wo jeden Tag mit Nerfguns geschossen wird, kann man davon ausgehen, dass die meisten Kollegen das volle Nerdprogramm mit Themen wie Gaming, Star Trek, Pen & Paper oder Tabletop durchlaufen haben.

War mal in einem agilen Entwicklungsteam in dem wir physische Strafen immer mit der guten, alten DSA Ochsenherde angedroht haben. Dann war ich wiederum im Unternehmen wo die Nerd-Kultur nicht ganz so offen gelebt wurde und die Leute eher hinter hervorgehaltener Hand über Games & Co gesprochen haben.

Hab mich davon nicht beeindrucken lassen und nie einen Hehl aus meinen Hobby gemacht. In der IT Branche findet man immer Gamer. Ist ja auch irgendwie nahe bei.

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Mein erster Kontakt war mit einem C64 den mein Vater von einem Arbeitskollegen mitgebracht hat. Das müsste so 1996 gewesen sein. Da war ich gerade mal 10 Jahre. Dank meines Cousins hab ich das ding zum laufen gebracht, später kam dann der erste eigene PC mit Die Siedler, Anno etc.
Da mich die Technik am PC nie so gepackt hat hab ich mir dank der Gamestar dann die erste Xbox zugelegt (Halo war schuld).
Seitdem Spiele ich fast nur noch an der Konsole und nur Klassiker die auf nem zweit klassigen Laptop laufen hole ich am PC nach.
Vor drei Jahren kam meine erste Tochter zur Welt und ein Haus wollte saniert werden.
Seitdem ist lange spielen am Stück nicht mehr drin. Kurze Spiele die meine Zeit respektieren und mir nicht immer die selben Aufgaben versetzen sind mir nun sehr lieb geworden.
Das letzte was länger ging war „Kotor“ das ich vor kurzem auf der Switch nachgeholt hab.
Ich arbeite in der Pflege und da begegnen mir selten Mensch die sagen das sie Zeit mit Spielen verbringen. Mir selbst ist das absolute nicht peinliche zu sagen das ich gerne Spiele, schließlich ist es ein Medium wie Fernsehen oder Lesen das der Unterhaltung dient!!

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Mir ist es immer noch peinlich, dass ich meine Zeit damit vergeuden…Andere in meinem Alter lesen Fachbücher, machen Sport …ich zocken.

Ich arbeite im Krankenhaus und komme dadurch mit sehr vielen Leuten ins Gespräch, Ums Gaming geht es dabei nur selten.
Es gab allerdings mal eine Situation, in der ich einen neuen Assistenzarzt im zweiten Satz unseres ersten Gesprächs (nach der Vorstellung) unvermittelt fragte, ob er zufällig Super Double Dragon für das SNES besitzen würde (fragt mich BITTE nicht warum).
Das beinahe Gespentstische an dieser Geschichte: Er hatte das Spiel wirklich und antwortete direkt, ich solle ihn mal besuchen kommen.
Als ich seiner Aufforderung ein paar Tage später nachkam und ihn in seiner kleinen Wohnung im nahegelegenen Wohnheim besuchte…stapelten sich dort Kartons mit SNES Spielen. Ein Großteil meiner Sammlung fusst auf diesem Kontakt.

Freillich gibt es immer mal wieder Menschen, die mich belächeln, das kann ich abhaben. Viel öfter ergeben sich aber wirklich nette Gespräche, die man eigentlich nicht erwartet hatte.

Ich spiele gern (und schäme mich generell nur selten für etwas) - meist aber die Spiele, die dann auch im Podcast besprochen werden. Abseits davon höchstens „zwischendurch“ Titel. Eigentlich Schade, momentan würde ich sehr gern Xenoblade Chronicles 3 spielen…

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Ich würde Spielen nicht als Zeitvergeudung bezeichnen. Es ist investierte Zeit in der man Spaß hat. Das ist nicht verwerflich. Das ganze Leben nur produktiv ist für niemanden gut. :slight_smile:

Was Sport betrifft lasse ich mich regelmäßig von RingFit quälen. Das hilft zumindest auf der Front und hat auch irgendwie Gaming-Aspekte.

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Ich arbeite als wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem naturwissenschaftlichen Forschungsinstitut. Selbst dort ist die Zahl der Leute, die offensiv damit umgehen, dass sie gern Videospiele spielen, sehr gering.
Über die Jahre erfuhr ich dann von Kollegen, die bspw. auf Cutting Edge - Niveau World of Warcraft spielen. Ich hab immer den Eindruck, dass viele das aber auch nicht an die große Glocke hängen wollen - vielleicht aufgrund erlebter oder befürchteter Stigmatisierung.

