It Came from the Desert (SF 156)

Ich hab jetzt Dragon Quest nicht gespielt. Aber Yakuza Like a Dragon hat zufällig auftauchende Gegner in den „Oberwelten“, aber keine Zufallskämpfe. Denen kann man relativ einfach ausweichen, wenn - und da hat @Chris sehr recht - die auf die Dauer echt nervig werden. In den Dungeons gibts davon garnichts.

Elden Ring find ich da kein gutes Beispiel, dass man sich durch eine (längere) Gegnerkonfiguration in einem Versuch kämpfen muss ist da ja Kern des Spielprinzips. Das ist auch kein Zufallskampf, nur Respawn. Und die ergrindete Erfahrung/Belohnung ist ja auch zentral im Spiel durch Seelen/Runen/etc.

3 „Gefällt mir“

Ebenso mag man von der Spielehrfahrung enttäuscht sein. Doch ist dies nicht notwendigerweise auf schlechtes Spieldesign zurückzuführen, sondern kann vielfältige Gründe haben.

Gutes Spieldesign ist beispielsweise auch, seine Spieler final immanent wichtige Sequenzen im Spielverlauf wiederholt üben zu lassen. Selbst, wenn’s dafür keine Level, Erfahrungspunkte oder „Loot“ gibt.

Also, so oder so, habe mich über die rundum gelungene Wertschätzung dieses Spiels gefreut!

Ebenso mag man von der Spielerfahrung enttäuscht sein. Doch ist dies nicht notwendigerweise auf schlechtes Spieldesign zurückzuführen, sondern kann vielfältige Gründe haben.

Ich glaube, du wolltest hier auf die versöhnliche Bahn einlenken, was ich eigentlich zu schätzen weiß. Aber das ist an dieser Stelle noch kein Fall von „agree to disagree“. Wir haben in unserer Folge ausführlich begründet, wo ICFTD überall handwerkliche Mängel im Spieldesign hat - die Verwendung der Minispiele ist nur ein Aspekt davon. Dem entgegen zu stellen, es könne „vielfältige Gründe“ haben, wenn man vom Spiel enttäuscht ist, ist keine gleichwertige Position.

Gutes Spieldesign ist beispielsweise auch, seine Spieler final immanent wichtige Sequenzen im Spielverlauf wiederholt üben zu lassen. Selbst, wenn’s dafür keine Level, Erfahrungspunkte oder „Loot“ gibt.

Das würde vielleicht gelten, wenn die Sequenzen technisch sauber, gut steuer- und lesbar und in sich spaßig wären. Das trifft bestenfalls auf einen Teil der Minispiele in ICFTD zu. Abgesehen davon braucht man fürs Lösen des Spiels keine Expertise in den meisten Minispielen; weder wird am Ende nochmal auf Ameisen geschossen, noch muss man aus dem Krankenhaus ausbrechen, die Königin mit dem Messer bekämpfen etc.

Sorry, aber ich bleibe dabei: ICFTD hätte ein viel besseres Spiel sein können, wenn es sauber und durchdacht designt worden wäre, was es leider nicht ist.

7 „Gefällt mir“

So, endlich auch mal die Folge beendet. Ja, ich bin bei eurer Einschätzung. Eigentlich geht’s mir meistens bei Cinemaware so, dass die Spiele damals durch ihre Atmosphäre und dadurch Immersion alle ziemlich gut gefallen haben, auch weil ich einfach jung genug war, mit schlechterem Spieldesign gut klarzukommen. Cinemaware ist für mich aus heutiger Zeit betrachtet eigentlich Nostalgie und Guilty Pleasure. Objektiv sind die Spiele mit ihrer Zeit weggealtert. Waren das früher Brücken in eine neue Art der Präsentation, bleibt heute in Zeiten der perfektionierten Präsentation hauptsächlich das Gefühl, mäßige Minispiele und halblebige Steuerung vor sich zu haben.

5 „Gefällt mir“

Haha, na ja, dass man sich dieses nerdige Insistieren bewahrt, ist ja eigentlich ganz sympatisch! Das meine ich völlig unironisch.

