Ich vibe-code eine Skat App

Vielleicht hätte ich noch ein paar Tage mit der Vorstellung warten sollen, bis ich etwas zum Vorzeigen habe, egal :slight_smile:

Beruflich mach ich SW Entwicklung für Android, aber OS-Anpassungen keine Apps. Privat spiele ich in letzter Zeit viel mit Vibe-Coding. Ich hab jetzt eine Skat App angefangen, die schon ziemlich vielversprechend ist. In 1,2 Wochen sollte ich ein paar Preview Slots für den Play Store verteilen können.

Ich hab die Idee schon länger: Mal eine moderne Skat App schreiben. Die auch Spieler moderne Spiele abholt, ohne 1990er Boomer Optik etc. Auch wichtig: bei mir gehört Ramsch zum Standard, auch wenn das in den offiziellen Skat-Regeln nicht vorkommt. Ich kenne niemanden der Skat ohne Ramsch spielt…

Die verschiedenen Spielarten (Farb-Trumpf, Grand, Null,…) kann man zB auch einzeln als „Challenges“ spielen, um Skat zu lernen. Da werden dann so lange neue Karten an KI-Spieler verteilt, bis das KI-Reizen in dem gewünschten Spiel endet. Dann wird der Spieler an der Tisch gesetzt, kann also spielen lernen, ohne Reizen etc zu kennen. Ich denke, daraus kann man ganz gute PlayStore Achievements machen zur Motivation, wie „das erste mal Null-Spiel verteidigt“, „2 mal in Folge Farbspiel gewonnen“… sowas..

Ich mach mir auch schon Gedanken, das zu Skalieren, Server Updates auszurollen ohne Spiele zu unterbrechen, sowas… Aber ja, ich hab jetzt knapp 3 Wochen meiner Freizeit darin versenkt, nachdem die ersten Erfolge extrem schnell waren, zerfasert das jetzt doch ganz schön, was noch alles zu tun ist.

Was schon recht weit ist, das ist die eigene, mit machine learning entwickelte Gegner KI. Also, die Claude-KI hat die KI trainiert. Ich hab meistens nur Bahnhof verstanden.

Momentan denke ich, die App am Ende für 3-6 Euro Im Play Store zu verkaufen, schauen wir mal. Nahziel ist ein Preview im Google Playstore mit max 100 eingeladenen Usern.

Was auf jeden Fall Spass macht ist das „world building“, auch wenn das bei einem Kartenspiel begrenzt ist. Also zb: wie gestalte ich eine Hilfe-Ansicht in der Spielwelt, auf dem Skat Tisch…

Sind hier Skat Spieler anwesend? :slight_smile:

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Aber warum? Die Zielgruppe für Skat dürfte 70+ sein.

Und das wichtigste Achievement müsste ein virtueller Fleisch-Präsentkorb sein, sowas gab’s bei uns im Dorf immer beim Preisskat (nur halt in echt)…

Ich halte das für eine gute Idee, habe direkt ein paar Schulkameraden vor Augen, die sich die App evtl. holen würden. Machst du dann auch Mulitplayer? Deine Ausführungen klingen etwas nach Singleplayer-Erfahrung.

Du meinst es wäre ein zu ambitioniertes Ziel, das zu ändern?
Warum.. gute Frage. Ich wohne jetzt ein paar Jahre in den Niederlanden, vielleicht vermisse ich einfach etwas ur-deutsches, oder habe das Gefühl, sowas in die Welt tragen zu wollen.. Ich sag mal so: wenn ich eine Liste machen sollte, mit bedeutendem deutschen Kulturgut, da wäre sicher Skat/Doppelkopf dabei.
Zum Teil auch einfach für mich selber, weil es einfach nur schlimme Skat Apps gibt.
Und es ist auch einfach ein Testballon, mal was in den App Store zu bringen.

Oder anders: wenn ich mir existierende Apps ansehe, weiss ich, warum die Zielgruppe 70+ ist

(ich bin übrigens knapp über 50…)

Multiplayer (online) ist schon da, ja. Da gehts dann aber auch los mit der Testbarkeit. Ich hab schon einen Test aus einem Schwarm Fake-Clients, die Verbindungsabbrüche etc simulieren. Und der Server hat ein Konzept, dass je nach Client Protokollversion die richtige Server-Version angesprungen wird, dass ich zB den Version-10 Server aufsetzen kann, ohne das Spiele auf dem Version-9-Server unterbrochen werden.

Neben dem Testen die grösste Herausforderung: Es ist ständig jemand am Zug, auf den alle warten, aber der trinkt gerade Bier oder so.. wie bekommt man das am besten in einen Spielfluss?

Balatro mit Skatgrundlage? Merkt man, dass man ich keine Ahnung von Skat habe?

Womit vibe-codest du? Gibt es da brauchbare kostenlose Möglichkeiten?

Balatro kenne ich nicht. Sollte ich vielleicht mal nachholen.
Kostenlos ist das nicht. Ich hab meine erste Apps anfangen mit der integrierten kostenlosen KI im Android Studio. Für die Anfänge meiner Fitness-Tracker-App hat das noch gereicht. Aber ab einer gewissen App-Größe ist das gekippt, dann ging auf einmal gar nichts mehr.

