Nischen Feedback zu den "Die Welt von" Folgen

Nachdem ich nun wieder ein paar „Die Welt von“ fertig gehört habe, muss ich einen Punkt ansprechen, der mich nun schon etwas länger beschäftigt und lange zögerte ihn zu posten.

Zunächst aber erst einmal ein grosses Lob. Ich find die meisten Folgen sehr gut, v.a. ein solider roter Faden, viele Hintergrundinfos, gute Recherche, passende Gäste und auch wenn man in einem der Themen schon sehr gut drin ist, man lernt trotzdem wieder neue Aspekte.

Auch ist die tolle Harmonie zwischen Rahel und Mháire zu spüren. Daher den kommenden Punkt weder persönlich nehmen noch als böse Kritik verstehen, sondern lediglich als Denkanreiz.

Worum es mir geht ist der „politische Kommentar“, leider finde ich keine bessere Formulierung, der bei manchen Folgen mit dabei ist. Ich muss das ein klein wenig ausführen, damit es nicht falsch verstanden wird.

Nehmen wir mal die Folgen zu Shadowrun und Alien, da es da eine gut vergleichbare Parallele gibt. In beiden Welten werden starke Monopole von Unternehmen eingebettet und die Auswirkungen davon, wobei das schon sehr kurzgegriffen ist. In den Folgen wird das u.a. als Kapitalismuskritik erwähnt. Das ist etwas sehr oberflächlich es so zu klassifizieren aber kann man mit leben. Ein anderer Aspekt war z.B. die Geschlechterrollen. Wir haben es somit also mit Themen zu tun die zu einem relevanten Teil auch im politischen Spektrum zuzuordnen sind.

Nun ist es natürlich sinnvoll das in den Folgen anzusprechen, dass das Teil der Welten ist und wie es behandelt wird. Da bin ich ganz bei euch. Das haben wir ja auch in anderen Formaten, z.B. wenn ich mich an die Folge zu Pirates erinnere als Gunnar und Chris auch eine Wissenschaftlerin dazu interviewed haben.

Was ist nun also mein „Kritikpunkt“? Die Art und Weise wie es angesprochen wird und daraus ergeben sich meine Anmerkungen.

  1. Es wird teilweise nur sehr kurz und sehr oberflächlich angesprochen ohne auf die Details einzugehen. Ist es wirklich pauschale Kritik am Kapitalsimus oder geht es eher um starke Monopolbildung. Welche Hintergründe hat es, welche Position hatten die Autoren dazu, wie ordnet die Wissenschaft das ein usw. Da kann man natürlich nicht endlos in die Tiefe gehen aber in anderen Aspekten werden die Folgen ja genau um diese Tiefe erweitert.
  2. Die Formulierungen oder Ausführungen dazu. Da es oft nur so grob angesprochen wird sind die Formulierungen der beiden Podcasterinnen oft eher sehr lasch oder ziehen das Thema gefühlt eher ins Lächerliche. Das ist jetzt natürlich rein subjektiv wie es bei mir akustisch ankommt. Das passt irgendwie nicht ganz in das restliche Format das sehr nüchtern und sachlich formuliert wird.
  3. Die „Belehrung“ die mitschwingt. Ich kann mir grob vorstellen wie die beiden Podcasterinnen politisch grob positioniert sind, daher kann ich durchaus verstehen warum und wie sie die Kommentare so hinzufügen. Es ist für mich als Zuhörer aber durchaus so, dass es dann z.B. so ankommt als sei Kapitalismus pauschal schlecht und das würden ja alle wissen. Oder Gewerkschaften (siehe Alien Folge) sind ein Heilmittel. Fairerweise wurde es im Fall der Gewerkschaften ja auch so formuliert, dass die Podcasterin das als ihre Meinung ansieht. Auch der Verweis an einer Stelle in der Alien Folge, dass es „natürlich ein Mann war“, der dann destruktiv auftrat.
  4. Referenzen zu unserer heutigen Zeit. Immer wieder gibt es mal Formulieren wie „wir sind da ja auch schon“ bzw. „wir sind da ja auch nicht weit entfernt/kurz davor“. Aber es wird dann nicht näher drauf eingegangen oder es mit Fakten untermauert.
  5. Es ist ein leichter Bruch im Hörfluss. Das lockert natürlich auch auf, aber es lenkt teilweise vom eigentlich Thema ab, welches gerade im Kapitel angesprochen wurde. Das ist aber jetzt nur ein Randaspekt und auch sehr subjektiv. ( Ich bin ja u.a. auch froh, dass das Gendern in den Weltfolgen weniger geworden ist, da es teilweise sogar dazu führte, dass ich zurückspulen musste weil manches unverständlich war. Aber das ist ein anderes Thema)

Ist das jetzt wirklich ein tiefgreifendes Problem? Nein, natürlich nicht.

