Film & Kino

“Zone of interesant” war ne Zeit lang bei Amazon Prime Video tatsächlich oO guter Film auf jeden Fall Oo

Ich erwähne einfach mal ne “All Time Lieblingsserie” von mir weil die heute fast kaum noch einer kennt (leider)

“Kobra übernehmen sie” - für alle Geheimagenten Freunde =)

Ist der Vorläufer der “Mission Impossible” Filme - praktisch: “Mission Impossible” als TV Serie oO

Gilt auch als “Inspiration” für eine gewisse “A-Team” Reihe - die sicher niemand kennt Ironie off

Die meisten kennen heute leider nur noch die Tom Cruise Videos oder die Bondfilme (die zur selben Zeit entstanden sind) aber ich LIEBE die TV Serie einfach und ich erwähne sie deshalb immer gerne weil man die DVDs heut zu Tage schon für 3 oder 4 Euro bekommen kannst oO In guter Qualität oO

Und für “Star Trek” Fans - ey - Leonard Nimoy - Mr. Spock als Geheimagent :wink:

Wenn jemand noch nen konkreteren Tipp möchte:

Staffel 4 und 5 sind meine persönlichen Favorieten :wink:

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Ich liebe diesen Film seit ich ihn als Kind / Jugendlicher das erst mal sah. Ich war völlig fasziniert von der Entwicklung der Geschichte und der Twist zum Ende hin das das Alien ein Mind bekommt und Quaid es dann aufzieht hat mich emotional richtig gepackt!

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Und er wird später in den Gesang der Ahnenreihe mit aufgenommen.

Nach einem guten knappen Jahr, habe ich kürzlich einen Rewatch der kompletten James Bond-Filmreihe beendet, ohne den alten komödiantischen Casino Royale, aber mit Sag’ niemals nie, alle auf Englisch mit deutschen Untertiteln, für noch mehr britisches Flair.

Ich mag die Filme sehr, wobei sie in ihrer Gesamtheit mehr Wohlwollen ernten als es viele der einzelnen Teile verdient hätten. Ein Meisterwerk ist ohnehin nicht darunter.
Ich kann mich einfach für die Sets, Schauplätze, den Stil, die schönen Frauen, den Humor, den Larger-than-Life-Abenteuer-Faktor, die Geschichten und vor allem natürlich auch die großartige Action begeistern. Letzteres kann man gar nicht überbetonen. Die Bond-Filme gehörten jahrzehntelang oft zur absoluten Speerspitze, was im westlichen Action-Kino zu sehen war. Die Stunts sind immer noch komplett irrwitzig und zeigen teils schon damals Dinge, für die etwa Tom Cruise heute gewaltig abgefeiert wird. (was keineswegs Cruise’ Leistung runterspielen soll)

Apropos „Jahrzehnte“: Mit nun schon über 60 Jahren Seriengeschichte sind die Filme inzwischen auch einfach eine wunderbare Zeitreise, sowohl in zeitkultureller als auch filmtechnischer Hinsicht und ich kann da wunderbar drin schwelgen. Das bringt allerdings auch wieder einige Aspekte zum Vorschein, mit denen ich kein Wiedersehen gebraucht hätte, namentlich himmelschreiender Sexismus und gleichsam unwillkommener Rassismus, beides jeweils in sehr unterschiedlicher Qualität und Quantität. Das vergellte mir vor allem in der Connery-Ära so manches Mal das Sehvergnügen, bestimmt aber auch nicht den Großteil der Laufzeit.

Hier mal meine „Kurzeinschätzungen“ zu jedem Teil in chronologischer Reihenfolge:

1. James Bond - 007 jagt Dr. No/Dr. No (1962)

Den hatte ich schon vor etwa drei Jahren oder so nachgeholt. Tolles Flair. James Bond, ikonisch besetzt mit Sean Connery, muss hier auch wirklich mal investigieren und sich clever anstellen. Im Vergleich der Reihe etwas simpel. Der titelgebende Dr. No taucht fast gar nicht auf und wird obendrein von einem Kanadier ohne asiatische Wurzeln gespielt. Insgesamt ein solider Einstieg. Kann man noch gucken.

2. Liebesgrüße aus Moskau/From Russia with Love (1963)

Gilt vielen ja als einer der Besten. Ich hatte den bislang noch nicht gesehen. Und meine Güte, der Film ist mal sexistisch bis zum Abwinken. Sowas hab’ ich noch nicht gesehen. Bond drückt seine Gespielin am Gesicht weg als sie ankommt, um weiter an ihm rumzuspielen, weil er gerade nicht beim Telefonieren gestört werden will. In einem Gypsi-Camp streiten sich zwei Frauen um einen Mann. Und nachdem Bond sich einigen Respekt verdient hat, darf er entscheiden, welche von ihnen den Mann bekommt, indem er offensichtlich mit beiden schläft, worauf die sich natürlich super freuen. Überhaupt schmachten die Frauen hier grundsätzlich die Männer an, egal welches Alter oder Aussehen diese haben. Die zentrale Prämisse liegt darin, dass sich eine russische Agentin in James Bond verlieben soll, was selbstverständlich auch echt passiert. Gevögelt wird nachdem etwa zwei Sätze getauscht wurden. Alles super bizarr und heute nur noch schwer zu schlucken.
Ansonsten ist das ein solider Agenten-Thriller, mit ein, zwei recht beachtenswerten Action-Szenen und immer noch viel Flair.
Wir sind hier aber klar in „Bond ist ein dummes Arschloch“-Territorium, in dem sich - Spoiler - die meisten der Sean Connery-Episoden bewegen werden.

3. Goldfinger (1964)

Ich nehme (fast) alles (temporär!) zurück. Goldfinger gilt als prototypischer Bond-Klassiker und das nicht ohne Grund. Shirley Basseys Intro-Song ist ein certified Banger, der nie getoppt wurde. Connerys Bond ist hier tatsächlich der smarte, charmante, weltgewandte, dennoch hochkompetente Spion, als den man ihn eigentlich in Erinnerung hat, darf aber auch mal Schwäche zeigen und interessiert sich zur Abwechslung für das Schicksal der Frauen um ihn herum.
Pussy Galore hat gleichzeitig den besten und beklopptesten Namen, ist jedoch eine der emanzipierzesten, reifsten und attraktivsten Frauen in der Bond-Historie.
Der Plot des Antagonisten hat zwar Superbösewicht-Ausmaß, ist aber vergleichsweise bodenständig und nachvollziehbar, mal ohne Weltherrschaft, idealbesetzt mit Gert Fröbe.
Dazu eine ikonischer Handlanger in Oddjob, ein ikonisches Auto, tolles Setdesign, superber Soundtrack und elegante Kameraarbeit.
Mein größter Kritikpunkt ist eine Szene gegen Ende, die man eigentlich nur als Vergewaltigungsversuch seitens Bond interpretieren kann. Da sich die Frau jedoch im letzten Moment hingibt, vermutlich weil sie seiner animalischen sexuellen Energie nicht widerstehen kann oder so, hat man das damals wohl wenig beachtet.
Ansonsten ist das hier allerdings ein Top 3 Bond-Event.

