Die Welt von Die Simpsons

Die Reaktion hätte auch darin bestehen können zu sagen: man lässt es als Feedback einfach so stehen.

Nein.

Zwei Dinge:

  1. Er hat nicht überspitzt, sondern sehr klar kommuniziert, dass die körperliche Erfahrung echt ist - „ein ganz ehrliches körperliches Unwohlsein“. Ich habe das nicht pathologisiert, sondern es, for the sake of argument, für bare Münze genommen. Wenn er die Symptome hat, ist es gefährlich und sollte von einem Arzt untersucht werden. Wenn er sie nicht hat, ist es eine ekelhafte Art, Opferpunkte schinden zu wollen.

  2. Und selbstverständlich will er verbieten, das ist der Impetus dahinter. Sieht man ja überall dort, wo Leute mit dieser Haltung die Macht gewinnen: Dann wird verboten, da geht es ja nicht um die Reinheit der Sprache oder was weiß ich, da geht es um das Unsichtbarmachen von Dingen, die man in der Gesellschaft nicht will. Er hat hier keine Mittel dazu, daher kommt es als Boykottdrohung: Wenn das so weitergeht, höre ich euch nicht mehr (oder zumindest das Format nicht mehr). Ist sein gutes Recht, klar, aber der öffentliche Appell hat ja das Ziel, unsere Toleranz für solche Einlassungen zu testen.

Übrigens: So halb-ironisch zu sagen, dass man niemandem eine Nähe zu rechten Positionen unterstellen darf, wenn der nicht mindestens einen Genozid gefordert hat, finde ich eine sehr unappetitliche Position, ehrlich. Der Typ weiß schon, was er tut, das ist kein zartes Pflänzchen, das jetzt weinend zuhause sitzt, weil er mit der „Nazikeule“ gehauen wurde. Der wusste, was er sagt.

Das ist ja nicht ein authentisches Feedback, das ist die hundertste Einlassung dieser Art, die an SF auf irgendwelchen Kanälen zu irgendwelchen Folgen adressiert wird. Immer von Männern, fast immer von Leuten, die sich dafür extra anmelden und immer aus den gleichen Bausteinen zusammengesetzt. Echt: eine wie die andere. Als gäbe es eine Blaupause. Der Sound ist sich so ähnlich, ich glaub auch erstmal nicht, dass das irgendwer ist, der hier zum ersten Mal postet, ich nehme an, das ist einer von denen, die hier schon mal aufgelaufen sind und es wieder probieren, mit einem neuen lustigen Namen und einer neuen Wegwerf-Email.

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Ich möchte hier kurz sagen:
In die rechtsextreme Ecke hat ihn niemand explizit gestellt. @Rossyrg hat eine weit verbreitete Geschichte verwendet.
Ja, in der Geschichte geht’s um Nazis, aber das ist nur das extremste Beispiel. Ebensogut könnte es der unangenehme Arbeitskollege sein, der in der Pause unangenehme Witze macht.
Im Kern hat die Geschichte die Aussage: Wenn du gewissen Sprüchen oder Kritiken nicht mit Gegenrede entgegentrittst, fängst du dir sehr schnell eine Community ein, die es immer noch ein bisschen weiter ausdehnt. Hier ist es dann das Recht, nein, die Pflicht der Mods klar zu sagen: Bis hierhin und nicht weiter. Kritik wird angenommen, aber Angriffen wird mit harscher Gegenrede begegnet. Und ich würde schon sagen, dass einer Podcasterin des Projekts zu sagen „Mir wird kotzübel*, wenn ich dich reden höre“ unter „Angriff“ fällt. Das „Ich sag das ganz wertfrei“ hinterher scheint mir da nur ein sehr seichtes Feigenblatt.

*Ja, leicht überspitzt aus „Es erzeugt mir körperliches Unwohlsein, schüttelt mich durch und wühlt mich auf“ zusammengebaut

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Danke für deine Einordnung als Angesprochene, @Rahel.

Ich selbst als unbeteiligter, männlicher Mitlesender teile eher die Meinung, dass es besser wäre, da einfach nicht drauf zu reagieren. Das Muster ist ja jedes Mal das gleiche - irgendein Typ schlägt hier im Forum auf, schildert mit übertriebener Dramatik, wie er doch den Podcast abschalten muss, weil ihm beim Hören von gegenderten Worten mindestens die Ohren bluten, jemand reagiert drauf negativ, irgendwer verteidigt den durchs Gendern geknechteten User, es entsteht die immer gleiche Diskussion, ob man da jetzt drauf anspringen soll oder nicht … und am Ende geht es nicht mehr um das Thema des Threads; komplettes Derailing. Ziemliche Zeitverschwendung für alle - die Angesprochenen, die Diskutierenden, die Mitlesenden, StayForever als Projekt, im Grunde sogar für den ohrenblutenden Diskussionsauslösenden, auch wenn der das vermutlich anders sieht.

