Rainbow Six (SF 162)

Tom Clancy als Privatperson und Militärexperte war tatsächlich kein “RAH RAH AMERIKA FUCK YEAH!”-Krakeeler wie er im Nachhinein oft dargestellt wird. Da gibt es ein exzellentes Fernseh-Interview mit ihm, ich glaube sogar noch direkt vom 11. September 2001. Da rauchen buchstäblich im Hintergrund noch die Türme, aber er sagt: “Wir müssen besonnen bleiben, dürfen egal wer verantwortlich ist keine sinnlosen Kriegs-Einsätz starten, und wir müssen aufpassen das wir uns in Zukunft nicht von Angst beherrschen lassen. Denn das wird ausgenutzt werden.” Das war praktisch prophetisch.

Ich finde es mühselig über Tom Clancys politische Einstellung zu spekulieren und auch wenig zielführend. Der Mann ist schließlich 2013 verstorben. Persönlich hätte ich ihn zwar als überzeugten Republikaner eingestuft, aber nicht als MAGA-Anhänger. Mehr Bush als Trump also.
Unabhängig davon sind seine Bücher zwar keine große Literatur, aber durchaus spannend und unterhaltsam. Ich betrachte sie grundsätzlich erstmals nur als Unterhaltung und versuche irgendwelche politischen Botschaften (die wohl jeder Autor mehr oder weniger, bewußt oder unbewußt in seinen Werken hat) grundsätzlich zu ignorieren und lebe damit ganz gut. Allerdings muß ich gestehen, daß ich die Wahl von Öko-Terroristen durchaus befremdlich fand, als ich das Buch vor einigen Jahren wieder gelesen habe. Beim ersten Lesen, so um das Jahr 2000 herum, war das aber noch nicht so.

So nebenbei: Es gab mit The Cardinal of the Kremlin noch ein weiteres Spiel zu einem Tom Clany-Buch, das aber wohl zu Recht nicht besonders bekannt wurde. Wurde im Podcast auch nicht erwähnt.

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Sehe ich im Wesentlichen auch so. Clancy war stark beeinflusst vom Kalten Krieg, Reagan und Bush I., natürlich spürbar rechts der Mitte - andernfalls wäre er vermutlich auch gar nicht in der Lage gewesen, Romane mit einem solchen Detailgrad zu schreiben -, aber dass seine Bücher hergeben, er wäre heutzutage vermutlich glühender MAGA-Kultist, kann ich nicht erkennen.

Ich entnehme seinen Romanen eher, dass er neben Loyalität insbesondere Fachwissen sowie Kompetenz im Allgemeinen sehr zu schätzen wusste, und das sind Dinge, die man bei Trump & Co. nun wahrlich vergeblich sucht. Aber das ist eine müßige Diskussion.

Die Öko-Terroristen waren in der Tat reichlich dumm, aber Rainbow Six ist in seiner Struktur eh ein seltsames Werk, weil es sich nicht einmal wie ein Film, sondern tatsächlich fast mehr wie ein Spiel liest. Allerdings war Clancy zu dem Zeitpunkt auch schon auf dem absteigenden Ast, nach Lemon Tree kam von dem nicht mehr viel!

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Ich würde gerne noch einmal die Meinung der LAN-Spieler unter uns abfragen. In meiner LAN-Gruppe führte mal jemand Ravenshield mit der Bemerkung ein, es sei das bessere Counter-Strike, sozusagen Counter Strike Deluxe. Tatsächlich habe ich es auch so empfunden. Seitdem (nun schon 20 Jahre) ist es fester Bestandteil unserer LANs, und wir haben viel Spaß damit. Die anderen Rainbox Sixe haben wir nie ausprobiert.

Jetzt die Frage in die Runde: Ist Ravenshield das bessere Counter-Strike für LAN-Parties? Gibt es vielleicht sogar noch was besseres (nur für LAN)?