4. Feuerball/Thunderball (1965)

Zurück zum Arschloch-Bond. In Thunderball gibt es eine Szene, in der Bond eine Frau zum Sex nötigt, damit er sie nicht verrät, weil sie sonst gefeuert werden würde, für einen Fehler, von dem er jedoch weiß, dass sie ihn nicht begangen hat. Danach behandelt er sie wie Scheiße. Sie ist aber natürlich trotzdem eifersüchtig, wenn er sofort mit einer anderen, jüngeren Frau flirtet.
Ansonsten ist der Film auch kein Highlight. Den tieferen Einblick in Spectre weiß ich zu schätzen. Und mit Luciana Paluzzo als Fiona Volpe kommt eine weibliche Gegenspielerin ins Franchise, die fast selbst was zu melden hat. Aber die Geschichte ist letztlich zu unfokussiert, zufallsgetrieben und langweilig.
Was mich jedoch ziemlich begeistert hat, ist der Unterwassershowdown. Ich hab’ gelesen, dass einige den aus heutiger Sicht etwas lahm finden. Aber ich sehe da nur den gigantischen Aufwand für die damalige Zeit. Außerdem geht unterwasser bei mir immer.
Ich glaube, von diesem Punkt an waren die Bond-Filme verpflichtet stets mit mindestens einem krassen Action-Setpiece pro Film die Standards für das Genre anzuheben, was sie auch immer wieder geschafft haben.

5. Man lebt nur zweimal/You only live twice (1967)

Auch relativ legendär bzw. ikonisch, würde ich sagen. Das liegt vermutlich an der ersten „richtigen“ Interpretation von Blofeld und der Vulkan-Basis der Bösen. Ich meine, das ist schon der geile Scheiß. Die Action muss damals nicht wenige Minds geblowt haben (Hubschrauber-Kampf!), ist allerdings wie auch die Weltraumszenen teils nicht gut gealtert (Hubschrauber-Kampf!). Die finale Schlacht rockt trotzdem gut was weg. Das Japan-Setting ist auch ein persönliches Plus für mich.
Die Geschichte basiert allerdings abermals zu sehr auf Zufällen und leider ist der krasse Sexismus zurück. Mit nicht wenig Genugtuung seitens Bond wird darauf hingewiesen, dass in Japan die Männer an erster Stelle stehen und dann erst die Frauen kommen. Außerdem sind japanische Geheimagentinnen offensichtlich auch Sexarbeiterinnen für die männlichen Agenten. Dazu nimmt Bonds Dauergeilheit fremdschämige, weil geradezu bettelnde Züge an und er wird zu allem Überfluss auch noch zum Asiaten umgeschminkt.
Leider bei erneuter Sichtung überwiegend enttäuschend.

6. Im Geheimdienst ihrer Majestät/On her Majesty’s Secret Service (1969)

Früher verpönt, gilt heute jedoch als insgeheim einer der besten Teile.
Die Einschätzung kann ich in gewissem Maße teilen. Inszenatorisch ist der ziemlich progressiv für die damalige Zeit und distinktiv im Vergleich zu den Vorgängern, gerade was Schnitt und Kameraarbeit angeht. Die Action fand ich, trotz viel sichtbarer Rückprojektion, immer noch extrem beeindruckend.
Im Mittelteil zieht sich der Film etwas, zeigt einige Ansichten über andere Ethnien, die mindestens mal zum Augenrollen animieren und mag seinen traditionellen Sexismus auch nicht ablegwn. Letzterer wird etwas dadurch aufgewogen, dass Diana Rigg eine für’s 60er-Frauenbild halbwegs eigenständige und kompetente Frau spielt, die Bond auch mal rausboxt und überzeugend die Frau für’s Leben spielt.
Und meiner Meinung nach hätte George Lazenby einen weiteren Auftritt als Bond verdient gehabt. Fand ihn eigentlich ganz überzeugend.
Im Geheimdienst ihrer Majestät würde ich jedenfalls empfehlen. Den Mittelteil muss man allerdings durchhalten.

7. Diamentenfieber/Diamonds are Forever (1971)

Sollte mich hier mal ein bisschen kürzer fassen, sonst dauert das ja ewig.
Da passt es gut, dass man über Diamantenfieber nicht viel sagen muss. Komplett überflüssiger Nachklapp mit Sean Connery, der in keiner Weise sonderlich interessant ist. Jane Fon… Ich meine Jill St. John wird erst als unabhängig und tough gezeichnet und rennt am Ende als Dummchen im Bikini rum. Sie ist allerdings auch wirklich ein Hingucker.
Shirley Basseys Intro-Song groovt auch gut. Den Film kann man aber beruhigt skippen.

8. Leben und sterben lassen/Live and let die (1973)

Wir waren in unserer Bond-Viel-Gucker-Familie eigentlich immer Fans von Roger Moore als James Bond und so ist es bei mir auch geblieben. Er ist zu sympathisch. Man kann ihm einfach nicht böse sein.
Leben und sterben lassen ist ein solider Einstand. Ich mag das Szenario voll. Wobei man sicher einen dezenten Rassismus unterstellen kann. Jane Seymour ist krass mein Typ, hat hier aber auch nicht viel zu melden. Und dass sie vom deutlich älteren Bond in die körperliche Liebe eingeführt wird… Da hat jemand mal wieder seine Wunschträume zu Papier gebracht.
Coole Bootsjagd. Alles schon ziemlich over-the-top. Macht Spaß, ist aber kein großer Wurf.

