Nur gucken – nicht anfassen; bin ich der einzige?

Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich (mittlerweile) viele Computerspiele gar nicht mehr selbst spielen will, sondern dass es mir reicht, für ein paar Minuten in die Welt einzutauchen und mich umzuschauen und dann verlasse ich das Spiel wieder. Geht das nur mir so?

Ich war früher total verliebt in die Point-and-click-Adventures und hab mit ihnen etliche Stunden verbracht, aber mittlerweile habe ich nur noch selten Lust, mich in ein Spiel hineinzudenken.

Habt ihr das auch schon mal bei euch beobachtet?

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Mir reichen teils schon Trailer und die Erkenntnis / Dankbarkeit daraus das ich das Gesehene nicht weiter / selber spielen muss.

Bei Spielen außerhalb meiner Komfortzone (Horror / Survival / komplexe CRPGs) bin ich auch für jedes Lets Play dankbar welches die Moneyshots zeigt, wo ich aber das Lernen von Mechanik/ Systemen und Auseinandersetzung komplett skippen kann.

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Ich mache das auch gerne bei Spielen, die ich gerne gespielt habe, wie bspw. Elden Ring. Ich schaffe diese Spiele nur mit hochleveln und finde es krass wie gut manche Leute diese Spiele meistern. Allerdings machen die das beruflich, aber Spaß macht das schon.

Bei ganz alten Spielen ertrage ich das selber spielen nicht. Gunnar und Chris haben mir durch die Stayforever spielt Staffeln Lust auf einige Spiele gemacht. Allerdings ist es dann über das kurze Anspielen nie hinausgegangen.

Aber Gunnar und Chris machen das ja auch beruflich genauso wie die großen Streamer. Da muss man eben durch. :winking_face_with_tongue: Ich muss da aber nicht durch.

Bspw. fand ich das Spiel KGB extrem spannend. Aber es war dann nicht spannend zu spielen.

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Also gerade Point and Click ist ein Genre, in dem ich früher daheim war und es auch heute noch bin. Ich spiele dann auch durchaus aktuellere Spiele, wobei “aktuell” wirklich dehnbar ist (hatte z.B. vor nicht so langer Zeit Anna’s Quest nachgeholt, hatte da teilweise schon Freude mit).

Was ich aber i.a.R. weder anfasse noch gucke sind Titel mit >50h Spielzeit. Ist für mich eine Mischung aus “ich spiele nicht regelmäßig genug”, “zu langsame Progression” und (mitunter) “für unregelmäßiges Spielen zu komplexe Mechaniken und/oder Steuerungen”. Gibt zwar Ausnahmen (KCD), aber z.B. RDR2 hat mich nicht lange getragen, gleiches gilt für Witcher 3, GTA V, Breath of the wild usw.

Bei Titeln, die ich noch nicht kenne, ist es meist ähnlich. Ausnahmen sind da sicher Speedruns bei Events wie AGDQ usw. Da habe ich durchaus mit Genuss Titel kennengelernt, ohne dass ich davor, dabei oder danach das Bedürfnis hatte, sie selbst spielen zu wollen

Ich denke mal, dass das ganz normal ist, wenn man viele andere Verpflichtungen im Leben hat, dass der Kopf einfach nicht mehr so frei ist für neue Spielmechaniken oder lange Spiele-Sessions wie früher. Da fehlt mir regelmäßig die Zeit oder Energie für. Deswegen sehe ich mir für Spiele, die mich grundsätzlich interessieren, dann eben auch gerne mal ein Let’s-Play an :+1:

Um aber trotzdem noch selbst zu spielen, verabreden wir uns im Freundeskreis immer wieder ganz bewusst zum Daddeln. Dann ist die Zeit bewusst geblockt, der Kopf frei, und wir können uns bei Fragen gegenseitig helfen. Interessanterweise ist es aber selbst dann manchmal so, dass wir uns einigen müssen, wer aktiv spielen “muss”. Häufig wollen wir lieber nur zusehen und kommentieren :wink: – genau anders herum wie früher, wo wir uns darum gekloppt haben, wer aktiv spielen darf :grinning_face_with_smiling_eyes:

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Nee ich kenn das auch. Lets Plays sind da für mich wundervoll, um Spiele zu schauen, die man selbst nicht spielt oder aber anderen zuzuschauen, was sie aus den Spielen rausholen können, die man selbst so spielt.

