Saturn, ey

Ich kaufe ja Zeug schon gern noch im Laden. Nicht, weil das besser wäre, aber man hat’s halt gleich ohne sich an einem random Liefertag vor den Wagen des Hermesboten werfen zu müssen, während er grad am Haus vorbeibrausen will.

Brauchte heute ein Gerät, bin bei Saturn rein, aber wow - der Laden ist ja fucked. Lauter rumstehende Verkäufer, kaum Kunden und ausgerechnet die Abteilung, die mich interessiert, in kompletten Chaos. Ein Dutzend Geräte, vielleicht 5 davon mit Preis, fast nichts zum Anfassen, Marken, Kategorien, alles durcheinander.

Hab dann einen Verkäufer gefragt, was eine bestimmte Sache kostet und warum nichts ausgepackt oder wenigstens ausgezeichnet ist, meinte er „bestimmt wieder alles geklaut“.

Die Ware war dann gut 15% über dem Preis von Amazon, aber mei, bei Amazon kaufe ich nicht. Preis matchen wollten sie nicht, „kaufen Sie’s halt online“ war die Aussage. Ja nun.

War dann an der Kasse, wollte eine Rechnung, prompt Gemaule, ob der Kassenzettel nicht reichen würde. Kein anderer Kunde weit und breit, die Kollegen unterhalten sich, aber trotzdem ist die Rechnung zu viel verlangt. „Schreiben Sie Namen, Firma, komplette Adresse auf“. Ich so nee, ich hab einen Account, können Sie doch einfach über den Nachnamen suchen. Sie wiederholt nachdrücklich und genervt: „Schreiben Sie Namen, Firma, komplette Adresse auf“. Dann geht sie zum Rechner, tippt LOTT, mein Account erscheint, sie fragt „Bachstrasse?“, den Zettel ignorierend, auf den ich meine Adresse schreiben musste. Dann druckt sie die Rechnung aus, fertig.

Meine Fresse.

Jaklar, schwierig im Einzelhandel dieser Tage, und man weiss immer nicht, haben die Leute von sich aus keinen Bock oder sind sie von den Bedingungen und der Führung im Unternehmen demotiviert, aber… wenn einem irgendwas dran gelegen wäre, dass da Kunden Geld ausgeben, müsste man das schon irgendwie mit einem Tick mehr Einsatz machen.

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Wir haben in der Innenstadt einen Mediamarkt - mir ist KOMPLETT schleierhaft wie der immer noch existieren kann. Komplett fucked trifft es perfekt.

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Wird der Laden vielleicht geschlossen und dadurch ist kein Antrieb mehr da? :see_no_evil_monkey: Nicht alle Saturn-Märkte werden ja zum Media Markt.

Aber es stimmt schon. Früher war ich so gern in den ganannten Läden, aber oftmals hat das jetzt ein Flair von Grabbeltisch.

Letztens wollte ich ein case für meine switch2, aber auch hier war Preis lesen, nicht so einfach :grin: (München Pasing)

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Wir haben da seit einiger Zeit eine Kette aus Niederlanden bei uns in Hannover, Coolblue. Direkt neben dem Saturn Media. Waschmaschine kaputt, ich also zum Media rein. 30 Maschinen, kein Verkäufer. Ich meine, ja da kaufe ich Druckertinte und Batterien, aber nicht wenn ich Beratung brauche.

Also wir dann über die Straße und eben beim neuen geguckt. Man konnte direkt am Terminal nach einem Berater bitten, der dann auch auf uns zu kam. Kleinere Auswahl, alles so sortiert nach Einstieg, Mittelklasse, Oberliga. Egal ob Laptop, Fernseher oder eben Waschmaschine. Manchmal ist weniger ja mehr. Preislich ok, Lieferung ab sofort. Beratung zwar auch nur so lala, aber er konnte zumindest die jeweils herausstechende Features zeigen.

Ich will jetzt nicht den Laden loben, die haben alle das gleiche Problem. Keine Fachverkäufer mit Wissen vom Teil, maximale Online-Konkurrenz, Preisdruck . Maximal Apple hat noch Leute im Laden, die ihre Technik wohl noch kennen.

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Wenn man die Beratung nicht leisten kann, muss man halt freundlich sein, präsent und ein strukturiertes Ladenkonzept haben.