8. Der Mann mit dem Goldenen Colt/The Man with the Golden Gun (1974)

Funkiger Intro-Song. Bleibt im Ohr. Es ist ja ein gerne wiederholtes Motiv, einem Superagenten wie Bond einen gleichwertig befähigten Feind entgegenzusetzen. Der Mann mit dem Goldenen Colt bleibt jedoch weit hinter dem Potenzial seiner coolen Prämisse zurück. Ich mochte die Basis im havarierten Schlachtschiff. Ansonsten ist das hier mal einer der Hauptkandidaten für ein deutlich besseres Remake.

9. Der Spion, der mich liebte/The Spy who loved me (1977)

Ein Highlight der Reihe und klar der beste Teil der Moore-Ära. Verteufelt unterhaltsam von Anfang bis Ende. Technisch grandios. Action und Stunts rocken immer noch. Eines der elegantesten Drehbücher der Reihe. Genau das richtige Maß an Humor und aufregendem Spektakel. Beißer! U-Boot-Auto! Unterwasserbasis! Barbara Bach! Wenn man länger drüber nachdenkt, irgendwie ein Remake von Man lebt nur zweimal. Mag diesen Teil sehr und vergebe ein klare Empfehlung!

10. Moonraker/Mondracker (1979)

Ergibt null Sinn. Macht aber viel Spaß. Durch sein Weltraumthema auch ziemlich ikonisch.

11. In tödlicher Mission/For your Eyes only (1981)

Mehr klassischer, rauer Spionage-Thriller als alle anderen Moore-Bonds und dementsprechend auch (etwas) weniger absurd und humorvoll. Die Verfolfungsjagden per Auto oder Ski bringen immer noch ordentlich Bock. Das Finale ist dafür erstaunlich zurückgenommen und unspektakulär. Dennoch ein sehenswerter Teil.

Zwischenteil: Sag niemals nie/Never say never again (1983)

Aufgrund von Lizenzungereimtheiten im selben Jahr wie Octopussy erschienener nicht-kanonischer Connery-Spät-Bond, der sogar noch überflüssiger ist als Diamantenfieber und noch langweiliger als Feuerball, von dem das hier eine Art Neuverfilmung/Remake ist. Alles auf hohem Niveau öde und wirkt seltsam nach Indiana Jones-Trittbrettfahrer. Am Ende gibt’s 'nen lahmen Shootout in einem Tempel, anstatt atemberaubender Unterwasser-Action.
Das Highlight ist Barbera Carrera. Eine der vergnüglichsten bösen Bondfrauen. Dennoch, kann man sich klemmen.

12. Octopussy (1983)

Tonal ziemlich messy, manchmal schon geradezu eine Bond-Parodie. Aber darunter steckt, meiner Ansicht nach, tatsächlich ein ziemlich guter Plot, ziemlich wild umgesetzt mit Killer-Clowns und total emanzipierten Amazonen, die aber dennoch alle nicht Bonds Charme widerstehen können. Findet man wohl schrecklich-unterhaltsam oder einfach nur schrecklich. Ich gehöre zur ersteren Gruppe. Und Octopussy steht bei mir auch ganz oben auf der Remake-Wunschliste für Bond-Stories.

13. Im Angesicht des Todes/A View to a Kill (1985)

Roger Moores letzter Bond-Auftritt ist gemeinhin auch wenig beliebt. Meiner Meinung nach ist der aber besser als sein Ruf. Zu diesem Zeitpunkt ist man von der Moore-Ära auch schon einiges gewohnt. Durch das US-Setting wirkt der ein wenig wie ein Hollywood-Actionfilm aus der Zeit. Das kann ich jetzt irgendwie nicht so richtig schlimm finden. Grace Jones macht Spaß. Und Christopher Walken ist halt einfach immer ein Vergnügen. Der zieht hier, gerade zum Ende, auch Sachen ab, die sind so hardcore psychopathisch bösartig, dass selbst der Joker anerkennend applaudieren würde.

14. Der Hauch des Todes/The Living Daylights (1987)

Dieser durchdringende, rasende Blick, wenn Timothy Dalton von Schameur- auf Killermodus wechselt… Hammer! Das hier ist ein deutlicher Gegenentwurf zu den tendenziell albernen Moore-Bonds und fügt sich deutlich ins Action-Genre der 80er ein. Wirklich sehenswert und gut gemacht. Das Finale auf dem Flugzeug erinnert so frappierend an die Sequenz in Uncharted 3, dass man wirklich davon ausgehen kann, dass der Film bei Naughty Dog hoch im Kurs stand.

15. Lizenz zum Töten/License to kill (1989)

Vielleicht der am meisten unterschätzte Bond-Film von allen und einer der besten Actionfilme der 80er… und ganz klar auch der brutalste Teil der Reihe. Hier werden Menschen zerhächselt, zum Platzen gebracht, angezündet usw.. Be prepared!
Die eher geerdete Geschichte um einen Drogenkartell-Boss und persönliche Rache für Bond ist eine interessante Abwechslungzu den üblichen Larger-than-Life-Plots.
Ein furchteinflößender Bösewicht, eine ebenso kompetente wie attraktive Bond-Frau und Explosionen zum Niederknien. Klare Empfehlung!

16. Goldeneye (1995)

Der erste Bond-Film, den ich je im Kino gesehen habe und immer noch mein absoluter Favorit. Pierce Brosnan ist für mich bis heute die perfekte Bond-Verkörperung. Ansonsten ist das hier einfach ein rundes, superb gemachtes 90er-Blockbuster-Spektakel mit großartigen Action-Szenen und der richtigen Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor.

17. Der Morgen stirbt nie/Tomorrow never dies (1997)

Den hab’ ich früher ziemlich verschmäht und als mittelmäßig abgestempelt. Aus heutiger Sicht zeigt das erstmal wie verwöhnt wir damals waren. Meine Abneigung lag sicher daran, dass er sich meinem geliebten Hong Kong-Kino so angebiedert hat und dann nicht ansatzweise dessen Güte was Shootouts und Martial Arts-Fratzengeballer angeht erreichen konnte.
Beim jetzigen Rewatch hab’ ich den aber ganz schön gefeiert. Die Story und der Bösewicht sind keine Highlights. Aber ansonsten ist das hier 90er-Action-Blockbuster-Bombast vom Feinsten. Ein Setpiece ist geiler als das nächste. Michelle Yeoh ist auf jeden Fall eine der Top 3 fähigsten, emanzipiertesten und schönsten Bond-Frauen. Macht einfach alles richtig Spaß.

