Hat es jemand probiert, Agentic AI dafür zu nutzen, um Textadventures zu spielen?
Ich habe es gerade mit Claude ausprobiert und war ehrlich gesagt überraschend gut unterhalten.
Ich habe eine D&D-Session im Noir Mystery-Genre erstellt. Die KI hat mir ein Setting rund um einen Privatdetektiv aufgebaut, der einen entführten Sohn einer adeligen Familie aufspüren sollte. Das Ganze mündete in einer Verschwörung, in der ein dunkler Kult das Blut des Jungen nutzen wollte, um lange versiegelte Magie zu entfesseln. Ich habe ca. eine Stunde bis zum Ende gespielt und machte folgende Beobachtungen:
- Das Ganze funktioniert wie ein Textadventure, aber man kann einfach alles machen. Floskeln wie “Das geht nicht” sieht man nicht; die KI reagiert auf jede Albernheit und lenkt die Geschichte geschickt zurück in ihren Bahn.
- Die Geschichte wird wohl “on the fly” geschrieben; das Programm weiß nicht am Anfang, wie es enden wird. Trotzdem behält sie alles, was passiert ist, im Gedächtnis und hält die Geschichte sehr kohärent.
- Das Writing ist handwerklich einwandfrei. Keine Spur von Künstligkeit; ich hätte nicht erraten, dass eine KI die Texte geschrieben hat, wenn ich es nicht wüsste.
- Andererseits ist die Geschichte voller Klischees. Hier wurden alle Noir-Mystery Checkpoints abgehackt.
- Vielleicht war es nur Glück, aber ich hatte das Gefühl, dass ich gar nicht verlieren konnte. Als ich zum Beispiel bei der finalen Konfrontation tödlich verwundet wurde, würfelte das Programm eine natürliche 20 beim Death Save. Zufall? Ich weiß es nicht.
- Die KI hat sich manchmal in die Ecke geschrieben. Aber als ich Plotlöcher anmerkte, hat sie alles so geschickt umgedreht, dass sie plötzlich alle Sinn machten. Das war sehr amüsant und hatte die Wirkung eines total unerwarteten Twists.
KI ersetzt natürlich keine durchdachten Spiele dieser Art. Aber als eine Erfahrung war das Ganze sehr erfrischend und hat mir viel Spaß gemacht.
Hier noch als Kostprobe der Ausschnitt vom Ende des “Spiels”:
You climb the stairs together. The night sky greets you — the fog has cleared. Stars. The half-moon hangs over the Greywater Sea. Dawn is still two hours away.
The walk back to Vellancourt Row is quiet. Two men too tired for words.
When you arrive, Briget opens the door before you knock. Behind her, sitting at the kitchen table wrapped in a blanket, eyes heavy with sleep but open —
Corin.
„Papa?“
Aldric crosses the room in three strides and drops to his knees. He holds his son and doesn’t let go.
Elara appears in the doorway. She sees Aldric and Corin. She sees you — bloodsoaked, swaying on your feet. Her grey eyes fill.
„You found him.“
„I found him.“
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