Hör ich deswegen die Folgen nicht mehr? Nein, auch das nicht.

Da mag ich auch in einer Minderheit sein, aber gerade beim Hörfluss stört mich das schon, weil man dann leicht genervt ist. Und da geht es nicht um ein vermeintliches Privileg, dass man von Politik verschont werden will, sondern es sollte eben inhaltlich gut argumentativ und mit Fakten eingebettet sein, so wie z.B. bei der Pirates Folge. Anders sehe ich es z.B. in den FON Folgen, da hat v.a. ja Gunnar auch ab und zu politische Aspekte aus subjektiver/persönlicher Sicht angebracht. Da passt das aber zum Format.

Wenn die Einbettung v.a. mit mehr Tiefe, Argumenten und Fakten erfolgt, dann kann man auch viel besser konkrete Punkte im Nachgang ansprechen und diskutieren. Und ich würde behaupten, dass die StayForever Community auch politisch durchaus sehr bunt gemischt ist :slight_smile: Insofern wird es da durchaus unterschiedliche Ansichten geben und auch Interpretationen der Welten, die in den Folgen betrachtet werden. Wer eher dem linken, sozialen, etatistischen Spektrum sich zuordnet wird das was ich angesprochen habe weniger stören, außer evtl. beim Hörfluss. Aber wenn man eher liberal oder konservativ eingestellt ist, dann kann man es evtl. eher nachvollziehen.

Und sollte jemand eine Formulierung unangenehm hier auffallen, bitte erst einmal nachfragen. Ich habe es mehrmals umgeschrieben um möglichst niemandem auf den Schlips zu treten.

Wie schon am Anfang gesagt, der überwiegende Teil der Folgen ist super, toll anzuhören und bereichert sehr. Gerade deswegen ist dieser vermeintliche Aspekt für mich so „nervig“, weil dann beim Hören die Stimmung schwankt. Evtl. bin ich da aber auch in einer extremen Minderheit und die Mehrheit der Hörer findet es gut so. Und bestimmt hab ich irgendeinen Punkt nun doch vergessen, den ich ansprechen wollte :slight_smile: Seht es mir nach.

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Ich finde, du hast deinen Gedanken vorbildlich mitgeteilt, was nicht heißt, dass es gerechtfertigt ist.. :slight_smile:

Man kann ja nicht nicht kommunizieren und wie du schon angemerkt hast, haben alle Podcaster hier eine ethnologische und politische Meinung, welche mal mehr, mal weniger unterschwellig (oder subversiv) mitklingen. Und sich gar nicht positionieren zu wollen bewirkt ja auch eine Positionierung.

Vielleicht habe ich es da leichter, da ich, wie speziell in deinem Beispiel, die Meinung von Rahel und Mháire teile und mir das durchaus auch auffällt, ich es jedoch mit einem inneren mildem Lächeln nickend zur Kenntnis nehme. Und ich mag es auch von Zeit zu Zeit mal gepiekst zu werden, denn es entspricht schon nahezu einer Tautologie zu sagen: „dass es natürlich ein Mann war“.
Dass andere Hörende (oder Hörer) darüber stolpern und es sie aus dem Hörfluss rausreisst finde ich interessant. Wobei das schon ältere threads sehr deutlich gemacht haben. :slight_smile:

In eine sehr ähnliche Kerbe trifft wohl die Axt namens Kapitalismuskritik.
Andererseits kann ich mich noch an die "Young in the 80s Folge über die Drei Fragezeichen erinnern, wo ich aufgrund Christians Meinung auch 1-2 mal durchatmen musste. Am Ende ist es seine Meinung und auch wenn sie sich nicht mit meiner deckt, tut sie auch niemandem weh. Jedoch sollte ich die nochmal hören, da meine fanboy Sicht mittlerweile etwas milder ist.

