SFT Bits: Gravis Gamepad

Ich glaube, der Herr Lott hat den Thread für die Folge vergessen, deswegen bin ich mal so frei.

Tolle Folge, hat mich sehr gefreut über das Gamepad mal was zu hören.

Zum Anfang war mir noch eingefallen, dass, vielleicht für viele überraschend, nicht nur der Atari 2600, sondern auch zumindest einige der Heimcomputer die dessen Controller-Interface übernommen haben, auch analoge Eingänge hatten. Beim Atari waren die für Paddles vorgesehen.

So hatte der C64 zum Beispiel tatsächlich zwei analoge Eingänge (dessen A/D-Wandler im SID, also im Soundchip saßen; vielleicht auch überraschend, aber vermutlich war der SID als hybrid-analog-digitaler Chip dafür eh schon passend).

Ich kann mich allerdings persönlich nicht daran erinnern, jemals gesehen zu haben wie jemand analoge Joysticks oder gar Paddles an einem C64 benutzt hat (kann natürlich auch nur mein damaliges Umfeld schuld sein). Die meisten Spiele wollten ja auch digitale Joysticks.

Die 1531 Maus aber, die ich selbst auch hatte, hat sich im „proportionalen Modus“ - also der der nicht einen digitalen Joystick emuliert - dieser Eingänge bedient.

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Ich bin mal so frei:


Ich erinnere mich noch an die Werbung aus der PowerPlay, da waren Dutzende Waffensysteme (von Morgenstern und MG bis hin zum Raketenkreuzer) auf dem Bild zu sehen, mit dem Hinweis:
„Das alles steuerst du bequem mit: Gamepad

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Ich habe das Teil auf dem PC geliebt! Hab damit Titel wie Mortal Kombat, One Must Fall 2097, Primal Rage oder alle möglichen Apogee Jump n Runs gesuchtet.

Und für den Rest gab es ja den Logitech Wingman Extreme.

Sogar noch mit dem Stick! :slight_smile:

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Mir war nicht bewusst, dass das Gravis Gamepad so erfolgreich war. Ich hab nie eines live gesehen. Mein erstes Gamepad hatte ich erst in den späten 90ern, dürfte ein Logitech gewesen sein.

Ehrlich gesagt empfand ich die Tastatur- und Maussteuerung am PC als sehr angenehm, nachdem ich vorher Competition Pro und das krampfige NES-Gamepad als Maßstab hatte. Und ja, in unserem Freundeskreis wurden Commander Keen, Mortal Kombat, Lost Vikings, Jazz Jackrabbit und Konsorten mit der Tastatur gespielt. Ging problemlos.

in unserem Freundeskreis wurden Commander Keen, Mortal Kombat, Lost Vikings, Jazz Jackrabbit und Konsorten mit der Tastatur gespielt

Mortal Kombat zu zweit an einer Tastatur?
Stelle ich mir schwierig vor, technisch ebenso wie platzmäßig :slight_smile: Aber man gewöhnt sich wohl an alles. Ich habe auf dem ST alles am Joystick gespielt, womit ich auch kein Problem hatte. Aber hätte ich von diesen Gamepads gewusst, ich denke, ich wäre umgestiegen.

Ist es nicht seltsam, dass Gravis auf der Front nie den Joystick zeigt? Gilt auch für die erste Version der Box. So bleibt nur das leere Gewinde, was nicht sehr ansprechend aussieht.
Aber Glückwunsch zum erhaltenen Stick! :smiley:

Stimmt, gute Ergänzung! Beim Atari kamen sie wohl anfangs noch öfter zum Einsatz, für Pong, Breakout, Space Invaders und Konsorten. Aber mit dem Niedergang dieser simplen Spiele mit 1D-Bewegung schwand wohl der Bedarf an den Paddles. Ist aber nur eine Vermutung.

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Ah, da fällt mir ein: Ihr hattet im Podcast glaube ich angesprochen, dass local multiplayer ohne Gamepad ja unmöglich sei. Alles was ich dabei denken konnte ist, „da haben zwei Leute offensichtlich nie Clonk gespielt“. Hach, schöne Erinnerungen, wie wir uns zu dritt an eine Tastatur quetschten. :smiley:

Später hatte ich ein MS Sidewinder als erstes Gamepad, damit ging Clonk auch, woraufhin wir’s sogar zu viert spielen konnten. :joy:

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Hatten wir kein Problem damit. Wir kannten es auch nicht anders. Ich weiß nicht, ob wir Gamepads überhaupt gewollt hätten, das hatte damals (wir kamen ja vom NES) so ein bisschen den Ruch des Kinderspielzeugs.

Selbst heute spiele ich Platformer gerne mit Tastatur, z.B. unlängst Spiritfarer. Alle anderen Genres sowieso. Nur auf der Switch spiele ich (notgedrungen) mit Controller, sowie emulierte NES- und SNES-Spiele.

Ein Freund hatte damals Gravis Pad. Aber zum Einen kam ich aus der C64 / Nintendo Ecke, wo ein Joypad ganz normal war, zum Anderen hatte ich mit dem PC nix am Hut (außer bei besagtem Freund exzessiv Doom spielen)… Von daher habe ich bis zur SFT Bits Folge nie drüber nachgedacht, dass man über dieses komische „drehbare“ Pad so viel zu erzählen findet.
Tolle Folge, zumal auch donkey.bas wieder erwähnt wurde! :stuck_out_tongue_winking_eye:

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Dann hattet Ihr aber das Glück einer Tastatur mit n-Key-Rollover, die also alle Tasteneingaben gleichzeitig verarbeiten konnte. Gilt für einige ältere IBM-Tastaturen, aber für die meisten Modelle aus den Neunzigern und Zweitausendern nicht mehr - da wird’s dann eng, wenn zwei Spieler gleichzeitig je drei Tasten drücken wollen :slight_smile:

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War bei uns nie ein Problem. Ich hatte eine Cherry-Tastatur, wahrscheinlich konnte die das.