Ist ja keine Raketenchirurgie.

Wobei es auch komisch ist, dass es heutzutage nicht möglich zu sein scheint, Verkäufer mit Ahnung zu bekommen oder ahnungslosen Verkäufern ein bisschen Wissen beizubringen.

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Was soll ich sagen. Auch in Berlin sind die Umbrüche des Internethandels nicht mehr aufzuhalten und Gewissheit. Erst waren es die kleinen Läden, jetzt fallen die großen Ketten, wenn Sie sich nicht umstellen oder beides anbieten.

In Berlin wurden bei MediaMarkt und Saturn die Ladenflächen durch Umbauten verkleinert oder auch ganze Teilbereiche aus dem Sortiment genommen. Die Laufkundschaft ist dramatisch eingebrochen. Ich finde die Video Blu-ray Abteilung nicht mehr und die Spiele Abteilung wurde zusammengestaucht.

Die letzten Sachen bei Saturn habe ich Online gekauft und dann entweder nach Hause bekommen oder im Laden abgeholt.

Jetzt gibt es auch Zoff zwischen der EU und China. JD.com will den Mutterkonzern schlucken. Die EU befürchtet das die Übernahme durch den chinesischen Staat indirekt subventioniert wird. Durch die scharfen Reaktionen und Gegenmaßnahmen seitens China, haben sie die Indizienvorwürfe praktisch bestätigt.

Allerdings sollte man als Unternehmer in China nicht in Ungnade fallen, sonst wird man bei Betrug und Untreue nicht nur 5 Jahre wie in Deutschland eingebuchtet sondern man kommt gleich lebenslang ins Gefängnis.

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Oder wenigstens ein Minimum an Höflichkeit… ich weiß nicht, ich bin auch manchmal genervt von meinem Job oder Arbeitgeber, aber ich finde es einfach alleine vom zwischenmenschlichen Miteinander her schon nicht angebracht, den Frust an anderen auszulassen, die ja auch nicht Schuld sind.

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Anfang der 2000er haben hier einfach Studenten im MediaMarkt gejobbt. Freundlich und hilfsbereit reicht doch für 90% der Kunden aus. Und wenn man etwas technikinteressiert ist und sich ein bisschen mit den Produkten im Laden vertraut macht, dann sollte das auch fachlich reichen.

Anfang der 2000er war ich als Kunde auch gerne in diesen Läden. Hätte ich da gejobbt, wäre ich sicher auch engagiert gewesen weil das ganze Technik-Zeug so aufregend war. Aber heute gibts da nicht mal mehr Produkte, die ich interessant fände. Und die leeren Regale und leeren Gänge ziehen die Stimmung noch mal runter.

Auf einem sinkenden Schiff ist es schwierig mit Motivation.

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Gerade jetzt wieder einen Fernseher bei MediaMarkt gekauft, nicht gerade ganz billig. Am Ende kam dann ein Aussteller statt ein Neugerät, es hat mich zig Telefonate und zwei Besuche in dem Markt, der nicht bei mir um die Ecke liegtt gekostet, damit das Ding nach 2 Wochen heute abgeholt wurde - meine Frau ist darüber auch nicht so glücklich gewesen, denn so ein 77 Zoll TV zwei Wochen im Wohnzimmer auf dem Boden ist schon nicht so geil.

Ein neues Gerät konnte man auch nicht besorgen, also habe ich es jetzt bei Coolblue gekauft, das ging reibungslos. Das nächste Mal dann gleich wieder Amazon, das funktioniert halt einfach.

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Ja, dies.

Ich war früher echt gerne bei Saturn. In der Stadt meiner Eltern gab’s ab ca. 2000 sogar extra einen „Saturn Computerwelt“ direkt neben dem eigentlichen Saturn, weil der mit Hardware und Spielen aus allen Nähten platzte. Das war schon cool.

Aber wenn man sich heute mal in so einen Laden verirrt, dann wirkt das immer wie ein endloses „Alles muss raus“; ramschig und leer. Nur die Preise spiegeln das halt nicht wieder.

Ich weiß aber auch nicht so recht, was die Alternative wäre.