Die von dir zuerst zitierte Passage ist, wie du natürlich erkannt hast, eine Replik auf deine eigene Formulierung, die ich im vorigen Beitrag bereits als sehr abschätzig empfand. Da legst du stilistisch nun noch einen drauf mit dem Thema “gleichwertige Position”: Wo Sequenzen notwendig sind, wo sie vom Spiel belohnt werden, habe ich ausgeführt. Hierauf kam keine Reaktion mehr. Hier der entsprechende Ausschnitt aus eurer Darstellung, auf den ich eingegangen bin:

Gunnar:
[1:20:05] Ja, also die häufigste Actionsequenz ist ja dieser Kampf in der Top-Down-Perspektive.

Chris:
[1:20:10] Ja.

Gunnar:
[1:20:11] Mit dem du ja auch dann zum Beispiel das ganze Ende bestreitest. […]

Chris:
[1:20:15] Genau.

Der Aussage

CFTD hätte ein viel besseres Spiel sein können

stimme ich 100% zu. Dass es dich enttäuscht, zeigt ja gerade sein großes Potential. Denn wenn etwas von vornherein Blödsinn ist, gibt es (Achtung, Zitat) keine “Fallhöhe”. Es ist, auch wieder in deiner letzten Antwort, sehr auffällig, dass du immer wieder die gleichen Sequenzen aus dem Hut ziehst als Beleg für deine Thesen. Das grenzt schon an Strohmannargumentation, da ich diese niemals als Beispiele für besonders gutes Spieldesign genannt habe.

Interessant ist, dass wir anscheinend eine unterschiedliche Definition des Begriffs “Design” zu Grunde legen. Die technische Qualität, Steuerung usw. zähle ich dazu nicht, das ist für mich Implementierung. Fair enough. Ich finde die meisten Sequenzen in diesem Spiel technisch ohnehin ganz gelungen und gut spielbar. Achtung: Folgendes bezieht sich nun explizit nicht auf “Design”, sondern “Spielbarkeit”. Insbesondere den Krankenhausausbruch finde ich vom Schwierigkeitsgrad her sehr gut abgestimmt - man schafft’s meistens, aber eben nicht immer. Die Top-Down-Kämpfe mit den Ameisen innerhalb und außerhalb des Baus sind ebenfalls gut spielbar, ebenso das Herumfliegen. Schwach finde ich die Autosequenz und das (Rocket Ranger entnommene) Messerstechen. Das Schießen auf Ameisen oder das Feuer, was ja letztlich beides das gleiche ist, ist so mittel.

Ich denke, nochmal, dass unsere unterschiedliche Bewertung primär aus einer unterschiedlichen Gewichtung herrührt. Dass ich dich nicht überzeugen werde, das nehme ich hin. Deinen Ausführungen haben mittlerweile wahrscheinlich mehrere tausend Leute gelauscht. Meine partiellen Erwiderungen so drei Leute gelesen. Das ist schon in Ordnung meinerseits.

Für die Programmplanung möchte ich freundlich anregen, dass wenn einem sowas auffällt:

Chris:
[1:49:47] It Came From The Desert gilt ja gemeint als das Spiel, dem es am besten gelingt, an diese filmhafte Erfahrung ranzukommen im CinemaWare-Portfolio. Und das ist eine Einschätzung, die ich nicht teile.

Dann ist es schön, wenn man anderer Meinung ist, dies ausführlich zu belegen versucht, wie du es getan hast. Jedoch, das ist dir ja aufgefallen, gibt es eine sehr verbreitete, dem entgegenstehende “öffentliche Meinung”. Dieser gebt ihr jedoch keine Stimme. Weder fasst ihr die übliche Argumentation für diese These, es sei diesbezüglich gelungen, zusammen, geschweige denn lasst ihr jemanden zu Wort kommen, der das vertritt. Gerade das hätte diese Sendung meines Erachtens immens aufgewertet. Gerade das Einbeziehen anderer Standpunkte kann die eigene Argumentation viel stärker machen, den Anspruch der umfassenden Betrachtung viel überzeugender erfüllen.

Ich freue mich auf jeden Fall sehr (wieder: völlig unironisch!) auf die Folge zu Wings. [2:24:40] legt ja nahe, dass du, Christian, das für ein gutes Spiel hältst. Sehe ich auch so, wahrscheinlich das beste Spiel von Cinemaware. Allerdings verletzt es dieses Kriterium, dass die Spielsequenzen Fortschritt erzeugen müssen, vollständig. Wenn man seinen Piloten verliert, spielt man ja einfach mit dem nächsten weiter. In diesem Sinne könnte man also sogar die Frage stellen, ob das Kriterium an sich korrekt ist.

