Habe gestern mal die Rache der Sith geschaut und mir wird wieder bewusst, wie schlecht der Film geschrieben und gealtert ist. Für mich ist Andor Season 1, Season 2 im Verbund mit Rouge One die eigentliche Prequel-Trilogie. Gilroy hat mit seiner Geschichte über eigentlich Nebenfiguren für Star Wars getan, was Miller in den 80ern mit Daredevil für Marvel Comics getan hat.
Bin inzwischen mit Andor fertig und kann die Serie nicht genug loben. Als eben der Abspann lief, war ich richtig traurig, dass ich nicht mehr davon bekomme – außer natürlich in Rogue One. Den ich mir ich den nächsten Tagen auch anschauen werde. Fazit: Wer Star Wars mag, muss Andor schauen.
Hab mir gestern Lords of Chaos angeschaut, der die Geschichte rund um die Black Metal Band Mayhem und Varg Vikernes aufarbeitet. Soweit ich das sagen kann, wird das ganze recht authentisch dargestellt und auch die Mord- und sonstigen Gewaltszenen werden relativ drastisch dargestellt, die FSK 18-Freigabe hat er jedenfalls zurecht. In Reviews wird teilweise bemängelt, dass die Figuren und die Black Metal-Szene zu klischeehaft dargestellt werden, aber die die Leute WAREN einfach die Prototypen des Genres - das wäre genau so, als wenn man sagt, Herr der Ringe ist absolutes Fantasy-Klischee. Ist es nach heutigen Maßstäben natürlich auch, aber von da kommt es halt alles.
Die Schauspieler machen ihren Job recht solide bis sehr gut, in der Hauptrolle des Mayhem-Gründers Euronymous ist Rory Culkin, einer der Brüder von Kevin allein zu Haus-Star Macaulay Culkin, zu sehen, als ein Nebencharakter Wilson Gonzalez Ochsenknecht. In wie fern der Schauspieler zu Varg Vikernes passt, kann ich eher schlecht beurteilen, da ich ihn eher aus seiner post-Mayhem-Zeit mit kurzen Haaren und Bart kenne, die eher schüchterne, aber zunehmend ideologisch radikale Einstellung etc. scheint aber zu dem zu passen, was ich so kenne.
Etwas schade ist, dass der Film mit dem Mord an Euronymous endet, was danach noch mit Varg so alles los war, wäre durchaus noch sehenswert gewesen, aber der Film will sich wohl in erster Linie mit der Band Mayhem selbst und deren Hochphase beschäftigen
Mittlerweile gibt es Hundreds of Beavers auch als Video on Demand (Apple TV, Prime, YouTube etc.)
Den Film habe ich heute Abend zufälligerweise gesehen weil er bei der letzten 0,99€ Aktion bei Amazon Prime dabei.
Absolut irre und wirr, aber er gefiel mir richtig gut.
Oppenheimer
Ein anstrengendes Meisterwerk, das sich auf einige Facetten des Manhattan Projects und Robert Oppenheimers fokussiert und diese eindrucksvoll beleuchtet. Der Film springt gekonnt zwischen den Jahrzehnten und spaltet und fusioniert dabei die Szenen des Films. Mit drei Stunden ist er mir aber vielleicht etwas lang.
War of the Worlds (2025)
Unfassbarer Schund! Es ist ja noch ganz nett, dass Ice Cube die Invasion per Social Media und Überwachungskameras verfolgt. Auch könnte man bestimmt etwas aus der Idee machen, dass die Aliens diesmal unsere Daten ernten. Aber das ist bis auf Iman Benson, die Ice Cubes Tochter spielt, furchtbar geschauspielert, die CGI ist grauenhaft, und die Handlung ist ein Wirrwarr aus Deep State Verschwörungstheorie und Alieninvasion. Zum Schluss hat dann auch noch Abschaum wie Joe Rogan und Tucker Carlson einen Kurzauftritt in Form eines Tweets. ![]()
Insgesamt kann der Film zwar nicht mit den großen Klassikern des Stoffs – der Verfilmung von 1953 und dem Spielberg-Film aus dem Jahr 2005 – mithalten. Aber er macht Spaß. Das liegt einerseits an dem spannenden Ansatz, eine Invasion, wie man sie filmisch schon oft gesehen hat, aus der Perspektive zu zeigen, wie sie ganz normale Menschen wahrnehmen würden: anhand der wenigen Informationen, die sich über soziale Medien und ähnliches erhaschen lassen, bis auch das schließlich nicht mehr geht.