Also, klar, ein Mindestmaß an Freundlichkeit und Motivation darf man als Kundin schon erwarten. Aber in den Niederlanden gibt’s zum Beispiel diese Coolblue-Shops, die vom Angebot her so eine Art Saturn sind, überwiegend recht groß, aber konzeptuell mehr an einen Apple Store erinnern. In denen wird man in der Regel gleich von 'nem Mitarbeitenden am Eingang freundlich begrüßt und beraten. Da hab ich dann auch kein Bock drauf, weil ich mich immer latent unter Druck gesetzt fühle, nicht mit leeren Händen nach Hause zu gehen.

Ich geh aber grundsätzlich nicht mehr gerne einkaufen. Früher hab ich zumindest hin und wieder mal in einer Bücherei gestöbert oder hab mich gefreut, wenn ich am Bahnhof 'ne halbe Stunde Zeit hatte, um in den Zeitschriftenladen zu gehen. Das ist irgendwie weg. :person_shrugging:

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Das Problem mit nicht ausgezeichneter Ware und mangelnder Auswahl habe ich letztens bei Media Markt auch festgestellt als ich einen kleinen Fernseher kaufen wollte. Den habe ich dann halt bei Amazon bestellt.

Aber ich habe einen netten hilfsbereiten Verkäufer gefunden der mir meine anderen Fragen beantwortet hat.
Und die Filiale führt keine CDs, DVDs und BlueRays mehr. Das hat mich schon etwas gewundert.

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Ja, das ist schon maximal schade. War letztens im MediaMarkt, weil ich einen Router wollte. Hintergrund: Der bescheuerte Starlink-Router lässt sich nicht auf das Netz umstellen, dass ich im ganzen Haus verwende. Alle Geräte mit festen IPs anzufassen war mir dann auch zu blöd. Also was macht der Schlaue Informatiker: schaltet man halt nen Billo-Router zwischen. Am Besten einen der nicht mal WiFi kann, weil das macht der WiFi Controller, mit seinen 5 APs, ganz toll und ohne Verbindungsabriss im ganzen Haus, Keller und Garten. Wie das so ist, will man das Zeug halt dann auch gleich haben.
Also rein in den Store und glaubt es oder nicht: Alles Fritz Boxen. Unter 200€ aufwärts gibt es keinen Router.
Beim Personal nachgefragt und die schauen mich an wie Schafe, überfliegen kurz die AVM Packung. Die seien die Besten, weil sie das schnellste Internet (vermutlich WiFi) haben und die können auch Dokumentenspeicher bereitstellen. Ja, alles klar. Ich hab es dann gelassen und für 30€ einen TP-Link online geholt.
MediaMarkt war aber teils schon immer so. Irgendwann um 2008 stand eine längere Fahrt von Niederbayern nach Usedom an. Warum auch immer wollte jemand aus der Familie dort seinen Geburtstag feiern. Genau an dem Tag stirbt mein Navi. Das war, bei mir, noch prä-Smartphone und Maps. Also Falk Plan oder neues Navi kaufen. Also ab in den Markt und ein TomTom 920 geholt. Das Coole, das Staudaten via SIM abgerufen hat. Schweineteuer. 12 Monate Stauinfo inkl., die übrigens 33% vom Kaufpreis ausgemacht haben.
Zu Hause ausgepackt und das Ding bootet mit einem Alfa Romeo Logo und ist schon registriert. Also gebraucht und die Pay-Dienste laufen schon seit keine Ahnung wie lang. Ich zurück in den Markt und die weigern sich, es zurückzunehmen. Ich hab freundlich versucht zu erklären, dass mir ja die Live Dienste nicht in vollem Umfang zur Verfügung stehen, weil keiner weiß, wie lang das Abo schon läuft. Und die Ware war bei den Neugeräten und nicht als gebraucht gekennzeichnet. Keine Chance. Musste dann mit Falk Plan nach Usedom und die Rückabwicklung hat die Rechtschutzversicherung übernommen. Der größte Witz: Wir waren dann genau 5 Stunden auf Usedom, bis Frau und Kind Mandelentzündung mit ordentlich Fieber bekommen haben. Hab vollgetankt, die Beiden dann ins Auto und pennen lassen und bin in einem 8 Stunden Höllenritt, ohne Pause, wieder nach Hause. 600€ ausgegeben (Navi+Diesel), 18 Stunden gefahren und 5 Stunden auf Usedom geschlafen. Ganz Klasse. War leicht angefressen.