18. Die Welt ist nicht genug/The World is not enough (1999)

Ein zweischneidiges Schwert. Eigentlich hat TWine einen recht guten Plot, mit einigen interessanten psychologischen Implikationen für Bond und seine Gegenspieler. So richtig rund will das aber nicht werden. Robert Carlyle hat mich hier nie überzeugt. Er wirkt eher wie ein Türsteher. Die arme Denise Richards muss furchtbare Expositionen rausbrüllen und wird eher wie ein Gadget behandelt als wie ein richtiger Charakter. Die Action wirkt mitunter irgendwie so angestemmt originell und damit hölzern. (fliegende Schneemobile) Und manchmal kommt Bond nur durch absolut haarsträubende Zufälle in seiner Mission weiter. Dennoch gut gepacet und unterhaltsam. Und Sophie Marceau ist schlichtweg eine der schönsten Frauen, die je auf Erden wandelten und gibt auch noch eine der tiefgründigsten Figuren in einem Bond-Film.

19. Stirb an einem anderen Tag/Die another Day (2002)

Als ich den seinerzeit im Kino gesehen habe, fand ich den ganz schön spaßig - Edeltrash, der wie ein großes, filmgewordenes Videospiel rüberkam. Und wenn überhaupt mal ein Bond-Film zu seiner Zeit die perfekte Blaupause für ein Videospiel bot, dann ist es der hier.
Aber ganz ehrlich: Der is’ einfach nur richtig scheiße. Fängt schon echt wild an, was seine Behauptungen angeht - 50er-Science-Fiction-B-Movie-Quatsch-wild! In der zweiten Hälfte ergibt absolut nichts mehr irgendeinen Sinn. Dazu sah der schon damals mies aus und ist dahingehend nicht besser geworden. Passend, dass auch noch Madonnas Titelsong kaum zu ertragen ist. Müll!

20. Casino Royale (2006)

Martin Campbell ist zurück, um uns ein härteres, schnörkeloseres Bond-Reboot, im Stil der rauen geerdeten Bourne-Filme zu geben, die ich ebenfalls sehr liebe und schuf einmal mehr einen der besten Teile der Reihe. Ich bin allerdings nicht auf dem „Bester Bond-Film aller Zeiten“-Zug wie viele andere. Fühlte sich für mich tatsächlich nicht mehr so nach Bond an, weil die Eleganz und das Weltmännische in der Figur und auch visuell fehlen. Außerdem kann ich bis heute die Liebesgeschichte nicht richtig nachfühlen. Führt auch zu einigen Längen im letzten Drittel. Mads Mikkelsen ist aber über jeden Zweifel erhaben. Und ganz für sich genommen, ist Casino Royale einfach ein hervorragender Action-Thriller.

21. Ein Quantum Trost/Quantum of Solace (2008)

Finde ich wiederum wohl besser als der Durchschnitt. Stilistisch und tonal konsequent von Casino Royale weitergeführt. Die Geschichte fußt allerdings auf vielen glücklichen Zufällen und der Bösewicht ist schwach. Wenn man versucht das absurde Schnittgewitter zu dechiffrieren, merkt man, dass die Action-Szenen eigentlich großartig inszeniert sind. Und, Mann, Olga Kurylenko ist einfach zu 1000% mein Typ. Da bin ich dann auch nicht mehr so richtig zurechnungsfähig. Dennoch, back-to-back mit dem Vorgänger funktioniert der besser als sein Ruf vermuten lassen würde.

22. Skyfall (2012)

Sooo, der erfolgreichste Bond-Film aller Zeiten… ist meiner Meinung nach brutal überschätzt. Das ist so ein Film, wo ich das Gefühl habe, die Menschen gaslighten sich kollektiv in einen Irrglauben, sie würden etwas mehr mögen als sie es eigentlich tun.

Ich kann den Hype praktisch nicht nachvollziehen. Aus irgendeinem Grund ist man hier schon wieder zurückgerudert auf den Stil alter Bond-Filme, bis hin zu Humor auf dem Niveau der Moore-Ära und natürlich völlig inkohärentem Fan-Service für ganz Anspruchslose, weil das seit den 2010ern wohl leider sein muss. Craig wird bereits in seinem dritten Bond-Film als zu alt klassifiziert. Das mag für echte Agenten zutreffen. Innerhalb des Film-Kosmosses ist das aber eine seltsame Entscheidung, die umso unpassender wirkt, wenn man bedenkt, dass noch zwei Teile mit ihm folgen.
Funfact: Daniel Craig ist hier immer noch zwei Jahre jünger als Roger Moore bei dessem ersten (!) Auftritt als Bond. Und der hat die meisten Teile gemacht.
Javier Badem ist ein Gimmick-Bösewicht, der auf mich null bedrohlich und pseudo-überlegen wirkt. Dass er alles - sogar komplette Zufälle - mit einer Nerd-Armee vorausplanen kann, ist auch wieder lazy Writing.
Skyfall hat teils mega schöne Kameraarbeit. Die visuelle Pracht wird leider immer wieder durch bestenfalls durchschnittliche CG-Effekte und schreckliche Greenscreen-Aufnahmen runtergezogen.
Doch das Schlimmste ist: Sam Mendes ist einfach ein beschissener Action-Regisseur. Es dauert etwa fünf Minuten bis zur ersten Verfolgungsjagd, bei der ich wirklich mit einem Schlag gemerkt habe „Moment, warum ist das denn so langweilig.“ Irgendwie schafft es Mendes das alles so furchtbar dröge wirken zu lassen. Oder es ist der Schnitt. Die Szene mit dem Kran auf dem Zug ist… Ich meine, was zur Hölle? Bond steigt da ein und dreht sich mit der engen, nicht kugelsicheren Führerkabine langsam zu seinem Gegner, um sich anschießen zu lassen. Dieser wartet danach bis Bond mit besagtem Kran langsam in seine Richtung fährt und guckt doof, was da wohl vor sich geht. Das hat in etwa so viel Unmittelbarkeit und Dynamik wie wenn zwei ein Loch graben wollen, aber nur einen Spaten haben. Wer denkt sich sowas aus?

Skyfall ist kein Totalschaden, aber für mich ein echt frustrierendes Erlebnis. Und ich frage mich ernsthaft, warum ausgerechnet dieser Teil so viel Liebe abbekommt? Die Duschszene ist in ihrer Frauenbehandlung sogar zurück in der Connery-Bond-Ära. Scheint aber die Wenigsten zu jucken.

23. Spectre (2015)

Weiter mit den Scheißmeinungen: Spectre ist besser als Skyfall.