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Hm, ich empfinde das nicht als störend, aber möchte vor allem eins zu Bedenken geben - mal auf der Alien-Folge basierend: Aliens Kapitalismus-Kritik und Cyberpunk-Anleihen sind flach und in sehr groben Strichen. Ich finde das völlig okay, wenn das eher so flach behandelt wird?

Shadowrun nutzt das auch sehr stark mehr als Backdrop als irgendwas anderes.

Ich fände das eher irritierend, wenn da fundiert in die Tiefe gegangen wird, das gibts das Werk ja garnicht her.

Das die Podcasterinnen aus ihrer (weiblichen) Perspektive kommentieren, finde ich völlig okay und fänds schade, wenn das weggeht.

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Cool, dass du dir so viele Mühe gegeben hast, deine Kritik differenziert zu formulieren, dafür erstmal Daumen hoch.

Ansonsten muss ich ja sagen, dass mir diese Kurzkommentare eigentlich immer ganz angenehm auffallen. Das mag einerseits daran liegen, dass sie sich mit meiner Weltsicht decken, aber ich glaube es liegt nicht nur daran, dass hier meine Filterblase intakt bleibt.

Ich bin nämlich grundsätzlich kein Fan davon, wenn Menschen versuchen, so zu tun, als seien sie unpolitisch. Im schlimmsten Fall glauben sie das selbst, ansonsten halten sie mit etwas hinter dem Berg, was ich gerne wissen mag. Denn bei allen journalistischen Objektivitäts-Idealen darf man nie vergessen, dass jede Autorin, jeder Autor natürlich politische Überzeugungen hat und die natürlich seine Arbeit beeinflussen, ob sie es wollen oder nicht.

Grade Podcasts sind so Personality-basiert, dass ich ihnen ja eh immer einen Kommentar-Charakter zugestehe und ich muss bekennen, dass ich auch großen Spaß daran habe, wenn jemand mit ganz anderen Ideen diese mal versucht, zu formulieren (jetzt mal abgesehen von offensichtliche Hassrede und anderen Formen schlechten Benehmens, die natürlich nie okay sind. Aber der Kapitalismus kann ein paar Sticheleien durchaus vertragen, dafür regiert er am Ende ja trotzdem noch). Aber das ist vielleicht auch persönliche Deformation eines Politik-Junkies.

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Bei mir ist es umgekehrt der Fall, ich begrüße diese Einstreuungen sehr. Grade in Zeiten wo die Konservativen+ schon den Diskurs so hart dominieren, müssen für Gleichgewichtsbestrebungen eben auch die anderen Meinungen gestreut werden. Ich finde es auch gut, dass es dann nicht unnötig ausgeführt wird. Wenn man Interesse oder Bedarf hat sich da weiterzubilden kann man das ja dann super in Eigenverantwortung tun, dann haben diese Einstreuungen ja direkt noch einen weiteren positiven Nebeneffekt. Besonders steil oder weit hergeholt sind die Thesen ja auch nicht mMn.

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Herzlich Wilkommen im Forum @Bianco_Zigar

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Danke für deinen differenzierten Beitrag.

Ich habe nicht mehr alle Folgen vollständig im Ohr, aber gerade bei Die Welt von Tomb Raider hatte ich nicht den Eindruck, dass politische Aspekte nur beiläufig oder schlecht eingebunden vorkommen. Laras Rolle als wohlhabende britische Erbin im Schatzjägergenre, die kolonialen Traditionen dieser Erzählform und die Frage, wie andere Länder und Kulturen dargestellt werden, all das ist ja meines Erachtens zentrale Bestandteile der Analyse.

