Kooperative Brettspiele (in der Schule)

Lieber SF-”Schwarm”,

es ist vermutlich sehr dreist, aber ich stelle jetzt einfach mal ein sozusagen dienstliches Anliegen hier rein, und zwar würde ich mich über eure Erfahrungen mit kooperativen analogen Spielen freuen.

Und zwar welche von der Sorte “Wir gegen das Spiel”, also keine asymmetrischen von der Marke Scotland Yard usw., bei der ein Teil der Spieler zwar kooperiert, aber immer noch gegen andere Mitspieler agiert. Sondern welche, bei denen man als Gruppe “das Spiel besiegt”. Sowas wie Gloomhaven beispielsweise, aber jetzt kommt der Knackpunkt:

Die Spiele sollen im Rahmen einer schulischen Projektwoche am ersten Tag von Schülerinnen und Schülern ausprobiert werden (Jahrgangsstufen 5 bis 9 gemischt), um selbst Erfahrungen mit verschiedenen solchen Spielen zu sammeln, bevor es dann an den weiteren Projekttagen ans Erfinden und Gestalten eines eigenen kooperativen Spiels gehen soll. Nicht unbedingt nur Brettspiele übrigens, es könnten auch andere Varianten werden, Kartenspiele, Escape-Room, auch supereinfache (idealerweise spielleiterlose) Pen&Paper-Rollenspiel-Varianten wären denkbar.

Da hier einerseits bestimmt Leute sind, die auch viel analog spielen, und ich andererseits auf der Con gemerkt habe, dass gefühlt 90% der SF-Hörer Lehrer sind, hoffe ich sogar auf eine gewisse Schnittmenge. Vielleicht hat jemand von euch ja schon mal mit Kindern/Jugendlichen Erfahrungen hierzu gesammelt und weiß, was gut ankommt und was nur zu Frust führt?

Tl;dr: Gesucht sind (gänzlich) kooperative analoge Spiele, für 10-15-jährige, die keine komplexen Regeln und keine allzu lange Spieldauer haben, damit man mehrere im Rahmen eines Schulprojekttages flott durchgespielt kriegt.

Ich weiß, ich könnte auch die KI fragen. Aber ihr seid toller und ich vertraue euren Erfahrungen mehr.

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Die Echos-Spiele sind sehr gut. Ansonsten ist Safe-House kooperativ und das Scream-Brettspiel auch :slight_smile:

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Die Neuauflage von HeroQuest lässt sich via App kooperativ gegen einen KI-Overlord spielen.

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So, jetzt stand ich nochmal ne Weile vor dem Regal:

Das Kartenspiel Hanabi passt in meinen Augen gut: es lebt von Kommunikation UND ist flott spielbar! Obendrein bekommt man’s unter 15 Euro.

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Mit Erwachsenen macht mir zur Zeit wieder Paleo viel Spaß, etwas einfacher aber gut auf die Schnelle ist auch Tranquility :smiley:
Der absolute Favorit sind aber die Chronicles of Crime Spiele - gemeinsam gegen das Spiel die entsprechenden Fälle zu knacken macht richtig Spaß!

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Dungeon Fighter.

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Super Thread! :heart::heart::heart:

Hier eine Auswahl meiner kooperativen Spiele, spontan geordnet:

Koordinaten:

  • links nach rechts: Alter bzw. Klasse 5- Kursstufe

  • unten nach oben: Regeln und Komplexität

Gerne diskutieren oder Fragen stellen, Erklärung folgt. :slightly_smiling_face:

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Da würde ich doch gerne mit Jubel-Emojis reagieren können und nicht nur mit Herzen! Danke euch allen, da werden die Kollegin und ich mal sichten.

Hat jemand von euch mit einem der Spiele oder mehreren Erfahrungen mit Schülergruppen gesammelt, oder beziehen sich eure Einschätzungen eher auf eure eigenen Spielerfahrungen als Erwachsene oder ggf. mit eigenen Kindern im ähnlichen Alter?

Zombicide, geht aber eher 60 Minuten und tendenziell an 12 Jahren.

Meine Tochter hat in der Schule Magic Maze kennengelernt, worauf hin wir uns das auch zugelegt haben.

Ein etwas anderer Dungeon crawler, bei dem man nicht sprechen darf und jeder Spieler zwar alle Figuren bewegen kann, aber nur in eine individuelle Richtung.