Schocker! Fairerweise muss man sagen, dass ohne die Vorarbeit was Erwartungsregulation angeht, Spectre auf mich sicher auch schlimmer gewirkt hätte. Die erzwungene, nicht ansatzweise verdiente Darstellung, dass die Geschehnisse der vorhergehenden drei Teile alle durch den Bösewicht hier orchestriert worden sein sollen, um auf den Cinematic Universe-Trend der Marvel-Filme aufzuspringen, ist so dumm wie zynisch. Das hätte vielleicht noch funktioniert, hätte man die Richtung beibehalten die Casino Royale und Ein Quantum Trost vorgegeben haben. Dazu ein plumper Fan-Service-Reveal des Oberfieslings.
Visuell ist der Film nun allerdings durchgehend klasse. Die Action ist teils deutlich besser und sorgt manchmal sogar für erhöhten Puls.
Für mich hat aber vor allem die Beziehung zwischen Lea Seidoux’ Madeleine und Craigs Bond gut funktioniert. Meiner Meinung nach besser als bei ihm und Eva Greens Vesper aus Casino Royale.
Na ja, der Film hat deutliche Schwächen und ist insgesamt auch kein großer Wurf. Aber auch bei diesem Rewatch hab’ ich den einfach lieber gesehen als Skyfall.

24. Keine Zeit zu sterben/No Time to die (2021)

Für mich ein gelungener Abschluss der Craig-Ära. Inszenatorisch in jeder Hinsicht hochklassig. Erzählerisch etwas messy. Bei Nanobots als Erklärung für irgendwas in einer Geschichte, die nicht Science-Fiction ist, bin ich schnell raus. Rami Malek hat als Bösewicht auch nur so halb funktioniert. Dafür ist Ana de Armas’ Auftritt großartig. Und ansonsten rockt der Film auch ganz ordentlich, mit Bond im veritablen Stirb langsam-Modus im Finale.
An dieser Stelle muss ich nochmal sagen, was für ein großartiger Schauspieler Daniel Craig ist. Egal was ihm in diesem wirklich sehr wechselhaften und inkonsistenten Film-Quintett abverlangt wurde, er hat das immer überzeugend umgesetzt.

Wenn ich am Ende zusammengefasst Empfehlungen ausgeben soll, wären das zufällig mit jedem der fünf Bond-Darsteller auch jeweils ein Film.

• Goldfinger
• Im Geheimdienst ihrer Majestät
• Der Spion, der mich liebte
• Lizenz zum Töten
• Goldeneye
• Casino Royale

Ansonsten noch

• Der Morgen stirbt nie
• Der Hauch des Todes
• Dr. No
• Keine Zeit zu sterben

Danke an alle, die bis hierhin gelesen haben. :sweat_smile:

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Deine Auswahl deckt sich mit meinen Lieblings-Bonds. Lazenby und Dalton bräuchte es für mich privat zwar nicht unbedingt, aber Deine beiden Tipps dazu sind auf jeden Fall für einen Gesamtüberblick über das Franchise die perfekten und besten Empfehlungen. Bei mir teilen sich Goldeneye und Casino Royale den ersten Platz, dann Goldfinger, dann Der Spion, der mich liebte. Oder Goldfinger mit den anderen beiden auf Platz 1 und dahinter Curd Jürgens. Jedenfalls drei Bonds mit deutschen Schauspielern in markanten Bösewicht-Rollen. Und natürlich einmal mit Beißer.

Goldeneye war auch mein erster Bond im Kino, allerdings kannte ich viele Connery- und Moore-Bonds schon davor. Zwischenzeitlich hab ich alle gesehen. Von Octopussy hat sich die Eröffnung mit dem Clown und dem Fabergé-Ei für immer eingebrannt und seit dem ich die Story von Franz Reichelt kenne, sehe ich Grace Jones’ Fallschirmsprung vom Eifelturm mit ganz anderen Augen. Was auch vielfach herausragend war, waren die Titelsongs. Klar, Shirley Bassey steht über allen, Goldfinger ist die Blaupause für alle danach. Aber nicht weniger schlecht schneiden imho Tina Turner und Adele ab, ich bin zudem ein großer Fan der Songs von a-ha, Garbage, Madonna und Chris Cornell. Billie Eilish hat ihre Sache ebenfalls ganz gut gemacht, das ist aber auch schon alles, was ich am letzten Craig-Bond mag.

Casino Royale ist imho tatsächlich der einzig gute Bond aus der Craig-Ära. Der transformierte Bond in die Post-Bourne-Ära, hatte mit Eva Green eine starke weibliche Rolle und eine wirklich gute Action-Komponente. Alles danach war wenig inspiriert. Skyfall wäre ohne Adeles Titelsong und den Tod von Judi Denchs M imho wenig eindrücklich. Spectre fand ich langweilig. Keine Zeit zu sterben machte für mich einfach keinen Sinn, die Rolle und Bedeutung von Lea Seydoux ist mehr herbeigeschrieben als erspielt und der Film versucht eine selbst für Bond lahme Handlung durch Zitate aufzuwerten, u. a. an IHMSS (Lazenby).

Das Bond-Girl bzw. die Bond-Ehefrau von Lazenby kennen die meisten vermutlich nur noch als deutlich gealterte Queen of Thornes Olenna Tyrell aus Game of Thrones. Aber schon damals eine profilierte Schauspielerin (Diana Rigg) und imho nicht grundlos die lange Zeit herausragendste weibliche Rolle im Bond-Universum (abseits von Ursula Andress’ Bikini-Showcase).

Auch zu Pierce Brosnan muss ich schweren Herzens sagen, dass Goldeneye der beste und vermutlich einzig sehr gute war. Ich hab zwar ebenfalls eine Schwäche für The World Is Not Enough, aber der wird so durch „Christmas kommt nur einmal im Jahr“ und einen blassen Bösewicht konterkariert… Und der Nord-Korea-Abstecher war ja wirklich kaum noch ernst zu nehmen und hart an der Grenze zum SciFi-Comic. Tomorrow Never Dies ist dann tatsächlich der einzige, dem man noch ein „gut“ geben kann.

Unterm Strich muss man vermutlich festhalten, dass Connery und Moore neben einem herausragende Film insgesamt die solidestem durchgängigen Leistungen abgeliefert haben. Dalton mag man oder nicht, bei insg. zwei Filmen kann man halt nur schwerlich von einer Reihe reden.