Grundsätzlich tue ich mich etwas mit der Formulierung „politischer Kommentar“ schwer, weil sie nahelegen kann, Politik werde nachträglich in ein eigentlich unpolitisches Popkulturthema hineingetragen. Popkultur ist aber auch dort politisch geprägt, wo sie sich selbst nicht ausdrücklich politisch versteht. Durch die Auswahl von Schauplätzen und Gegnern etwa, die Darstellung von Militär und Polizei, von Geschlechterrollen oder schlicht durch die Frage, wer Handlungsmacht besitzt und wer nur als Kulisse erscheint. Bei Tomb Raider könnte man fragen, was es eigentlich bedeutet, dass eine westliche, wohlhabende Britin sich die Vergangenheit der ganzen Welt als Abenteuerraum erschließt, während andere Länder und ihre Bewohner im Wesentlichen als Kulisse erscheinen. Das ist zunächst eine Beschreibung der Erzählstruktur und ihrer Tradition, noch kein abschließendes moralisches Urteil über Lara oder die Spiele.

Deine Forderung nach mehr Präzision kann ich aber schon nachvollziehen. Allerdings habe ich den Eindruck, dass dich nicht hauptsächlich die Einbettung oder die mangelnde Ausführlichkeit stört, sondern in erster Linie die politische Richtung der Einordnung.

Das ist selbstverständlich legitim. Dein Hinweis, dass diese Passagen Menschen aus einem liberalen oder konservativen Spektrum eher stören könnten, deutet ja selbst darauf hin, dass hier unterschiedliche politische Vorverständnisse eine Rolle spielen. Ich würde diese inhaltliche Ablehnung aber von der Methodenkritik trennen.

Eine konservative Medienkritik wäre ja durchaus möglich. Man könnte Lara nicht nur aus einer postkolonialen oder feministischen Perspektive betrachten, sondern auch fragen, welche traditionellen Bindungen und moralischen Tugenden in ihrer Figur fehlen und ob ihre aristokratische Herkunft lediglich als ästhetische Oberfläche für einen radikal individualistischen Lebensstil dient. Das wäre dann ebenfalls eine politische Lesart, nur eben eine andere. Wenn das stattfände, wärst du dann glücklicher?

TD:DR: Ich finde nichtdass jede Folge eine ausführliche politische Analyse mitbringen muss Aber das vollständige Weglassen von politischem Kontext wäre ebenfalls keine neutrale Lösung. Vielleicht liegt der eigentliche Streit weniger darin, ob politische Aspekte angesprochen werden, sondern welche Perspektive dabei eingenommen wird und wie sauber man sie argumentativ ausarbeitet.

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Es freut mich sehr, wie konstruktiv, fair und sachlich mein Post kommentiert wurde. Das hätte auch nach hinten losgehen können. Spricht für unsere Community hier :slight_smile:

Ich finde das „Pieksen“ trifft es sehr gut. Ich bin ein sehr politischer Mensch und mag diesen Triggerpunkt, sehr sogar. Er passt für mich rein subjektiv hier nur in der Form nicht perfekt rein. Lass es mich mal so beschreiben: Ich höre den Trigger und würde am liebsten nun eine politische Debatte starten :slight_smile: Aber eigentlich wollte ich ja gerade was zum Xenomorph lernen. Das ist ein wenig ein Kontextbruch, wenn es eben nicht weiter vertieft wird.

Dein Beispiel mit der „Young in the 80s“ würde wiederum eher in mein FON Beispiel passen. Da finde ich es irgendwie passender in der Form wie es eingebettet ist.

Das find ich einen sehr guten Punkt, deswegen ist es vmtl. auch nicht so leicht sich da zu entscheiden. Geht man nun doch tiefer ein obwohl es da nicht genug Material hat, oder lässt man es ganz weg oder bringt man nur einen schnippischen Kommentar (nicht böse gemeint).

Da stimme ich dir insofern zu, dass ich das nie gezwungen sehen will. Mein Punkt ist eher, wenn ich jetzt ein Thema bearbeite welches nicht direkt politisch ist sondern nur am Rande, ob ich dann die politische Nuance mit beimischen sollte oder nicht.

Die hab ich noch in der Warteschlange, dann kann ich da dank deinem Hinweis sogar etwas genauer drauf achten :slight_smile: Das hilft mir evtl. dann bei meiner Sichtweise konstruktiv weiter.

Bitte hänge dich nicht an dem Begriff auf, das ist einfach meine Unfähigkeit einen besseren Begriff zu finden. Daher bewusst in Anführungszeichen gesetzt. Ich stimme dir da auch bei deinem restlichen Absatz zu. Das war dann von mir einfach nicht gut genug rübergebracht.

