Fremdschämen in Spielen

Oh ja, das war echt zum Fremdschämen. Aber so geht’s mir bei vielen japanischen Spielen, die völlig unnötig sexualisiert sind.

Egal ob die MGS Reihe, Bayonetta oder aktuell Stellar Blade. Ich kann diese echt nicht mehr spielen, ohne das es mir unangenehm ist.

Ich mein, im Prinzip ist die Frau am Unterleib nackt und statt einer Hauttextur hat man als Alibi einfach die Textur eines Anzuges aufgebracht (man sieht sogar den Eingang ins Geschlechtsteil). Da kann das Gameplay und die Story noch so gut sein, das ist einfach nur unnötig.

6 „Gefällt mir“

Ich sehe es am Ende nicht so eng, die „sexualisierten“ spiele tun mir nicht weh und ich kann sie beiseite liegen lassen wenn diese wie Stellar Blade einen sehr klaren „sex sells“ Charakter haben.

Man muss auch aufpassen dass man sich nicht komplett ins prüde manüfriert und - aufgrund aktueller Kulturkämpfe - keine schönen Modelle (m/w/d) mehr zulässt.

Wenn wir schon bei unrealistischen Idealen sind kann ich auch gleich Leon S. Kennedy von Residen Evil einwerfen - unerreichbares Mannsbild, aber ich find den trotzdem super :smiley:

3 „Gefällt mir“

Du meinst Leon „Sexy“ Kennedy? (Zitat Geraldine Hohmann, The Pod) Nur ja nicht googlen, da tun sich Untiefen auf. :grin:

Unnützes Wissen, aber möglicherweise interessant: Stellar Blade stammt von einem südkoreanischen Entwickler, also aus einem Land mit der niedrigsten Geburtenrate weltweit.

Insgesamt spannend zu sehen, dass nach den ersten beiden Beiträgen hauptsächlich nur noch Sexualisierung als Fremdschäm-Aspekt aufgetaucht ist. Offenbar ist das unser Unwohlseinsfaktor Nr. 1. :slightly_smiling_face:

Wobei ich eingestehen muss, dass ich BioWare-Romanzen und ihre Abkömmlinge ebenfalls eher plump finde. Trifft allerdings auch auf die Arztromane und Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen zu. Mittlerweile reagiere ich darauf eher mit genervter Langeweile, weniger mit Fremscham.

4 „Gefällt mir“

Naja ich finde auch, hier werden die Grenzen fließend zwischen Fremdscham, Unverständnis, Moral, …

Fremdscham empfinde ich nicht ob solcher sexistischen Darstellungen, Verwunderung ein bisschen, aber es ist natürlich alles sehr erwartbar. Sex sells und gerade die männliche Sexualität scheint da oftmals eher in die einfache Schublade gesteckt zu werden.

Ich kann mittlerweile aber nicht mehr den Blick auf das dahinterliegende Weltbild ignorieren, das damit zwangsläufig vermittelt wird. Wie in dem Screenshot, Frau als (Sex)Objekt. Das ist halt Sexismus. Mich ärgert das, beschämen nein.

4 „Gefällt mir“

Och, prüde bin ich bei weitem nicht. Nur mag ich es nicht so plump. Wobei es auch auf den Kontext ankommt.

Über ein Cho Aniki auf dem Sega Saturn konnte und kann ich immer noch schmunzeln. Mhhh, wobei sich schwule hier vielleicht auch Fremdschämen oder es unangebracht finden.

3 „Gefällt mir“

Typischerweise sind total idealisierte Frauen gezeichnet als „ideale Frau aus Sicht des Mannes“, idealisierte Männer hingegen sind „idealer Mann aus Sicht des Mannes“. Also quasi „Frau, so wie ich sie haben will. Mann, so wie ich sein will.“ Das lässt sich insofern nicht so wirklich vergleichen.

Also, sexy Charaktere in Spielen kann man schon mögen, alles gut. Nur der Vergleich hinkt an der Stelle. Es gibt da das schöne Beispiel in (ausgerechnet!) 50 Shades of Grey, wo Jeremy Dorne im ersten Film (weibliche Regisseurin) ganz anders geframed wird als im zweiten und dritten Film (männlicher Regisseur). Ich schaue mal, ob ich den Vergleich finde.

EDIT: Ab 17:10

2 „Gefällt mir“

Wobei das nur ein Divergenz-Problem wäre, wenn der idealtypische Mann im Computerspiel für beide Geschlechter anders aussähe. Dazu habe ich allerdings noch keine Auswertung bekommen, ob dem tatsächlich so wäre. Wenn ich Frauen über Hugh Jackman als Wolverine schwärmen hörte und dann von ihm irgendwann die Aussagen kamen, dass er die Rolle nicht mehr spielen möchte, weil er für seine Muskeln extrem hart trainieren und vor den Aufnahmen dehydrieren musste… :slightly_smiling_face:

Ich hab auf jeden Fall kein Bedürfnis wie die Figuren in Gears of War auszusehen. :grin:

2 „Gefällt mir“

Markus Rühl wäre erschüttert!

