[OFFIZIELL] Stay Forever Con Nord 2025 - Allgemeines und Aktuelles

Ich habe es bei der Con Süd schon gemacht, ich mache es auch jetzt wieder: Frodo zieht sein Resümee über die Con. Kurzform auch hier wieder: Ich war superfroh da zu sein, es hat enorm viel Spaß gemacht und ich werde nächstes Jahr wieder dabei sein! So, jetzt zu den Punkten. Ich bleibe bei dem Format vom letzten Mal.

Die Location

Die Location war dieses Mal der Pavillon Hannover. Dieser büßt gegenüber dem P8 einiges an Flair ein, macht dies aber in einer Reihe von Punkten wieder wett: Mehr Toiletten, eine echte Garderobe, vernünftige Stühle, bei denen einem nach 8 Stunden Programm zwar der Hintern, aber nicht auch der ganze Rest weh tut und eine bessere Anbindung an alles.
Auch der „Aufbau“ der Location war gut: Viel Platz am Merch statt mitten im Durchgang (was in Karlsruhe die einzige Option war), Toiletten ebenerdig erreichbar (was für die Handvoll Menschen, die mit Krücken unterwegs waren, gewiss ein Vorteil war) und eine angenehme Temperatur in der Halle.
Ein besonderer Shout-Out auch an das anwesende Personal, welches bei kleinen Tonproblemen sofort zur Stelle war oder quer durch den Saal gerannt ist, um das Mikrofon weiterzugeben. (Außerdem sehr stylisher Ohrschmuck, aber das ist B-Note!)
Einziges Manko war hier für mich, dass die Menschen hinter der Bar entweder sehr langsam oder sehr unterbesetzt waren, die Schlange in Karlsruhe war bei weitem nicht so lang. Aber mei, mitten in der Stadt war der Weg zum nächsten Kiosk oder Supermarkt echt nicht weit, sodass man sich auch einfach anderweitig versorgen konnte. Und damit sind wir auch direkt bei der…

Verpflegung

Anders als in Karlsruhe gab es keinerlei Verpflegung, die extra für die Con herangekarrte wurde. Das fand ich einerseits schade, da ich wirklich ein großer Fan des veganen Buffets und der angebotenen Speisen in Karlsruhe war – gleichzeitig aber auch absolut verständlich, da es in Gehreichweite mehr als genug Möglichkeiten der Verpflegung gab. Passt also schon, ich weiß auch, dass nicht jeder die Möglichkeit, sich 2 Tage mit Nudelsalaten und veganen Burgern und Steakbrötchen vollzustopfen so feiert wie ich.
Kommen wir also zu dem Grund, dass wir eigentlich hier sind, nämlich dem…

Programm

Viele Programmpunkte, also ab geht der wilde Ritt! Vorab: Ich habe den Saal nie verlassen und mir auch zu keinem Zeitpunkt gedacht „Diese Zeit hätte ich sinnvoller verbringen können“, alle Punkte haben mir Spaß gemacht!

Die Jagd nach seltenen Geräten

Ein okayer Opener mit einem sympathischen Gast. Die Anekdoten waren lustig, die Fragen haben zu interessanten Antworten geführt, war schon alles okay. Hat mich vermutlich nicht so abgeholt, weil in Karlsruhe der Retrogames e.V. natürlich ähnliches erzählt hat und ich mich auch vage erinnere, noch einen Podcast zu exakt demselben Thema gehört zu haben. Aber gut, kann man nichts machen, „Menschen die beide Cons besuchen“ kann man wohl kaum als Kernzielgruppe annehmen und ein paar neue Dinge waren schon noch dabei.

Wie wir recherchieren

Eine sympathische und nette Runde, die Einblicke gegeben hat und mir insbesondere geholfen hat, Doms Herangehensweise besser zu verstehen. Ich habe seine „OkCool trifft…“-Reihe nämlich tatsächlich immer eher als Interviews verstanden und mich daher an ein paar Dingen leicht gestört, durch dieses neue Framing ergeben viele Dinge nun viel mehr Sinn für mich. Außerdem beweisen die Anekdoten, dass Dom hinter den Kulissen sehr ähnlich ist wie wenn das Aufnahmegerät läuft, hehe.
Das einzige, was mich leicht verwirrt zurückgelassen hat, ist die Frage, wie Mháire sich in diese Runde einfügte. Dies war vermutlich dem geschuldet, dass sie zu spät war (Gründe wurden ja vor Ort genannt, alles gut!) und darum etwas den Einstieg und die Vorstellung verpasst hatte. Dadurch hatte ich als jemand, der Mháires Schaffen und Werke nicht gut kennt den Eindruck, dass sie vor allem Rezensionen schreibt und war etwas ratlos, was das eigentlich mit Recherche zu tun hat, mit wem und wieso sie überhaupt Interviews führt und wie das zum Rest des Panels passt. Hat sie natürlich nicht daran gehindert, Charisma und gute Laune zu versprühen und die Runde noch unterhaltsamer zu machen, als Dom „Papa Nurgle“ Schott und Paul Kautz es eh schon getan haben. Wie gesagt, das war vermutlich alles eine Folge dessen, dass sie erst mittendrin reingekommen ist.

Die Historie von D&D

Highlight des Programms. Kann gar nicht viel mehr sagen. Es war natürlich primär Mháires Programmpunkt (was ja auch angekündigt war) und eine Geschichte, die man oft schon so oder so ähnlich gehört hat, aber für mich mit genau der richtigen Tiefe, wo auch eventuelle Zweige und Auswüchse des Systems kurz beachtet wurden (Pathfinder, OSR, OGL…).
Top Punkt auf jeden Fall!

Live-Quiz

Das Live-Quiz hat wieder sehr viel Spaß gemacht, nicht zuletzt wegen @bliccer , dem verrückten Genie. Herr Beuster hat super Fragen ausgesucht, das Banter auf der Bühne war locker wie immer, im Publikum konnte man gut mitraten und am Ende hat man tatsächlich noch gefiebert, ob Herr Käufer nicht doch endlich einen Sieg davontragen kann. Auf jeden Fall sehr stabil!

FON Live

Solider Opener, um uns in den zweiten Tag zu holen, dazu noch witzige Geschichten, was will man mehr? Chris und Gunnar haben hier schon ein bisschen ihre Rollen gefunden und wissen, wie sie eine Geschichte erzählen müssen, damit sie gut wirkt. Eigentlich fehlte nurnoch ein spontaner Rohrbruch im Badezimmer und man hätte einen Sketch draus machen können. :smiley:
(Leid tat er mir natürlich dennoch)

SFT Bits Live

Nachdem ich sehr viel gutes von der Con 2024 hörte, war ich von SFT Bits in Karslruhe etwas unterwältigt, fand es ein bisschen zu zäh und die Geräte waren mir zu vertraut, sodass mir die Beschreibungen ihrer Geschichte eher lästig waren. Dieses Jahr ganz anders: Die Geräte nah genug an der Benutzbarkeit um Dinge spannend zu machen, obskur genug um die Geschichte spannend zu machen und Hennar in derartiger Hochform der trockenen Wortwitze, dass es ein Genuss war. Guter Programmpunkt, mochte es sehr gerne.

RLY?!

Oder auch: „Stay Forever goes Genial Daneben“. Die Grundidee fand ich gut, die erzählten Anekdoten auch. Hin und wieder schien aber nicht so richtig klar, was das „vorgesehene“ Vorgehen war: Sollten die drei willkürlich möglichst präzise Geschichten in den Raum werfen (Genial Daneben), sich mit „Ja/Nein“-Fragen herantasten (Black Stories) oder irgendwas dazwischen? Die abstrusen Theorien von Dom waren beispielsweise sehr unterhaltsam, aber natürlich für die Lösung kaum zuträglich, da viel zu präzise. Gleichzeitig wäre ein langweiliges Fragen „War es ein Spiel der 90er? War es ein Rollenspiel? War es Publisher XYZ?“ effizient, aber nicht unterhaltsam gewesen. Der Kern hat aber sehr gut funktioniert, es gab viel zu Lachen und zu wundern und ich hoffe auf eine Wiederholung mit weiteren abstrusen Geschichten.
Wir haben übrigens im Discord gewettet, wie oft Dom wohl seine Erkältung erwähnt. Von allen Teilnehmern hat nur ein einziger die korrekte Lösung erraten: Herr Lott hatte Recht, er hat es nur ein einziges Mal getan.

Ein Spiel und seine Geschichte

Eindeutig der Höhepunkt. Total kaputtes und verrücktes Spiel, wilde Goodies, @meep und Scarfy auf der Bühne mit ihrer Geschichte, wie sie das Spiel „legal“ bezwungen haben und danach noch der Holzhammer, wie es Andi (danke für die Korrektur) mit krassem Nerdwissen „geknackt“ hat. Meep hat danach noch erzählt, was für Anekdoten und Details auf der Bühne keinen Platz gefunden haben und mein Gott, ich hoffe auf einen Roman derselben, sobald die Folge wirklich draußen ist.
Auch großen Respekt, sich vor 600 Menschen (+ Stream!) auf die Bühne zu trauen und interviewen zu lassen, selbst wenn es sich hier ja eindeutig um „wohlgesonnene“ Interviewer handelt.
Der Nebeneffekt war natürlich, dass Gunnar gezwungen war, länger dazusitzen und stumm einem Interview „beizuwohnen“, aber da ist ein Opfer, dass ich bereit bin zu bringen für dieses Feuerwerk abstruser Informationen zum Spiel.

Das Programm drum herum

Für das restliche Programm hatte ich ehrlich gesagt gar keine Zeit, wie immer. Viel zu beschäftigt mit Verpflegung, Hauptprogrammpunkte, Quatschen mit Menschen, hach. Das Bepinseln kam extrem gut an (und die Figuren sahen zum Großteil besser aus als alles, was ich bisher bemalt habe, dabei hab ich viel mehr Pinsel und Farben als die Leute, die das zum ersten Mal gemacht haben! Gut, ich benutze sie nur alle 4 Monate mal, weil ich ein fauler Hund bin, aber reicht das Kaufen nicht?!) und Mario Kart wohl auch. Schöne Idee, sehr knuffig.

Der Hi-Score war etwas überrant, aber das war ja angekündigt. Ich finde es ehrlich gesagt eine absolute Schweinerei, dass sich Leute ohne Chip in Busse gesetzt haben - die wussten genau, dass das so nicht geplant war, und haben es schlichtweg ausgenutzt, dass einer der Busfahrer nicht informiert war (oder es ihn nicht interessiert hat). Das ist entweder absolut egoistisches „Nach mir die Sinflut“-Verhalten, für das man sich schämen sollte, oder es wurde nicht für 10 Sekunden nachgedacht. Oder ich vergesse in meinem selbstgerechten Zorn noch eine dritte Möglichkeit, mag auch sein - in dem Moment hat es mich aber schon echt sauer gemacht, und dabei hab ich den Bus nichtmal nehmen wollen - ich habe den Linienbus genommen.

Vor Ort hat der Verein alles gegeben, um es möglichst angenehm zu machen, und es war ihnen sichtlich unangenehm, wie viele Leute nicht direkt rein durften. Ich fand es zwischendurch zu bemüht (stellt das Bier halt einfach hin und es werden sich schon Menschen was nehmen) und war auch kein Fan von der Idee, Jackbox als Unterhaltungsprogramm zu spielen, aber habe von vielen Leuten gehört, dass sie es super fanden und es eine geniale Überbrückung der Zeit fanden. Stehe hiermit also sehr alleine da und musste ja nicht mitspielen, hab mich auch am Feuer gut unterhalten.
Mich hat hier ehrlich gesagt auch sehr Gunnars Art, Probleme zu lösen beeindruckt, die ich nur hier und da mit einem Ohr mitbekommen habe. Ganz entspannt die Leute vom Verein beruhigt, dass das ja auch genau so angekündigt war von ihm, wird schon alles gut, kann man alles lösen.

Fazit

Ende der Wall of Text - es hat mir wie immer sehr gut gefallen die Podcaster:innen und die Podcasthörenden zu treffen und mit ihnen zu plauschen, ich habe Worte mit sehr netten Menschen gewechselt und Freunde aus dem Discord getroffen, ich hatte eine bedeutend kürzere Anreise und war durch ausreichend Schlaf diesmal den Samstag über nicht so dermaßen verklatscht, dass ich bis 12 Uhr brauchte, um meine „Ich bin müde und hasse alles“-Phase zu überwinden. Es bleibt bei einem „Sehr gerne wieder und danke für eure Mühen!“

Weitere Links

Es gibt eine Reihe von Links, die ich zu den Programmpunkten noch hinterlassen möchte:

  • Im ersten Programmpunkt wurde das Spiel Polybius kurz gestreift. Der YouTube-Channel XboxAhoy (nicht vom Namen verwirren lassen, es geht nicht um Xbox-Spiele!) hat sich in einem einstündigen Video damit befasst, wo der Hoax eigentlich herkommt (und hat, glaube ich zumindest, tatsächlich die Quelle gefunden!).
  • Mháire hat die Comics eines Pastors (?) erwähnt, welche gegen D&D gerichtet waren. Insbesondere spielte sie auf Dark Dungeons an. Kann man fix lesen, ist extrem bizarr. „I used the mind bondage spell on my father!“ (CN: Suizid)
  • Und dann hat irgendein gutaussehender, aber sehr uninformierter Mann im Publikum doch glatt behauptet, die D&D-Parodie bei Simon the Sorcerer hieße Humans and Households. Das war natürlich Quatsch, ich habe er hat das mit einer kurzen Serie in der…sagen wir mal „Franchise“…The Gamers verwechselt (eine D&D-Parodie-Videoreihe).
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