Das sind eigentlich zwei Aspekte. Daher würde ich da differenzieren, auch wenn diese schon einen Zusammenhang haben.

Stimme ich da manchen Perspektiven nicht zu und würde widersprechen? Ja, durchaus ab und zu. Oder zumindest präziser werden, daher ja mein Beispiel mit der Frage ob es pauschale Kapitalismuskritik ist oder es eher um ein Subset wie Monopole und Big Corporations geht. Das macht im Detail einen Unterschied. Aber der Aspekt alleine ist es nicht.

Es startet eigentlich, wie oben schon angesprochen, eher mit der Methodik, dass es nur als oberflächlicher Kommentar oder Seitenhieb eingebettet ist. Das ist also durchaus ein Triggerpunkt, aber durch die „simple“ Einbettung nicht genug um dann daraus in eine wirkliche Diskussion auszuarten.

Vereinfacht gesagt kommt es so an, dass wir das Fass mal kurz aufmachen wollen, aber eigentlich doch nicht tiefer drauf eingehen wollen und eine Diskussion nicht nötig ist. Auch wenn das wahrscheinlich nicht die Intention ist.

Um es mal überspitzt zu beschreiben. Triggerpunkt kommt und am liebsten würde ich jetzt mit den beiden eine tiefe Diskussion darüber führen ob das nun Kapitalismus ist in dem Franchise und ob da nicht doch andere Vor-/Nachteile sich ergeben würden. Oder passt die Parallele zur heutigen Welt wirklich mit den Unternehmen. Aber das wäre ja dann zu schnell vom eigentlich Thema entfernt.

Das wáre durchaus spannend zu sehen/hören, wie das dann wáre. Evtl. gibt es ja mal ein Thema bei dem sich das anbietet.

Wie gesagt bei der Pirates Folge habt ihr das ja gemacht, da war das ein eigener Punkt der sehr sachlich die Thematik angesprochen hat und ja auch zum Teil valide politische Kritik miteingebaut hatte.

Das trifft es ziemlich gut. Mir geht es nicht darum, dass man den politischen Kontext weglässt. Der ist ja bei einigen Themen auch sehr wichtig. Die Erschaffer dieser Welten lassen ja auch oft genug ihre eigene politische Überzeugung mit einfliessen oder gehen bewusst auf bestimmte Themen ein.

Ich will ungern von einem Niveau sprechen, aber viele Ausführungen zu den Inhalten in den Folgen sind ja auf einem relativ hohen Niveau durch eure gute Recherche und Hintergrundinfos. Das ist sehr sachlich und fundiert, sprich beim Hören ist man da schon einen gewissen Anspruch gewohnt und das mag ich. Und dann kommen eben die Kommentare so dazwischen gefeuert, die ein etwas niedrigeres Niveau haben (bitte nicht zu abwertend auffassen), wonach es danach wieder auf höherem sachlichen Niveau weiter geht. Da bin ich wieder beim Punkt, dass das IMHO besser zu den FON Folgen z.B. passt bei denen ihr einfach locker im Gespräch seid.

Ich sehe aber an den Kommentaren auch, dass es nicht so einfach ist das klar darzustellen was das eigentliche „Problem“ ist und die Anmerkungen haben auch beim Reflektieren sehr gut geholfen.

Ich möcht hier mal kurz anmerken, dass ich diese sehr tolerant-reflektierende Diskussionsweise IM INTERNET ungemein erfrischend finde. Kein polarisierendes Aufgebäume und Herumgepoltere, sondern mal endlich wieder zivil scheinbar gar nicht so weit auseinanderliegende Standpunkte zu dsikutieren - das würde ich mir so viel öfter wünschen. Also das ganze Niveau. Danke dafür und chapeau an alle! Find ich ganz wundervoll, grad als Kontrast zu vielen öffentlichen Diskursen.

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Ich möchte eure harmonische Diskussion nicht derailen, aber was ich hier hauptsächlich lese, ist eine Performance-Kritik, in der fünf Sterne verteilt werden für etwas, bei dem sich eigentlich auf keinerlei Inhalt festgelegt wurde bzw. die üblichen verwendeten Begriffe einfach so verpackt wurden, dass man sie dir inhaltlich nicht vorwerfen kann.