Ich will auch nicht ausschließen, dass wir einfach nie in dieses Problem gelaufen sind – selbst bei Prügelspielen drückt man ja selten mehr als zwei, maximal drei Tasten gleichzeitig.

Eine Cherry Tastatur war damals echt der Goldstandard. Warum eigentlich? Ich habe zwar bei meinen Anschaffungen auch immer darauf geachtet, wusste aber ehrlich gesagt nie warum. Hatte die keinen Key-Lock (oder wie das genannt wurde…)? Ich glaube mich zu erinnern, dass man das entweder übers Bios oder sogar über die Config.sys oder Autoexec.bat steuern konnte, wie viele Tasten gleichzeitig gedrückt werden konnten. Vorsicht, gefährliches Halbwissen aus 30 Jahrr alten Erinnerungen. :see_no_evil:

Oh, möglich, auch wenn mir das noch nicht begegnet ist :slight_smile: Bei den meisten Tastaturen ist es eine Hardware-Beschränkung, die in der Regel auch nicht für das gesamte Tastenfeld einheitlich gilt. Daher werben günstigere Gaming-Tastaturen auch mit Angaben wie „bis zu 10 Tasten Rollover“, weil diese 10 Tasten nur in bestimmten Kombinationen erreicht werden - es kann sein, dass dieselbe Tastatur schon nach zwei oder drei Tasten blockiert, wenn man nicht diese optimale Kombination drückt.

Ja kann gut sein das ich das jetzt auch mit der Tastaturwiederholrate verwechselt. Ich glaube mich zu erinnern das der PC Speaker irgendwann gemeckert hat, wenn zu viele Tasten gleichzeitig gedrückt wurden oder zu viele Tasten zu schnell hintereinander. Und dann gab es da ne Einstellung im Bios?! Ach, ist wohl einfach zu lang her.

Beim Amiga hatten wir manchmal das gleiche Problem, wenn wir zu zweit an der Tastatur gespielt haben und es irgendwann zu hektisch wurde. Zum Beispiel beim Eisenbahnraub oder so. Damit konnte man sogar die Steuerung des Gegners blockieren. Wie gemein. :smile:

Das Ding war damals auch bei uns Pflicht :smile: der Standard, als es so etwas wie Standard noch nicht gab. Kostete glaub ich 30 Mark, oder waren es sogar 50?
Meinen hatte ich sogar aus einem „Gravis Shop“ in Frankfurt :relaxed:

Gezockt wurde damit alles an Jump’n’run, aber auch GTA2 und ich erinnere mich sogar an Descent und Versuche, Doom zu steuern.

Und nicht zu vergessen: auch auf dem PC ließen sich Die Siedler zu zweit spielen :wink: Dank meinem Kumpel, der das ganz gut hinbekam mit dem Gamepad.

Wo ist das Teil eigentlich? Ich fürchte, eben doch irgendwann verreckt :man_shrugging: aber der Stick ist immer noch in meiner PC-Schrauben-Dose :smile::sweat_smile:

Edit: Beweisstück A !

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Wieder eine sehr schöne Technikfolge, obwohl ich mich eigentlich nicht sooo sehr für Hardware interessiere, ist das inzwischen fast mein Lieblingsformat. Ihr erzählt das einfach so interessant dass ich jedes Mal gebannt zuhöre :slightly_smiling_face:

Die Folge hat auch aufgeklärt, was ich mich schon seit Jahren immer wieder gefragt habe - warum das Pad diese komische Form hatte. Es war ja klar vom SNES-Controller abgekupfert, aber ich fand es immer seltsam, dass die eine Rundung nach oben, die andere nach unten zeigt. Auf einen optionalen Linkshändermodus wäre ich nie gekommen :grinning:

Allerdings frage ich mich, ob der überhaupt Sinn gemacht hat? Gamepads werden ja traditionell sowieso mit beiden Händen bedient, macht das dann tatsächlich einen Unterschied, ob man das Steuerkreuz jetzt mit der linken oder der rechten Hand bedient? Bei einer Maus, wo man die Knöpfe tauschen kann, kann ich mir das ja gut vorstellen, aber hier?

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Hmm, gute Frage. Es ist offensichtlich so, dass sich die Branche darauf geeinigt hat, die Feuertasten praktisch jedes Controllers auf die rechte Seite zu legen - ist das also die bevorzugte Position für Rechtshänder? Erstaunlich, denn das Steuerkreuz zu bedienen ist ja nicht unbedingt einfacher. Aber wenn’s so ist, ergibt ein Linkshänder-Modus mit Tasten auf der linken Seite ja durchaus Sinn.

Die Option gibt es heute nicht mehr. Ich fand einige modulare Controller, die den Austausch und damit die Umplatzierung einiger Bedienelemente erlauben, aber die Feuertasten bleiben immer auf der rechten Seite:

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Ich wette, der Stick allein bringt bei eBay mehr ein als das zugehörige Pad :smiley:

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