Ehrlich gesagt fände ich es daher mittlerweile besser, wenn die Forenregeln um “Unsere Moderatoren und Gäste gendern nach Belieben. Nein, wir werden das nicht diskutieren. Es herrscht unser Hausrecht. Beiträge, die sich darüber beschweren, werden kommentarlos gelöscht.” erweitert und dann solche Beiträge eben gelöscht werden. Zum Thema wurde hier im Forum schon mehrfach alles gesagt.

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Ich bin immer wieder maßlos über die Opfer-Haltung irritiert wie die „ich lasse mir das gendern nicht vorschreiben!!!“-Crowd doch wirklich in eine Fötus-Stellung verfällt, wenn andere das tun. Er musste da den Podcast abschalten… So schlimm war das für ihn :frowning: Und dann soll man diese Haltung auch noch respektieren und nicht widersprechen, weil jede Replik diese fragile Person nur noch weiter in ihrer Opferhaltung bestärkt. Schau halt irgendwas anderes. DAS ist was du von diesem Podcast mitgenommen hast? Es ging um die Simpsons.. Manche Leute haben echt Probleme.. Jedes Gendern ist ein Affront bei dem sie sich erstmal ausruhen müssen, um das zu verkraften…

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Wenn man diese Art von Diskussion schon ein paar Mal geführt hat, erkennt man das Muster. Es ist wie Gunnar sagt: Diese Leute wissen, was sie tun, und formulieren ihre “Kritik” so, dass man im vorbeigehen denken könnte, “Ach, das ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber schon irgendwie verständlich.”. Und das macht es so gefährlich.

Ich verstehe, dass die Reaktionen für Leute, die das nicht schon ein paar Mal hinter sich haben, harsch wirken kann. Aber es hat seinen Grund, warum hier so reagiert wird.

Übrigens fällt auch die Reaktion auf die Antwort (“Nazikeule”, “Intoleranz gegenüber anderen Meinungen”, “pathologisieren”) ebenfalls in ein Muster.

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Ja. Christopher ist im Urlaub, sonst wäre das vielleicht auch so passiert :slight_smile:

Ich bin kein Freund vom Löschen, mir geht es um öffentliche Gegenrede, ich finde das wichtig. Es ist mir klar, dass der Typ nichts lernt, aber es lesen Leute mit.

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Die Geschichte, die Rossy zitiert hat, begleitet mich schon viele Jahre und ist als Handlungsmaxime ausgezeichnet, das gilt für viele Kontexte, nicht nur für öffentliche Orte wie Bars oder Foren. Und nicht nur für Nazis.

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Ich finde es wichtig, bestimmte Aussagen nicht unkommentiert zu lassen. Sowohl im Internet als auch auf der Straße. Auch wenn es anstrengend und irgendwie immer wieder die selben Schemata sind. Die Leute sollen ruhig merken, dass sie mit ihrer Meinung anecken. Kommentarloses Löschen würde wohl nur “Zensur!” und “Nichts darf man mehr sagen!” Ausrufe hervorbringen.

€: Ach mistikack, ich wollte doch diesmal nicht in die Diskussion einsteigen.

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Vorab: meine, es auch schon öfter mal geschrieben zu haben. Löschen!

Der Thread, in welchem es launig über die Simpsons gehen sollte, ist wieder gesprengt worden. Und das passiert jedes Mal, wenn so einer postet. Auch die Antworten haben notgedrungen eine Art Drehbuch. Das ist hier doch schon oft passiert. Gendern ist doch etwas, bei dem sich die Herausgeber*innen und Forenmitglieder in der Majorität einig um des Umgangs sind. Der Vorschlag, dies in eine Netiquette zu verfrachten und von mir aus mit Verweis auf den Paragraphen, finde ich super. Dies spart Datenmüll, ein kurzer, immer gleichlautender Kommentar des Löschenden, wieso SF Gendern zulässt, weil Vielfalt und Repräsentation aller Höhrer*innen usw. Und gut. Manche muss man einfach zurücklassen.