Du hast so viele Anführungszeichen und „Bitte nicht falsch verstehen“ verwendet und schiebst (falsches) Verständnis deiner Aussagen auf deine Unfähigkeit, Begriffe zu finden, dass der Ball der Interpretation bei allen anderen liegt.

Eine richtige inhaltliche Auseinandersetzung mit deiner Kritik (ich meine jetzt zumindest, dass es eine solche ist) ist so gar nicht möglich. Denn würde jemand inhaltlich etwas einwenden, könntest du auf alles antworten, dass sei so nicht gemeint gewesen und das ist schade. Schließlich wäre schon interessant, zu wissen, was du jetzt eigentlich genau kritisierst. Irgendwas muss dich ja so nerven, dass du dir die Zeit nimmst, sehr viel Text zu schreiben und ich würde mich freuen, wenn du dich festlegst.

Nach meinem jetzigen Verständnis äußerst du letztlich nur eine der üblichen Kritiken an den Die Welt von-Folgen, aber dann lass uns doch gerne darüber diskutieren, was derart schlimm am Gendern ist oder wie wir dir helfen können, es so in deinen Alltag einzubinden, dass es für dich normal wird, nur als Beispiel.

Denn zuletzt möchte ich zumindest sehr sicher annehmen, dass du ein Problem hast (ohne Anführungszeichen), aber dann lass uns das besprechen und nicht die Form der Äußerung.

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Ich hätte es auch konkreter und provokativer formulieren können mit der dann zu erwartenden Reaktion, wie so häufig in Online Diskussionen. In einer politischen Podiumsdiskussion würde es auch anders formuliert werden.

Das haben doch sogar Leute hier gemacht und hat funktioniert oder etwa nicht?

Auch das hab ich erklärt, dass es mir bereits öfter in den Folgen aufgefallen ist und ich jetzt zuletzt die Alien Folge angehört habe und als Anlass nahm mein Unbehagen anzusprechen.

Ebenso habe ich Beispiele gebracht bei denen mir das aufgefallen ist. Und auf Nachfrage hin hab ich es auch präzisiert worum es mir geht, weil es ja Unklarheiten gab.

Hilft es dir, wenn ich aus einem Transkript die Zitate herausnehme und da konkreter werde?

Was meinst du denn mit „üblichen Kritiken“?
Wir können auch gerne darüber diskutieren warum Gendern bzw. bestimmte Formen davon problematisch sein können, würde das aber bewusst aus dem aktuellen Kontext raushalten, weil es lediglich eine Randnotiz bzgl. dem Hörfluss war.
Und bei allem Respekt, bin ich da nicht auf Hilfe angewiesen.

Die Formulierung klingt als wäre es ein riesiges Problem. Ich hab bewusst von Feedback und Denkanreiz gesprochen. Ich kann auch den Teil, der mich evtl. persönlich nervt, überhören/vorspulen oder gewisse Formate dann meiden. Wenn nun einige sagen, dass genau diese Kommentare ihnen gefallen und am Ende die Mehrheit das positiv sieht, dann ist das als Minderheit akzeptieren. Es hätte ja auch sein können, dass es mehr Hörer gibt denen das negativ auffällt. Dann ist das ein Feedback was die Podcaster evtl. aufnehmen und umsetzen.

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Das möchte ich kurz beantworten.

Es gibt eine Grundströmung an Kritik an Frauen in Männerkontexten, da ist SF keine Ausnahme. Hatten wir hier im Forum auch schon oft, schlimmer ist es auf YT oder Spotify. Die tritt in drei Geschmacksrichtungen auf:

  1. Als purer Hate über die woken, queeren Feministinnen, die sich in geile Männerprojekte reinzecken und die dann mit ihrer politischen Agenda vergiften.
  2. Als Methodenkritik getarnt wo besorgte männliche Hörer Kritik über Sprachduktus, Recherchequalität, Niveau und Professionalität anbringen, gern ein bisschen vage, die so bei männlichen Kollegen nicht geäußert wird.
  3. Als persönliche Befindlichkeit, man habe ja nichts gegen die zufällig weibliche Person, man sei eben gestört, gestresst, genervt oder empfinde sonstwie Unbehagen durch das Gendern oder das Einbringen von „Politik“ oder sonstwas.