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Schöne Aufstellung; da steckt viel Mühe drin! :+1:

Meine Top 5 sind die hier:

  • Casino Royale
  • The Living Daylights
  • Licence to Kill
  • GoldenEye
  • Goldfinger

Roger Moore kommt mit For your Eyes only erst auf der 6 und Mr. Lazenby auf der 11… :grinning_face:

Für Alle, die nun selbst mal evaluieren wollen, welcher James Bond Film am besten ist. Hier eine 1vs.1 Survey, bis man am Ende eine vollständige Liste hat: James Bond Films - Quiz

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Mit etwas Verspätung hier nun mein wöchentlicher Kinobesuch:

Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke.

Verfilmung des gleichnamigen autobiografischen Romans von Joachim Meyerhoff.

Komödie die nicht oberflächlich bleibt, sondern auch das Erwachsenwerden, das Altern und den Verlust thematisiert. Tolle Schauspieler (Senta Berger :smiling_face_with_three_hearts: ) gewürzt mit einer gehörigen Portion Sarkasmus. Eigentlich genau das was ich mag. Bin trotzdem nicht ganz warm geworden mit dem Film. Kann aber nicht benennen woran das lieg. Deshalb lieber alle Romane lesen, wer dafür keine Zeit hat kann den Film (bzw. die Filme gibt noch eine Romanverfilmung: “Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war.”) aber guten Gewissens sehen.

Von mir 5 von 10 Sternderl

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den habe ich hier auch im November in Kulturkino meines Vertrauens in der Premiere gesehen, mit anschließendem live Q&A mit Richard Linklater und Zoey Deutch. Film war charmant, hat mir gefallen. Godard’s Film könnte man auch mal wieder schauen.

Mega-Beitrag, hätte seinen eigenen Thread verdient!

Interessante Beobachtung. Nie darüber nachgedachte, aber stimmt - gibt keinen Bond, bei dem ich uneingeschränkt sagen würde: Den muss man gesehen haben. Am ehesten kommen für mich Liebesgrüße aus Moskau (als klassischer Agententhriller) und Casino Royale (als moderner Actionfilm) infrage, aber herausragend sind selbst die eher nicht.

Mein letzter Rewatch ist schon ein paar Jahre her, deshalb das Folgende nur grob aus der Erinnerung heraus:

  1. Dr. No: Ist vor allem deshalb interessant, weil er am noch am stärksten den Büchern entspricht. Fleming gefiel wohl nicht, dass Bond in den Filmen zu viel Charme und Charakter hatte, weil er selbst ihn als “blunt instrument” betrachtete, und diese Ungeschliffenheit schimmert bei Dr. No noch am stärksten durch. Solider Film, aber recht freudlos.

  2. From Russia with Love: Teile deine Einschätzung. In vielerlei Hinsicht problematisch, rein als Agentenfilm betrachtet für mich aber der stärkste, noch ohne die späteren Albernheiten.

  3. Goldfinger: Ist, wie Du schon sagst, das Template für nahezu alle weiteren Bonds bis Casino Royale, mir war er aber immer ein bisschen zu abstrus. Fröbe spielt die Rolle schon gut - auch in Anbetracht dessen, dass er offenbar kaum Englisch sprach bzw. verstand, aber Goldfinger an sich, sein Plan, Pussy Galore, Fort Knox … das hat mehr was von Batman vs. Joker oder so.

  4. Thunderball: Kann man meines Erachtens getrost überspringen. Die Tauchkämpfe sind unerträglich lahm, man erkennt die Hälfte der Zeit nicht mal, wer wer ist - und imo ist das auch der erste Film, in dem Connery schon spürbar die Lust verliert.

  5. You Only Live Twice: Eigentlich gilt Roger Moore als derjenige, der Bond “zu albern” gemacht hat - aber das kann man eigentlich nur behaupten, wenn man diesen Film hier nicht gesehen hat. Bond im Trainingscamp und dann als “Asiat” ist an Blödheit ja kaum zu überbieten. Trotzdem - oder deshalb? - recht unterhaltsam, aber auch ein klarer Einschnitt.

  6. OHMSS: Ist der einzige Film der Reihe, bei dem ich gefühlt jedes Mal, wenn ich ihn schaue, meine Meinung ändere. Hat halt einige sehr seltsame Elemente, die für mich nicht so recht zu Bond passen, etliche Szenen sehen auch für damalige Verhältnisse echt übel aus, Lazenby tritt - auch wenn ich kein großer Connery-Fan bin - in zu große Fußstapfen … zugleich ist der Film aber (im positiven Sinne) mehr 60er-Jahre als all die anderen Bonds, Diane Rigg ist super und die Story an sich funktioniert schon ordentlich. Hätte diesen Film gerne mit Roger Moore gesehen. Wahrscheinlich in ein paar Jahren dann.

  7. Diamonds are Forever: Für mich übler Trash, ähnlich Thunderball, und die Darstellung der beiden Gegenspieler wirkt heute auch arg unangenehm.

  8. Live and Let Die: Teile deine Einschätzung gänzlich. Film ist in Teilen sicher fragwürdig, aber Moore funktioniert hier super und das Szenario ist spannend, sticht hervor.

  9. The Man with the Golden Gun: Der Mann mit den drei Brustwarzen! Ist schon ein bisschen albern, aber die Kulisse echt nett - als ich vor 15 Jahren mal in Südostasien war, hab ich so ‘ne Touri-Tour zu “James Bond Island” gemacht und fand die Gegend schon recht beeindruckend. Ist meines Wissens der einzige Film, in dem Bond nur einen einzigen Gegner umbringt, dafür kommt er ansonsten trotz Moores Charme ziemlich assi rüber. Nicht zuletzt gegenüber Goodnight, die auch als arges Dulli geschrieben ist.

  10. The Spy Who Loved Me: Jepp, ist sehr gut. Wahrscheinlich sogar mein Lieblingsbond bis hierhin.

  11. Moonraker: Gilt, glaube ich, gemeinhin als der Bond, an dem die Reihe zu dämlich wurde und, ja, es wirkt in Teilen fast schon wie eine Parodie, aber … ich mag’s? Das Finale ist unvergesslich, der Bösewicht gut gespielt - und dass ausgerechnet Beißer hier eine Entwicklung durchleben darf, finde ich schon recht stark und schön.

  12. For Your Eyes Only: Für mich einer der besten. Nimmt sich, wie Du schreibst, etwas zurück, bietet aber immer noch genügend Schauwerte und prägnante Szenen. Das Finale mit dem Kloster finde ich sogar ziemlich spektakulär und die Auflösung, in der Bond das ATAC vom Berg schmeißt und der Russe verständnisvoll lacht, eigentlich sehr sympathisch/versöhnlich. Milos ist auch ein ganz netter Sidekick und Melina ausnahmsweise mal eine weibliche Figur mit klarer Motivation.