Aber die einhellige Meinung tendiert offenbar zu Schund ![]()
Was mich nicht übermäßig verwundert. Filme mit Ice Cube als leading actor umgehe ich grundsätzlich, denn mir ist noch keiner begegnet, den ich gut fand. Im Ensemble kann er funktionieren, aber allein für mich zumindest nicht.
Hab mir auf WOW endlich Nosferatu von Robert Eggers anschauen können. Hinterlässt mich zwiespältig. Während seine vorherigen Filme zumindest mal originäre Stoffe waren, ist es hier halt der altbekannte Dracula-Stoff, den er zwar in schöne atmosphärische Bilder packen kann, dem ganzen aber auch nicht viel Neues abgewinnen kann. Dazu ist er eher langatmig als spannend. Hat mich nicht umgehauen, muss ich nicht im Regal stehen haben.
Ebenfalls nachgeholt habe ich Hercule Poiroit: A Haunting in Venice (Disney +). Hier fällt das Urteil ebenfalls eher „in Ordnung“ aus. Brannaghs Verfilmungen hatten immer eine große Stärke bei der Bildinszenierung. Bei Mord im Orient-Express und Mord auf dem Nil kam das imho sehr gut zur Geltung, in Venedig nach meinem Dafürhalten leider nicht im selben Maße. Das Thema eines Mordes im Gruselgewand klingt auf dem Papier besser als es in der Umsetzung dann tatsächlich wirkte. Es ist das so ziemlich Widersprüchlichste, was man als Autor einem Hercule Poirot auf den Leib schreiben kann und hat mich in der Ausführung dann auch nicht vollends überzeugend durch den Film getragen.
Auch das Schauspieler-Ensemble hat mich nicht mehr im selben Maße vom Hocker gehauen, wenngleich ebenfalls sehr gute Zunftvertreter mitwirken. Nichts gegen Kelly Reilly und Tina Fey, aber neben der Riege an Weltstars aus Mord im Orient-Express wirken sie dann doch ein wenig wie zweite Wahl. Sicherlich ein Problem der Erwartungshaltung, denn beide liefern eine wirklich ordentliche Leistung ab. Mit Michelle Yeoh spielt sogar eine Oscar-Preisträgerin mit, ihr Anteil am Film ist aber leider recht kurz, wenngleich durchaus eindrücklich. Das gelingt dem Film dann phasenweise tatsächlich ganz gut, ein paar interessante Szene aufzubauen. Als Whodunnit finde ich ihn dagegen mittelmäßig, weil ich selbst in Unkenntnis der Lösung recht schnell auf den Mörder schließen konnte, während Poirot auf der Suche nach Erklärungen des Übernatürlichen noch eine Stunde lang durch das Haus hetzte. Aber egal, für einen Abend wurden wir unterhalten und wenn die Alternative ansonsten Tatort hieße, macht man mit diesem Film definitiv nichts falsch, wenn man mit den leicht gruseligen und psychologischen Aspekten des Falls umgehen kann.
Muss ich dir recht geben. Es fühlt sich leider allmählich wie ein Franchise an, das gemolken werden will. Macht noch Spaß, nutzt sich aber leider ab. Ich freue mich dennoch auf den nächsten.
Auch auf Disney+, Empfehlung von mir, The Amateur mit Rami Malek. Eine Revenge-Action-Story wie sie den 90ern entsprungen sein könnte, aber modern gedreht. Malek hat immer etwas verstörtes an sich, passt damit aber unglaublich gut in diese Rolle des verschlossenen Mitarbeiters. Ich war voll Trailer vor einiger Zeit angefixt und von dem Ergebnis doch ziemlich angetan.