Seit Steam geben mir der MediaMarkt und Saturn nichts mehr. Inzwischen hat jedes Kaufland mehr Games und Filme. Und auch LAN Kabel unter 20€. Warum soll ich also noch in so einen Laden gehn?

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Wenn man weiß was man will geht es noch. Aber das ist nicht der Sinn von einem Ladengeschäft. Es sei denn es könnte auch noch mit dem Preis überzeugen.
Bisher hatte ich immer gute Erfahrungen, dass sie den Internetpreis mitgegangen sind. Mittlerweile scheitert es aber schon an der Verfügbarkeit.
Insbesondere bei Expert: Meine Mutter brauchte einen Laptop. Das Angebot war gut, das Modell allerdings nirgends woanders zu finden als bei Expert. Da gehe ich noch mit, solange die Spezifikation klar ausgeschrieben ist. Also auf geht’s in den Laden. Dort ist er nicht vorrätig und es stellt sich heraus, dass die Angebote Restposten sind. Online bei Expert hätte man auch die Verfügbarkeit prüfen können… Kein Laden in akzeptabler Reichweite hat das Angebot vorrätig. Die Läden vor Ort können es aber auch nicht aus anderen Läden bestellen, weil sie scheinbar Franchisenehmer sind.

Neulich hatte ich mal den Anflug zu Mediamarkt zu fahren, aus Spaß am Grabbeltisch. Aber nach kurzer Überlegung wie wahrscheinlich es ist dort etwas zu finden, habe ich es besser sein gelassen. Coolblue werde ich mir aber mal ansehen.

Der einzige Technikladen der sich noch lohnt ist m. E. Kamera Express. Die Beratung ist kompetent, man kann alles anfassen und ausprobieren und die Preise sind auch nicht schlecht. Bei weißer Ware gerne der Laden vor Ort. Zumindest bei den Premium Marken wie Miele und Liebherr gibt es sowieso kaum Preisunterschiede.

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Coolblue kenne ich nur als online-shop und da war die Abwicklung echt gut. :+1:

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Ich bin mittlerweile selten in diesen Läden, da die Spieleauswahl einfach nur noch enttäuschend ist. Und mich nervt dass Preise oft nicht mehr ausgezeichnet sind. wenn ich nach Spieleschnäppchen suchen will, brauche ich nicht im Laden am Display browsen. Das kann ich dann auch daheim am Rechner.

Für Geräte fahre ich hier noch gerne in den Mediamarkt (Neumarkt), weil ich Sachen einfach auch mal gerne anschaue. Hab dort auch meinen Fernseher gekauft, da waren die Verkäufer sehr nett und durchaus kompetent und hilfsbereit. Preislich konnte ich auch nicht meckern.

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Meine Saturn Erfahrungen beschränken sich auf Abholung von Online bestellten Spielen.
So über den Markt kann ich an für sich nichts schlechtes sagen. Doof nur, dass die Abholung in Kombination mit der Reparaturannahme war. Und dann steht man da und wartet während irgendeine Tante einen Abriss ihres Lebens gibt der dann irgendwann damit endet, dass ihr iPad kaputt ist.

Ich bleib weiter bei Amazon. Ist ein Drecksladen, aber wenigstens waren sie noch nicht dreckig zu mir.

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Ja, der Einzelhandel ist (teilweise) halt tot.

Ich versuche mehr und mehr, zum Beispiel bei Otto oder über geizhals.de zu vergleichen und zu bestellen, wobei man die Zentralisierung (praktisch für die Steuererklärung) und den Kundenservice von Amazon schon loben muss. Alles, was Bezos und Konsorten sonst so machen, natürlich nicht, aber ich versuche meinen Teil beizutragen.

Leider hat der MediaMarkt hier auch dichtgemacht. Die Gaming-Abteilung bestand hauptsächlich nur noch aus Funko Pops im Abverkauf und teuren Lego-Sets, keine Anspielstation, die ordentlich funktioniert hat und generell überteuerte Hama-Kabel und Ramschware, wohin man auch gesehen hat. HDMI-Kabel für 39,99 Euro, „vergoldete Kontakte für ein satteres Bild“, direkt daneben die Regalfläche für Blu-rays, die inzwischen aus drei Staffeln „Die Rosenheim-Cops“ besteht.

Weiterhin hat man auch keine Ruhe im Smartphone-Bereich, da der Kundenberater natürlich auf Provision etwas verkaufen muss und einen teilweise wirklich lästig nicht in Ruhe gelassen hat. Man schaut zwei Sekunden zu lange auf ein Gerät und schon steht jemand hinter einem und erklärt ungefragt, dass man dazu unbedingt den Displayschutz für 29 Euro und die Einrichtungspauschale braucht, weil das Handy sonst quasi nicht funktioniert. Und natürlich den Freenet TM-Vertrag (der total überteuert ist).

Als wir mit einer Person dort waren, die unbedingt vor Ort einkaufen wollte (ich nehme die Marge und den Aufpreis mal hin), waren natürlich die MediaMarkt-Plus-Garantie und die 0-Prozent-Finanzierung (lol, als ob) die Treiber im Gespräch, nicht die Frage, was der Kunde eigentlich für Anforderungen an das Notebook hat.

Die unterbezahlten Azubis und Angestellten stehen halt auch relativ planlos herum und werden in die verschiedensten Abteilungen herumgereicht, ohne Fachwissen aufbauen zu können. Der Kollege, der letzte Woche noch Waschmaschinen verkauft hat, erklärt dir heute den Unterschied zwischen OLED und QLED, und beides sind laut ihm „eigentlich das Gleiche, aber das eine ist teurer“.

Dazu gibt es diese penetranten Verkäufer, die einem unbedingt den Braun-Rasierer andrehen wollen, und bei genauerem Nachfragen stellt sich heraus: Er ist Braun-Vertreter. Genauso wie der freundliche Herr in der Weißware, der zufällig genau eine Marke wirklich gut findet und dessen Poloshirt zufällig dasselbe Logo trägt.

So viele unzählige Geschichten. Da vermisse ich den kleinen Computerladen aus den 90ern, wo der urige Typ mit seinem Praktikanten noch über Videospiele sinniert und selber noch Röhren repariert hat. Wo man einen Rechner zusammengestellt bekam, der zur eigenen Nutzung passte, und nicht den, auf dem gerade der höchste Bonus lag. Das ist halt wirklich selten geworden, aber ein wenig ist der Kunde ja auch selbst schuld, weil wir uns mit der „Geiz ist geil“-Mentalität die lokalen Händler so vertrieben haben, und nun sterben MediaMarkt und Saturn eben nach und nach mit. Und natürlich der fehlende Schutz vom Gesetzgeber gegenüber Monopolstellungen der großen Versandhäuser + Ketten.

Ich frage mich, ob es mit den neuen chinesischen Eigentümern von Media-Saturn neuen Wind geben wird, oder ob man dann einfach Temu-Artikel für das Dreifache des Preises dort bekommt. Immerhin mit Beratung.

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Tot ist der Einzelhandel nicht, aber Läden wir Media Markt dürften es immer schwerer haben.

Die Zukunft des Einzelhandels muss in der Verfügbarkeit und/oder dem Service liegen.

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Wenn die Menschen mehr lokale Initiativen unterstützen, kann das auch klappen. Ich habe in der Bekanntschaft ein Dorf, das seinen Dorfladen wiederbelebt hat, mitsamt Bäckerei und allem Drum und Dran. Die Leute müssen zwar noch hin und wieder daran erinnert werden, dass man nicht auf die grüne Wiese rausfahren muss, um beim Edeka einzukaufen, aber insgesamt hält sich das Konzept echt gut. Genau das ist ja der Punkt: So ein Laden lebt nicht davon, dass man ihn gut findet, sondern davon, dass man dort auch tatsächlich den Wocheneinkauf macht und nicht nur die vergessene Milch holt.

Ich hoffe, dass das auch bei Reparaturcafes und generell bei lokalen Läden Fahrt aufnimmt. Die Mieten in der Innenstadt machen es aktuell zum Beispiel schwer, mit „einem PC-Laden“ oder „einem Elektrogeschäft“ über die Runden zu kommen, es sei denn, einem gehört die Immobilie selbst. Dazu kommt, dass die Innenstadtmiete pro Quadratmeter für ein Geschäftsmodell kalkuliert ist, das auf Laufkundschaft und Impulskäufe setzt, und ein Reparaturbetrieb genau das nicht ist: viel Zeit pro Kunde, wenig Umsatz pro Quadratmeter. So ein Laden funktioniert eigentlich nur in der zweiten Reihe oder im Gewerbegebiet, und dann fehlt ihm wieder die Sichtbarkeit.