Wenn ich zocke, dann sind das meist “click Orgien" ohne viel nachdenken, die ich quasi auswendig kann. Das sind dann die Spiele meiner späten Schüler - und Studentenzeit. Bundesliga Manager Pro / Hattrick, Anstoß 3 gerade, C&C Red Alert, Diablo 1, HoMM 3 (Horn of the Abyss mod, ist das toll…). Oder 7 Days To Die wenn’s mal ein bisschen actionlastiger sein darf.

Vor allem zu HoMM schaue ich aber lieber gerne dem guten Norovo zu, als selbst ne riesen Map anzufangen. Das gleiche bei 7DTD.
Auch für Kaizo Marios, da breche ich mir die Finger und bewundere daher mehr die Fähigkeiten, derer, die das können.

Aber auch neueren Kram schaue ich mir aus Zeitgründen lieber an, als selbst zu spielen. Indy Jones als letztes Beispiel. Oder auch diverse Tomb Raider, Resident Evil etc.

Fischonkel oven hat es schon beschrieben. Zeig mir die Moneyshots und lass mich wissen, dass da Grind ist, den ich aber nicht sehen muss. Und dann ist meine Neugier meist befriedigt und ich kann mich unterhalten lassen :slight_smile:

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Habe Lets Plays nie verstanden. Ja es gibt gute Storys, aber die sind selten. Warum sollte ich also bei Videospielen zuschauen?

Das man bestimmte Genres nicht mehr spielt kenne ich aber auch. Ich spiele zB gar keine Horrorgames mehr. Als Teenager habe ich die noch verschlungen.

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Ja, checke ich ehrlich gesagt auch nicht. Zum einen dauert es doch auch nicht weniger lang, wenn man da zu schaut als wenn man es selbst spielt, zum anderen muss man sich teils echt dämliches Gelaber mit anschauen, das einen aus der Story und Atmosphäre rausreißt…

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Anderen beim Spielen zuschauen statt selbst zu spielen gibt mir wenig. Um mal kurz einen Eindruck zu gewinnen, den alternativen Abspann anzuschauen oder eine Aufgabenlösung/Bossfight-Taktiken sich geben zu lassen, ist in Ordnung. Aber das war es dann auch. Wenn ich mehr erfahren möchte, lese ich mir lieber einen Wikipedia-Artikel zu durch, das erspart mir die spielerischen Fails und Kommentierungen des YouTubers oder langweiligen Grind.

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Geht mir auch so, dass ich LPs nicht “verstehe”. Der Spaß bei Spielen besteht für mich darin, die Spielmechaniken auszuführen, sich zu bewegen, die Steuerung zu “fühlen”, schwierige Herausforderungen zu überwinden, das alles habe ich beim bloßen Zuschauen eben nicht, deshalb mag ich auch sog. “Walking Simulators” nicht so recht, obwohl ich ein paar Sachen wie z.B. Soma gespielt habe, als das noch ein relativ neues Ding war, aber irgendwann hab ichs aufgegeben, ist einfach nicht meins. Auch das Konzept von Visual Novels gibt mir nichts.

Und wenn man mal ehrlich ist, die meisten Videospiele haben belanglose Storys, wenn man nur zuschaut und nicht selbst als Spieler involviert ist. Früher fand ich Storys in Spielen total wichtig, heute sehe ich das eher so, wie es John Carmack vor Jahren mal so schön ausgedrückt hat:

„Story in a game is like a story in a porn movie. It’s expected to be there, but it’s not that important.“

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Habt ihr nie mit mehreren Leuten vor einem PC oder Konsole gehangen? Meist so das der Besitzer einen Löwenanteil der Zeit selbst gezockt hat? Das war schon früher “unser” Lets Play.

Ansonsten können sich LPs mit einem Host der sich auskennt schon allein durch den eigenen Erkenntnisgewinn als höchst interessant erweisen. Das ist schon ein sehr weites Feld, mit vielen Nischen und unterschiedlichen Qualitäten. Und man kann eben auch nicht immer und nicht alles zocken. YMMV natürlich, glaube aber man findet da draußen für jede Nische und Vorliebe was.

Was Stories in Spielen angeht, finde ich das Zitat schon quatschig - zum einen ist Games auf eine Stufe mit Porn zu stellen schon schwach, gibt ja durchaus Spiele die mehr sein wollen als das - und sich mit einer Fülle an Themen beschäftigen und durchaus auch was zu sagen haben. Und selbst wenn nicht, es tut ja keinem weh wenn die Handlung und Figuren glaubhaft oder gut geschrieben sind (Ich würde mich durch kein CRPG ackern wenn das nicht verdammt gut geschrieben ist). Witzig das es auch gerade ein Carmack Zitat ist, denn aus Wolfenstein und Doom sind ja durchaus Spieleserien mit recht involvierten Storylines geworden.