Wenn ich dann mit den Kollegen (in meinem Alter ±10 Jahre) in einem privaten Kontext bin, spielen eigentlich alle gern. Dass ich da schräg angesehen werde, weil ich eine Runde Mario Kart, Ultimate Chicken Horse oder Ähnliches vorschlage, ist mir noch nie passiert. Diese Art von Spiel ist, meines Empfindens nach, völlig akzeptiert auch bei Nichtspielern.
Nostalgie funktioniert auch gut. Beim Mittagessen mit den Kollegen hat ein auf die Personalsituation unseres Arbeitsgebers abhebendes, Situations-komisch eingeworfenes Stronghold-Zitat („Die Leute verlassen die Burg“) zu einer ausschweifenden Diskussion über das Spiel geführt. Dabei spielt heute keiner mehr von den Beteiligten aktiv Spiele, die über die oben genannten Partyspiele hinausgehen. Das ist dann wohl das, was Daniel mit

auch erlebt. Früher gern gespielt, lebhafte Erinnerungen, aber heute keine Zeit mehr.

In den Momenten sehe ich das Hobby immer als wahnsinnigen Luxus und bin froh, mir ab und zu dafür Zeit freizuschaufeln. Gleichzeitig wächst bei mir das Bedürfnis nach Sinnsuche im Spiel. Ich könnte kein World of Warcraft mehr spielen, da der Quotient Erfahrungsdichte/Zeit für mein persönliches Empfinden dort zu ungünstig ist. Am liebsten kurz, knackig und intensiv. Und wenn mich ein Spiel so richtig begeistert, bin ich auch relativ offensiv und erwähne es in jedem zweiten Satz. So wie der Filmnerd bei uns im Büro das halt mit seinen Filmen macht. :woman_shrugging::face_with_hand_over_mouth:

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Ich arbeite in der Schule und habe zumindest ein paar Kolleginnen und Kollegen, die auch hin und wieder mal zocken und mit denen ich auch manchmal ins Gespräch darüber komme. Tatsächlich bin da aber auch eher ich angesprochen worden, da ich durchaus auch mal dezente Zelda- oder Mass Effect-Shirts trage, das lädt natürlich zu einem Gespräch ein. Witzig ist aber auch, wenn nicht spieleaffine Kolleginnen und Kollegen einen dann fragen, was denn dieses kleine Symbol mit den drei goldenen Dreiecken zu bedeuten hat. :grin:

Tatsächlich komme ich dann öfter mal mit Schülerinnen und Schülern aus den oberen Jahrgängen ins Gespräch und die sind auch total interessiert daran, was ich denn so Spiele und fragen, ob ich dieses oder jenes Spiel kenne. Wenn man sich dann gut auskennt, steigt die Streetcredibility natürlich enorm. :sunglasses:

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Interessante Frage, vielen Dank dafür.

Ist mir bisher noch nicht passiert, dass das Thema Zocken irgendwie aufkam. Wahrscheinlich liegt es auch stark an der Gruppe oder dem Setting, in dem man unterwegs ist.

Glaube auch, dass wenn es dazu käme, meistens eine Antwort wie „Nö“ käme, denn Spiele sind denke ich erst seit der Jahrtausenwende eine Breitensportart :sweat_smile: geworden. Ältere Semester sind da noch überwiegend unberührt :D.
Persönlich hätte ich kein Problem über meine Zocker-Vergangenheit (komme heute auch kaum noch mehr dazu) zu reden. Ergab sich nur eben noch nie :innocent:

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Ich bin froh das ich vor knapp 10 Jahren den Absprung zu einer Sportart gefunden habe in der ich total aufgehe und die man im realen unter freiem Himmel ausüben kann.

Bin dadurch mehr ein draussen Mensch geworden.

Zocken gerne jederzeit aber realistisch nur möglich wenn mein Umfeld schläft :rofl::rofl::rofl:

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Meine Zockzeit wurde durch den Nachwuchs eingeschränkt und die Arbeit stark eingeschränkt. Habe bis zu meinem letzten Arbeitgeberwechsel sehr viel gearbeitet. Dank des Wechsels und dem sehr hohen HO Anteil in meiner Branche steigen die Zockzeiten jetzt wieder.

Dazu kommt, dass das Kind größer wird und sich weitere Spielräume ergeben :smiley:

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Ich habe zu den meisten Leuten aus meiner Kindheit und Jugend keinen Draht mehr, und alle neuen Bekanntschaften, sei es im Freundeskreis oder unter Kollegen, da fallen derlei Antworten etwas ernüchternd aus.
Mit meinen inzwischen 40 Jahren (auch wenn ich in Kopf immer noch so 12 bin) bin ich meist über dem Schnitt der Übrigen und kann mit deren PlayStation3-aufwärts-Erfahrungen ebensowenig anfangen wie die mit meinen PointandClick-, frühen 3D-Shooter- und 8bit-Erlebnissen.
Die meisten sind generell gar keine Zocker :man_shrugging:

Aber so what? Hier habe ich ja einen Batzen an Gleichgesinnten gefunden :wink:

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Absolut. Ich halte das mittlerweile auch wie Lennon es mal sagte: hat die Zeitverschwendung dir Freude bereitet, war es keine Verschwendung :face_with_hand_over_mouth: