Jepp. Skyfall ist natürlich viel Fan-Service (nach dem wirren QoS imo auch nicht völlig verkehrt), aber recht unterhaltsam, für 007-Verhältnisse imo einigermaßen stringent erzählt und Silvas Motivation zwar nicht allzu einfallsreich, aber nachvollziehbar. Dass Bond am Ende nicht den Bösewicht in seiner Basis besucht und diese in die Luft jagt, sondern ihn auf sein bescheidenes Terrain lockt, fand ich eigentlich einen ganz netten Twist. Meinetwegen hätte die Reihe damit enden können.
Bei Spectre hingegen kann man das Ende tatsächlich nur als Fiebertraum, uh, ernstnehmen, aber die Story wirkt auch sonst von vorne bis hinten so, als hätten fünf verschiedene Autoren zehn verschiedene Ideen gehabt, und zum Schluss wusste keiner mehr, was eigentlich wessen Plan war.
Dazu Blofeld, der halt nicht Blofeld ist, sondern nur beiläufig erwähnt: “Achja, JAMES, ich nenn mich jetzt übrigens Blofeld!”, worauf Bond halt im Grunde nur mit den Schultern zucken und “Sonst alles gut bei Dir, Bro?” sagen kann. Wenn sie Blofeld spätestens in Skyfall fett als Strippenzieher im Hintergrund etabliert hätten, würde die Szene vielleicht einen Hauch von Impact haben. Aber so?
Für mich war bzw. ist das offensichtliche Problem der Bond-Reihe, dass sie nach dem Ende des Kalten Krieges (und sicher auch aufgrund der veralteten Rollenbilder) kaum Ideen hatten, wo sie mit dem Charakter und seiner Welt eigentlich hin wollten. Casino Royale funktioniert als einzelner Film noch am besten, weil es wirklich eine Art Neuanfang gewagt hat, Goldeneye und Skyfall taugen für mich als Rückgriffe, aber alles andere wirkt belanglos, planlos und aus der Zeit gefallen.
Aber, naja, wenn Amazon demnächst das BCU mit neuem Boomer-Bond, MI6 Academy, Miss(ion): Moneypenny, (untitled Q branch sitcom) und Feuerball 3D startet, werde ich mich nach Spectre und Brosnan wahrscheinlich noch zurücksehnen!1