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Doch aber dann hat man sich abgewechselt und die Geschichte so zusammen erlebt und gespielt. Nur zuschauen war als Kind doch schon langweilig.

Wir haben viel PnC gespielt und da haben alle geknobelt aber nur einer hat “gespielt”.
Zugucken war immer besser als gar nichts was flimmert :wink:

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Ich wollte das eigentlich schon in meinen vorherigen Beitrag schreiben ich habe einen Freund, der früher, als wir noch mehr Zeit zusammen und vor allem auch mehr Zeit gemeinsam mit Spielen verbracht haben, immer mir gern beim Zocken zugesehen hat. Prominentestes Beispiel ist da das erste Resident Evil, das ich damals in der US-Version hatte, aber der einzige NTSC-fähige TV bei uns stand im Wohnzimmer und darauf hatte ich nicht immer Zugriff, so dass wir immer samt PS1 zu besagtem Freund gegangen sind und da gezockt haben, aber auch da hab schon immer lieber ich gespielt, zugucken mochte ich nicht so, mein Kumpel hingegen schon. Ging dann später noch mit Spielen wie Gabriel Knight 2 und anderen Adventures weiter.

Das Carmack-Zitat war natürlich auf mich bezogen und ist nicht allgemeingültig. Für mich muss an erster Stelle erstmal die Mechanik eines Spiels funktionieren, danach kommt die Story, das wollte ich grundsätzlich damit sagen. Dass die Storys der neueren Doom- und Wolfenstein-Spiele sich so entwickelt haben, damit hat John Carmack allerdings nichts mehr am Hut, besser gesagt, hatte er wohl ja auch noch nie was damit zu tun. Btw. bin ich der Meinung, dass die komische Lore von Doom mindestens seit Eternal der Reihe einiges an Horror genommen hat.

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Naja ich sehe den Punkt ja schon, dass selber spielen mehr Spaß macht. Aber mit dem Argument dürfte ich auch keinen Sport kucken oder Konzerte oder Opern. Oder Rollenspielrunden zuschauen. Oder Bushcraft Videos kucken. Oder….

Es ist gute Unterhaltung, ich kenne die Spiele gut genug, um zu wissen, was die spielende Person da so macht und erfreue mich daran, wie diese Personen das Spiel beherrschen und Mechaniken benutzen, die ich nicht kannte.

Bei der Schwemme und der Menge der LPs ist es aber tatsächlich schwierig, etwas Gutes zu finden und ich bleibe meistens bei 3 oder 4 Kanälen. Oder den Menschen, die auf Twitch streamen und denen ich früher schon gerne beim Zocken zugeschaut habe.

Vielleicht war ich aber was Spielen angeht auch schon immer zu faul, den Ehrgeiz zu entwickeln und das Spiel wirklich zu beherrschen. Umso lieber schaue ich / höre ich Leuten zu, die das tun :smiley:

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Alles cool, finde nur witzig das gerade Carmacks Spiele “down the line” eben auch dicke Lore bekommen haben - Vollpreis ohne Story-Komponente ist heute praktisch unmöglich zu verkaufen (lasse mich aber gerne eines besseren belehren).

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Dieses Zitat finde ich ungeeignet für Computerspiele. Es gibt ja nun spätestens seit Infocom (z.B. SF Folge 144) Games, deren Spielwitz fast ausschließlich auf der Story basiert. Und dass die Geschichten auch erheblichen Anspruch und Unterhaltungswert haben können, wird ja unter anderem im Thread Intellektuelle Spiele diskutiert. Wer wie Carmack argumentiert, hat offenbar einen sehr engen Fokus auf bestimmte Genres.

Was ich nachvollziehen kann, ist das Let’s Plays teilweise schwer zu ertragen sind. Wenn ein dilettantischer Spieler seine Unfähigkeit auch noch mit inhaltslosen Kommentaren auf YouTube stellt, braucht das keiner. Aber es gibt ja auch unkommentierte Let’s Plays von begnadeten Spielern, wo langwieriges Grinding komfortabel rausgeschnitten ist. Da spart man Zeit und Nerv, wenn man die schönen Levels sehen, verstehen und genießen will, ohne die Zeit dafür zu haben.

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Das Freunden/Bekannten beim Spielen zuschauen kenne ich schon, ist für mich aber emotional anders gelagert. Da gab’s bei mir zwei Varianten:

Variante 1: weil ich sonst selbst keine Möglichkeit gehabt hätte, an die entsprechende Spielehard- und -software ranzukommen. Das ist für mich heute das geringere Problem und wenn doch, halte ich den „Mangelzustand“ heute deutlich länger aus, weil eigentlich ist das Problem ja eher Zeit. Aus einem Überfluss an Angeboten, aber Mangel an Zeit nicht alles Spielen zu können, löst bei mir jetzt nicht das Bedürfnis aus, deswegen anderen dabei zuzuschauen.

Bei der zweiten Variante ging es vor allem auch um die gemeinsame Zeit mit der/den Person/en, mit der/denen man vor dem Gerät abhing, und damit höchstens im zweiten Schritt um das Spiel. Das war eine direkte, persönliche Interaktion im überschaubaren Kreis. Diese emotionale Bindung werde ich aller Voraussicht nach nie zu einer Online-Persona aufbauen, ganz besonders, weil die Kommunikation wenn überhaupt sehr zeitversetzt oder indirekt ist. Ehrlicherweise würde ich mir aber vermutlich selbst dann kein mehrstündiges Let’s Play just for fun anschauen, wenn’s von meinen Geschwistern wäre.

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Ich kann’s nachvollziehen.

Ich nehme mir einfach nicht mehr so regelmäßig Zeit, Spiele lange und ausgiebig zu spielen, die nicht voll in meinem Interesse oder Teil einer mir geliebten Serie sind. Selten, dass ich wirklich mal etwas Neues über mehrere Stunden probiere.

Auf meiner TODO-Liste stehen noch einige Klassiker, die ich aber zwischenzeitlich auch schon über ein Let’s Play eines Streamers als Aufzeichnung nachverfolgt habe. Sind meist halt auch Spiele, die ich “interessant” finde, aber realistisch nicht zeitnah selbst spielen wüde. So kann ich zumindest meine Wissenslücken mit etwas Unterhaltung im etwas schnelleren Durchlauf füllen. Aber klar, so viel Spaß wie selbst zu spielen macht’s natürlich nicht.

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Ab einer gewissen Regelmäßigkeit kann das Schauen eines bestimmten Streams imo schon so etwas wie “gemeinsame Zeit” mit einer Person sein, gerade bei den erfolgreichen Leuten gibt es ja schon eine recht enge Verzahnung mit der Community. Das kann schon das klassische Abhängen ablösen, ist ja im Prinzip auch ähnlich zu Zeiten wo in WoW Guildmates eingeloggt sind und man die Namen erkannt hat und auch hier im Forum verschwimmt das ja so ein bisschen, Namen die man gerne und öfters liest usw. und diverse Leute die sich sicherlich auf der Con und beim Vorglühen schon nahe gekommen sind - vielleicht bin ich da komisch, aber ich brauche die physische Anwesenheit gar nicht so.

Einen anderen Punkt noch zum Thema Lets Plays, das hat bei mir eine zeitlang Fernsehen ersetzt. Nachhause kommen und Abendbrot machen / essen - aber eben mit einem Spiel als Berieselung und nicht irgendwelche Sitcoms oder was sonst um die Zeit lief. Auch auf Arbeit habe ich sowas mal nebenbei laufen lassen (da hatte ich Podcasts noch nicht entdeckt, bin da bisschen late to the party). Füllt also so tote Zeiträume in denen man was anderes zu tun hat, aber irgendwie ein Grundrauschen haben will. Also dann wenn die Altvorderen früher Radio oder TV angemacht hätten.

Und einen weiteren Aspekt den ich auch noch kurz in den Raum schmeißen will: hier stand ja mehrfach selber spielen macht mehr Spaß - aber, was wenn das nicht der Fall ist? Weiß nicht ob das anderen Leuten auch so geht, ich finde viele Spiele in Teilaspekten höchst interessant, mag die aus Gründen aber nicht selber spielen - Lets Plays (oder Longplays, ich schaue gerade bei einfacheren Titel auch gerne einfach unkommentiertes gameplay) schlagen da so eine Brücke und schaffen einen Zugang zu den Elementen die mich interessieren, oft hilft das nebenbei auch für ein besseres Verständnis was ein Spiel so ausmacht oder wo der Reiz liegt.

Abschließend noch die Frage wie Du und die anderen dann zu den SFS-Staffeln steht? Das ist ja irgendwie auch Lets Play?

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