1 „Gefällt mir“

Gerade auf Fehmarn entdeckt. War wohl ein nicht gelisteter Drehort in den 50ern.

9 „Gefällt mir“

Ich glaube das früheste Spiel mit Ameisen als Gegnern könnte “Ants” (1979/1980) für den TRS-80 sein.

https://www.mobygames.com/game/147161/ants/

Da ist man zwar selber auch eine Ameise aber die Gegner sind eben auch Ameisen.

4 „Gefällt mir“

Sieht auf Moby Games auf jeden Fall echt spannend aus! Ameisen-Strategie auf dem TRS-80…Sachen gibt’s :grin:

Übrigens ein herzliches Willkommen im Forum :waving_hand:

Boah, so eine fette Doppelfolge von Gunnar und Chris, das ist anno 2025 das Äquivalent zu den damaligen 6- oder 8-Seiten-Spieletests zu den ganz grossen Titeln, auf die man sich ewig gefreut hatte,

Ich hoffe, das kann jmd hier mitfühlen :partying_face:

Vielen Dank für die tolle Folge.

2 „Gefällt mir“

Die “öffentliche Meinung” ist m.E. ein viel zu diffuses Kriterium, um es handlen zu können.

Als “öffentliche Meinung” kann man am ehesten noch die Umfrage bezeichnen, die letztlich dazu geführt hat, dass das Spiel uberhaupt besprochen würde.

Wenn zwei Leute podcasten, gibt jeder Reviewer seine Meinung dazu, dann ist einer vll. dafur und der andere vll. dagegen, oder es sind beide dafür, etc.etc. Dass es jetzt keinen Reviewer gab, der das Spiel abgoettisch liebte, jo mei, muss es aber auch nicht zwingend, um die Meinung der Podcaster “gegenzuchecken”. Letztlich geht es bei SF auch “nur” um G+C, die ihren Senf dazu geben, weil sie eben Lust darauf haben - nicht weil das Ziel lautet, es muss immer einer Pro und der andere Kontra geben (kann, muss aber nicht sein😁).

Moglicherweise gibt es da draussen Reviewer, die das Spiel abfeiern, dann trifft das eher deinen persönlichen Geschmack :slightly_smiling_face:

1 „Gefällt mir“

Ich kannte It Came from the Desert nur aus Reviews und von Screenshots aber hab die Folge sehr genossen, da ich ein großer Fan von THEM!/Formicula bin. Der Film hatte einen, für das Genre, enormen Produktionsaufwand und lässt sich auch heute noch sehr gut sehen. Gerade für einen Bug-Movie ist er sich seiner Schwächen, nämlich der Verfilmung von Rieseninsekten sehr bewusst und nimmt das auch billigend in Kauf. Neben diversen Flops, wie etwa Tarantula mit Shatner oder dem unsäglichen Film, in dem Ameisen eine Zuckerfabrik in Südamerika übernehmen (der Titel ist mir leider entfallen), gibt es nur wenig Sehenswertes auf der Liste. Spontan fällt mir die MacGuyver Folge mit den Feuerameisen ein, dann Arachnophobia (wobei ich den nie als Kinoproduktion wahrgenommen habe, sondern immer schon als TV-Film) und Arac Attack. Der stammt zwar aus den frühen 2000ern, als alle amerikanischen Teenie-Damen noch Ashley hießen, aber das CGI funktioniert heute noch zufriedenstellend und die Riesenspinnen sind mal keine Bulletsponges. Allerdings zündet der Humor nicht mehr so ganz aber dafür wirkt der ganze Film unfreiwillig komisch (aber es gibt eine Referenz auf THEM! im Film).

1 „Gefällt mir“

Das Herz gab’s für die Liebe zu THEM!

Aber ansonsten gibt’s da ein wenig Korrekturbedarf: TARANTULA ist mitnichten mit Shatner und auch nicht gerade ein Flop. TARANTULA ist von Jack Arnold und obwohl er nicht mit dem Aufwand von THEM! mithält (die Riesenspinne ist reinkopiert, statt dass sie eine Attrappe ist; das war im günstigeren Sektor der Weg der gegangen wurde), war der recht erfolgreich. Der mit Shatner ist KINGDOM OF THE SPIDERS/MÖRDERSPINNEN, stammt aus den 70ern und hat keine Riesentiere, sondern normal große Spinnen. Auch ein sehr cooler Film.