:slight_smile:

Schade ist das durch so etwas immer der schöne und angenehme Thread zu dem jeweiligen Thema kaputt geht bzw. die gefühle Stimmung darunter leidet

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Du hast natürlich Hausrecht und kannst das handhaben wie du willst.
Ich finde die Argumentation nur nicht sehr gelungen.
Du unterstellst ihm, es wäre kein authentisches Feedback, sondern Teil von… ja was?
Und ja - ich finde man sollte sehr vorsichtig sein, die Nazikeule zu schwingen. Hat er gesagt er will Konzentrationslager aufbauen? Minderheiten umbringen? Euthanasie einführen, usw? Nein? Ach, er hat nur gesagt er findet es sehr unangenehm, wie in einem Podcast gegendert wird? Deswegen müssen sich viele User auf ihn stürzen und tatsächlich mit Nazivergleichen kommen und fast panischem “löscht es, löscht es!!11elf”. Damit macht man sich lächerlich.
Lasst ihn doch Zorn wegen etwas haben. Ich habe mich damals angemeldet, weil mir tatsächlich auch die Wortwahl von Maire und Rahel in “Die Welt von Shadowrun” sehr aufgestoßen ist und ich das feedbacken wollte und blieb dann wegen der netten Community.
Lasst Kritik in dem Rahmen doch zu. Einfach zulassen. Man kann über den Ton und die rethorischen Mittel streiten und auch Feedback dazu geben, aber nicht inhaltlich gleich total eskalieren. Das ist völlig unangemessen in einer Demokratie. Und ja man darf manche Gendermethoden dysfunktional für das Hörerleben einschätzen. Das ist legitim. Der Gratismut jemanden im Internet niederzubrüllen, hilft niemanden.

Zu sagen “Ich sehe das Muster”- ja, vielleicht ist das möglich. Aber vielleicht ist es auch einfach eine Projektion. Manche jungen Kerle wittern bei jedem “strong woman” charakter in einem Videospiel eine woke Verschwörung, anscheinend sind Erwachsene von solchen einfachen Heuristiken auch nicht sicher, wenn sie wittern, etwas könnte einem Feindbild entsprechen.

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Ich bin jetzt auch nicht der größte Freund vom Sternchen-Gendern, weil ich es sprachlich einfach nicht schön finde, aber mir ist der Sinn dahinter klar und ich muss es ja auch selbst nicht anwenden. Ich konstruiere dann eben meine Sätze, statt mit Spieler’innen , mit Spielerinnen und Spielern.
Wenn andere das anders machen, ist es mir aber prinzipiell egal. Ich konsumiere hier kostenlose Inhalte und wenn es mir nicht passt, muss ich es halt lassen. Entweder für bestimmte Folgen oder halt ganz.
Ich würde dazu einen Text in den Code of Conduct stellen, die Beitrage darauf verweisen und gut.
Oft ist keine Beachtung ja wirksamer, als die Ersteller*innen ( :wink:. ) zu konfrontieren, und sie in diese ich bin hier die letzte Bastion Schiene zu drängen und noch negativ zu bestärken. Funktioniert bei Kindern und Hunden ja auch.

On-Topic: Nette Folge, aber die Simpsons haben mich um 2000 verloren. Nach 18 Jahren war es dann mal gut. Rückblickend ist Futurama einfach besser (wobei die neuen Staffeln ab 2023 jetzt auch nicht so toll waren). Die besten Staffeln kommen einfach aus der Comedy Central Ära. Bei Disenchantment waren mir die Story-Arcs zu lang.

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Ich sag mal so, ein anonymes Profil, keine Post-Historie, eine Wegwerf-Email, ein Bausatz-Post, eine oft gehörte Linie - ich mache das schon echt lange und ich glaube, man muss nicht Raktenchirurgie studiert haben, um zu sehen, dass das ein Provo-Account ist, eine Sockenpuppe. Schön, wenn du dich dafür einsetzt, dass er hier seine erfundenen Storys von der körperlichen Auswirkung des Genderns unbedingt unwidersprochen äußern können muss, dann hat er ja wenigstens das erreicht.

Rossyrg hat eine Parabel zitiert und das als Parabel gekennzeichnet. Du legst hohe Maßstäbe an („Konzentrationslager bauen“), bevor man jemanden in die rechte Ecke stellen darf, bist aber mit dem Pauschalvorwurf „Hier wird jemand des Rechtsextremismus bezichtigt“ sehr easy bei der Hand. Wär’s da nicht auch gut, du würdest dich an die Maßstäbe halten, die du von anderen forderst? Zum Beispiel, dass jemand eine expliziten Nazivergleich bringen muss, ehe du dich mit deinem Totschlagvorwurf der „Nazikeule“ kommst. Ehrlich, Deine zuspitzende Sprache mit den ganzen Übertreibungen und Behauptungen ist jetzt nicht eben deeskalierend.

Aber jetzt reicht’s dann auch.

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