Ich weiß nicht. Counter-Strike ist doch ein ganz anderes Spiel, als Raven Shield. Raven Shield (und seine Vorgänger, aber auch Ghost Recon) stelle ich mir vor allem im Co-Op richtig spannend vor, wenn man richtig zusammen arbeitet und sich abspricht. Ich hatte mal im LAN sehr viel Spaß mit Operation Flashpoint. Das geht ja in die ähnliche Richtung gehen. Counter-Strike ist da doch viel schneller und actionreicher.

Also, im Multiplayer finde die eher ähnlich: Ein Team Terroristen, ein Team Spezialeinheit und dann Geiseln befreien. Ich meine jetzt Team gegen Team, nicht Coop-Mode.

“Im Sturm” war eines dieser Bücher, welches mit nachhaltig beschäftigt und geprägt hat. Ich habe es damals in kürzester Zeit durchgelesen und sofort wieder von vorne begonnen - ich habe direkt von der letzten auf die erste Seite umgeschlagen.

Gestern habe ich übrigens einen Artikel darüber gelesen, dass die Amerikaner einen vermissten Piloten mit einem Herzschlagmonitor gefunden haben - und heute höre ich in Eurer Folge, dass so ein Monitor unrealistisch sei :grinning_face:

Die Realität hat Euch überholt…

War echt schön zuzuhören, ich hab gleich wieder Lust bekommen XCOM zu spielen.

#micdrop :grin:

Rainbow Six hat mich genau wie SWAT 3/4 immer aus der Ferne fasziniert, hatte es durch die (afair) Gold Games dann auch selbst zuhause. Nur gespielt hab ich es dann doch nie. Keine Ahnung, vermutlich die Verbindung aus Zeitgründen und damals zu sehr außerhalb meines Core-Interesses.

Was mich tatsächlich interessiert, wie sich das Spiel auf der PlayStation 1 damals gespielt hat? Ich kann mir das nur schwer vorstellen, zumal der Analog-Controller da auch noch nicht der Standard war. Hat das jemand mal ausprobiert?

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Mal abgesehen davon, dass das im Spiel trotzdem Scifi ist…

… das ist doch eine typische Zeitungsente?

Dafür gibt es eine einzige (1) Quelle, die ultrarechte und unzuverlässige NYP. Die NYP, die auch mal behauptet hatte, um nur mal eines zu nennen, einen Beweis für die Existenz von biblischen Riesen gefunden zu haben.

Als der CIA-Chef auf die Wunderwaffe angesprochen wird, laviert er herum und bestätigt das nicht; die offizielle Erklärung für das Auffinden des Soldaten ist das bekannte CSEL-System, was auch logischer wäre. Wenn sie GPS und ein vom Feind schwer ortbares Funksignal haben, wozu dann noch die Herzschlagortung?

Ach und wenn ich grad dabei bin: Wissenschaftler bestreiten, dass die Herzschlagortung in der beschriebenen Weise möglich ist.

(1) Darüber haben alle möglichen Medien berichtet, kein gutes Zeugnis für die Medien heutzutage, aber das ist abgeschrieben aus der New York Post, die das „exklusiv“ berichtet hatte.

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Schauderhafte 3D Ruckelorgie, die 30 FPS brechen bei jeder Explosion auf unter 20 FPS ein (ich habe es gestern nochmal auf meine PS1 angeworfen), da spielt die schwammige Controllersteuerung schon keine Rolle mehr. Ich hatte zeitweise das Gefühl einen 3D Shooter in Rundentatik zu spielen. Und dank der dummen Gegner KI kann man sich auch außer bei den Begleitmissionen einfach durchballern, also „Taktik“ ist da nicht viel. Wenn du da einsteigen willst, empfehle ich Tom Clancy’s Rainbow Six Siege von 2015.

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Heh die Folge war tatsächlich gut (finde kritische Folgen über Spiele mit Schwächen oft recht interessant), aber der daraufhin geweckte Durst nach Taktik ist ja anscheinend wirklich besser auf ein anderes Spiel gelenkt. :sweat_smile: Bei mir zumindest.