  13. Octopussy: Fand den immer sehr unterhaltsam, hat einige coole Elemente - das Fabergé-Ei, der Clown, der Zirkus, der Zug, Q angelnd im Boot. Aber kann verstehen, wenn einem das zu viel Blödelei ist.

  14. A View to a Kill: Finde ich nicht so schlecht wie seinen Ruf, aber leidet unter anderem darunter, dass Roger Moore hier schon leicht gebrechlich wirkt, gleichzeitig aber mit ‘ner 20-jährigen oder so im Bett liegt. Kann die “How Did This Get Made”-Folge (mit Gast Matt Gourley, lange bevor er Conans Host war) dazu sehr empfehlen. Aus der hab ich auch das recht amüsante Fazit zu Zorins Motivaton aus einem Review von Rogert Ebert: „Walken’s plan is to corner the market on computer chips by destroying all the computer firms in California’s Silicon Valley. Unfortunately, he has overlooked one basic fact: the computer manufacturers in Silicon Valley are the purchasers of computer chips, which they put into their computers. They are not the manufacturers, who are basically in Japan. He isn’t killing the competition; he’s killing his own customers. A real Bond villain wouldn’t make a mistake like that.“"

  15. The Living Daylights: Zustimmung, guter Film. Hätte gerne mehr mit Dalton in diesem Stil gesehen.

  16. License to Kill: Die Prämisse finde ich interessant, passt für mich aber besser in die Craig-Ära bzw. wird vielleicht sogar ein Stück weit von dieser aufgegriffen. Das Miami-Vice-Flair fühlt sich ein bisschen fehlgeleitet an, und dass Felix in der Reihe bis hierhin von fünf verschiedenen Schauspielern oder so verkörpert wurde, hilft auch nicht gerade. Als Actionfilm okay, als Bondfilm nicht so meins.

  17. Goldeneye: War nie ein Brosnan-Fan, aber hier funktioniert er gut. Vielleicht auch, weil der Film doch noch einmal auf den Kalten Krieg zurückgreift und das Cast im Allgemeinen ziemlich stark ist.

    Zu den übrigen Brosnan-Bonds hab ich, ehrlich gesagt, nicht viel zu schreiben - fand einen unerträglicher als den anderen: Tomorrow Never Dies hab ich als ersten Film in Erinnerung, in dem Bond ständig stillos mit ‘ner Maschinenpistole rumballert, TWINE ist dann, glaube ich, der, wo er mit einem Panzer durchs Pappmasché-Haus fährt, und bei Die Another Day bekomm ich schon beim Titelsong Ausschlag. War echt froh, als die Brosnan-Zeit vorbei war.

  18. Casino Royale: Man kann sicher über die ein oder andere Entscheidung diskutieren - etwa, hier eine Art Origin-Story zu erzählen, M aber weiterhin von Judi Dench spielen zu lassen -, aber alles in allem ist das für mich der beste Film der Reihe, wenn auch wahrscheinlich nicht der beste Bond, wenn das Sinn ergibt.

  19. QoS: Ist okay, war halt leider ein Opfer des Writers Strikes und wirkt dadurch unfertig. Aber gibt bessere, gibt schlechtere.

  20. Skyfall: Für mich wahrscheinlich sogar noch vor Goldeneye der zweitbeste Bond der modernen (sprich: post cold war) Ära und ein perfekter Abschluss für die Reihe. Blöderweise kamen dann noch zwei Teile.

  21. Spectre: Furchtbar. Blofeld ist so eine Enttäuschung, die ganze Adoptivbruder-Story soooo doof, die “Gags” zünden null, die entscheidende Szene, in der Bond sich diesem Serum oder was das war, entzieht, hab ich nie gecheckt. Dass Waltz sich für die Rolle nicht einmal ‘ne Glatze rasieren konnte, war auch lame. Furchtbar.

  22. No Time to Die: Bisher nur einmal gesehen und kann mich lediglich daran erinnern, dass ich Rami Malek als Bösewicht blass fand und das Ende noch konstruierter wirkte als sonst. Ana de Armas war der einzige Lichtblick; die hätte gerne übernehmen dürfen.

Wenn ich fünf empfehlen müsste, wären das vermutlich:

  • From Russia with Love
  • The Spy Who Loved Me
  • For Your Eyes Only
  • Goldeneye
  • Casino Royale

Wenn ich von fünf abraten müsste:

  • Thunderball
  • Diamonds Are Forever
  • Das bekloppte Remake
  • Die Another Day
  • Spectre
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auch hier nur eben quergelesen weil eigentlich schon Schlafenszeit, aber eines ist mir grad ins Auge gesprungen- Matt Gourley. Hab vor über 10 Jahren seinen damaligen Podcast I Was There Too geliebt- Empfehlung, falls noch nicht bekannt (sofern die Folgen noch frei verfügbar sind)

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Das dürfte Goldeneye gewesen sein, die Verfolgung von General Ourumov durch Moskau. :grin:

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Tatsache, hatte ich völlig falsch in Erinnerung - TWINE ist ja der Quatsch mit der Pipeline, Denise Richards als Nukularwissenschaftlerin und dieser komischen Folterszene zum Schluss.

Bei den Brosnan-Bonds war ich ab Tomorrow Never Dies echt raus; die suchten nach dem Ende des Kalten Krieges händeringend nach Gegnern. Und nach Plot im Allgemeinen. Kann ich mir auch “ironisch” (noch?) nicht gut angucken.

“Same Sun”

Wiebke Lühmanns Radreise über 20.000 km von Freiburg bis Kapstadt. Ein äußerst großartiger Film und sehr inspirierend.

Jetzt will ich noch mehr radeln und marschieren.

War Premiere in Regensburg hier, mit der Wiebke höchst selbst im Filmgespräch. Sehr gute Begegnung, toller Mensch, tolle Frau.

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Das erinnert mich an einen wunderschönen Film über das Einmal-Um-Erde-Radfahren von Lael:

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Das kann man eigentlich so stehen lassen. :slightly_smiling_face:

Octopussy wird bei aller (berechtigter) Kritik aber gerne als Beispiel dafür herangezogen, dass Roger Moore nicht nur den lustig-charmanten Spitzbuben spielen konnte - in der Szene, in der General Orlov seinen Plan enthüllt, sieht man auch mal eine ernsthafte Seite. Die konnte man zuvor in Spion auch einmal kurz aufblitzen sehen, als er das Gespräch mit Anya abwürgt, als es um Tracy geht.