Heißer Take: Man müsste hier rigoros gegen Eigentümer vorgehen, die Flächen jahrelang leer stehen lassen und über irgendwelche Briefkastenkonstruktionen gehalten werden. Ganz so einfach ist es rechtlich zwar nicht, Enteignung nach Artikel 14 Grundgesetz geht nur gegen Entschädigung und mit Gemeinwohlbegründung, und dass der Eigentümer auf den Seychellen sitzt, ändert daran erst mal nichts. Man müsste einfach vom Gesetzgeber her mal ran. Ebenso Neugründungen maximal fördern, Risikokapital wieder mehr „Normalos“ aushändigen, damit es wenigstens versucht wird die Innenstädte mit kreativen, qualitativ hochwertigen Geschäften auszustatten.

Aber es gibt ja Zwischenstufen: Leerstandsabgaben, Vorkaufsrechte, Zwischennutzungen, oder dass die Stadt selbst Flächen kauft und günstig an Handwerk und kleine Läden vermietet. Das Kernproblem ist ohnehin weniger die Miete an sich als die Tatsache, dass Leerstand für viele Eigentümer billiger ist als eine dauerhaft günstige Vermietung.

Ein zweites Problem ist die Monostruktur in vielen Innenstädten, wenn eben der fünfte Dönerladen, der dritte Nagelstudio-Ableger und der nächste Handyshop aufmachen. Das ist aber weniger eine Frage von „wer betreibt das“, sondern schlicht Ökonomie: Das sind Konzepte mit niedrigen Einstiegskosten, wenig Fachkraftbedarf und schneller Amortisation, also genau die, die kurze Mietverträge und hohe Quadratmeterpreise noch verkraften. Dass darunter auch Läden sind, die als Bargeldbetrieb zur Geldwäsche taugen, ist real, aber es ist eben nur ein Teil davon und nicht der Grund für den Ladenmix. Und dass sich der Staat da schwer tut, liegt wohl weniger an Desinteresse als an dünn besetzten Ordnungs- und Finanzbehörden, die einfach überfordert sind.

Ich hoffe trotzdem, dass du recht behältst, und versuche, das optimistischer zu sehen. Ein qualifizierter Bebauungsplan kann bestimmte Nutzungen in Erdgeschosslagen ausschließen oder begrenzen, das machen einige Kommunen inzwischen ganz gezielt. Der politische und regionale Wille muss halt einfach her.

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MM und Saturn sind in den letzten Jahren eine wahre Seuche geworden. Sorry, aber mit ist unbegreiflich, wie man diese Filialen derart herunterwirtschaften kann.
Eine Bekannte arbeitet bei Action, will kein neues Fass aufmachen, aber mal zum Vergleich, das ist ein besserer Tedi, hier HAT es Ramschware, weniger Marken. Aber die Gebietsleitungen sind derart oft in den Filialen, arbeiten mit, und drillen die Belegschaft, dass die Läden ordentlich aussehen, die Regale voll und sortiert sind, alles ausgepreist usw. Dass man sich nicht schämen muss.

Zurück zu den anderen: Hier kann man im Grunde nix mehr kaufen. Letzter Kauf war ein Kühlschrank, musste schnell gehen und geliefert werden. Glück gehabt, sogar noch nen Deal mit Lieferung und Garantieverlängerung erhascht.
Aber die letzten Male stöbern, Notebooks und Handys ansehen, anfassen - Katastrophe. Nix da, außer die Flagschiffe. Gerade in dem Bereich lümmeln immer 5-6 Pros rum und feiern sich für ihre „Kompetenz“, arbeiten aber nix, labern, telefonieren, beraten nicht richtig.
Vor 2 Jahren mal nen Akku getauscht. Von wegen Sofortservice, trotz Termin und Ersatzteil vorrätig 1 Tag warten.

Ich merke gerade wieder, Ich könnte viel Schrott über den Laden erzählen :grinning_face_with_smiling_eyes:
Also sorry, not sorry, de schaffen sich echt selbst ab. Während sie online pushen und dir in 1 Stunde in nem Uber ne Smartwatch rüberfahren können, gehen die Läden komplett in den Sack. Das versteh mal einer

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