Das sind die „üblichen Kritiken“.

Weil wir hier da wenig Toleranz für haben und schnell bissig werden, wenn man uns so kommt, hat sich eine verquere Kritikform entwickelt, wo Leute versuchen, die Frauen in unserem Projekt anzugreifen ohne Chris/Gunnar zu kritisieren, ein bisschen so als entstünden die kritisierten Podcasts nicht unter unserer Chefredaktion und seien nicht freigegeben und als seien die kritisierten Personen nicht von uns ausgesuchte und geschätzte Teile unseres Teams.

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Also ich würde gerne eine Nachfrage stellen zum ursprünglichen Beitrag. Lese ich es richtig, dass die Reibung für dich an der Stelle entsteht, an der politisch gefärbte Kommentare mitschwingen und diese dann aber nicht weiter vertieft werden?
Weil sie für dich diskutabel sind, stört dich, dass sie im Raum stehen und nicht weiter argumentiert werden. Richtig?
Ich finde es persönlich schwer zu lesen, ob dich mehr das „oberflächliche“ stört oder die inhaltliche Ausrichtung, die du hineinliest, sage ich jetzt mal. Meine Vermutung wäre vor allem Letzteres, aber ich mag da falsch liegen.

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@norg Ich kann deinen Standpunkt nachvollziehen.

Ich liebe die „Die Welt von“-Folgen und finde die beiden Meisterinnen des Formats sehr sympathisch, aber ich habe mich auch dabei ertappt, bei politischen Kommentaren etwas angespannt zu werden. Es geht mir noch mehr so bei einigen anderen Podcasts, die das machen, z.B. InsertMoin, Ok, Cool etc.

Ich habe darüber reflektiert, warum das so ist – zumal ich politisch mit den Positionen viel gemeinsam habe – und kam zu dem Schluss, dass mich Aussagen mit politischer Signalwirkung einfach aus der Immersion werfen. Ich will in einem nerdigen Podcast nerdige Sachen hören und für eine kurze Zeit den ganzen Problemen der realen Welt entfliehen. Ich möchte in meinem Save Room keine Politik, und das sage ich als jemand, der als Hobby regelmäßig Bundestagsdebatten schaut.

Man könnte argumentieren, dass es unmöglich sei, sich nicht zu positionieren, weil ein Schweigen bereits eine Positionierung sei. Das stimmt wohl, aber ich würde es begrüßen, wenn man dabei etwas subtiler vorgeht. Statt zu gendern (oder auf der anderen Seite das generische Maskulinum zu verwenden) könnte man „Damen und Herren“ sagen. Statt „natürlich war das ein Mann“ könnte man je nach Kontext sagen: „Frauen spielten zu der Zeit noch eine untergeordnete Rolle“ usw. So würde man einfach mehr Leute abholen, die sonst den Eindruck bekommen könnten, sie würden politisch „belehrt“, während sie sich entspannen wollten.

Diejenigen, die das Ganze nicht stört, könnten sich evtl. in meine Lage reinversetzen, indem sie den folgenden Gedankenexperiment durchführen: Nehmen wir als Beispiel das Thema der Repräsentation. Als Linkshänder finde ich es ungerecht, dass die ganze Welt auf Rechtshänder zugeschnitten ist. Jetzt mache ich einen Spielepodcast und rede in jeder Folge kurz darüber, ob Linkshänder repräsentiert sind, und ob die Scheren die richtige Form haben. Nach einer Weile würde es vermutlich vielen auf den Senkel gehen. Nicht weil Linkshänder unwichtig sind, sondern weil das Anliegen im Kontext des Spielepodcasts ziemlich off-topic ist. Vielleicht würden manche auch mal hinterfragen, ob ich das neue Zelda-Spiel nur wegen seiner Qualität so gut bewerte, und nicht weil der Held dort Linkshänder ist. Das Beispiel ist zugespitzt, aber genau so fühlt sich das Ganze manchmal an.