Ich vermisse das Genre ehrlich gesagt. Etwas vorausplanen und schauen ob der Plan läuft. Ich mag das und hatte ganz große Hoffnung auf Jagged Alliance irgendwas. Aber da denk ich wohl zu abseits vom Mainstream. Dieses ich plan gut ein und will dann in 3D sehen wie es funktioniert, hatte ich schon bei den X Spielen von Egosoft. Ich hab auch bei X2, oder welcher Teil war das mit den Khaak?, endlos Videosatelliten im Universum verteilt und wollte einfach nur passiv sehen, wie erfolgreich meine gedanklichen Anstrengungen sind.

Meintest Du Back in Action? Das war gepacht doch super? :slightly_smiling_face:

Richtig. Ich hab das voreilig zum Release gekauft, weil ich so scharf drauf war und da war es richtig schlecht. Laut Steam hab ich grad mal 6,4 Stunden geschafft.
Ist die „aktuelle“ Version denn brauchbar? Und braucht es dazu Community Patches oder reicht was Steam liefert? Oder war das Ironie?

Nein, maximal etwas provokant, weil ich es im Gegensatz zu Fans des Originals tatsächlich gut fand. :slightly_smiling_face:

Ich kann schwer einschätzen, was Dir so missfallen hat. Die Patches haben u.a. QoL-Updates mitgebracht, darunter bspw. das Sektoreninventar. Man muss andererseits aber auch sagen, dass es nicht immer einfach ist, die Gleichzeitigkeit der Aktionen gut zu planen. Wer da perfektionistisch veranlagt ist, für den ist es dann oft ein Speicher- und Ladeorgie.

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Danke für die Info. Ich hab das Spiel ja in der Bibliothek und der Download sollte maximal 10 Minuten dauern. Mich haben damals das nervige GUI und vor allem Söldner, die ihre Befehle vergessen und nur dumm rum stehen, abgehalten mehr Zeit zu investieren.
Wenn das gefixt ist, schau ich gern nochmal rein.

@Christian80 JA3 hat mich auch erstmal spontan nicht wirklich abgeholt, als ich vor einem Jahr mal kurz reinspielte. JA2 habe ich hingegen seinerzeit einen kompletten Sommer über echt gesuchtet. Kam schon öfter im Discord auf, aber hier nochmal eine Empfehlung für Silent Storm- eine Art JA2/XCOM light, etwas janky, aber mit viel zerstörbarer Umgebung, mehrstöckiger Gefechte und ragdoll-Chaos. Macht Laune, auch wenn nicht allzu spieltief.

Was Spiele mit Planungsphase betrifft: nie selbst gespielt, aber mir fiel auch Frozen Synapse ein (weiter oben bereits von @Snoops empfohlen)- vielleicht ist das ja wirklich was für manche hier. Und: ich habe mir kürzlich Phantom Brigade gekauft, ganz hübsch inszeniert Mech-Taktik, wo jede Runde die Aktionen für die nächsten paar Sekunden auf einer Zeitleiste geplant werden, dann wird alles simultan ausgeführt.

Silent Storm habe ich ob seines kruden Nazi-Humors geliebt. Ich sag nur dieser ACHTUNG! ACHTUNG! Lautsprecher in der Basis und die Power-Suits die Panzerkleins hießen. Dazu noch die Ragdoll Physik. Das Spiel hat jedes damals heiße Eisen mit Humor angefasst und man fragte sich immer latent „Dürfen die das?“. Mechanisch war es eher wie JA2. Also keine große Planung.
Frozen Synapse sah mir immer zu wenig „echt“ aus. Das Spielfeld war wirklich ein abstrahiertes Spielfeld. So eine Art Cyberpunk-Hero Quest Brettspieloptik.
Dann lieber Door-Kickers oder Into the Breach.
Aber Phantom Brigade werd ich mir mal anschauen. Klingt interessant.

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