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Davon kenne ich nur Dorfromantik und das ist super. Damit spielen auch meine Kids sehr gern :blush:

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Skyteam wäre vielleicht auch noch interessant. Ist ein 2er Koop Spiel bei dem es die Aufgabe ist ein Flugzeug zu landen.

Die Anleitung liest sich schwerer als das Spiel tatsächlich ist.

Das weiter oben fotografierte 5-Minute Dungeon ist auch echt cool und sehr kurzweilig.

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Bei The Crew und BombBusters und auch dem oben genannten Hanabi möchte ich zu bedenkken geben, dass man sich da relativ stark aufeinander verlassen und logisch kombinieren muss. Da gab es am Spieltisch bei uns schon öfter kurze „Das ist doch völlig logisch, dass da eine 9,5 liegen muss, wieso schneidest du das Kabel durch?!“-Reaktionen. Kann im Klassenverband natürlich gut funktionieren, aber diese „Ich hoffe, meine Mitspieler sind keine Vollidioten!“-Momente können in Freundeskreisen lustig sein, bei eher lockeren Verbänden aber eventuell noch zusätzlich stressen…

Ich werfe meinerseits mal noch Flashpoint in den Raum. Man rennt durch ein Haus und muss es löschen. Tendenziell brennt alles nieder. Aber der Zufallsfaktor ist groß genug, dass man oft nicht das Gefühl hat, „Schuld“ zu sein, egal wie sehr man es verbockt hat. Ist zugegeben etwas länger…

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Ich habe keine Schulklasse, aber vier Kinder. :blush: Und mit denen hatte ich auf Empfehlung des Spieleladens meines Vertrauens viel Spaß mit Wonder Book.

Das ist ein PopUp-Dungeon Crawler in mehreren Kapiteln, der sich immer weiter entfaltet. Hier liegt dann auch der Haken für den gesuchten Einsatz: Wenn man nur Zeit für eine Einstiegsrunde hat, kann man die später folgende Entwicklung der Spielfiguren und des Spiels nur erahnen. Zudem ist die Spielzeit pro Kapitel eher hoch, was durch eine vorbereitete Spielleitung aber etwas reduziert werden kann (eigentlich leitet das Spiel durch einen sortierten Kartenstapel selbst durch das Geschehen).

Empfehlen wollte ich es trotzdem, weil das Spiel in (m)einer kleinen Runde sehr gut fumktioniert und die Zusammenarbeit fördert.

https://www.brettspiel-news.de/index.php/brettspieltest/9213-wonder-book?showall=1

Sky Team hätte ich auch gesagt, aber da muss der Wille schon Recht groß sein, sich in die Regeln einzuarbeiten. Und wir hatten als Erwachsene schon das ein oder andere Mal Regelfragen. Du bräuchtest also Betreuer, die bei Bedarf helfen können.

Magic Maze würde ich uneingeschränkt empfehlen. Normalerweise mag ich keine “Hektikspiele" , aber das hat es mir angetan. Ganz großer Vorteil ist der einfache Einstieg mit sehr wenigen Regeln. Mit jeder Runde kommt eine Regel dazu. Da kannst Du die Kinder einfach nach einer kleinen Einleitung spielen lassen.

Ich würde von Spielen wie Pandemie oder Die Verbotene Insel abraten. Du hast meist ein oder zwei in der Runde, die sich schnell einen guten strategischen Überblick verschaffen und dann das Spiel an sich reißen. Das hängt dann die anderen ab und produziert bei ihnen Langeweile.

Daher, nimm Spiele, wo jeder eine eigene Rolle hat, die nicht vollständig von den Mitspielern eingesehen werden kann oder wie bei Magic Maze die Kommunikation weitestgehend unterbunden wird.

Ich will hier auch noch Hanabi in den Ring werfen. Ist zwar abstrakt und eher etwas für die älteren Jahrgänge, aber ich spiele es immer wieder gerne. Die Anschaffungskosten sind zudem überschaubar.

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E-Mission ( Details - Schmidt Spiele ) ist ein schönes etwas asymetrisches kooperatives Spiel, bei dem man versucht den Klimawandel aufzuhalten. Spannend, spassig und man lernt noch was (igitt!). Kennerspiel des Jahres 2024.

