Muss nur mal einen Rant loswerden:
Früher gab es mehrere Engines. Quake, Unreal, Renderware, dutzende Eigenentwicklungen.
Mittlerweile ist die Unreal-Engine 4/5 gefühlt die Einzige, und sie kommt mit einem riesigen Asset-Store.
Genau die letzten beiden Punkte, die Verbreitung und der Asset-Store, versauen mir bei vielen Unreal-Engine Spielen mittlerweile die Immersion. Ich sehe Trailer zu einem Spiel, und bereit da erkenne ich Animationen, Objekte und sogar Lichteffekte wieder.
Ich habe sowas in meiner ganzen Gamer-Karriere noch nie gehabt - Höchstens mal eine kurze Phase zu Beginn der Unreal Engine 3. Da gab es so ein halbes Jahr, in der die frühen Unreal Engine 3-Spiele noch nicht gut mit Feuereffekten umgehen konnten. Da wusste man, sobald irgendwo komisch lila-orangenes Feuer auftauche: Aha, Unreal Engine 3! Auch das Rigging der Charakter-Modelle wurde damals offenbar noch 1:1 aus den Vorlagen übernommen, deshalb gab es auch ein paar Monate mit komisch Blockig-Muskulösen Charakteren.
Aber das waren wie gesagt nur paar Monate. Aktuell sind nun noch mehrere Jahre vergangen, wo ich wirklich Probleme mit immer-wiederkehrenden Assets habe. Und zwar auch in AAA-Titeln! Zum Ersten Mal so richtig auf fiel mir das in „Hogwarts Legacy“: Die Animation für „Aus dem Rennen plötzlich zum Stillstand kommen“ habe ich davor und danach noch in X anderen Third-Person Unreal-Spielen gesehen.
Auch einige Objekte wie Heukarren gibt es nicht nur in Hogwarts Legacy.
Und seitdem habe ich mich irgendwie selbst getriggert, sofort auf typische Unreal-Assets zu achten:
- Gehen/Rennen/Stoppen Animationen
- Aussehen von Haaren. Die sehen oft so komisch „fleckig“ aus, gerade unter hellem Licht
- Beleuchtung von Gesichtern. Das ganze Gesicht, auch unterm Kinn, hat dieselbe Helligkeit
- Assets die man nicht sofort einer Epoche zuordnen kann, die aber grob „Vergangenheit“ sein könnten: Hölzerne Karren, Schuppen, Möbel
- Generell leicht überhelle Beleuchtung
- Holz dass wegen der Beleuchtung wie Plastik ausschaut
- Und wirklich sehr oft ist mir aufgefallen: Dieser „Blur“-Effekt der bei Bewegungen oder weit entfernten Objekten auftritt. Habe auch Leute gesehen die das Bild bei UE-Spielen „noisy“ nennen.
All das führt dazu, dass sich das jeweilige Spiel nicht mehr wie ein eigenständiger, immersiver Ausflug in das jeweilige Spiele-Universum anfühlt. Stattdessen komme ich mir wie auf einem riesigen virtuellen Vergnügungspark vor, wo einzelne Welten oder Epochen nur räumlich abgetrennt sind. Da gibts dann halt die „Harry Potter Welt“ oder die „Wikinger Welt“ etc. Das Spiel nimmt mich nicht mit nach Hogwarts - Es nimmt mich mit zu den Hogwarts-Kulissen des virtuellen Jahrmarktes.
Jüngstes Beispiel ist das Gothic Remake - Zumindest der erste Trailer. Da gab es einige Szenen die hätten so auch in Hogwarts Legacy, Bellwright, Chivalry 2 oder Hellblade: Senua’s Sacrifice stattfinden können.
Es gibt natürlich auch positive Beispiele. Lords of the Fallen, das Final Fantasy Remake oder dass neue Vampir-Spiel von Ex-Witcher 3 Leuten sehen alle klasse und vor allem „unique“ aus.
/Rant zuende