Ja aber das machen sie ja genau nicht. Ice Cube ist der „Superhacker“ der Regierung, der Zugriff auf sämtliche Mobiltelefone, Überwachungskameras, Emailkonten aller Bürgerinnen und Bürger etc. hat. Zudem tauscht er sich mit vielen hohen Beamten und Hackern aus. Er weiß alles. Das, was Cloverfield beschreibt, ist eher Cloverfield. Da wissen die Protagonisten nur sehr wenig (aber halt nicht über Social Media).
Das ist eine Franchise die Rechte liegen bei ihrem Erben bis 2046 und werden durch die Firma Agatha Christie Ltd. seit 1976 gemolken.
Habe mir gerade die beiden ersten Episoden von Alien Earth angeschaut und bin doch mehrfach irritiert.
Die erste Episode besteht gefühlt zu 60 % aus Exposition-Talk. Die Dialoge sind schwach, die Symbolik (On the nose), sehr viel Tell don’t show und das Worldbuilding passt für mich zumindest nicht zum Franchise. Thematisch geht es eher Richtung Blade Runner ohne auch nur einmal das Niveau zu erreichen. (Westworld zeigt z.B., wie es gut gemacht werden kann.) Natürlich packen sie analog zu Romulus Memberberries in Form von bekannten Sets aus Alien und Aliens hinein.
Es fühlt sich jedoch anders als in Romulus (was ich auch nur ganz okay fand) überhaupt nicht nach dem taxierten Universum an.
Mich irritiert besonders die Erzählweise, da Noah Hawley mit Fargo gezeigt hat, dass er sehr fein, subtil und auf hohem Level schreiben kann. Überhaupt hat die Serie den Charme einer Teenieserie aus den frühen 2000ern.
Wenn ich IMDB-Schulnoten geben würde, dann eine 6 von 10. Eine ganz normale durchschnittliche Scifiserie.
Da können mich auch die Jubelperser von Webedia & Co nicht überzeugen.
Die Frage mag zynisch erscheinen, aber hast du von einer Disneyproduktion mehr erwartet?
Das frage ich nicht rethorisch, sondern aus Interesse.
Ich werfe mal „Life of Chuck“ ins Rennen.
Schöner kleiner Film, der aktuell in den Kinos läuft. So unbedeutend, dass er oft nicht mal in Mainstream-Kinos läuft.
Nach der gleichnamigen Kurzgeschichte aus dem jüngsten Steven King Kurzgeschichtenband. Die Filmumsetzung entspricht ziemlich genau der der Geschichte.
Streng genommen läuft es ja unter dem Label FX Network. Und Noah Hawley hat unter diesen Bedingungen z.B. noch die geniale 5. Staffel Fargo rausgebracht. The Shield, Sons of Anarchy, Fargo, The Americans, Nip/Tuck, Archer etc. stehen für Qualität.
Und unter HULU laufen ja auch anspruchsvolle Formate. Und beim Namen Noah Hawley erwarte ich Prestige-TV. Und Disney selbst hat Andor. Auf dieses Level hatte ich eigentlich gehofft. Andor wischt mit Alien Earth den Boden.
Kann ich nachvollziehen, wie du es schilderst.
Ich muss- aus meiner persönlichen Warte- jedoch hinzufügen, dass ich mit der zweiten Staffel Andor nicht warm geworden bin. Die erste Staffel fand ich jedoch herausragend.
Wake Up Dead Man von Rian Johnson kann ich Fans der Reihe vorbehaltlos weiterempfehlen. Das überraschende des ersten Teils werden wir vermutlich nie mehr so erleben, aber als Whodunnit macht er einen hervorragenden Job. Leicht verschroben humoristisch, ein fantastisches Ensemble, bei dem ähnlich wie im ersten Teil nicht der Meisterdetektiv primär im Vordergrund steht, und wie immer die nagende Frage, wer wohl der Mörder war und wie er es gemacht hat. Ein Film, der dem Genre vielleicht nichts Neues mehr abgewinnt, es aber auf hervorragend unterhaltsame Weise zu bespielen weiß. Definitiv ein gelungener Weihnachtsfilm.
Netflix-exclusive btw.
Passend dazu stieß ich durch Erweiterung meine PSP-Filmsammlung außerdem auf Layer Cake von Matthew Vaughn. Der ist auch bis Silvester noch bei Netflix zu finden und ist ein Gangsterfilm, in dem Craig den Kopf einer Drogenhändler-Clique spielt, der gerade auf seinen Ausstieg aus der Szene hinarbeitet. Dann gerät er aber plötzlich zwischen die Fronten verschiedener Interessengruppen. Es entspinnt sich ein intrigantes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem immer die Frage im Raum steht, ob Craigs Figur es tatsächlich lebend aus seiner Zwickmühle rausschafft. Das Sujet kennt man natürlich bereits aus dem US-Kino, das hier ist aber nicht die amerikanische Ghetto- oder Italian-Mafia-Variante, sondern ein zutiefst britischer Film, in dem Daniel Craigs Rolle bereits einen erkennbaren Vorausblick auf seine Darstellung als James Bond lieferte. Dem Film gelingt es, trotz gewisser Deus-ex-Machina-Ansätze und quasi-hellseherischer Momente, die solche Filme zwecks Überraschungsmoment nunmal mit sich bringen, diese im Vergleich trotzdem recht plausibel einzuflechten. Zumindest wurde ich nicht aus der Immersion gerissen, habe allerdings auch keine Tiefenanalyse gestartet. Der Film ist außerdem in wesentlichen Punkte imho zynischer als vergleichbare US-Pendants, verzichtet dennoch nicht auf eine gewisse Portion Comic Relief und schwarzen Humor, die vor allem in den Figuren angelegt sind. Neben Craig spielen noch Tom Hardy, Craigs späterer Bond-Q Ben Wishaw, Dumbledore und Chief O’Brien mit. Ich wurde überraschend gut unterhalten.
2026 werde ich radikal meinen Serienkonsum rationieren. So viel Zeit habe ich, oft wissentlich, in mittelmäßige Serien gesteckt. Am Ende waren es nur Andor, Severance, Pluribus und als Guilty Pleasure Peacemaker, die hängen bleiben. Habe mir schon die Line-ups der ganzen Anbieter, sofern einsehbar, durchgearbeitet. Für mich wird Netflix nach dem ersten Januar komplett rausfliegen. Ich habe mich bis jetzt noch durch das Gute Zeiten, schlechte Zeiten Geschreibsel Stranger Things Season 5 gequält, schaue noch die eine Finalepisode und dann bin ich erst mal raus aus dem Laden. Da spricht mich für nächstes Jahr wieder mal nichts an. Prime bleibt, nur wegen des Paketservice. Da werde ich mir nur Blade Runner 2099 aus Guilty Pleasure Gründen reinpfeiffen, vielleicht noch Spiderman Noir, einzig wegen der Kombi Cage und Spiderman. Erwarte da aber gar nichts. Bei Disney bin ich im Moment eigentlich auch raus. Bei Paramount werde ich mit Taylor Sheridan zugemüllt, was mal okay ist, mich aber mittlerweile im Sinne von Masse statt Klasse einfach nur noch anödet. Vielleicht werde ich dort The Agency Season 2 schauen, aber nur, weil ich das jetzt zuende schauen muss. Ansonsten werde ich mich auf HBO Max’ The Pitt konzentrieren, Welcome to Derry noch fertigmachen, mich ansonsten überraschen lassen. Bei Apple auf jeden Fall Neuromancer und ansonsten vertraue ich auf meine Bubble, dass die mir unverzichtbare Serien auf meinen Schirm spammen.
Wenn Du auf Blade Runner stehst: Es gibt da so eine alte Serie namens Total Recall 2070, die ist trotz des Namens eher wie Blade Runner und gar nicht mal so schlecht. Ich schaue die gerade zum zweiten Mal. Es hat etwas. Die Atmosphäre ist top, finde ich. Aber leider gibt es einige Längen, wie damals eben typisch.
Allgemein im Cyberpunkgeheimtippgenre kann ich auch noch die Serie VR.5 empfehlen. Eine Hackerin versucht, den mysteriösen Tod ihres Vaters aufzuklären, und findet mehr und mehr über VR Forschung heraus. Die Computersequenzen haben eine schöne 1990er Multimediaästhetik. ![]()