Meiner Meinung nach gibt es in dem Bereich noch einige spaßige Filme, wie zum Beispiel THE DEADLY MANTIS, oder auch THE BLACK SCORPION. Die halten alle nicht mit THEM! mit, sind aber Nichtsdestotrotz weit über anderen Produktionen, wie Bert I. Gordons EARTH VS THE SPIDER oder später THE GIANT SPIDER INVASION von Bill Rebane. Die liebe ich persönlich auch, aber das ist schon eher Fanware.

Edith: Ich glaube, der Ameisenfilm, den du meinst ist WENN DIE MARABUNTA DROHT/ THE NAKED JUNGLE.

Bin reichlich spät dran mit meinem Kommentar.
Super Folge, habe mich sehr über den Podcast gefreut. DANKE VIELMALS!
Möchte euch dieses Bild vom „Sargnagel“ nicht vorenthalten:

5 „Gefällt mir“

Hach, was für ein Spiel - und welch gelungene Wahl zum Amiga-Jubiläum! Zu der Zeit kamen von Cinemaware nur Hits, dieses, Wings, TV Sports Basketball und so weiter - was für eine Zeit. Gerade It came from the Desert hat mich nachhaltig fasziniert, so dass ich es bis heute regelmäßig spiele. Die spielerische Freiheit, sich in dem Örtchen Lizard Breath nach Belieben bewegen zu können, die stereotypisch-skurrilen Charaktere, das atmosphärische Setting, die wirklich fantastische Grafik, einfach rundum toll. Auch wenn ich damals beim Wechsel zum PC meinen Amiga verkaufte, so habe ich doch noch ein paar Originale behalten, die mich besonders fasziniert haben, daher steht bis heute die Schachtel der Amiga-Version von It came from the Desert in meinem Schrank, als positive Erinnerung an eine andere Zeit. Etwas besser als das Original fand ich allerdings das AddOn Antheads, der Trick mit den Mensch-Ameisen-Mutationen ist schon super. Sicherlich, verglichen mit heutigen Spielen bietet ICFTD nicht allzuviel Substanz, aber dennoch wirkt auch heute noch der B-Movie-Charme, und als 2D-Titel sieht es auch immer noch brauchbar aus, die Spielbarkeit passt ebenfalls noch, also ist es wohl ein Game, das alles in allem den Test der Zeit überstanden hat.

5 „Gefällt mir“

Willkommen im Forum @incorp :slight_smile:

Entschuldige, ich hab vergessen zu antworten. Du hast recht. Ich hab Tarantula und Mörderspinnen komplett durcheinandergebracht.
Der Film den ich meinte und den mein Verstand in den Dschungel verlegt hat (mein Hirn funktioniert wohl wie ChatGPT. Wenn ich es nicht mehr weiß, erfinde ich Erinnerungen), war tatsächlich „In der Gewalt der Riesenameisen“ von Bert I. Gordon.
Auf deinen Kommentar hin habe ich übrigens Tarantula und Mörderspinnen nochmal gesehen und bei mir zünden die leider nicht so sehr. Da bin ich wohl nicht Genre-Fan genug. THEM! ist wohl doch eine Ausnahmeproduktion, die ich einfach liebe.

1 „Gefällt mir“

Bert I. Gordon ist halt wirklich auch nur was für Fans des sehr günstigen Films. :sweat_smile:

Es stimmt schon: Die Qualität eines THEM! erreicht kaum ein Film. Aber ich bin wohl genug Fan des Genres, um auch an den anderen Spaß zu haben. Gerade Jack Arnold macht mir sehr viel Spaß. DIE UNHEIMLICHE GESCHICHTE DES MR. C. allen voran. Und TARANTULA auch. DER SCHRECKEN VOM AMAZONAS ist auch super. Aber ich schweife ab.

1 „Gefällt mir“

Was Christian Genzel zum It came from the Desert (2018) Film vergessen hat zu erwähnen, ist dass der Abspann mit das Beste am Film ist. Dort wird nemen den Credits nämlich die Amiga Version komplett als Longplay gezeigt.

Aber vielleicht hatte es hier jemand schon erwähnt. Ich hatte jetzt nicht alles lesen können

1 „Gefällt mir“

Danke! :slight_smile: Seit dem Cubemagazin war ich in keinem Forum mehr unterwegs, und das ist ganz schön lange her.

1 „Gefällt mir“