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Ich habe mir das Ende des (echt mäßigen) Films durch eine vielleicht fragwürdige, aber unterhaltsame Theorie interessanter gemacht: In der berüchtigten Folterszene schafft Blofeld es tatsächlich, Bonds Hirn ernsthaft zu beschädigen, und der Rest des Films ist eine wahnsinnige Halluzination.

Unmittelbar nachdem die Nadel sein Gehirn trifft - aber scheinbar völlig ohne Effekt! - dreht der Film seine Unsinnigkeit extrem auf. Vor allem aber wird er zu einer regelrechten “Power Fantasy”, in der er aus einer hoffnungslosen Lage binnen kürzester Zeit die absolute Überhand gewinnt.

Die Armbanduhr, die laut Q dieses Mal tatsächlich doch nur eine Uhr sein sollte (“it tells time”), ist ganz plötzlich doch eine Bombe. Bond benutzt die kleine Explosion ganz gezielt um sich ohne Mühe und ohne Verletzung von seinen massiven Fesseln zu befreien, schlägt Blofeld einfach so zu Boden, läuft ohne Deckung über ein offenes Feld, erschießt dabei problemlos aus der Hüfte eine ganze Schar von Handlangern (es wirkt übertrieben lächerlich), schießt nebenbei gezielt auf eine Gasleitung (oder was anderes?), und das daraus resultierende Feuer lässt in einer direkt komödiantisch wirkenden Explosion den ganzen Komplex hochgehen. Danach passieren noch ein paar andere wahnwitzige Dinge.

Das ganze wirkt irgendwie “off”. Alles, was von dem Zeitpunkt an passiert ist irgendwie viel abgedrehter als der Film davor war, aber es spielt sich irgendwie auch als eine Art Parodie von dem was man mit James-Bond-Filmen verbindet ab.

Und irgendwie hat es mich doch auch an Brazil erinnert, wo genau das ja zweifelsohne passiert ist.

Kann natürlich totaler Schwachsinn sein, aber achte beim erneuten Schauen vielleicht mal drauf: https://youtu.be/DlH98ZL3Gzo Selbst wenn es mit der Intention der Autoren nix zu tun haben sollte, der “Genuss” dieses seichten Films wird durch im Gegensatz zur geradlinigen Leseart allemal aufgewertet. (Und ich hab jetzt gerade doch mal gegooglet, sind natürlich schon andere darauf gekommen: https://ew.com/article/2015/11/10/spectre-ending/)

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Interessante Theorie und danke für den Artikel:

“It is silly that James Bond was a childhood friend-brother to Franz Oberhauser a.k.a. Blofeld, and it’s silly that Oberhauser killed his father and faked his own death and changed his name to Blofeld and became the most evil man alive. Nothing that happens in Spectre holds up to even minor logical scrutiny. (Bond sets off on his mission because M leaves him a video with, basically, this instruction: „Kill this random guy and go to his funeral.“) The logic stuff wouldn’t matter in a lighthearted movie, but Spectre keeps filtering in psychodrama and Snowden-era paranoia. It’s like watching an episode of DuckTales about the financial crisis.:rofl: :rofl: :rofl:

“Instead, Oberhauser puts Bond into a brain drill. He tells Bond that his new name is Blofeld—something that doesn’t matter at all to anyone—and then he starts drilling.”

So wahr.

Als Sony Pictures gehackt wurde, war wohl auch ein alter Draft des Spectre-Drehbuchs dabei, der mit einer aufwendigen Sequenz begann, in der Bond gleich zu Beginn den Namen von Blofeld dechiffriert, was potentiell deutlich interessanter klingt, als dieser superlame Reveal, der letzten Endes im Kontext dieser Geschichte überhaupt nichts bedeutet. Das Script selbst ist aber leider nie geleaked, soweit ich weiß. Kleiner Überblick hier: Looking through John Logan’s script for „Spectre“.

(Ich glaube auch weiterhin an die These, dass Rami Malek in einer früheren Version von No Time To Die mal Dr. No spielen sollte, was ein schöner Brückenschlag und Abschluss hätte sein können. Aber nachdem sie Blofeld schon verhauen haben, war’s vielleicht besser so.)

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Ich würde Spectre jetzt bestimmt nicht krass verteidigen. Und ja, der letzte Akt ist ziemlich trashig.
Doch, wie gesagt, in der Bond-Historie gibt’s erzählerisch einige wilde Teile. Da sticht der jetzt nicht besonders heraus. Wir haben heute vielleicht einfach nur höhere Ansprüche… Hahaha! Ja, als ob…

Und mir will leider immer noch nicht klar werden, warum auf Spectre so eingehauen wird, während Skyfall gefühlt alle für das qualitative Gegenteil halten, als würde der nicht mit aufgesetztem Vollidioten-Fanservice, öder Action, tonaler Inkonsistenz und einem weniger schwachsinnigem Skript arbeiten. Vielleicht kann mir das mal jemand versuchen zu erklären.

Aber diese Dr. No-Theorie kannte ich noch gar nicht. Wäre eigentlich ganz cool gewesen. Dementsprechend wird „Dr. No Time to die“ auch fortan der Canon-Titel in meinem Kopf sein. :grin:

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Skyfall ist auch nicht so dolle, da sind wir einer Meinung. Spectre fällt nur gefühlt nochmal stärker ab, weil a) Blofeld wie der 08/15-Bondgegner rüberkommt, der er eigentlich nicht sein sollte und b) das schauspielerische Potential von Christoph Waltz komplett ungenutzt bleibt. Du hörst den Namen Christoph Waltz, denkst an Hans Landa und Dr. King Schultz, malst Dir aus, was das für ein Antiheld werden könnte… und dann bekommst Du diesen Blofeld. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mal mehr erinnern, was genau die Bedrohung durch Blofeld war. Ich weiß nur, dass Moriarty im MI:6 war, Blofeld Bond die Eier weglasern wollte und er am Ende mit halben Gesicht auf der London Bridge liegen geblieben ist und es mich null tangiert hat.

So gesehen ist Skyfall auch der zweitbeste Bond von Craig. Aber eher, weil der Rest schlechter war. Und es lag am wenigsten an Daniel Craig.

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