Ich hab die Skat App angefangen mit OpenAI (plus), zB die Skat Karten generiert. Die ChatGPT Desktop App ist auch super darin, 32 Karten auszuschneiden, auf gleiche Größe zu skalieren und mit sauberer Alpha Maske als Textur einzubinden. Da würde ich OpenAI immer noch mehr zutrauen als anthropic. Beim Coden bin ich jetzt aber bei anthropic gelandet.

Mich würde dein Tooling interessieren. Ich habe eine Zeit lang mit Claude Code gearbeitet und dem ~20€ Base Abo, bin aber permanent an die limits gelaufen.

Dann auf Opencode als Harness gewechselt und mit Mistral weiter gemacht. Mäßiger Erfolg und immerhin etwas günstiger. Jetzt versuche ich es mal mit lokalen Modellen wie Qwen 3.6 / 3.8. Dauert länger, kostet aber nix außer Strom.

Claude Code und Opencode bieten separat Planning und Coding Agenten. Also erst Frage/Antwort - Spiel, was du haben willst, dann haut der selbst in die Tasten. Für noch mehr Struktur (und Token verbrennen) sind dann GSD oder BMAD nützlich. Da planst du aber drei Tage am Reissbrett…

Ich habe damit ein Sport-Brettspiel und einen Katakis-Sidescroller-Clone (beide unvollendet) entwickelt. Außerdem ein paar kleinere Gaming-Projekte je über ein Wochenende.

Ok, danke! Schaue ich mir mal an.

Ob Balatro gut ist, kann man sich streiten. Ist auf jeden Fall ein Ansatz, was man aus Poker machen kann, wenn man einen Kniff einbaut.

Da kann ich Dir leider keine großen Tipps geben, ich bewerfe das Problem bisher mit Geld. Tatsächlich habe ich mich lange geweigert, privat anthropic auszuprobieren, weil ich genau wusste, was dann auch passiert ist: Sonntag morgens Abo abgeschlossen, selber Sonntag Nachmittag, zum Max Abo geupgraded. (halte ich für 1-2 Monate für akzeptabel, generell natürlich wahnsinnig teuer)

Zur Planung kann ich auch nicht so viel sagen, ich war nie der große Reissbrett-Planer. Liegt wahrscheinlich an der Art der Projekte die ich so erlebt habe. Beim Spiel hab ich auch mehr so einen iterativen Old-School Prozess: einen spielbaren Prototypen haben, spielen, ein Detail ändern, ausprobieren, ob es sich besser anfühlt. Ich mach eher agent micro management.

Ein kleines Beispiel: Ich wollte am Ende des Spiels, wenn die Punkte gezählt werden, dass die Karten fancy im Bogen durch die Luft fliegen. Dann hantiere ich mit Prompts wie "ja, jetzt kann man sagen die Flugbahn der Karten beschreibt die Form eines umgedrehten grossen U. Aber ich möchte die Form eines grossen Omega. "

Und die Konversation die die Gegner-KI trainiert hat.. da waren glaube ich 40% meiner Antworten „ja dann mach das mal“, und ich habe sowieso nichts verstanden. Aber ich denke ich habe ein neuronales Netz trainiert. Da ist jedenfalls eine Arena implementiert, in der man die Nacht über „meine“ KI gegen die von JSkat spielen lassen kann, und dann ist JSkat knapp besser. Aber so knapp, dass man sie für statistisch signifikante Aussagen wochenlang gegeneinander spielen lassen müsste.

Ja, so ging es mir bei einer Android App. Irgendwann habe ich es ohne durchlesen abgenickt, weil ich davon kaum Ahnung hatte.

Bei meinem nächsten Projekt habe ich hart dem Agenten gesagt, architektonisch nur kleine Scripte schreiben für Godot und alles im Quelltext kommentieren. Hilft dem Agenten, dass Verständnis selbst zu erfassen und mir dann, die einzelnen Änderungen selbst zu verstehen. Und hoffentlich kommt es meinem Ziel näher, alles local zu lassen. Dazu gibt es ein Game Design Document und ein Architektur Dokument für die Implementierung. Das konnte ich auch mit Claude per Chat ausarbeiten.

Kleiner Tipp: Nvidia Build hostet Modelle aus dem Open Weight Spektrum, zb GLM oder Qwen oder Meta, und natürlich einige eigene. Da kann man Token gratis abfressen, muss aber mit gelegtlichem Limits rechnen.

Was ist Skat?

Trollst du jetzt?

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So was ähnliches wie Hearthstone oder Pokemon TCG. Bloss 200 Jahre alt.

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1958 erfunden in Essen-Waldhausen, als der 15 jährige Heinrich 4 Miniatur-Wagenräder unter einen Holzscheit bohrte und damit von dem Eierberg runter zum Tante-Emma wedelte.

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Der bekannteste Skater (kurz für Skat Ausübende) ist übrigens Tony Hawk.
Musikalisch erfolgreicher war aber Skat-Man John.

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was mich bei der Titelsuche erstmal auf „Skat or die“ bringt. (bisheriger Arbeitstitel „SkatKlar“ - ohne dass ich den jetzt besonders mag)

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Skat-Mann John überlasse ich dir als KI Gegner, ohne Lizenzgebühren für das geistige Eigentum zu fordern.

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Sehr interessantes Projekt! Wenn du fertig bist, ergänze doch bitte Canasta :wink:
Wie hast du diesen Maschinenlern-Prompt formuliert?

zu gütig :smiley:

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