Ansonsten auch nett, wenn auch inzwischen evtl ein bisschen vorbelastet: Pandemie (https://www.asmodee.de/produkte/pandemic). Man versucht gemeinsam weltweit Viren zu bekämpfen. Gibts auch in einer “Legacy” Variante, die auch sehr gut ist.

Achja, Yggdrasil. Man spielt nordische Götter die versuchen Ragnarök aufzuhalten. Sehr spannend.

Etwas technischer aber trotzdem sehr gut: X-Com. die Brettspielumsetzung des Computerspiels (https://boardgamegeek.com/boardgame/163602/xcom-the-board-game). Man braucht eine App, aber es ist sehr spassig und spannend, und dadurch, daß die Aufgaben sehr unterschiedlich sind und man mit Zeitdruck zu tun hat, fällt das “einer sagt allem was sie tun müssen um zu gewinnen” weg, da jeder mit seinen eigenen Aufgaben genug zu tun hat.

Hab noch mehr, frag einfach :slight_smile:

Viel Spass!

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This right here. Bin nicht sicher, ob ich Regicide so weit oben einordnen würde (dafür mit jedem beliebigen 52-Kartendeck spielbar), aber gute Auswahl die insbesondere nichts für den Zweck zu komplexes enthält. Als kleine Anmerkung würde ich noch geben, dass Magic Maze, The Crew, Bombbusters, The Gang und Regicide (mglw. auch andere, ich kenne nicht alle der Spiele hier) allerdings die Kommunikation teils sehr stark einschränken, was einem bei Kooperativen Spielen schon irgendwie gefallen muss und nicht jedermanns Sache ist.

Micro Macro hat außerdem teils trotz des knuddeligen Aussehens einige Themen die evtl. schwierig sind und iirc warnt die Anleitung da nicht vor. Da würde ich mich vorher informieren, welche Fälle das sind.

hiervon kenne ich „Dorfromantik“ und kann das klar unterstützen, das spielt sich wie flutsch, macht Spaß, versteht jeder sofort, und es gibt wirkliche Erfolgserlebnisse und das sehr schnell.
(Sieht auch auf dem Tisch total schön aus!)

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Pandemie ist ein Klassiker, ein total tolles Spiel, habe ich begeistert gespielt, meiner Meinung nach aber schon ziemlich anspruchsvoll für malzwischendurch und nicht sooo intuitiv, daß man mal eben losspielen kann und dann auch zügig fertig wird. Für brettspielaffine Spieler*innen aber sicher ein Muss.

Ein Spiel, daß wir gerne gespielt haben, das sich gut wegspielt und dabei auch hübsch aussieht und anspricht ist noch „Geister Geister Schatzsuchmeister“


das ist mal „Kinderspiel“ des Jahres geworden, ich finde das aber gar nicht anspruchslos oder banal, sondern durchaus herausfordernd, gerade wenn nicht alle Brettspielprofis sind oder nur mal eben spielen wollen. Gleichzeitg war das wirklich Teamplay im besten Sinne.
Review

Bei kooperativen Spielen ist ja immer die Komponente, WIE gut ist das Teamplay wirklich ein Thema, oder setzt sich eine „Bestimmer*in“ (oder ist das einfach meistens männlich…) durch, der den anderen sagt, was sie zu tun haben. Pandemie ist ein bißchen anfällig dafür, bei Dorfromantik und Geister… sind eigentlich alle dabei.

Spielleiterlose „Rollenspiele“:
da haben mir wirklich gut gefallen
Maus & Mystik


Review
und T.i.m.e Stories

Review
Beide sind nicht ganz leicht zugänglich, liegt aber in der Natur der Sache, einen Spielleiter simulieren zu müssen, bzw. den einfach nicht zu haben, sondern regeltechnisch abzubilden.
Beide Spiele sehen aber sehr schön aus, fordern bei der Ausstattung total zum Mitmachen auf und sind sehr atmosphärisch.

achja: verlinkte Reviews habe ich gar nicht gelesen, nur sehr kurz gesucht und verlinkt, um mehr Kontext zur Beurteilung zu schaffen, bei der Meinung zum Spiel gilt, was ICH geschrieben habe!

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Also in unserer Runde eher so 60 Minuten pro Spieler. Wobei wir letztes Mal eine Partie hatten, die schon nach zwei Minuten vorbei war… :sweat_smile: