Planetfall (SF 144)

Der Simulationsaspekt der alten Infocom Textadventures, also dass zum Beispiel Wasser in alle Behälter gefüllt werden kann, ist sehr interessant.

Zum Teil zieht sich eine ähnliche Funktionalität auch noch durch die frühen Lucasfilm Adventures. Mein liebstes Beispiel ist Zak McKracken. Da kann man in jedem Raum das Licht ein- und ausschalten, jede Schublade aufmachen und wieder zumachen, Türen auf und zu machen, Geräte an und ausschalten, usw. obwohl das spielerisch oftmals keinen Grund hat. Es wurde wie bei den Textadventures erstmal versucht, die reale Welt nachzubilden. Shen Mue ist auch ein gutes Beispiel für so etwas. Man fragt sich als Spieler, warum man jeden Schrank und jede Schublade öffnen kann, wenn nichts spielerisch Sinnvolles drin ist.

In späteren Spielen wird das immer mehr weggelassen, wahrscheinlich weil es nervt und den Spieler verwirrt. Ein gewisser Teil von mir mag diese Interaktivität. Es ist wie bei einer guten Physik: Die Welt fühlt sich realistischer an.

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Dass diese Liebe zum Detail immer stärker vernachlässigt wird, liegt wahrscheinlich eher an ökonomischem Denken. Die wenigsten Spieler vermissen Schubladen zu öffnen, die keinerlei spielerische Relevanz haben und dann muss kein Entwickler Ressourcen darauf verschwenden (modellieren, animieren, texturieren, etc.). Ich finde es auch schade, gerade weil so kleine Details ein Spiel atmosphärisch deutlich aufwerten können, wie Du schon treffend beschrieben hast. Ich find den Vergleich mit der Physik echt gut😊

Zu Planetfall: Eine schöne Folge zu einem schönen Spiel. Ich habe es parallel zu eurem SFS gespielt und viel Spaß damit gehabt. Mir hat die Idee, das Lied einsingen zu lassen, gut gefallen. Ob man die Szene rund um Floyd rührend findet oder nicht, hängt wahrscheinlich stark davon ab, ob man Planetfall selbst gespielt hat. Wie ihr beschrieben habt ist die Szene so effektiv, weil sich das Spiel das mit den kleinen Floyd-Szenen erarbeitet und verdient. Die Szene „auszuspielen“ finde ich einen interessanten Ansatz, um die Emotionalität jemandem zu verdeutlichen, der das Spiel nicht gespielt hat.

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Das war wirklich ein absolutes Hör-Highlight.

Gibt es eigentlich eine Möglichkeit, irgendwie einen „Audiotrack“ von dem Lied zu bekommen? Ich würde das gerne in meine Song-Hitliste aufnehmen.

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Vielen Dank für die schöne Folge. Für alle Liebhaber alter (Text-)Adventures kann ich das Gesellschaftsspiel „Parsely“ (Parsely by Jared A. Sorensen) wärmstens empfehlen. Hierbei übernimmt eine Person die Rolle des Parsers und alle übrigen Personen steuern nacheinander gemeinsam die Hauptfigur eines Adventures. Im Parsely-PDF gibt es ein Dutzend Szenarien, unter anderem „Spacestation“, was eine klare Hommage an Spiele wie Planetfall ist.
Kann es wirklich nur empfehlen, habe es schon unzählige Male mit Schulklassen oder auch am Lagerfeuer gespielt.
Wenn man es ein paar Mal gespielt hat, kann man sogar leicht eigene Szenarien erdenken (habe ich zum Beispiel für meinen letzten Mathe-Leistungskurs gemacht oder auch für die Hochzeit meines kleinen Bruders).

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