Dabei möchte ich betonen, dass meine Kritik sich generell auf die Art und Weise bezieht, wie viele Podcasts mit politischem Messaging umgehen, und dass mich dieses Thema speziell bei „Die Welt von…“ nur minimal triggert. Ich werde das Format so oder so weiterhin mit Genuss hören.

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Man kann Dinge auch erstmal so formulieren, wie man sie meint und nicht allen anderen erstmal unterstellen, dass sie sich dann so verhalten, wie du es erwartest. Das ist nicht fair den anderen gegenüber.

Ja, du hast Beispiele genannt, was ich meine, sind Aussagen wie

Was denn nun? Findest du, es ist eine Belehrung? Dann sollten wir das diskutieren, findest du es nicht, warum wird dann ausweichend dieser Begriff verwendet?
Das meine ich mit konkret werden.

Und wenn auch wir jetzt auf inhaltlicher Ebene sprechen: „Denkanreiz“ hat immer etwas von oben herab. Die Frauen sollen zuhören, wie der Mann ihre Arbeit findet und sich das dann zu Herzen nehmen.

Wie ist das jetzt zu verstehen? Du wünscht dir, dass die Podcaster:innen nichts mehr sagen oder mehr?

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Danke für die Ergänzung. Das erklärt auch deine Nachfragen/Kommentare, gerade im Bezug auf deine Punkte 2. und 3. wobei diese ja ein ganz anderer Level sind als dein 1. Geschmacksrichtung.

Ich möchte da schon bewusst differenzieren zwischen persönlichen Befindlichkeiten und inhaltlicher Kritik. WIe schon gesagt, ist das ja auch eigentlich der einzige negativ zu sehende Aspekt in dem Format und ich kann nachvollziehen wenn man sich dann denkt, warum wurde das ausgerechnet bei dem Format kritisiert bei dem zwei Frauen die Hosts sind.

Das könnte ich jetzt nur glaubwürdig entkräften, wenn ich zu anderen Formaten ähnliche Kritik poste, bei denen v.a. männliche Hosts aktiv sind. Da kommt halt bisher der Aspekt effektiv nicht vor. Die Technik Folgen haben das soweit ich mich erinnere nicht, die SF und SSF Spielefolgen auch kaum. Vereinzelt evtl. bei einem Gast mal aber wie schon erwähnt da ist es einfach anders verpackt im Kontext.

Das ist ein furchtbar unglückliches Beispiel. Denn es geht in den Folgen gerade um den politischen Kontext, den sie unmittelbar kommentieren oder mit deuten. Das Thema Sex und Gender sowie Kolonialismus ist angebracht bei Lara Croft, das Thema Kapitalismus bei Alien und so weiter. Und wenn jemals über eine Welt gesprochen wird, in der Linkshänder eine marginalisierte Gruppe sind, dann ist es ebenso angebracht, darüber zu sprechen.

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Ich finde es sehr schön, dass du politisch interessiert bist und dir sogar Bundestagsdebatten als Hobby anschaust, aber ist es nicht gerade diese Auschließen von Politik aus „Hobbyräumen“ die dazu führt, dass immer weniger Menschen ernsthaft miteiander diskutieren? Ich möchte sogar sagen bringt mehr Politik in diese Räume, um mehr Stimmen zu haben, mehr Diskussion und hoffentlich weniger extreme Positionen.

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Fast richtig. Es ist eigentlich zweigliedrig. Im Hörfluss kommt der Kommentar, der evtl. ja sogar humoristisch gemeint war und schwingt dann mit und bleibt für sich stehen ohne Differenzierung oder Erläuterung. Das finde ich einfach etwas unpassend platziert unabhängig vom Inhalt vom Kommentar.

Wenn dann der Kommentar dann auch noch politisch oder auch gesellschaftlich zu hinterfragen wäre ob das nun wirklich so ist, dann wäre man geneigt da nun eine Diskussion zu starten. Was natürlich schlecht geht. Ich kann schlecht sagen, hey liebe Rahel/Mháire das würde ich jetzt gerne erstmal challengen ob das so stimmt.

Diese Challenge/Diskussion/Tiefe, wie auch immer man das nennen will, wäre dann aber vmtl. zu viel für das worum es eigentlich ging.

Ich kann nur für mich sprechen, aber ich persönlich möchte in Spielepodcasts nur über Spiele hören.