4 „Gefällt mir“

Na ja, also Cindy aus FFXV sieht schon aus, als komme sie gerade vom Pin-up Shooting… :grinning_face_with_smiling_eyes: Oder Lulus völlig übertriebene Oberweite in ihrem Gürteloutfit, das nicht nur unpraktisch ist, sondern in der Welt von FFX völlig fehl am Platze wirkt…

2 „Gefällt mir“

Natürlich kann man diese Art Spiele einfach nicht spielen. So machen es die meisten hier vermutlich ja auch.

Den Punkt mit den Kulturkämpfen check ich bei der Diskussion nicht. Es geht doch darum, was die Leute hier fremdschämen lässt. Und das ist erstmal subjektiv unterschiedlich. Wenn ich nicht komplett was überlesen habe, schreibt hier bisher niemand, dass ein bestimmtes Spiel nicht existieren darf. Wobei ich persönlich eben auch klare Grenzen ziehe und sagen würde, dass man eben nicht alles durchwinken sollte, nur weil man es ja nicht spielen muss. Und nein, Stellar Blade soll spielen, wer möchte.

Interessant finde ich aber doch, dass der Aufschrei bei der Debatte, ob ein Charakter zu sexy oder nicht sexy genug ist, doch meist aus dem zweiten Lager kommt. Man nehme nur die Höhlenbewohner, welche bei Aloy oder zuletzt Laufey ganz viel weinen mussten.

Und auch wenn Leon S. Kennedy ein beliebter Bursche ist, so wird er doch zumindest nicht von Capcom gezielt zum Objekt gemacht. Ob da jetzt unrealistische Ideale vorherrschen ist ja ein anderes Thema.

2 „Gefällt mir“

Du argumentierst mit Subjektivität, wertest dann aber im nächsten Satz Menschen, die Aloy unattraktiv fanden, pauschal als weinerliche Höhlenbewohner ab. Ich fand Aloy im ersten Horizon visuell und charakterlich extrem unsympathisch, Laufey aber sehr attraktiv. Auf welcher Zivilisationsstufe stehe ich da? :wink:

Zur Einordnung: Da ging es nicht um Leute, die Aloy einfach unattraktiv fanden, sondern die auf Twitter richtige Flamewars darüber begonnen haben, dass sie leichten Flaum im Gesicht hatte und ungeschminkt war.

Yes. Really.

6 „Gefällt mir“

Nein, es geht nicht darum ob die Leute die Charaktere nicht unattraktiv finden dürfen. Es geht darum, das aufgrund dessen die Leute Riot gegangen sind und es einen Aufschrei gab, weil es nach deren Empfinden nicht mehr Spielbar wäre. Als ob dass das einzige wichtige Kriterium ist.

3 „Gefällt mir“

Mit anderen Worten haben sie ihre subjektive Meinung kundgegeben. Sie unterscheidet sich von deiner (und meiner) Meinung, aber deswegen gleich „Höhlenbewohner“?

1 „Gefällt mir“

Mag sein, dass die Formulierung ohne den Kontext zu harsch ist. Aber es geht mir wie gesagt nicht darum, dass ich den Leuten ihre grundsätzliche Ansicht absprechen möchte. Aber wenn man sich die Art und Weise anschaut, wie das in den genannten Fällen teilweise vonstatten ging, kann ich das auch nicht mehr schönreden. Da ist purer Hass und Misogynie, was ich nicht als legitime Meinung akzeptiere.

Edit: mir ist es im übrigen scheiß egal wie die Charaktere in Videospielen aussehen.

7 „Gefällt mir“

Fair enough, und mir war natürlich von Anfang an klar, wie du es gemeint hattest.

Ich wollte nur darauf hinweisen, dass eine Differenzierung in solchen Diskussionen wichtig ist, will man möglichst viele Menschen von seiner Sichtweise überzeugen.

5 „Gefällt mir“

Also bei mir ist das mit Sexualität genauso wie mit vielen anderen Dingen - machen die da was spannendes/unterhaltsames mit? Ich hatte zum Beispiel viel Spass mit Dispatch, gerade weil es da kreativ ist. Aber es wird sicherlich wieder Leute finden, denen das garnix gibt - weils ehrlich gesagt auch wieder nicht die grössten Höhen erreicht.

Aber zurück zum Thema Fremdschämen: ich spiel ja in letzter Zeit mit garnicht so geringer Freude das Werk von Kojima durch… aber… das kann man doch nur ironisch konsumieren, oder? Das ist teilweise so clunky erzählt, dass bei mir da schon sowas wie Fremdscham auftritt.

Nachtrag: andere Frage - kann Fremdscham nicht manchmal auf richtig Spass machen? Wenn ihr das habt - wann?

4 „Gefällt mir“

Gute Frage!! Aaaalso um mal ein anderes Fass in diese Richtung aufzumachen. :see_no_evil_monkey:

Für mich kratzte das letzte Wolfenstein an dieser Fremdscham/Spaß Grenze. Leveldesign, Shooter-Gameplay, Inszenierung, alles sehr fein. Ich habe es durchaus mit Spaß bis zum Ende gespielt.

Es gab aber Szenen, au weia. Klar war das ironisch überzogen. Aber diese eine Szene mit Hitler, und teilweise der Gewaltgrad in Cutscenes… Hätte ich nicht gebraucht.

Da konnte ich nur die Augen zumachen und mit Grummeln im Bauch weiterspielen. War das gewollt? Vielleicht.

Ich will nicht zu erbsenzählerisch werden, aber für mein Empfinden ist die Absicht, andere Menschen von der eigenen Sichtweise überzeugen zu wollen, bereits ein erster Schritt in Richtung Kulturkampf. Mir gefällt bei diesem Diskussionsfaden, dass wir ein sehr heikles Thema weitgehend sachlich diskutieren, eben weil nicht versucht wird, andere zu überzeugen. Wobei ich vorausschicken möchte, dass ich Dir das keinesfalls eine solche Absicht unterstellen möchte. Ich beziehe mich nur ganz neutral auf die Aussage von Dir.

Meiner Ansicht nach sollte eine Meinung für sich stehen, so dass - wer will - diese bestätigen, ablehnen, ignorieren, wasauchimmer kann. Sprich: Meinungsaustausch sollte nicht heißen, dass die andere Person mit ihrer Meinung zu mir kommt und mit meiner Meinung wieder geht. Das wäre wie wenn ich unter geteilter Meinung verstehe, dass ich die Meinung mache und andere sie bloß teilen dürfen. Letzteres führt nämlich zu enttäuschter Erwartung und dann wird es schnell persönlich.

Deshalb versuche ich möglichst immer, in Diskussionen mit der Absicht hineinzugehen, nicht bloß Bestätigung, sondern neue Impulse zu bekommen, die mir dabei helfen, meinen Standpunkt neu zu bewerten. Natürlich gibt es dabei fundamentale Überzeugungen, von denen ich mich nur schwerlich abbringen lasse aber besonders bei denen ist es mir wichtig, diese immer wieder auf Festigkeit zu testen bzw. testen zu lassen. Für mich ist das ein Prozess wie beim Schmieden. Entweder machen die Hammerschläge das Material stabiler oder es geht kaputt.

Das setzt natürlich voraus, dass es ein konstruktiver und kein rein destruktiver Prozess ist aber so, wie ich euch hier erlebe, habe ich meist ein richtig gutes Gefühl und die Einzelfall-Ausnahmen wurden bislang immer konsequent eingebremst oder weggeschickt. Insofern - langer Rede kurzer Sinn - hoffe ich, dass es noch lange so angenehm weitergeht und bitte um Entschuldigung für die Abschweifung auf die Meta-Ebene.

Deshalb abschließend wieder zurück zum Thema: Eine Sache, bei der ich ehrlich nicht wusste, ob ich mich fremdschäme oder es witzig finde, ist die Brüste-Physik der Dead or Alive Serie, weil ich von der unerwarteten Übertreibung völlig überrumpelt war.

2 „Gefällt mir“

Aber hat man diese Absicht nicht immer? Natürlich geht man nicht in jede Diskussion hinein mit dem Gedanken „Ich werde diese Person jetzt auf Biegen und Brechen davon überzeugen, dass der Amiga die beste Errungenschaft seit Erfindung des Schaltkreises war!“, aber wenn ich meine Sicht der Dinge auf ein Thema schildere, hoffe ich doch zumindest, dass mein Gegenüber mir folgen kann. Der Kern jeder Diskussion ist doch nicht, dass jeder am Ende nur laut ruft „Meine Meinung!“ und man dann auseinander geht. Man legt den anderen Diskussionsteilnehmer:innen die eigene Sichtweise dar, damit diese die nachvollziehen können und vielleicht auch teilen. Man bietet Argumente dafür, wieso man von der eigenen Sichtweise überzeugt ist. Man hofft, andere davon zu überzeugen. Manchmal klappt es, manchmal lässt man sich selbst überzeugen, manchmal geht man auseinander und sagt „Ich verstehe deine Sicht der Dinge, aber mich überzeugt das leider nicht“.

Vielleicht interpretieren wir das Wort „überzeugen“ hier auch anders?

2 „Gefällt mir“